Mario Mauroner Contemporary Art

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, Nur im Okzident (Only in the Western World), curated by_Luigi Fassi, 2016, Photo: MAM

Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, Nur im Okzident (Only in the Western World), curated by_Luigi Fassi, 2016, Photo: MAM

 

curated by_ Luigi Fassi

Mario Mauroner Contemporary Art

 

 

Nur im Okzident (Only in the Western World)

 

"Nur im Okzident gibt es “Wissenschaft” in dem Entwicklungsstadium, welches wir heute als 'gültig' erkennen."
(M. Weber)

 

Als Autor einer Studie zur westlichen Kultur, die einer Analyse der europäischen Rationalität und ihrer wachsenden Autorität über alle Gebiete des sozialen und politischen Lebens entstammte, beeinflusste der deutsche Philosoph Max Weber (1864-1929) maßgeblich das soziologische und philosophische Denken im 20. Jahrhundert.

Max Weber zufolge ist Rationalität ein rein europäisches Phänomen, eine Reihe philosophischer Richtlinien, die die Sensibilität und den Horizont von ausschließlich im Westen und in Europa anzutreffender Modernität definieren. In jener Sphäre der Welt, die sich durch Vernunft und wissenschaftliche Erkenntnis ausdrückt, kann die Einzigartigkeit der westlichen Identität und demzufolge ihre einzigartige Rolle (und Überlegenheit) innerhalb der Weltgeschichte verortet werden. Um seine Rationalitätstheorie historisch zu legitimieren, kann man sagen, dass Weber als erster Soziologe Europas gilt, der einen umfassenden und komplexen, kulturübergreifenden Vergleich anstellte, auch um die Identitätsmerkmale und -zeichen nichteuropäischer Kulturen (Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, 1920-21) zu bestimmen, woran er bereits als Professor an der Universität Wien zwischen 1917 und 1918 forschte.

Trotz dieser ausführlichen Untersuchung zeichnet Weber einen asymmetrischen Vergleich zwischen westlicher Modernität und dem Status anderer Gesellschaften, geleitet von einer europäischen Sichtweise und unfähig, eine Wechselseitigkeit an Perspektiven einzugehen. Auch wenn man Webers System gemäß einem Verhältnis von Verschiedenheit anstelle von Überlegenheit abgrenzt, haftet ihm dennoch ein rigoroser Eurozentrismus an, wenn man bedenkt, dass sowohl sein Ansatz als auch sein System auf dem westlichen Kanon und dessen Idee von Rationalität beruhten.

Der Webers Ausdruck „nur im Okzident“ inhärente Eurozentrismus ist der Ausgangspunkt dieser Ausstellung, in der die sich daraus ergebende rationalistische Exklusivität hinterfragt wird. Das Projekt zeigt Werke von Kunstschaffenden, die innerhalb eines der westlichen Kultur gegenüber kritischen Rahmens agieren, um die dunklere Seite der berühmten Rationalität bloßzulegen – die kolonialistische, rassifizierte, räuberische. Mit dem Anspruch auf eine andere Lesart von Geschichte und Rationalität greifen die Arbeiten auf eine Vielfalt von Strategien zurück. Auf diese Weise artikulieren die Künstlerinnen und Künstler ihre eigene Herkunft und ihre Wurzeln und eröffnen einen weiten Raum für Freiheit, Wissen und die Stärkung der Handlungskompetenz.

 
Works by
Julien Creuzet
François-Xavier Gbré
Haroon Gunn-Salie
Kiluanji Kia Henda
Diango Hernández
Hilario Isola
Runo Lagomarsino
Misha Stroj
Barthélémy Toguo
Katarina Zdjelar

 

Luigi Fassi (*1977) ist derzeit Kurator für Bildende Kunst beim steirischen herbst, Graz (A) sowie Kurator der XVI Quadriennale d’Arte in Rom (2016).

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Luigi Fassi, 2016, Photo: MAM

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