Galerie Knoll

 Exhibition View, Galerie Knoll, curated by_Lina Dzuverovic, 2013, Photo: Galerie Knoll

Exhibition View, Galerie Knoll, curated by_Lina Dzuverovic, 2013, Photo: Galerie Knoll

 

curated by_Lina Dzuverovic

Galerie Knoll

 

Diese Ausstellung entstand aus einem fortwährenden Dialog zwischen der Künstlerin Yelena Popova und der Kuratorin Lina Dzuverovic, um nach neuen Wirkungs- und Entfaltungsmöglichkeiten der Malerei zu suchen. Wir wollten herausfinden, wie die Malerei in einer radikal erweiterten Form mehr als bloß Repräsentation oder Reflexion sein kann. Kann die Auffassung von Gemälden als einfache Objekte, die nicht anders sind als alle anderen Objekte, unsere Sichtweise der Malerei erneuern? Kann die Malerei ein Katalysator sein, ein Vergrößerungsglas, durch das man die politische Realität von heute beobachtet, um darauf zu reagieren?

Popovas Kunst kombiniert bewegte Bilder mit Installationen von Malereien. Die hier ausgestellte Arbeit verwebt Fakten, Fiktionen, Materialien und Texturen zu einem kompleen Kommentar zu Geschichte, Politik und Ökonomie.

 

"Das Bild ist gar nicht richtig da, es zeigt eine Art digitaler Präsenz."
 

Popovas Bilder erinnern sowohl an die Ästhetik des russischen Konstruktivismus, als auch an jene des Minimalismus und regen einen Diskurs über die Materialität in der heutigen Malerei an. Popova mischt ihre Farben nach traditionellen als auch eigenen

Rezepturen, und verwendet vor Ort gefundene Pigmente. Damit schafft sie transparente und entrückte Gemälde, die in das grobe Gewebe der Leinwand zurückweichen. Das Bild ist gar nicht richtig da, es zeigt eine Art digitaler Präsenz. Die Maltechnik der Künstlerin reflektiert ihr Interesse am Digitalen – in die Körperlosigkeit bit-basierender Bilder, und vor allem in die Touchscreen-Gestik. Die Installation der Gemälde macht die Diskrepanz zwischen ihrer bildlichen Immaterialität und ihrer gleichzeitigen Schwere als materielle Objekte offensichtlich.

In ihren Videos, die man als Mischung aus künstlerischem Dokumentarfilm und Experimentalfilm bezeichnen kann, entfaltet Popova einen eigenen essayistischen Stil, mit dem sie etablierte Auffassungen unserer Geschichte infrage stellt. Persönliche und kollektive Geschichte erforschend, die sich auf bestimmte Orte und ihren kulturellen Kontext bezieht, beschäftigt sich Popova mit Themen wie Fortschritt, Industrie- und Nukleartechnikgeschichte, sowie die Polarität zwischen Ost und West.

 

Works by
Yelena Popova
 

Lina Džuverović ist künstlerische Leiterin der Calvert 22 Foundation in London.

 

 Exhibition View, Galerie Knoll, curated by_Lina Džuverović, 2013, Photo: Galerie Knoll

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