Galerie Martin Janda

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

 

curated by_Joe Scanlan

Galerie Martin Janda

 

The * of Love •

Vor den Hyperlinks gab es den Asterisk [*], um uns darüber zu informieren, wenn hinter etwas, das wir lesen, mehr steckt als beschrieben werden kann. Heute*,  mit dem Internet*, rechtfertigt beinahe jedes Wort* oder Ding*, das wir verwenden*, um Bedeutung* zu vermitteln*, die Kennzeichnung* durch einen Asterisk*. Diese Ausstellung schlägt vor, dass der Asterisk der Kunst die Liebe ist.

 

"Eigentlich vollenden wir keine Kunstwerke, sondern wir brechen mit ihnen, lassen sie los, gehen zum nächsten über."

 

Künstlerinnen und Künstler lieben den Prozess, Kunstwerke zu schaffen. Kunst zu machen lässt uns nicht nur den Tag achtsam verbringen, die unweigerliche Mangelhaftigkeit jedes Ergebnisses verlangt stets nach einem neuen Versuch und stellt unsere Hingabe und Motive immer von neuem in Frage. Eigentlich vollenden wir keine Kunstwerke, sondern wir brechen mit ihnen, lassen sie los, gehen zum nächsten über. Wie die Liebe hat auch die Kunst also einen komplexen Rhythmus, ist eine unermüdliche Tätigkeit, die Routine verachtet.

Spinoza meinte, Liebe sei die Erfahrung von Freude an etwas außerhalb von uns. Als solche steigere sie unsere Kraft zu handeln und zu denken. Dem stimmen wir zu. Aber die äußeren Dinge sind zugleich jene Dinge, die wir nicht kontrollieren können. Sogar unter den besten Umständen kann dieser Kontrollverlust unerwartet schmerzlich erlebt werden. Kunst hilft uns, tut uns aber auch weh. Trotz vieler Jahre Erfahrung können wir uns als Künstlerinnen und Künstler niemals sicher sein, welche unserer Handlungen in welchem Zusammenhang welche Wirkung haben werden.

Alles, was wir tun können, und das besonders in Krisenzeiten, ist liebevoll zu handeln. Für Doug Ashford bedeutet das, sein tief empfundenes Gefühl für Farben und Proportionen auf die Nachwehen eines der traumatischsten Tage seines Lebens anzuwenden. Für Geta Bratescu bedeutet es, unser Einfühlungsvermögen mit vereinzelten Fragmenten aus Papier und Stoff anzuregen. Für Dexter Sinister wiederum bedeutet es, so mit Bildern und Texten anderer umzugehen, dass beide gewinnen. Für Polly Korbel schließlich bedeutet es darauf zu vertrauen, dass das Publikum mit ihrem Körper vorsichtig umgeht, auch wenn es Hammer und Nägel zur Verfügung bekommt.

Der Neoliberalismus bedroht unser Leben nicht als solcher, sondern weil wir unsere Liebesfähigkeit reduziert haben. Liebe ist größer als Ökonomie. Die Krise der Kunst, ob in Zukunft oder heute, kommt von der unerfüllbaren Erwartung, Künstler könnten mit ihren Werken Liebe in ökonomischen Begriffen ausdrücken.

 

Works by
Doug Ashford
Geta Bratescu
Dexter Sinister
Polly Korbel

 

Joe Scanlan (* 1961 in Circleville, US) lebt und arbeitet als Künstler und Lehrender in New York. 

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015,Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015,Photo: Markus Wörgötter


Find us!

Galerie Martin Janda

Eschenbachgasse 11 • 1010 Vienna • Austria

www.martinjanda.at