Galerie Martin Janda

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, Lara Favaretto, Ryan Gander, Alina Szapocznikow, curated by_Thomas D. Trummer, 2012, Photo: Galerie Martin Janda

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curated by_Thomas D. Trummer

Galerie Martin Janda

 

Lara Favaretto, Ryan Gander, Alina Szapocznikow

Die Gegenwart ist angespannt. Notmaßnamen werden allerorts getroffen. Doch helfen fiskalische Steuerungen und globale politische Maßnahmen gegen eine tiefer empfundene Verwundbarkeit des Lebens, die Sterblichkeit inbegriffen? Wie steht es um die existenzielle Verfasstheit? In gegenwärtiger „conditio humana“ scheinen Zurechtrückung und Perfektionierungsdrang nicht weniger zu dominieren. In vielen Wissenszweigen und Alltagsfibeln geht es darum, den Menschen über Selbsttransformation mit einem wirksamen Immunstatus auszustatten. Aus Ratgebern erfahren wir, wie wir uns vor unwillkommenen Zudringlichkeiten und selbstverschuldeten Eigengefährdungen bewahren. Die empfohlenen Maßnahmen reichen von physischen Übungsverfahren, sozialen Techniken und medizinisch-physischen Optimierungen bis zu spirituellen Vorkehrungen, – alle dazu erdacht, den Menschen vor sich selbst in Schutz zu nehmen. Der österreichisch-amerikanische Biotechnologe Erwin Chagáff gehörte jener Gruppe von Wissenschaftlern an, die seit den 50er Jahren durch die Dechiffrierung der Erbausstattung des Menschen die Ermöglichungsbedingungen seiner künstlichen Gestaltung vorantrieben. Dennoch äußerte Chagáff selbst tiefe Zweifel an dieser Vorgangsweise. Denn die Ermächtigung des Menschen zeitigt kulturelle und ethische Konsequenzen. Menschen werden zu Designern von anderen Menschen. Eine asymmetrische Beziehung ist die Folge, in der sich ein Exemplar seiner Spezies unter Anwendung technischer Mittel aus dem kulturellen Lernprozess und seiner Wechselwirkung heraustrennt und ihn eigensinnig verfolgt. Es entsteht ein Autor, der sich weder Gott noch Künstler nennt und dennoch eine künstliche Kreation für sich beansprucht.

 

"Alina Szapocznikow, Lara Favaretto und Ryan Gander provozieren eine Kunst der unbequemen Unmittelbarkeit."
 

Alina Szapocznikow (1926-1973), Lara Favaretto (*1973) und Ryan Gander (* 1976) provozieren eine Kunst der unbequemen Unmittelbarkeit. Mentale Rüstungen und Immunsysteme scheinen in ihren Werken heilsam wirkungslos. Es geht um die direkte körperliche Erfahrung und eine greifbare Begegnung. Imaginäre Vorwegnahmen und empfindliche Rücksichten ersetzen die Leistungsanforderungen an den Körper. Empfindliches Befinden, Weltbegegnung und Daseinsschlüssel kommen wieder zum Vorschein.

Thomas D. Trummer

 
Works by
Alina Szapocznikow
Lara Favaretto
Ryan Gander
 

Thomas D. Trummer (*1967) ist Kurator und Kunsthistoriker. Seit dem 01. Mai 2015 ist er Direktor des Kunsthaus Bregenz. 

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