Galerie Ernst Hilger

 Galerie Ernst Hilger, Chaotica. An Approach to Chaos from the Perspective of Cuban Fine Arts, curated by_Luis Pedro Miret Perez, 2016, Iván Capote Anagram, New world order, 2015

Galerie Ernst Hilger, Chaotica. An Approach to Chaos from the Perspective of Cuban Fine Arts, curated by_Luis Pedro Miret Perez, 2016, Iván Capote Anagram, New world order, 2015

curated by_Luis Pedro Miret Perez

Galerie Ernst Hilger

Chaotica. An Approach to Chaos from the Perspective of Cuban Fine Arts

Das Wort Chaos ist griechischen Ursprungs und bezeichnet das Unvorhersehbare, was im Allgemeinen als Zufall begriffen wird. Ein chaotisches System ist eines ohne Gesetze, das gleichzeitig Erklärungen für die meisten natürlichen oder unnatürlichen Geschehnisse um uns herum liefert, vom Beginn des Universums über die Ausbreitung des Feuers bis hin zur Evolution unserer Gesellschaft.Wir können unsere Welt nicht verstehen, wenn wir ihre chaotischen Anteile vernachlässigen. Es bleibt uns keine andere Wahl als uns dem Chaos zu übergeben. Der Gesellschaft kommt lediglich die Aufgabe zuteil, das Chaos so weit wie möglich einzudämmen. Deswegen gibt es Gesetze, Verfahren, Regulierungen, den gesunden Menschenverstand, Traditionen usw. Die bildenden Künste in Kuba bringen dieses Thema ähnlich zum Ausdruck wie die internationale Kunstszene, allerdings mit einer gewissen lokalen Färbung, zusammengesetzt aus kubanischer Fantasie oder Realität, Idiosynkrasie und Traditionen, die aus dem Zusammenleben der unterschiedlichen Ethnien im Land entstanden sind.

"Chaos, das Teil unserer Existenz ist"

Mit dieser Ausstellung nähern wir uns einem Thema an, an das wir uns leider gewöhnt haben, da wir jeden Tag über Explosionen, Erdbeben und terroristische Angriffe an verschiedenen Orten der Welt lesen.

Die Auswahl der Arbeiten für diese Ausstellung eröffnet unterschiedliche Wege zur Darstellung von Chaos – sei es Chaos, das sich aus ökonomischem, politischem oder sozialem menschlichen Verhalten ergibt oder Chaos, das Teil unserer Existenz ist.

In der Serie mit dem Titel Degradation leitet Diana Fonseca unsere Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass auf vielen Gebäuden und Häusern in Havanna die Farbe abblättert und führt uns so eine chaotische Wahrnehmung der Stadt vor Augen. Sie „recycelt“ diese Elemente zu neuer Schönheit auf der Leinwand. In der Fotoserie Under Construction macht Carlos Garaicoa Aufnahmen von nie fertiggestellten Gebäuden. Diesen Fotografien verleiht er eine „künstlerische Vollendung“ oder beschriftet sie in farbigen Lettern mit dem Satz „Todo aun por terminar“ [alles noch zu vervollständigen]. Ivan Capote setzt sich in seiner Arbeit mit der Darstellung beziehungsweise der Bedeutung von Worten auseinander. In Anagram (New World Order) schreibt er das Wort „wonder“ [Wunder] mit der gleichen Anzahl an Buchstaben aus, um auf das Ideal von „order“ [Ordnung] zu verweisen. Die Videoinstallation La ronda [Die Runde] von Adonis Flores zeigt auf, dass militärische Entscheidungen absurd sein und mehr Chaos als Ordnung provozieren können. Dies ist auch aus der Serie an Zeichnungen und Installationen von Tonel in Bezug auf die Funktionalität der Finanzwelt und ihrer Konsequenzen ersichtlich. In ihren Arbeiten verbiegt das Künstlerduo Los Carpinteros die Repräsentation von Objekten und ihrer Verwendung und schlägt in Folge eine neue Dimension des Objekts vor: ein zerbrochener Kronleuchter wird dabei zu einer künstlerischen Lampe, was uns daran erinnert, dass Chaos auch etwas Gutes für uns alle bedeuten kann.

Luis Pedro Miret Perez

Works by
Enrique Báster
Ivan Capote
Los Carpinteros
Ariamna Contino
Felipe Dulzaides
Adonis Flores
Diana Fonseca
Carlos Garaicoa
Alex Hernandez
Glenda Leon
Ángel Marcos
 Tonel

Luis Pedro Miret Perez (*1958 in New York, USA) lebt und arbeitet in Kuba als Kurator der Galerien La Casona und Havanna.


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Dorotheergasse 5 • 1010 Vienna • Austria

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