Akte der Selbstbehauptung

   
  
 
  
    
  
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    Martin Creed,  Work No. 493  ,  2005, Holz, 27 x 480 x 22 cm. Courtesy Johnen Galerie, Foto: Jens Ziehe.

Martin Creed, Work No. 493, 2005, Holz, 27 x 480 x 22 cm. Courtesy Johnen Galerie, Foto: Jens Ziehe.

Friederike Nymphius lebt als freie Kuratorin, Autorin und Sammlungsbeauftragte von internationalen Privatsammlungen in Berlin. Im Rahmen von curated by_vienna: Tomorrow Today hat sie für die Galerie Krobath eine Ausstellung mit skulpturalen Positionen kuratiert, die mit sperriger Materialität und physischer Präsenz auf die Beschleunigungsmechanismen des Kunstmarkts reagieren.


„Ein Plädoyer für eine Entschleunigung“ heißt es im Untertitel der von Ihnen kuratierten Ausstellung für die Galerie Krobath, die sich auf Robert Morris' legendären Essay „Notes on Sculpture“ aus dem Jahr 1966 bezieht. Verstehen Sie diese Ausstellung als Gegenentwurf zu Armen Avanessians Konzept?

Die in der Ausstellung vertretenen Künstler gehören alle der gleichen Generation wie ich an.  Die Werke von Martin Boyce, Martin Creed, Dominik Lang, Monika Sosnowska, Katja Strunz und Tatjana Trouvé sind von der Gegenwart und zugleich von der Vergangenheit durchdrungen. Katja Strunz spricht dabei von einer Nachzeitigkeit, in der die Vergangenheit bis in die Gegenwart nachwirkt. Tatiana Trouvé nennt diese doppelte, widersprüchliche Zeiterfahrung „doppi tempi“ (doppelte Zeiten). Auch Martin Boyce, Monika Sosnowska und Dominik Lang beschäftigen sich mit der Frage, welche Aussagekraft modernistische Kunst, Design und Architektur in unserer Gegenwart noch haben. Für diese Künstlergeneration ist daher „Yesterday Today“ die zentrale Frage und nicht „Tomorrow Today“. Aus der langjährigen Zusammenarbeit mit vielen dieser Künstler weiß ich auch, dass für sie die konzentrierte Arbeit im Atelier sowie die inhaltliche Auseinandersetzung wesentlich sind. Auf jeden Versuch der Beschleunigung oder Einflussnahme durch den Kunstmarkt reagieren sie mit der Entschleunigung auf das ihnen eigene Tempo.  Martin Creed bildet dabei eine eigene Position. Er verweigert sich a priori jeglicher Diskurse und richtet den Kunstmarkt mitsamt seiner marktorientierten Beschleunigungsmechanismen durch sein pragmatisches, serielles Vorgehen gegen sich selbst.

Was vereint die in der Ausstellung gezeigten Kunstwerke?

Ich habe mich entschieden, mich bei curated by_vienna ausschließlich auf Skulpturen zu konzentrieren. Aus meiner Sicht werden zu wenige Ausstellungen gemacht, die sich mit diesem relativ sperrigen sowie extrem ausdrucksstarken Medium beschäftigen. Neben der Kraft der Materialität und bestimmten formalen Parametern, die diese Generation teilt, vereint die ausgestellten Werke das, was gute Skulptur ausmacht: Sie sind konsequente Selbstbehauptungen, die keine Legitimation von außen erfordern.

   
  
 
  
    
  
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    Katja Strunz,  Nachzeit , 2015, 8 Würfel unterschiedlicher Größen, Stahl st37, pulverbeschichtet, patinierte Bronze. Courtesy Katja Strunz.

Katja Strunz, Nachzeit, 2015, 8 Würfel unterschiedlicher Größen, Stahl st37, pulverbeschichtet, patinierte Bronze. Courtesy Katja Strunz.

Mit den beiden Turner-Preis-Trägern Martin Boyce und Martin Creed sind zwei besonders prominente Künstler vertreten. Welche Werke sind von ihnen zu sehen?

Ich arbeite schon seit langer Zeit mit diesen Künstlern zusammen und habe mich daher für klassische Werke entschieden. Aber auch von den anderen Künstlern, die nicht weniger bekannt sind, habe ich qualitativ sehr hochwertige und typische Arbeiten für die Ausstellung bekommen.

War die Auseinandersetzung mit einem Thema wie dem von curated by_vienna: Tomorrow Today für Sie neu?

Der von Armen Avanessian angeführte Diskurs ist in der Kunstwelt seit jeher präsent. Daher lässt das Thema auch viel Raum für Interpretationen, was sich an meiner Ausstellung ablesen lässt.

Sie betreiben in Berlin den Projektraum Nymphius Projekte. Welche Fragen beschäftigen Sie im Zusammenhang damit? Welches Konzept verfolgt dieser Ausstellungsort?

Ich arbeite seit über zehn Jahren als Kuratorin für verschiedene internationale Institutionen und private Sammlungen. Der Projektraum scheint mir im Moment als das richtige Konzept, um mit KünstlerInnen Ausstellungen realisieren zu können.

Friederike Nymphius_curatede by_Krobath


Notes on Sculpture: A Plea for Deceleration
curated by_ Friederike Nymphius
KünstlerInnen: Martin Boyce, Martin Creed, Dominik Lang, Monika Sosnowska, Katja Strunz, Tatiana Trouvé
Ausstellungsdauer: 11.09.–17.10.2015
Krobath Wien, Eschenbachgasse 9, 1010 Wien
Mehr unter www.galeriekrobath.at


Lesen Sie den Text von Armen Avanessian, der den an curated by_vienna: Tomorrow Today beteiligten KuratorInnen und Galerien als Ausgangspunkt diente.

curated by_vienna wird organisatorisch und finanziell von der Wirtschaftsagentur Wien mit ihrem Kreativzentrum departure unterstützt.