Galerie Andreas Huber

 Instrumental Assistance curated by_Kristina Scepanski, Exhibition View, Galerie Andreas Huber, 2014, Photo: Karl Kühn

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curated by_Kristina Scepanski

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Instrumental Assistance

Es gibt gesellschaftliche Gruppen, die mit „instrumenteller Unterstützung“ schlafen, und solche, die das nicht tun. Mit diesem und ähnlichen Beispielen dekonstruierte Marcel Mauss 1934 in seiner kulturanthropologischen Klassifikation der Techniken des Körpers die Vorstellung von scheinbar natürlichen menschlichen Bewegungsabläufen. Soziale Ordnungen und Strukturen schreiben sich in den Körper ein; er ist immer gesellschaftlich geprägt.

Zu Mauss’ Zeiten war die instrumentelle Unterstützung, an die sich so manche Gesellschaften gewöhnt hatten, beispielsweise das Bett. Heute ist es keineswegs weniger populär. Jedoch ist die für die Körpersozialisation unserer Zeit einflussreichste Entwicklung zweifelsohne die fortschreitende Technologisierung und Digitalisierung unseres Lebens- und Arbeitsumfeldes.

 

"Vom denkbar privatesten Ort aus nehmen wir an den Geschehnissen in der Welt teil. Einen Körper brauchen wir dazu nicht." 
 

Dadurch wird auch das Bett heutzutage oft als erweiterter Arbeitsplatz genutzt. Und selbst wenn dies aufgrund der Profession nicht infrage kommt, werden die beiden unterstützenden Instrumente Bett und Laptop gerne miteinander kombiniert. Vom denkbar privatesten Ort aus nehmen wir an den Geschehnissen in der Welt teil. Einen Körper brauchen wir dazu nicht. Und doch ist gerade das Bett mit seinen anthropomorphen Dimensionen Mahnung und Beweis der eigenen Körperlichkeit. Ob wir wollen oder nicht, wir sind auf den Körper angewiesen, müssen uns gewissen Restriktionen unterwerfen, auch wenn uns die bildschirmbasierte Realität anderes suggeriert. Sie lehrt uns andere Muster der Wahrnehmung von Räumen, Distanzen und Kommunikation. Das Momenthafte, nicht beliebig Wiederholbare, Abrufbare und Verfügbare gerät ebenso in den Hintergrund wie ein sensorisches Erleben. Da kann das eigene Bett ein tröstendes und erdendes Korrektiv sein.

Kristina Scepanski

 

Works by
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Timur Si-Qin
 

Kristina Scepanski ist Kunsthistorikerin und leitet seit 2013 den Westfälischen Kunstverein in Münster.

 

 Instrumental Assistance curated by_Kristina Scepanski, Exhibition View, Galerie Andreas Huber, 2014, Photo: Karl Kühn

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