Kunstbetrachtung im Minutentakt

Die Künstler Valentin Ruhry und Andy Boot leben in Wien und sind Initiatoren einer Online-Plattform, die die gängigen Mechanismen des Ausstellungswesens und des Kunstmarktes aushebelt und damit ziemlich zukunftsorientiert agiert. Das Konzept ihres Projekts haben sie im Rahmen von curated by_vienna: Tomorrow Today für den Beitrag der Christine König Galerie adaptiert. Valentin Ruhry, einer der beiden Künstler-Kuratoren, im Gespräch.
   
  
 
  
    
  
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    Amy Yao,  Manufactured Presence , 2014. Marmor, 50 x 118,5 x 58 cm. Courtesy Amy Yao und Mathew Gallery, Berlin.

Amy Yao, Manufactured Presence, 2014. Marmor, 50 x 118,5 x 58 cm. Courtesy Amy Yao und Mathew Gallery, Berlin.


cointemporary.com ist eine von dir und Andy Boot betriebene Plattform, die Einzelkunstwerke höchstens zehn Tage lang oder bis zu ihrem Verkauf online ausstellt. Wodurch war die Idee zu diesem Projekt motiviert?

Es gibt dazu mehrere Ansätze oder, wenn man so will, Interpretationen, denn wir versuchen niemanden auf eine bestimmte Fährte zu locken. Zum einen hat es uns interessiert, einen Gegenpol zu den abertausenden Kunstblogs zu schaffen, deren Fülle einen täglich zu erschlagen droht: Wir wählen einzelne Arbeiten aus, lassen dazu Texte schreiben und archivieren bewusst nicht. Auf unserer Seite wird es nie mehr als ein Werk zu sehen geben. Zum anderen ist es auch ein Experiment, bei dem wir versuchen herauszufinden, ob das Medium, das heute für viele KünstlerInnen, KuratorInnen und SammlerInnen nahezu die einzige Informationsquelle in Bezug auf zeitgenössische Kunst ist, auch als Ausstellungsplattform funktioniert. Ein anderer Punkt war – wie der Name auch verrät – unser Interesse an Cryptocurrencies wie Bitcoin. Die Diskussion rund um den intrinsischen Wert von Bitcoin –oder auch anderen Währungen – hat uns so stark an den Kunstmarkt erinnert, dass wir beschlossen haben beides in Verbindung zu bringen.

Welche Fragen wirft die von euch kuratierte Ausstellung „Relational Changes“ für die Christine König Galerie in Bezug auf das Konzept von curated by_vienna: Tomorrow Today auf?

Zu den vielen in Armen Avanessians Konzepttext aufgeworfenen Fragen kommen neue hinzu. Jedem ist klar, dass die Zeit, in der wir leben, starken Veränderungen unterliegt. Das Internet und die immer feinmaschigere Vernetzung von Menschen und ihren Lebensbereichen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Nichts bleibt unberührt, auch nicht das Galerienwesen, Ausstellungsmachen, die künstlerische Praxis und so fort. Unsere Ausstellung reflektiert auch darauf und hakt bei Armen Avanessians Suche nach alternativen ökonomischen und künstlerischen Strategien ein.

   
  
 
  
    
  
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    Katinka Bock,  Über den Fluss , 2014. Basalt Stein, Glas, 188 x 130 x 20 cm.

Katinka Bock, Über den Fluss, 2014. Basalt Stein, Glas, 188 x 130 x 20 cm.

   
  
 
  
    
  
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    Zuriel Waters,  Painter 1,  2013. Öl auf Leinwand, 127 x 102 cm.

Zuriel Waters, Painter 1, 2013. Öl auf Leinwand, 127 x 102 cm.

Nach welchen Kriterien erfolgte die Auswahl der KünstlerInnen?

Wir haben KünstlerInnen unterschiedlicher Generationen und Arbeitsweisen ausgewählt. Manche sind so etwas wie der gemeinsame Nenner, wie zum Beispiel MEUSER, den Andy Boot und ich gleichermaßen verehren. Bei einigen, wie etwa Ida Ekblad, gab es bereits eine Verbindung durch Cointemporary und viele wollten wir aufgrund bestimmter Werke oder künstlerischen Methoden dabei haben. 

Sind die Arbeiten der teilnehmenden KünstlerInnen wie auf cointemporary.com nur für einen begrenzten Zeitraum zu sehen, also nicht während der gesamten Ausstellungsdauer? Und können Sie ausschließlich mittels Bitcoin erworben werden?

Jede Arbeit kann nur für einen Zeitraum von wenigen Minuten betrachtet werden und wird in Bitcoin ausgepreist, was den Wert der Arbeit aufgrund der hohen Volatilität stark schwanken lässt. Die Galerie selbst ist leer und die Werke können ausschließlich über mobile Geräte der BesucherInnen – Telefone oder Tabletts –  betrachtet werden. Dazu haben wir einen Router installiert, der die User auf unsere Seite weiterleitet, sobald sie sich mit dem Netzwerk verbinden. Die Ausstellung läuft sozusagen unter dem Motto „Bring your own device“, was auch als Kritik an der Art und Weise gedeutet werden kann, wie wir heutzutage Kunst betrachten. Gleichzeitig könnte man es auch als Anspielung an Geschäftsmodelle der Sharing-Economy sehen, die auf dem Zur-Verfügung-Stellen fremder Ressourcen aufgebaut sind.

Ist das Kuratieren für euch als Künstler etwas Neues? Oder seid ihr schon einmal in dieser Doppelrolle tätig gewesen – abseits von cointemporary.com, das ja gewissermaßen auch kuratiert ist?

Durch Cointemporary haben wir uns zum ersten Mal ausgiebig damit beschäftigt. Aufgrund der technischen Bedingungen unterscheidet sich das Kuratieren von „Relational Changes“ kaum von dem, was wir mit Cointemporary machen. Neu ist jetzt allerdings, dass wir wöchentliche Salons veranstalten, zu denen wir Gäste einladen mit denen wir Themen wie Big Data, Privacy, The Internet of Things, Bitcoin, Blockchain, Copyright, etc. diskutieren wollen. Die Auswahl und Paarung dieser Gäste sind kein zu unterschätzender „kuratorischer“ Akt. Neben diesen Salons, bei denen unter anderem David Gryn, Mike Pepi und Julia Powles mitdiskutieren werden, soll es auch einen wöchentlichen Schachclub (jeweils Dienstag) und andere Events geben. Diese Veranstaltung waren uns wichtig, weil wir damit versuchen, möglichst viele BesucherInnen in die (trotzdem) leere Ausstellung zu bekommen und die Galerie analog zum Ausstellungstitel mit neuen Funktionen aufzuladen. Einen nicht unwesentlichen Beitrag dazu wird sicherlich auch die Bar leisten, die wir in der Galerie einrichten.

  Cointemporary (Andy Boot & Valentin Ruhry)

Cointemporary (Andy Boot & Valentin Ruhry)


Relational Changes
curated by_ Cointemporary (Valentin Ruhry & Andy Boot)
KünstlerInnen: Ovidiu Anton, Marie Cool Fabio Balducci, Katinka Bock, Elaine Cameron-Weir, Ida Ekblad, Johannes Esper, Marc Horowitz, Shara Hughes, Helen Johnson, Meuser, Lorna Mills, Tony Oursler, Eirik Saether, Anne Schneider, Klaus Schuster, Marian Tubbs, Harm van den Dorpel, Zuriel Waters, Amy Yao
Ausstellungsdauer: 11.09.–17.10.2015
Christine König Galerie, Schleifmühlgasse 1A, 1040 Wien
Mehr unter www.christinekoeniggalerie.com


Lesen Sie den Text von Armen Avanessian, der den an curated by_vienna: Tomorrow Today beteiligten KuratorInnen und Galerien als Ausgangspunkt diente.    

curated by_vienna wird organisatorisch und finanziell von der Wirtschaftsagentur Wien mit ihrem Kreativzentrum departure unterstützt.