Kerstin Engholm Galerie

 Surface Modeling curated by_Carson Chan, Exhibition View, Kerstin Engholm Galerie, 2014, Photo: Kerstin Engholm Galerie

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curated by_Carson Chan

Kerstin Engholm Galerie

 

Surface Modeling

Surface Modeling ist technisch gesprochen eine mathematische Methode zur Darstellung von Festkörpern. Um eine feste Form – digital oder sonst wie – zu berechnen und zu visualisieren, muss man erst glaubhaft eine erlebbare Realität schaffen. Beatriz Colominas provokante These, dass das Bett heute der produktivste Ort sei, kann mithin auch als räumliches Problem aufgefasst werden. Surface Modeling mit Arbeiten von Jon Rafman, Jeremy Shaw und Britta Thie reduziert das Bett auf das Elementare – eine erhöhte horizontale Mehrzweckfläche.

 

"Das Bett oder die horizontale Fläche war aber vielleicht immer schon eine Mehrzweck-Produktionsstätte."
 

Colomina erwähnt auch die Tatsache, dass immer mehr Menschen von ihrem Bett aus arbeiten. Dies kann als symptomatisch für das Verflachen und Verwischen der sozialen, beruflichen und privaten Lebensbereiche verstanden werden, an das wir uns in der Informationsökonomie bereits gewöhnt haben. Das Bett oder die horizontale Fläche war aber vielleicht immer schon eine Mehrzweck-Produktionsstätte. In Japan beispielsweise dient die Tatami-Matte mindestens seit dem 17. Jahrhundert als Ess-, Arbeits-, Freizeit- und Schlafunterlage.

Die drei ausstellenden künstlerischen Positionen bieten ihre persönliche Deutung der Produktivfläche. Auf einer Matratze spielen wir Videospiele und kundschaften neue Orte aus. Oder wir nehmen Drogen, um unsere Sinne zu befreien. Oder wir machen Fotos von uns und schicken sie an Freunde. Das eine produziert Raum, mit dem anderen fliehen wir die Wirklichkeit, mit dem Dritten produzieren wir ein Ich.

So stellen wir alle unsere Realität her. Wir modellieren die Flächen um uns – bis sie zu Wirklichkeit werden.

Carson Chan

 

 Works by
Jon Rafman
Jeremy Shaw
Britta Thie
 

Carson Chan (*1980) lebt als Architekturkritiker und Kurator in Berlin.

 

 Surface Modeling curated by_Carson Chan, Exhibition View, Kerstin Engholm Galerie, 2014, Photo: Kerstin Engholm Galerie

Surface Modeling curated by_Carson Chan, Exhibition View, Kerstin Engholm Galerie, 2014, Photo: Kerstin Engholm Galerie

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Schleifmühlgasse 3 • 1040 Vienna • Austria

www.kerstinengholm.com

 

Galerie Andreas Huber

 Instrumental Assistance curated by_Kristina Scepanski, Exhibition View, Galerie Andreas Huber, 2014, Photo: Karl Kühn

Instrumental Assistance curated by_Kristina Scepanski, Exhibition View, Galerie Andreas Huber, 2014, Photo: Karl Kühn

 

curated by_Kristina Scepanski

Galerie Andreas Huber

 

Instrumental Assistance

Es gibt gesellschaftliche Gruppen, die mit „instrumenteller Unterstützung“ schlafen, und solche, die das nicht tun. Mit diesem und ähnlichen Beispielen dekonstruierte Marcel Mauss 1934 in seiner kulturanthropologischen Klassifikation der Techniken des Körpers die Vorstellung von scheinbar natürlichen menschlichen Bewegungsabläufen. Soziale Ordnungen und Strukturen schreiben sich in den Körper ein; er ist immer gesellschaftlich geprägt.

Zu Mauss’ Zeiten war die instrumentelle Unterstützung, an die sich so manche Gesellschaften gewöhnt hatten, beispielsweise das Bett. Heute ist es keineswegs weniger populär. Jedoch ist die für die Körpersozialisation unserer Zeit einflussreichste Entwicklung zweifelsohne die fortschreitende Technologisierung und Digitalisierung unseres Lebens- und Arbeitsumfeldes.

 

"Vom denkbar privatesten Ort aus nehmen wir an den Geschehnissen in der Welt teil. Einen Körper brauchen wir dazu nicht." 
 

Dadurch wird auch das Bett heutzutage oft als erweiterter Arbeitsplatz genutzt. Und selbst wenn dies aufgrund der Profession nicht infrage kommt, werden die beiden unterstützenden Instrumente Bett und Laptop gerne miteinander kombiniert. Vom denkbar privatesten Ort aus nehmen wir an den Geschehnissen in der Welt teil. Einen Körper brauchen wir dazu nicht. Und doch ist gerade das Bett mit seinen anthropomorphen Dimensionen Mahnung und Beweis der eigenen Körperlichkeit. Ob wir wollen oder nicht, wir sind auf den Körper angewiesen, müssen uns gewissen Restriktionen unterwerfen, auch wenn uns die bildschirmbasierte Realität anderes suggeriert. Sie lehrt uns andere Muster der Wahrnehmung von Räumen, Distanzen und Kommunikation. Das Momenthafte, nicht beliebig Wiederholbare, Abrufbare und Verfügbare gerät ebenso in den Hintergrund wie ein sensorisches Erleben. Da kann das eigene Bett ein tröstendes und erdendes Korrektiv sein.

Kristina Scepanski

 

Works by
Tom Burr
Jon Rafman
Tabor Robak
Timur Si-Qin
 

Kristina Scepanski ist Kunsthistorikerin und leitet seit 2013 den Westfälischen Kunstverein in Münster.

 

 Instrumental Assistance curated by_Kristina Scepanski, Exhibition View, Galerie Andreas Huber, 2014, Photo: Karl Kühn

Instrumental Assistance curated by_Kristina Scepanski, Exhibition View, Galerie Andreas Huber, 2014, Photo: Karl Kühn

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Galerie Andreas Huber

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www.galerieandreashuber.at

 

Galerie Mezzanin

 Ready to Sleep (Arbeitstitel) curated_by Sabeth Buchmann, Exhibition View, Galerie Mezzanin, 2014, Photo: Galerie Mezzanin

Ready to Sleep (Arbeitstitel) curated_by Sabeth Buchmann, Exhibition View, Galerie Mezzanin, 2014, Photo: Galerie Mezzanin

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Ready to Sleep (Arbeitstitel) curated_by Sabeth Buchmann, Exhibition View, Galerie Mezzanin, 2014, Photo: Galerie Mezzanin

 

curated by_Sabeth Buchmann

Galerie Mezzanin

 

Ready to Sleep (Arbeitstitel)

Das Bett im und als Medium, als architektonisches und ikonografisches Objekt, in dem vertikale und horizontale Ordnungen sich durchkreuzen: Produktion und Reproduktion, Sexualität und Erschöpfung, Aktivität und Passivität, (Un-)Bewusstes und Bewusstlosigkeit. Nirgendwo sonst ist das Subjekt zugleich in und außer sich, im Dies- und Jenseits seiner Wahrnehmung. Bestreiten Bilder von im-Bett-Liegenden die Vorstellung eines jenseits von Lust, Ermüdung, Schlaf und Nichtstun tätigen Lebens, sind zugleich sie es, die die Technologien seiner Animation mobilisieren: Sei es, indem sie – wie bei Félix González-Torres – gesellschaftliche Tabus als waren- und massenkulturelles Begehren verkörpern; sei es, indem sie – wie in Mina Lunzers Filmexperiment zur neurobiologischen Traumforschung – den „Life Sciences“ eine wesentliche Verlebendigungsästhetik eröffnen. Ikonografische Veränderungen gehen nicht nur mit neuen Wissens- und Medientechniken einher, sondern – wie Jan Timmes Installation vermuten lässt – auch mit Transformationen der modernen Arbeitsgesellschaft. So liegt dieser ein 1968 in der Zeitschrift Brigitte abgedruckter Bauplan eines Bettes zugrunde, der als paradigmatisches Beispiel einer feminisierten DIY-Kultur ebenso gelesen werden kann wie als konzeptuelle Gebrauchsanweisung für Heimwerker_innen. Die traditionell mit dem Ready-made aufgeworfene Frage nach dem Umschlag von Gebrauchs- in ästhetischen Mehrwert stellt sich hier als eine buchstäbliche Frage der Wahrnehmungsperspektive dar: Rhythmisch wechselnden Licht-Dunkel-Phasen unterworfen, korrespondiert Timmes Installation mit der kinematografischen Zeitstruktur von Lunzers Arbeit: In ihrem Fall sind es die Schnittstellen zwischen spekulativ-szientistischen und wahrnehmungsästhetischen Experimenten, die die Darstellungen von Schlafenden und/oder Träumenden als empirisch ungesicherte Fiktionen des Lebens und des Todes zu Tage treten lassen.

Sabeth Buchmann

 
Works by
Félix González-Torres
Mina Lunzer
Jan Timme
 

Sabeth Buchmann lebt als Kunsthistorikerin und -kritikerin in Berlin und Wien. Sie ist Professorin für Kunstgeschichte der Moderne und Nachmoderne an der Akademie der bildenden Künste Wien.

 

 Ready to Sleep (Arbeitstitel) curated_by Sabeth Buchmann, Exhibition View, Galerie Mezzanin, 2014, Photo: Galerie Mezzanin

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63, rue des Maraîchers • 1205 Geneva • Switzerland

www.galeriemezzanin.com

 

Krinzinger Projekte

 CCC#3: Insignificant Alterations curated by_Olga Sviblova, Exhibition View, Krinzinger Projekte, 2014, Photo: Krinzinger Projekte

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 CCC#3: Insignificant Alterations curated by_Olga Sviblova, Exhibition View, Krinzinger Projekte, 2014, Photo: Krinzinger Projekte

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curated by_Olga Sviblova

Krinzinger Projekte

 

CCC#3: Insignificant Alterations

Insignificant Alterations zeigt Werke der Moskauer Konzeptualisten Nikita Alekseev, Marina Alekseeva, Ivan Chuikov, Collective Actions, Inspection Medical Hermeneutics, Yuri Leiderman, Igor Makarevich, Andrey Monastyrsky, Pavel Pepperstein, Pertsy Group sowie German Titov, einer der markantesten heutigen Vertreter der Tradition der Moskauer Konzeptualisten.

Die durch Kontemplation gekennzeichnete Moskauer konzeptuelle Schule entstand in den 1970erJahren, während der „Jahre der Stagnation“ der Sowjetunion. Sie kultivierte die typisch russische Trägheit, der bereits der Autor Iwan Gontscharow 1859 in seinem klassischen Roman Oblomow Ausdruck verliehen hatte. Ilja Oblomow, der Protagonist der Geschichte, verbringt die meiste Zeit mit Grü- beln und Sinnieren im Bett – im Unterschied zu einer weiteren Hauptfigur, dem Deutschen Stolz, der seine Umwelt aktiv zu gestalten trachtet. Oblomow steht für das schlafende Russland, das am Ende vielleicht gar nicht erweckt werden sollte?

 

"Einmal mehr wären wir aufgefordert, zum Paradigma der „unbedeutenden Veränderungen“ zurückzukehren, das in der Mythologie, der Literatur und der Gesellschaft Russlands so tief verwurzelt ist."
 

In einem Interview erwähnt Pavel Pepperstein, dass er sich der Moskauer Konzeptualistenszene anschloss, nachdem er in den späten 1970erJahren Andrey Monastyrsky kennengelernt hatte. Monastyrsky lag damals die meiste Zeit auf dem Sofa und wandte der Welt buchstäblich den Rücken zu, war dessen ungeachtet aber offen für jede Kommunikation. Der Kreis der Moskauer Konzeptualisten pflegte die Kontemplation durch Konzentration auf und Analyse von besonders unbedeutenden Ver- änderungen. Damit sind etwa die „unsichtbaren“ Aktionen von Collective Actions gemeint, die sich nur an die „Mitglieder“ der Gruppe selber richten, oder Monastyrskys interaktives Objekt Finger, in das sich die BetrachterInnen minimal und sozial unbedeutend einbringen müssen. Weiters die Installation von Inspection Medical Hermeneutics, die ein Bett und Bücher als „Protagonisten“ hat (in Russland liest man Bücher meist liegend), oder das Video von Titov, in dem drei Fahnen – in Weiß, Rot und Blau – kaum erkennbar über einem Ödland wehen.

Im Moment werden weltweit und in Russland bedeutende Veränderungen und globale Erschütterungen spürbar. Einmal mehr wären wir aufgefordert, zum Paradigma der „unbedeutenden Veränderungen“ zurückzukehren, das in der Mythologie, der Literatur und der Gesellschaft Russlands so tief verwurzelt ist.

Insignificant Alterations bezieht sich nicht nur auf das diesjährige Thema von curated by_vienna, The Century of the Bed, sondern auch auf die langfristig angelegte Reihe Curators Collectors Collaborations (CCC) der Galerie Krinzinger. Mit CCC regt die Galerie einen Dialog zwischen KuratorInnen und SammlerInnen an, mit dem Ziel, gemeinsam Ausstellungen aus den Sammlungsbeständen zu gestalten und neue Perspektiven auf die jeweilige Sammlungspolitik zu eröffnen. Die Ausstellung wurde vom Multimedia Art Museum, Moskau, vorbereitet.

Olga Sviblova

 
Works by
Nikita Alekseev
Marina Alekseeva
Ivan Chuikov
Collective Actions  
Inspection Medical Hermeneutics
Yuri Leiderman
Igor Makarevich
Andrey Monastyrsky
Pavel Pepperstein
Pertsy Group
German Titov
 

Olga Sviblova ist Gründungsdirektorin des Multimedia Art Museum, Moskau, und seit 1988 Kuratorin bedeutender internationaler Ausstellungen, u.a. des russischen Pavillons bei den Biennalen von Venedig 2007 und 2009.

 CCC#3: Insignificant Alterations curated by_Olga Sviblova, Exhibition View, Krinzinger Projekte, 2014, Photo: Krinzinger Projekte

CCC#3: Insignificant Alterations curated by_Olga Sviblova, Exhibition View, Krinzinger Projekte, 2014, Photo: Krinzinger Projekte

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CCC#3: Insignificant Alterations curated by_Olga Sviblova, Exhibition View, Krinzinger Projekte, 2014, Photo: Krinzinger Projekte

 CCC#3: Insignificant Alterations curated by_Olga Sviblova, Exhibition View, Krinzinger Projekte, 2014, Photo: Krinzinger Projekte

CCC#3: Insignificant Alterations curated by_Olga Sviblova, Exhibition View, Krinzinger Projekte, 2014, Photo: Krinzinger Projekte

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CCC#3: Insignificant Alterations curated by_Olga Sviblova, Exhibition View, Krinzinger Projekte, 2014, Photo: Krinzinger Projekte

 CCC#3: Insignificant Alterations curated by_Olga Sviblova, Exhibition View, Krinzinger Projekte, 2014, Photo: Krinzinger Projekte

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Schottenfeldgasse 45 • 1070 Vienna • Austria

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Georg Kargl Fine Arts

 I Know Not to Know curated by_Francesco Stocchi, Exhibition View, 2014, Photo: Georg Kargl Fine Arts

I Know Not to Know curated by_Francesco Stocchi, Exhibition View, 2014, Photo: Georg Kargl Fine Arts

 I Know Not to Know curated by_Francesco Stocchi, Exhibition View, 2014, Photo: Georg Kargl Fine Arts

I Know Not to Know curated by_Francesco Stocchi, Exhibition View, 2014, Photo: Georg Kargl Fine Arts

 

curated by_Francesco Stocchi

Georg Kargl Fine Arts

 

I Know Not to Know

Die Wechselbeziehung von Architektur und menschlichem Verhalten lässt sich über die Jahrhunderte des Zivilisationsprozesses verfolgen. Man sieht daran auch, dass Veränderungen unserer Gewohnheiten die „Lebensqualität“ verbessern und zu innovativen Hybridformen führen können: in diesem Sinn kann ein Bett zum Arbeitsplatz mutieren.
 
Der italienische Renaissancearchitekt Filippo Brunelleschi plante seine Räume nach streng rationalen Regeln. Damit wollte er die Menschen dazu bringen, selbst Verantwortung zu übernehmen und zu ProtagonistInnen einer nach ihren Bedürfnissen gestalteten Welt zu werden. Brunelleschi teilte den Raum nach den Prinzipien der Zentralperspektive und klaren Proportionen, die er von geometrischen Grundfiguren ableitete und bewog damit  die Menschen, ihre Handlungen mit derselben Klarheit auszuführen.

 

"Dieser merkwürdige  Zustand von doppeldeutiger Botschaft, Frustration und Missverstehen."
 

Brunelleschi, wollte mit seinen Bauten also eine Lektion über das bürgerliche Leben erteilen. Diese Lehre wurde jedoch nur zum Teil aufgenommen: mit der Ausbreitung von Brunelleschis architektonischer Botschaft verlor sich ihre ursprüngliche Kraft. Sein Stil wurde zwar oft kopiert, die dahinter liegenden Ideen jedoch  nicht aufgenommen. Die so emanzipatorischen Ziele seiner Lehren gingen damit nach und nach verloren. Kurz, es fehlte ein Publikum als vermittelnde Instanz. Einzig die gebildete Klasse, die zahlenmäßig beschränkt war und sich an damals vorherrschenden konservativen Positionen orientierte, konnte seine Architektur verstehen und beurteilen.
 
Dieser merkwürdige  Zustand von doppeldeutiger Botschaft, Frustration und Missverstehen ist weder einzigartig für Brunelleschi, noch auf die Architektur beschränkt. Was passiert zum Beispiel, wenn ein Kunstwerk subjektiv beurteilt und am Ende entgegen der Intention seines Schöpfers oder seiner Schöpferin vermittelt wird? Und was, wenn das Kunstwerk selbst eine unklare Botschaft vermittelt?
 
Mit KünstlerInnen unterschiedlicher Generationen und mit verschiedenen Hintergründen versucht die Ausstellung I Know Not to Know die Frage nach der Mehrdeutigkeit von Kunst in all ihren Facetten zu beleuchten. I Know Not to Know entzieht sich damit jeder systematischen Einordnung, eröffnet dem Publikum aber zugleich die Möglichkeit des Zweifels.

Francesco Stocchi

 

Works by
Heidi Bucher
Jonas Feferle
Andreas Fogarasi
Nunzio
Erin Shirreff
 

Francesco Stocchi ist Kurator für moderne und zeitgenössische Kunst am Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam.

 

 I Know Not to Know curated by_Francesco Stocchi, Exhibition View, 2014, Photo: Georg Kargl Fine Arts

I Know Not to Know curated by_Francesco Stocchi, Exhibition View, 2014, Photo: Georg Kargl Fine Arts

 I Know Not to Know curated by_Francesco Stocchi, Exhibition View, 2014, Photo: Georg Kargl Fine Arts

I Know Not to Know curated by_Francesco Stocchi, Exhibition View, 2014, Photo: Georg Kargl Fine Arts

 I Know Not to Know curated by_Francesco Stocchi, Exhibition View, 2014, Photo: Georg Kargl Fine Arts

I Know Not to Know curated by_Francesco Stocchi, Exhibition View, 2014, Photo: Georg Kargl Fine Arts

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Galerie Hubert Winter

 Sleepless Nights curated by_Abigail Solomon-Godeau, Exhibition View, Mitchell Anderson, Anne Lindberg, 2014, Photo: Galerie Hubert Winter

Sleepless Nights curated by_Abigail Solomon-Godeau, Exhibition View, Mitchell Anderson, Anne Lindberg, 2014, Photo: Galerie Hubert Winter

 

curated by_ Abigail Solomon-Godeau

Galerie Hubert Winter

 

Sleepless Nights

Schlaflose Nächte, auch jene von schlafgestörten Menschen, können singulär, von den Umständen beeinflusst, periodisch oder auch chronisch auftreten. Wie Schmerz oder Lust kann man seine eigene Schlaflosigkeit subjektiv beobachten und beschreiben, nicht jedoch objektiv jene von anderen Menschen. Diese grundsätzliche Unkommunizierbarkeit macht die Schlaflosigkeit zu einer permanenten Herausforderung für die Kunst.

Wie auch immer sich die Schlaflosigkeit im Einzelnen äußert, ihre körperlichen Auswirkungen sind seit Langem Thema prosaischer, lyrischer und bildlicher Analysen. Anders als die KünstlerInnen der Romantik oder des Surrealismus, die Traummechanismen untersuchten, um neue literarische oder künstlerische Ausdrucksformen zu finden, nähern sich die KünstlerInnen der Ausstellung Sleepless Nights dem Thema von einem bewusst sachlichen, bisweilen sogar physischen Blickwinkel an.

 

"Angesichts der postmodernen Diagnose einer Welt, die aus den Fugen geraten ist, legen sie Zeugnis ab vom dystopischen Zustand, in dem nicht einmal mehr der Traum Zuflucht vor der düsteren Realität gewährt."
 

Während zahlreiche zeitgenössische KünstlerInnen den Schlaf als Sujet herangezogen haben (man denke an die Institutional Dream Series von Laurie Anderson aus dem Jahr 1972 oder Sophie Calles Les Dormeuses von 1979), wurde auch die Schlaflosigkeit Thema künstlerischer Auseinandersetzung. Jeff Wall beispielsweise schuf 1994 die Leuchtbox Insomnia, Sally Potter 2012 das Video Passion, Obsession and Insomnia. Wenn der Schlaf die Norm – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper – repräsentiert, so ist die Schlaflosigkeit normalerweise ein Zustand der Unruhe, der Störung, der Angst, bisweilen sogar der Panik. Wie man weiß, ist der Schlafentzug eine der ältesten Foltermethoden, vor der bekanntlich auch die Vereinigten Staaten im irakischen Gefängnis Abu Ghuraib nicht zurückschreckten. Die KünstlerInnen der Ausstellung Sleepless Nights untersuchen kollektiv in verschiedenen Medien – Performance, Video, Film und Multimediainstallation – die andere Seite des Träumens, die andere Seite des Schlafs. Angesichts der postmodernen Diagnose einer Welt, die aus den Fugen geraten ist, legen sie Zeugnis ab vom dystopischen Zustand, in dem nicht einmal mehr der Traum Zuflucht vor der düsteren Realität gewährt.

Abigail Solomon-Godeau

 
Works by
Mitchell Anderson
Joseph Pitruzzello
Daniel Eisenberg
Juan José Herrera
Thomas Israël
Birgit Jürgenssen
Anne Lindberg
Julian Palacz
Sally Potter
Eric Vernhes
u.a.
 

Abigail Solomon-Godeau lebt als Kunsthistorikerin in Paris. Ihre Essays über Fotografie, Kunstgeschichte, zeitgenössische Kunst und Feminismus sind weitgehend in Anthologien zu finden.

 

 Sleepless Nights curated by_Abigail Solomon-Godeau, Exhibition View, Mitchell Anderson, Anne Lindberg, 2014, Photo: Galerie Hubert Winter

Sleepless Nights curated by_Abigail Solomon-Godeau, Exhibition View, Mitchell Anderson, Anne Lindberg, 2014, Photo: Galerie Hubert Winter

 Sleepless Nights curated by_Abigail Solomon-Godeau, Exhibition View, Eric Vernhes, Juan José Herrera, Mitchell Anderson, 2014, Photo: Galerie Hubert Winter

Sleepless Nights curated by_Abigail Solomon-Godeau, Exhibition View, Eric Vernhes, Juan José Herrera, Mitchell Anderson, 2014, Photo: Galerie Hubert Winter

 Sleepless Nights curated by_Abigail Solomon-Godeau, Exhibition View, Julian Palacz, 2014, Photo: Galerie Hubert Winter

Sleepless Nights curated by_Abigail Solomon-Godeau, Exhibition View, Julian Palacz, 2014, Photo: Galerie Hubert Winter

 Sleepless Nights curated by_Abigail Solomon-Godeau, Exhibition View, Eric Vernhes, Juan José Herrera, 2014, Photo: Galerie Hubert Winter

Sleepless Nights curated by_Abigail Solomon-Godeau, Exhibition View, Eric Vernhes, Juan José Herrera, 2014, Photo: Galerie Hubert Winter


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Breite Gasse 17 • 1070 Vienna • Austria

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Mario Mauroner Contemporary Art

 Spinnig on an Axis, curated by_Basak Senova & Stephane Ackermann, Benji Boyadgian, The Architects Whim, 2013 Aus der Serie A Journey into Abstrabesque, 2013, Wasserfarbe auf Papier, 75 ×75 cm

Spinnig on an Axis, curated by_Basak Senova & Stephane Ackermann, Benji Boyadgian, The Architects Whim, 2013 Aus der Serie A Journey into Abstrabesque, 2013, Wasserfarbe auf Papier, 75 ×75 cm

 Spinnig on an Axis, curated by_Basak Senova & Stephane Ackermann, Benji Boyadgian, Expunged praxis, 2013 Aus der Serie A Journey into Abstrabesque, 2013, Wasserfarbe auf Papier, 75 ×75 cm

Spinnig on an Axis, curated by_Basak Senova & Stephane Ackermann, Benji Boyadgian, Expunged praxis, 2013 Aus der Serie A Journey into Abstrabesque, 2013, Wasserfarbe auf Papier, 75 ×75 cm

 

curated by_ Basak Senova & Stephane Ackermann

Mario Mauroner Contemporary Art

 

Spinning on an Axis

In der Mathematik wird die Rotation eines Festkörpers über einen Fixpunkt definiert. Weicht man frei nach dem Mach'schen Prinzip metaphysisch von dieser Definition ab, ergeben sich zahlreiche Fragen zu unserem Verhältnis zu den Räumen, die wir bewohnen, sehen und erleben – ja sogar zu denen, die wir nicht erleben. Was bedeutet es, einen gemeinsamen Fixpunkt zu haben? Kann man sagen, dass Menschen dieselben Handlungen ausführen? Empfinden wir dieselben Gefühle? Erleben wir dasselbe? Könnte man die Rotation nicht auch als Wiederholung auffassen? Und was passiert, wenn wir die Rotationsbewegung stoppen?

 

"Es ergeben sich zahlreiche Fragen zu unserem Verhältnis zu den Räumen, die wir bewohnen, sehen und erleben – ja sogar zu denen, die wir nicht erleben."
 

Spinning on an Axis stellt sich diesen Fragen und beantwortet sie auf mehreren Ebenen durch die Überschneidung zweier Ausnahmeprojekte von Yane Calovski und Benji Boyadgian.

Der Mazedonier Yane Calovski beschäftigt sich in seiner Kunst mit Erlebnissen und Einfällen, die er oft in neuen kulturellen und politischen Geografien verortet. Dabei geht es ihm darum, die großen, aber widersprüchlichen Erzählungen der Moderne fortzuschreiben, anstatt sie auf die Ebene der Fiktion zu heben. Als aktive Erinnerungen werden sie damit „reaktiv“ und können neue Ideen evozieren. Calovskis Kunst nährt sich von den diversen internationalen Kontexten, die er fortlaufend durchlebt. Oft findet sie im öffentlichen Raum statt. Das Projekt Interlocutor gestaltet Calovskis Reisen und die Veränderungen, die sie in ihm bewirkt haben, zu bildlichen und konzeptuellen Narrativen. Seine Objekte bergen immer ein unerschlossenes kontextuelles Potenzial.

Das Ausdrucksmittel des palästinensischen Künstlers Benji Boyadgian wiederum ist die Aquarelltechnik. Als Sujet dienen ihm Ruinen von Bauwerken und die Folgen der politischen und sozialen Lage, die er mit schönen subjektiven Bildwelten konterkariert. Boyadgians Projekt A Journey into Abstrabesque ist ein Dialog zwischen arabesk anmutenden geometrischen Mustern und den Paradigmen der modernen Abstraktion. Der Künstler entnimmt Ikonografien und Bildmuster der orientalischen Kunst und dem orientalischen Handwerk. Die gemusterten Kacheln fungieren dabei als konzeptuelle Oberflächenmetapher, da ihre Oberflächen durch das Zerfließen der Aquarellschichten gleichsam erodieren. Der Künstler spielt damit auf die Geschichte Palästinas als Schnittpunkt mehrerer Kulturen an. Auf der Reise durch dieses Land verschmelzen wir mit den Naturkräften der Erosion und werden so Teil einer Mutation des Physischen ins Metaphysische.

Basak Senova & Stephane Ackermann

 
Works by
Benji Boyadgian
Yane Calovski
 

Basak Senova (*1970) lebt als Kuratorin und Designerin in Istanbul. Stephane Ackermann (*1969) ist künstlerischer Leiter der Art International in Istanbul.

 

 Spinnig on an Axis, curated by_Basak Senova & Stephane Ackermann, Yane Calovski, Shell, 2011, Metall, Mikrofon,420×320×380 cm, Installationsansicht Museum of Contemporary Art, Skopje, 2011, courtesy of the artist and Zak | Branicka Gallery, Berlin, Photo: Robert Jankuloski

Spinnig on an Axis, curated by_Basak Senova & Stephane Ackermann, Yane Calovski, Shell, 2011, Metall, Mikrofon,420×320×380 cm, Installationsansicht Museum of Contemporary Art, Skopje, 2011, courtesy of the artist and Zak | Branicka Gallery, Berlin, Photo: Robert Jankuloski

 Spinnig on an Axis, curated by_Basak Senova & Stephane Ackermann, Yane Calovski, Shell, 2011, Metall, Mikrofon,420×320×380 cm, Installationsansicht Museum of Contemporary Art, Skopje, 2011, courtesy of the artist and Zak | Branicka Gallery, Berlin, Photo: Robert Jankuloski

Spinnig on an Axis, curated by_Basak Senova & Stephane Ackermann, Yane Calovski, Shell, 2011, Metall, Mikrofon,420×320×380 cm, Installationsansicht Museum of Contemporary Art, Skopje, 2011, courtesy of the artist and Zak | Branicka Gallery, Berlin, Photo: Robert Jankuloski

 Spinnig on an Axis, curated by_Basak Senova & Stephane Ackermann, Yane Calovski, Breeches, 2011, Wolle, Nagel, Seil, 105×10×40 cm, Installationsansicht Museum of Contemporary Art, Skopje, 2011, courtesy of the artist and Zak | Branicka Gallery, Berlin, Photo: Robert Jankuloski

Spinnig on an Axis, curated by_Basak Senova & Stephane Ackermann, Yane Calovski, Breeches, 2011, Wolle, Nagel, Seil, 105×10×40 cm, Installationsansicht Museum of Contemporary Art, Skopje, 2011, courtesy of the artist and Zak | Branicka Gallery, Berlin, Photo: Robert Jankuloski


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Weihburggasse 26 • 1010 Vienna • Austria

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Galerie Steinek

 Good Night, Mister Procrustes curated by_Peter Stastny, Exhibition View, Jeanne Susplugas, Graal, 2013 & Katrin Sigurdardottir, Unbuilt 5 (...), 2009, Photo: Galerie Steinek

Good Night, Mister Procrustes curated by_Peter Stastny, Exhibition View, Jeanne Susplugas, Graal, 2013 & Katrin Sigurdardottir, Unbuilt 5 (...), 2009, Photo: Galerie Steinek

 Good Night, Mister Procrustes curated by_Peter Stastny, Exhibition View,Jeanne Susplugas, Graal, 2013 & Containers, 2014, Photo: Galerie Steinek

Good Night, Mister Procrustes curated by_Peter Stastny, Exhibition View,Jeanne Susplugas, Graal, 2013 & Containers, 2014, Photo: Galerie Steinek

 

curated by_Peter Stastny

Galerie Steinek

 

Good Night, Mister Procrustes

Prokrustes war ein Schmied mit einer Herberge am Fuße des Korydallos unweit von Athen. Er pflegte müde Reisende einzuladen, um ihnen eines seiner eisernen Betten anzubieten, wo er sie dann entsprechend zurechtstreckte oder -stutzte, bis sie genau in das Bett passten. Wollte er damit die sichere Passage nach Eleusis verhindern? Denn dort bereiteten sich die Pilger in den Eleusinischen Mysterien auf das Nachleben vor, beflügelt durch den psychedelischen Kykeon-Trunk. Letztlich bestrafte Theseus diesen Bösewicht mit dem Mittel seiner eigenen Wahl – seinem Prokrustesbett.

Strecken lässt sich jedoch nicht nur der Körper, sondern auch unsere Vorstellungswelt – manchmal sogar ohne ein mögliches Zurück. Oder du kommst in einen engen Zwinger, wo dann der Kopf an die Wände knallt. Auf der analytischen Couch wirst du nicht nur zum freien Assoziieren angeregt, sondern auch in die Sphäre der Übertragung eingebettet. Sollten dich Hirngespinste aus der allgemeingültigen Wirklichkeit befördern, dann mag Schlimmeres drohen, wie Zwangseinweisung, Fixierung und neurochemische Manipulation. Wir können uns mit den Arzneien von Jeanne Susplugas betäuben oder scheinbar von den Strikturen einer Behausung befreien, wie die ahnungslosen Menschen, die Francis Alÿs auf einem seiner Stadtrundgänge erhaschte.

KünstlerInnen sind mit solchen Möglichkeiten sehr vertraut: Bei Zipora Fried ist ein langes Blatt auf den Boden gespannt und wird zu einem Behältnis für Wut, Träume, pechschwarze Melancholie und abgrundtiefen Schmerz. Wenn wir uns innerhalb der Konturen eines solchen unwirklichen Raumes präsentieren, vielleicht auf vier festen Beinen stehend und mit Flaum oder Härte gepolstert, so können wir in uns hineinschauen und gesehen werden. Oder auch nicht. Maß um Maß haben die KünstlerInnen in der Ausstellung diese Engen begangen und Auswege gefunden. Ein solcher Raum kann sich auftun und zu wandern beginnen, zum Beispiel wenn Jana Sterbak ihren Käfig auf die Reise schickt. Und Katrin Sigurdardottirs erdachtes Gebäude ist ebenso rasch zu Asche reduziert – wie gewonnen, so zerronnen. Der Geist kann uns dahin bringen, wo Träume, Ideen flügge werden. Jim Shaw ist recht mutig, wenn er uns in seine orphischen Bebilderungen einlässt, mit all ihren Schönheitsfehlern, und Kiki Smiths Frauen freuen sich am Leben unter einem Sternenhimmel vermeintlicher Seligkeit.

Peter Stastny

 
Works by
Francis Alÿs
Zipora Fried
Jim Shaw
Katrin Sigurdardottir
Kiki Smith
Jana Sterbak
Jeanne Susplugas
 

Peter Stastny lebt als Psychiater, Dokumentarfilmemacher und Kulturkritiker in New York.

 

 Good Night, Mister Procrustes curated by_Peter Stastny, Exhibition View, Jana Sterbak, 2014 Photo: Galerie Steinek

Good Night, Mister Procrustes curated by_Peter Stastny, Exhibition View, Jana Sterbak, 2014 Photo: Galerie Steinek

 Good Night, Mister Procrustes curated by_Peter Stastny, Exhibition View, Zipora Fried, Relic, 2012, Wood, gold, 10,2 x 49,5 x 10,2 cm © On Stellar Rays and Fried, Photo: Galerie Steinek

Good Night, Mister Procrustes curated by_Peter Stastny, Exhibition View, Zipora Fried, Relic, 2012, Wood, gold, 10,2 x 49,5 x 10,2 cm © On Stellar Rays and Fried, Photo: Galerie Steinek

 Good Night, Mister Procrustes curated by_Peter Stastny, Exhibition View, Jim Shaw, Dream Object (…), 2007, Photo: Galerie Steinek

Good Night, Mister Procrustes curated by_Peter Stastny, Exhibition View, Jim Shaw, Dream Object (…), 2007, Photo: Galerie Steinek

 Good Night, Mister Procrustes curated by_Peter Stastny, Exhibition View, Katrin Sigurdardottir, Unbuilt 5 - The Residence of Magnús Th. Blöndal, Sólvellir 18, Reykjavík, 2009, Photo: Galerie Steinek

Good Night, Mister Procrustes curated by_Peter Stastny, Exhibition View, Katrin Sigurdardottir, Unbuilt 5 - The Residence of Magnús Th. Blöndal, Sólvellir 18, Reykjavík, 2009, Photo: Galerie Steinek

 Good Night, Mister Procrustes curated by_Peter Stastny, Francis Alÿs, „Sleepers“, 1986-2006, 80 Dias Diaporama, Courtesy der Künstler und Galerie Peter Kilchmann, Zürich

Good Night, Mister Procrustes curated by_Peter Stastny, Francis Alÿs, „Sleepers“, 1986-2006, 80 Dias Diaporama, Courtesy der Künstler und Galerie Peter Kilchmann, Zürich


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Galerie Steinek

Eschenbachgasse 4 • 1010 Vienna • Austria

www.galerie.steinek.at

 

Charim Galerie

 Sleeping Producers curated by_Matteo Lucchetti, Stephen Willats, Around the Network, 2002, DVD-Film, Fotoabzüge, Fotofarbstoff, Acrylfarbe, Letraset-Text auf Karte, Plexiglasrahmen, 118,5×92 cm Courtesy of the artist and Victoria Miro, London

Sleeping Producers curated by_Matteo Lucchetti, Stephen Willats, Around the Network, 2002, DVD-Film, Fotoabzüge, Fotofarbstoff, Acrylfarbe, Letraset-Text auf Karte, Plexiglasrahmen, 118,5×92 cm Courtesy of the artist and Victoria Miro, London

 

curated by_Matteo Lucchetti

Charim Galerie

 

Sleeping Producers

Wie viel produzieren wir eigentlich unbemerkt im Schlaf? Werden die Daten, die kurz vor dem Einschlafen auf unseren Mobilgeräten schnell vorbeihuschen, vielleicht in einer anderen Welt, in einer anderen Zeit profitabel? Immerhin treten uns unsere Wünsche und Zukunftspläne, wenn wir zu Bett gehen, klarer vor Augen. Sollten wir unser Bett dann nicht als Produktionsstätte einer zukünftigen Welt verstehen?

Schlafende ProduzentInnen sind unbewusste ProduzentInnen. In einer globalen Ökonomie, in der persönliche Daten sogar ohne unsere Zustimmung zu Kapital gemacht und verkauft werden können, sind endlich alle Aspekte des Alltags produktiv geworden. Unser Leben gleicht einer Fabrik, in der endlos latenter Profit erzeugt wird. Ruhepausen und Schlaf sind davon keine Ausnahme.

Doch unser Unbewusstes kann nicht so ohne Weiteres erschlossen werden. Unsere Wünsche sperren sich eigentümlich heftig dagegen, merkantil genutzt und in Mehrwert verwandelt zu werden. Wenn wir unseren geheimen Bedürfnissen Ausdruck verleihen, dann meist in einem kollektiven Ritual, bei dem die Fantasien der Einzelnen in die soziale Sphäre eintreten und dort die Gesellschaft und ihre Räume verändern.

 

"Unser Leben gleicht einer Fabrik, in der endlos latenter Profit erzeugt wird. Ruhepausen und Schlaf sind davon keine Ausnahme." 
 

Sleeping Producers thematisiert das Potenzial unserer Wünsche, Bedürfnisse und Träume in erster Linie über den Lebensraum. Unweigerlich rücken daher Probleme der Stadtplanung, des sozialen Wohnbaus, der Gentrifizierung und der Raumentwicklung in den Fokus. Die möglichen Rollen von KünstlerInnen in der urbanen Dynamik ergeben unterschiedliche Positionen, die vom reinen Beobachten bis zu emanzipatorischen Projekten und direktem politischem Aktivismus reichen.

Alle in der Ausstellung vertretenen KünstlerInnen haben sich so intensiv mit dergleichen Fragestellungen beschäftigt, dass ihre Kunst die Facetten darzustellen vermag, wie Gesellschaften funktionieren. Sie setzen die kreative Spannung zwischen den „verschiedenen Bildauflösungsebenen“ (Stephen Willats), in denen sich das Gesellschaftsgefüge selbst organisiert, in subjektive Bildwelten um, die sich allen Abstraktionen, die auf sie projiziert werden, beständig verweigern.

Matteo Lucchetti

 
Works by
Lisl Ponger
Christoph Schäfer
Stephen Willats

 

Matteo Lucchetti (*1984) lebt als Kunsthistoriker, freier Kurator und Kunstkritiker in Brüssel.

 Sleeping Producers curated by_Matteo Lucchetti, Christoph Schäfer, The City is Our Factory, 2010, Zeichnung vom Buch Cover von The City is Our Factory (Leipzig: Spector Books 2010), Courtesy of the artist

Sleeping Producers curated by_Matteo Lucchetti, Christoph Schäfer, The City is Our Factory, 2010, Zeichnung vom Buch Cover von The City is Our Factory (Leipzig: Spector Books 2010), Courtesy of the artist

 Sleeping Producers curated by_Matteo Lucchetti,Christoph Schäfer, Nika Riots, 2013, Zeichnung für die 13. Istanbul Biennial, Courtesy of the artist

Sleeping Producers curated by_Matteo Lucchetti,Christoph Schäfer, Nika Riots, 2013, Zeichnung für die 13. Istanbul Biennial, Courtesy of the artist

 Sleeping Producers curated by_Matteo Lucchetti, Lisl Ponger, Wild Places, 2001, C-Print, 126×102 cm, Courtesy of the artist

Sleeping Producers curated by_Matteo Lucchetti, Lisl Ponger, Wild Places, 2001, C-Print, 126×102 cm, Courtesy of the artist

 Sleeping Producers curated by_Matteo Lucchetti, Lisl Ponger, Destroy Capitalism, 2005, C-Print, 126×150 cm, Courtesy of the artist

Sleeping Producers curated by_Matteo Lucchetti, Lisl Ponger, Destroy Capitalism, 2005, C-Print, 126×150 cm, Courtesy of the artist


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Charim Galerie

Dorotheergasse 12/1 • 1010 Vienna • Austria

www.charimgalerie.at

 

Galerie nächst St. Stephan

 Wake Up Early, Fear Death curated by_Philipp Kaiser, Exhibition View, Photo: Markus Wörgötter, Galerie nächst St. Stephan, Vienna, 2014

Wake Up Early, Fear Death curated by_Philipp Kaiser, Exhibition View, Photo: Markus Wörgötter, Galerie nächst St. Stephan, Vienna, 2014

 

curated by_Philipp Kaiser

Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

 

Wake Up Early, Fear Death

Die Malerei wurde mehr als einmal für tot erklärt und hat über die Jahrhunderte und Jahrzehnte immer wieder neue Formulierungen gefunden und sich stets wiedererfunden. Als Medium mag sie alt sein und veraltet erscheinen, doch gleichzeitig ist sie gemeinsam mit der Zeichnung das vielleicht direkteste Medium, welches der Frage nachgeht, was ein Bild sein könnte. Die drei Künstlerinnen der Ausstellung, die alle in Los Angeles wohnhaft sind, sind sich der Geschichte ihres Mediums bewusst, erschaffen aber allesamt einen subjektiv privatistischen Kosmos, welcher das Repertoire der Malerei auf eigensinnige Art und Weise erweitert.

 

"‘Wake Up Early, Fear Death’ interessiert sich für das reflexiv gewordene Privatistische und Subjektive."

 

Rebecca Morris schrieb 2004 im titelgebenden Manifest, dass ihre Malerei dermaßen rätselhaft und fantastisch ausschauen solle, als wäre sie seit den 1940er Jahren in einem Schuppen weggesperrt worden. Ihr expliziter Anspruch auf Eigenständigkeit, ihr intuitiver Zugang, welcher historische Verankerung nicht als Limitierung, sondern als Positionierung versteht, bringt stille Abstraktionen hervor, in ihrer Ornamentik Patchworkdecken oftmals nicht unähnlich. Laura Owens malerische Praxis vereint in vielstimmigen Bildern unterschiedlichste Welten, Stile und Texturen zu privatistischen Abstraktionen, die einerseits auf reflexive Art und Weise das Potential der Bildschöpfung ausloten, andererseits Kompositionen von extremer Leichtigkeit und Selbstbestimmung hervorbringen. Laura Owens und Rebecca Morris Werk zeugt von einem geläuterten Subjektivismus, welcher mit grossem Vertrauen der inneren Sprache der Malerei folgt. Caitlin Lonegans Malerei mimt in ihren Abstraktionen die heroischen Gesten des Abstract Expressionism und inszeniert dadurch gewissermaßen Subjektivität. Ihre Kompositionen gründen auf Skizzen und Zeichnungen, deren Markierungen und Spuren in großformatige Bilder übersetzt werden.

‘Wake Up Early, Fear Death’ interessiert sich für das reflexiv gewordene Privatistische und Subjektive. Morris, Owens und Lonegan erwachen vor allen anderen und schaffen einzigartige Werke jenseits des bereits Bekannten.

Philipp Kaiser

Works by

Caitlin Lonegan
Rebecca Morris
Laura Owens
 

Philipp Kaiser (*1972) lebt als Kurator in Los Angeles. Von 2012 bis 2014 war er Direktor des Museums Ludwig in Köln.

 

 Wake Up Early, Fear Death curated by_Philipp Kaiser, Exhibition View, Photo: Markus Wörgötter, Galerie nächst St. Stephan, Vienna, 2014

Wake Up Early, Fear Death curated by_Philipp Kaiser, Exhibition View, Photo: Markus Wörgötter, Galerie nächst St. Stephan, Vienna, 2014

 Wake Up Early, Fear Death curated by_Philipp Kaiser, Exhibition View, Photo: Markus Wörgötter, Galerie nächst St. Stephan, Vienna, 2014

Wake Up Early, Fear Death curated by_Philipp Kaiser, Exhibition View, Photo: Markus Wörgötter, Galerie nächst St. Stephan, Vienna, 2014

 Wake Up Early, Fear Death curated by_Philipp Kaiser, Exhibition View, Photo: Markus Wörgötter, Galerie nächst St. Stephan, Vienna, 2014

Wake Up Early, Fear Death curated by_Philipp Kaiser, Exhibition View, Photo: Markus Wörgötter, Galerie nächst St. Stephan, Vienna, 2014

 Wake Up Early, Fear Death curated by_Philipp Kaiser, Exhibition View, Photo: Markus Wörgötter, Galerie nächst St. Stephan, Vienna, 2014

Wake Up Early, Fear Death curated by_Philipp Kaiser, Exhibition View, Photo: Markus Wörgötter, Galerie nächst St. Stephan, Vienna, 2014

 Wake Up Early, Fear Death curated by_Philipp Kaiser, Exhibition View, Photo: Markus Wörgötter, Galerie nächst St. Stephan, Vienna, 2014

Wake Up Early, Fear Death curated by_Philipp Kaiser, Exhibition View, Photo: Markus Wörgötter, Galerie nächst St. Stephan, Vienna, 2014


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Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

Grünangergasse 1 • 1010 Vienna • Austria

www.schwarzwaelder.at

 

Galerie Ernst Hilger

 Points of View curated by_Alenka Gregoric, Vuk Cosic, Hand Job, 2009, Handwritten ASCII drawing on paper + xerox, diptych, 40 x 90 cm

Points of View curated by_Alenka Gregoric, Vuk Cosic, Hand Job, 2009, Handwritten ASCII drawing on paper + xerox, diptych, 40 x 90 cm

 

curated by_Alenka Gregoric

Galerie Ernst Hilger

 

Points of View

Der Kunsthistoriker Ernst Gombrich schrieb, dass die Bildwahrnehmung ein komplexer Prozess ist, der sich zahlreicher angeborener und erlernter Ressourcen bedient. Der Wahrnehmungsprozess besteht aus mehreren Stufen, die zusammen einen „Wahrnehmungszyklus“ bilden. Dieser ist ein zirkulärer Informationsfluss, der zwischen dem Organismus und seiner Umwelt stattfindet und bei dem jede Handlung die Umwelt so verändert, dass durch neuerliche Informationsaufnahme weitere Handlungen nötig werden.

Komplexe Zusammenhänge sind auch der Ausgangspunkt des diesjährigen Konzepts von curated by_vienna. Das Bett als Beherrscher unseres Lebens — das Bett, in dem wir immer mehr Zeit zubringen. Was man über das Bett denkt, hängt jedoch von der Perspektive des Einzelnen und seinem historischen, geografischen und gesellschaftlichen Hintergrund ab. Im Bett verschwimmen die Grenzen zwischen privat und öffentlich, zwischen Reglosigkeit und Handlung. Das Bett kann wie ein Gefängnis erscheinen, in dem wir unser halbes Leben verbringen. Diese Probleme sind jedenfalls dezidiert Probleme der westlichen, der „ersten“ Welt.

 

"Kunst steht immer im Kontext von Raum, Zeit und Präsentationsform. Ihr Kern besteht darin, dass alles auf die Perspektive ankommt."

 

Im Bett wird indes auch tatsächlich gearbeitet, und zwar auf vielfältige Art. Eine Person zeichnet im Bett zum Beispiel das Modell eines neuen Fußballs, der dann auf der anderen Seite der Welt von jemand anderem nach ihren Plänen hergestellt wird. Im Herstellungsprozess eines materiellen Dings ist hier das Bett kein Luxus, sondern integraler Bestandteil der Produktionskette.

Untätiges Herumlungern im Bett gilt heute allenthalben als Luxus. In einer Zeit, der es fast ausschließlich um Produktivität geht, gilt Faulheit dementsprechend als verabscheuungswürdig. Und das ist der Grund, warum Mladen Stilinovic' Spruch „Ohne Faulheit keine Kunst“ in der modernen marktorientierten Kunstwelt mit ihrer Hyperproduktivität immer noch wichtig ist. Das Bett als Ort zum Träumen oder als Kritik am kapitalistischen Kulturparadigma? Vuk Cosic und die Gruppe Irwin gehen jedenfalls nicht von der Annahme aus, dass das Bett ein Sehnsuchtsort sei. Auch Rasa Todosijevic' vielsagend Schlafflagge betiteltes Werk entfaltet erst im Kontext betrachtet seine Kritik. Poetische Nebentöne wiederum sind der Schlüssel zu den Arbeiten Vlado Marteks, während man bei der Fokus Grupa unmissverständlich eine Polemik gegen utopische Geschichtsvorstellungen erkennen kann.

Kunst steht immer im Kontext von Raum, Zeit und Präsentationsform. Ihr Kern besteht darin, dass alles auf die Perspektive ankommt.

Alenka Gregoric

 

Works by
Vuk Comic
Fokus Grupa
Alfred Hrdlicka
IRWIN
Ilya & Emilia Kabakov
Anton Kannemeyer
Vlado Martek
Mladen Stilinovic
Rasa Todosijevic 
 

Alenka Gregoric ist seit 2009 künstlerische Leiterin und Kuratorin der City Art Gallery Ljubljana.

 

 Points of View curated by_Alenka Gregoric, Rasa Todosijevic, Schlafflagge, 2002, Stoffe, variable Größe, Courtesy: The Artist

Points of View curated by_Alenka Gregoric, Rasa Todosijevic, Schlafflagge, 2002, Stoffe, variable Größe, Courtesy: The Artist


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Galerie Ernst Hilger

Dorotheergasse 5 • 1010 Vienna • Austria

www.hilger.at

 

Galerie Emanuel Layr

 Exhibition View "Excerpts from How They Met", curated by_Egija Inzule, 2014, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Exhibition View "Excerpts from How They Met", curated by_Egija Inzule, 2014, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 

curated by_Egija Inzule

Galerie Emanuel Layr

 

Excerpts from How They Met. Part 1: Mother and Her House, SupaStore, The Issues of Our Time (1&3), Fille/Garçon, In the Middle of Affairs

Welche spezifischen und spontanen Räume, Situationen und Beziehungen können generiert werden in einem Kontext, in dem viele so tun, als ob die Zeit bis ins Unendliche vorgeplant und vorbesetzt wäre? Wenn die Zukunft als unausweichliche Fortsetzung gegenwärtiger Trends dargestellt und gehandelt wird? Diese Ausstellung entstammt einer präzisen Beobachtung der aktuellen Gesellschaftsoberflächen. Sie versucht zu behaupten, dass Arbeit und Leben per se nicht immateriell sein können.

 

"Muster zwischenmenschlicher Beziehungen und Räume, wo diese sich entfalteten, ob real komplex, plump und peinlich oder digital, wurden in den Ausstellungen und Arbeiten zu konkreten, fassbaren und konfliktreichen Orten."
 

Die Idee, vom eigenen Bett aus mithilfe eines Laptops rein konzeptuell zu arbeiten und die Möglichkeiten der Vernetzung im digitalen Raum zu nutzen – sie ist vielleicht eine Art Symbol für die Ausrichtung eines bestimmten Lebensstils, wie er in den nördlichen Breitengraden und in global orientierten Gesellschaftsschichten gepflegt wird. Sie ist Teil einer Politik, die Impulse gibt, noch stärker als bislang die digitalen Technologien in das Alltagsleben zu integrieren, um permanente Bewertung und kontinuierliche Kontrolle im Alltag als Selbstverständlichkeiten zu etablieren. Viele von „uns“ beteiligen sich an diesem Prozess als bloße ZeitzeugInnen, meistens aber sind wir TeilnehmerInnen und BefürworterInnen, also aktiv.

Hier wird eine Selektion von Auszügen vergangener Ausstellungen gezeigt, in denen die Künstlerinnen versuchten, Nuancen von Situationen auszuarbeiten, welche das Verhalten von ProduzentInnen und KonsumentInnen durch das Spezifische einer Situation anstatt vorgegebener, wiederholbarer Handlungsweisen bestimmt hatten. Dabei wurde die Möglichkeit ungeplanter Lücken betont, oder auch das Nicht- und Andersfunktionieren dieses Lebensstils. Muster zwischenmenschlicher Beziehungen und Räume, wo diese sich entfalteten, ob real komplex, plump und peinlich oder digital, wurden in den Ausstellungen und Arbeiten zu konkreten, fassbaren und konfliktreichen Orten.

Egija Inzule

 
Works by
Dominique Gonzalez-Foerster
Morag Keil
Mélanie Matranga
Bonny Poon
Josephine Pryde
Sarah Staton
 

Egija Inzule lebt in Rom, wo sie als Kuratorin am Istituto Svizzero di Roma tätig ist.

 

 Exhibition View "Excerpts from How They Met", curated by_Egija Inzule, 2014, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Exhibition View "Excerpts from How They Met", curated by_Egija Inzule, 2014, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Exhibition View "Excerpts from How They Met", curated by_Egija Inzule, 2014, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Exhibition View "Excerpts from How They Met", curated by_Egija Inzule, 2014, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Excerpts from How They Met curated by_Egija Inzule, Exhibition View, Photo: Galerie Emanuel Layr, Vienna, 2014

Excerpts from How They Met curated by_Egija Inzule, Exhibition View, Photo: Galerie Emanuel Layr, Vienna, 2014

 Exhibition View "Excerpts from How They Met", curated by_Egija Inzule, 2014, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Exhibition View "Excerpts from How They Met", curated by_Egija Inzule, 2014, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Exhibition View "Excerpts from How They Met", curated by_Egija Inzule, 2014, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Exhibition View "Excerpts from How They Met", curated by_Egija Inzule, 2014, Courtesy: Galerie Emanuel Layr


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Galerie Emanuel Layr

Seilerstätte 2/26 • 1010 Vienna • Austria

www.emanuellayr.com

 

Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

 Exhibition View "Little Nemo" curated by_Max Hollein, 2014, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Photo: Lena Kienzer

Exhibition View "Little Nemo" curated by_Max Hollein, 2014, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Photo: Lena Kienzer

 

curated by_Max Hollein

Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

 

Little Nemo

The Century of the Bed als Schwerpunktthema von curated by_vienna unterstreicht die Funktion des Arbeitsortes Bett als Manifestation der Auflösung der Grenzen zwischen den Phasen von Arbeit und Erholung und Tages- und Nachtaktivität. Das Bett ist eine rituelle existenzielle Arbeits- und Lebensfläche – wie es schon sehr früh Walter Pichlers Schlafsaal darstellt –, aber insbesondere auch ein symbolischer Ort der traumbasierten Erkenntnis – repräsentiert durch Hans Holleins Freud-Couch.

 

"Das Bett als Synonym für das „kreative Denken im Liegen“, für das Spielerische, Absurde, Seltsame, für die Fähigkeit, das Träumerische und Verquere zuzulassen, den Ideen Raum zu geben."
 

In Fortsetzung dessen soll das Bett in der Ausstellung als Symbol des assoziativen, surrealen Denkens und opulenten, kreativen Handelns gesehen werden – ein Freiraum, wo Tagträume, das Unterbewusste und das Übersinnliche ihren Lauf nehmen. Allen voran soll eine herausragende künstlerische Leistung dafür einen umfassenden Rahmen bieten: Little Nemo in Slumberland ist die epochale, richtungsweisende Comicserie von Winsor McCay, die von 1905 bis 1911 in der Zeitung New York Herald veröffentlicht wurde. McCay ließ mit beispielloser Imagination die faszinierenden Traumreisen im Schlummerland entstehen, die von einer eindrucksvollen visuellen Opulenz und kreativen Transformation der Realität geprägt sind – eine Wirklichkeit, die sich ästhetisch verändert, verdreht, dehnt und mutiert.

Das Bett als Synonym für das „kreative Denken im Liegen“, für das Spielerische, Absurde, Seltsame, für die Fähigkeit, das Träumerische und Verquere zuzulassen, den Ideen Raum zu geben. Jenseits physischer und ästhetischer Normen werden so Werke von außerordentlicher suggestiver Kraft und körperlicher Befindlichkeit geschaffen, Objekte, bei denen sich Gewissheiten auflösen und in etwas Neues verformen. Aus dem Programm der Galerie Elisabeth & Klaus Thoman sollen – im Rahmen einer spektakulären Rauminszenierung nach Winsor McCay – ausgewählte Arbeiten von Julia Bornefeld, Tal R, Thomas Feuerstein, Bruno Gironcoli, Erwin Wurm, Franz West und John M Armleder exemplarisch dafür stehen. 

Max Hollein

 
Works by
John M Armleder
Julia Bornefeld
Thomas Feuerstein
Bruno Gironcoli
Hans Hollein
Winsor McCay
Walter Pichler
Tal R
Franz West
Erwin Wurm
 

Max Hollein (*1969) lebt in Frankfurt am Main, wo er seit 2001 als Direktor der Schirn Kunsthalle und seit 2006 auch als Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung tätig ist.

 

 Exhibition View "Little Nemo" curated by_Max Hollein, 2014, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Photo: Lena Kienzer

Exhibition View "Little Nemo" curated by_Max Hollein, 2014, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Photo: Lena Kienzer

 Exhibition View "Little Nemo" curated by_Max Hollein, 2014, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Photo: Lena Kienzer

Exhibition View "Little Nemo" curated by_Max Hollein, 2014, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Photo: Lena Kienzer

 Exhibition View "Little Nemo" curated by_Max Hollein, 2014, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Photo: Lena Kienzer

Exhibition View "Little Nemo" curated by_Max Hollein, 2014, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Photo: Lena Kienzer

 Exhibition View "Little Nemo" curated by_Max Hollein, 2014, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Photo: Lena Kienzer

Exhibition View "Little Nemo" curated by_Max Hollein, 2014, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Photo: Lena Kienzer

 Exhibition View "Little Nemo" curated by_Max Hollein, 2014, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Photo: Lena Kienzer

Exhibition View "Little Nemo" curated by_Max Hollein, 2014, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Photo: Lena Kienzer

 Exhibition View "Little Nemo" curated by_Max Hollein, 2014, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Photo: Lena Kienzer

Exhibition View "Little Nemo" curated by_Max Hollein, 2014, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Photo: Lena Kienzer


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Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

Seilerstätte 7 • 1010 Vienna • Austria

www.galeriethoman.com

 

Krobath Wien

 Exhibition View "Shimmering", curated by_Rike Frank, 2014, Galerie Krobath, Photo: Carolina Frank

Exhibition View "Shimmering", curated by_Rike Frank, 2014, Galerie Krobath, Photo: Carolina Frank

 Exhibition View "Shimmering", curated by_Rike Frank, 2014, Galerie Krobath, Photo: Carolina Frank

Exhibition View "Shimmering", curated by_Rike Frank, 2014, Galerie Krobath, Photo: Carolina Frank

 

curated by_Rike Frank

Krobath Wien

 

Shimmering

Ein wesentliches Charakteristikum des Bettes ist, so ließe sich behaupten, sein Changieren zwischen persönlicher und kollektiver Architektur: Mehr als jedes andere Möbel markiert es über seine manifesten Konturen hinaus einen Raum, der zwischen der Medialität einer gesellschaftlichen Bühne und der Vorstellung der Existenz eines uneinnehmbaren Ortes oszilliert.

Wenn nun dieses Kräfte- bzw. Spannungsverhältnis im Verlauf des Century of the Bed verschoben und die Architektur des Bettes in zunehmendem Maße von einer Logik erobert und strukturiert wird, die insbesondere die Regulierung des Selbst in den Blick nimmt, stellt sich die Frage: Wie diesem Blick entgegentreten, der auch innerhalb der Kunst zumeist auf das Bett – und selten aus diesem heraus – gerichtet war? Wie das Motiv entlang seiner widerstreitenden Eigenschaften transponieren?

 

"An- und Abwesenheit, Körperlichkeit und Entkörperlichung, Mobilität und Immobilität, Rückzug und Teilhabe als Elemente einer Architektur reflektieren, aber auch konterkarieren."
 

Die Ausstellung setzt eine Reihe von Beiträgen zueinander in Beziehung, die mit unterschiedlichen Strategien das Changieren von Begrifflichkeiten und Erfahrungen – wie An- und Abwesenheit, Körperlichkeit und Entkörperlichung, Mobilität und Immobilität, Rückzug und Teilhabe als Elemente einer Architektur reflektieren, aber auch konterkarieren. Der Fokus liegt hierbei auf dem Beziehungsnetz zwischen diesen Polen sowie der Beobachtung, dass durch eine Form stets auch eine andere, ihr konträre spricht.

In Mein Schlafzimmer in Prag (1993) beispielsweise bezieht sich Dorit Margreiter auf das Schlafzimmer für meine Frau von Adolf Loos aus dem Jahr 1903, das entgegen dessen Prinzip, Interieurs seien nur real im Raum erfahrbar, als eine der wenigen fotografischen Reproduktionen für die öffentliche Zirkulation ausgewählt wurde. Margreiter setzt diesen Widerspruch in Beziehung zu der Aufforderung, während ihres Aufenthalts die Prager Gästewohnung in einen öffentlich zugänglichen Ausstellungsraum zu transformieren. Für den Akt des Öffentlichwerdens konstruierte Margreiter im Vorraum der Wohnung eine Beamer-, sogenannte Teleportationskabine, in der silhouettenhaft, im Gegenlicht aufgenommen, die Fotografie einer Person erscheint, deren Anwesenheit das Import-und-Export-Verhältnis thematisiert, ebenso wie Subjektivität und die Rolle der BetrachterInnen.

 

Works by
Eric Bell & Kristoffer Frick
Gerry Bibby
Ernst Caramelle
Isa Genzken
Julian Göthe
Jiří Kovanda
Dorit Margreiter
Sarah Pierce
Kirsten Pieroth
 

Rike Frank lebt als Kuratorin in Berlin und lehrt Ausstellungspraxis an der Akademie für Bildende Kunst in Oslo.

 

 Exhibition View "Shimmering", curated by_Rike Frank, 2014, Galerie Krobath, Photo: Carolina Frank

Exhibition View "Shimmering", curated by_Rike Frank, 2014, Galerie Krobath, Photo: Carolina Frank

 Exhibition View "Shimmering", curated by_Rike Frank, 2014, Galerie Krobath, Photo: Carolina Frank

Exhibition View "Shimmering", curated by_Rike Frank, 2014, Galerie Krobath, Photo: Carolina Frank

 Exhibition View "Shimmering", curated by_Rike Frank, 2014, Galerie Krobath, Photo: Carolina Frank

Exhibition View "Shimmering", curated by_Rike Frank, 2014, Galerie Krobath, Photo: Carolina Frank

 Exhibition View "Shimmering", curated by_Rike Frank, 2014, Galerie Krobath, Photo: Carolina Frank

Exhibition View "Shimmering", curated by_Rike Frank, 2014, Galerie Krobath, Photo: Carolina Frank


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Krobath Wien

Eschenbachgasse 9 • 1010 Vienna • Austria

www.galeriekrobath.at

 

Galerie Meyer Kainer

 Exhibition View, International Company of Wagons Lit etc. etc. curated by_Liam Gillick & Rachel Harrison, 2014, Courtesy: Galerie Meyer Kainer

Exhibition View, International Company of Wagons Lit etc. etc. curated by_Liam Gillick & Rachel Harrison, 2014, Courtesy: Galerie Meyer Kainer

 

curated by_Liam Gillick & Rachel Harrison

Galerie Meyer Kainer

 

International Company of Wagons Lit etc. etc.

At the invitation of Galerie Meyer Kainer Liam Gillick and Rachel Harrison have worked in parallel. There is no traditional curating of work here to support a narrative or thesis.

For the artists The Century of the Bed begins with the disappearance of the bed as form. The Murphy Bed is an American invention that coincided with the development of cinema at the beginning of the twentieth century. A bed that folded into the walls of an apartment allowed the new urban dweller to live in a single space with multiple potentials. The Murphy Bed remained a secret presence until the moment it was deployed. It was all frame lodged within varied walls, closets, structures and contexts.

For this exhibition Liam Gillick and Rachel Harrison have created new works. Half a Complex (2014), a PowerPoint presentation by Liam Gillick incorporates the architecture of the gallery into the work. Any future deployment of the work would involve reproducing the form of the gallery wall and its deep opening. The PowerPoint presentation includes images of various Murphy Beds overlaid with a text addressing the failure of recent attempts to implicate artists within a misapplication of Operaist theories centred around the improvised sites of cognitive labor.

Rachel Harrison's five Framing Devices are a sequence of stubbornly functional forms that hold down nylon cords stretching to various points on the gallery walls. The works project from their brightly colored anchors and describe the edge of an invisible beam. Harrison's Framing Devices expose the edge as a zone of support and limitation. They are inscriptions of leverage and trace a geometry of a deployment to come.

In addition to these works the artists bought a lamp at Leiner and have created a new work for the stairs on the way to bed.

Crow is a compilation of birdcalls intended to be installed on the threshold of the bedroom. The work suggests the search for a roost as a collective site of vigilence. Rather than accepting a place of endless comfort where work, life and leisure are always entangled Crow favors sleep on two feet with at least one eye open.

 

Works by
Liam Gillick
Rachel Harrison

 

Liam Gillick (*1964) und Rachel Harrison (*1966) leben als Künstler in New York.

 

 International Company of Wagons Lit etc. etc. curated by_Liam Gillick & Rachel Harrison, Exhibition View, Photo: Galerie Meyer Kainer, Vienna, 2014

International Company of Wagons Lit etc. etc. curated by_Liam Gillick & Rachel Harrison, Exhibition View, Photo: Galerie Meyer Kainer, Vienna, 2014

 International Company of Wagons Lit etc. etc. curated by_Liam Gillick & Rachel Harrison, Exhibition View, Photo: Galerie Meyer Kainer, Vienna, 2014

International Company of Wagons Lit etc. etc. curated by_Liam Gillick & Rachel Harrison, Exhibition View, Photo: Galerie Meyer Kainer, Vienna, 2014

 International Company of Wagons Lit etc. etc. curated by_Liam Gillick & Rachel Harrison, LIAM GILLICK, Half a Complex, 2014, PowerPoint presentation, Video projector, box, Wall with opening and soffit (optional), Courtesy: Liam Gillick and Galerie Meyer Kainer, Vienna, 2014

International Company of Wagons Lit etc. etc. curated by_Liam Gillick & Rachel Harrison, LIAM GILLICK, Half a Complex, 2014, PowerPoint presentation, Video projector, box, Wall with opening and soffit (optional), Courtesy: Liam Gillick and Galerie Meyer Kainer, Vienna, 2014

 Exhibition View,International Company of Wagons Lit etc. etc. curated by_Liam Gillick & Rachel Harrison, Photo: Galerie Meyer Kainer, Vienna, 2014

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 Exhibition View,International Company of Wagons Lit etc. etc. curated by_Liam Gillick & Rachel Harrison, Exhibition View, Photo: Galerie Meyer Kainer, Vienna, 2014

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 International Company of Wagons Lit etc. etc. curated by_Liam Gillick & Rachel Harrison, LIAM GILLICK, Half a Complex, 2014, PowerPoint presentation, Video projector, box, Wall with opening and soffit (optional), Courtesy: Liam Gillick and Galerie Meyer Kainer, Vienna, 2014

International Company of Wagons Lit etc. etc. curated by_Liam Gillick & Rachel Harrison, LIAM GILLICK, Half a Complex, 2014, PowerPoint presentation, Video projector, box, Wall with opening and soffit (optional), Courtesy: Liam Gillick and Galerie Meyer Kainer, Vienna, 2014


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Galerie Meyer Kainer

Eschenbachgasse 9 • 1010 Vienna • Austria

www.meyerkainer.com

 

Galerie Martin Janda

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, A Mouse Drowned in a Honey Pot curated by_Magalí Arriola, Photo: Markus Wirgitter, Vienna, 2014

Exhibition View, Galerie Martin Janda, A Mouse Drowned in a Honey Pot curated by_Magalí Arriola, Photo: Markus Wirgitter, Vienna, 2014

 

curated by_Magalí Arriola

Galerie Martin Janda

 

A Mouse Drowned in a Honey Pot

Überall waren Mäuse, aber sie wurden erst entdeckt, als sie tot waren. Da lagen sie – unter dem Bett, zwischen den Büchern, im Honigtopf ertrunken oder in einer kleinen Schachtel in den Händen des kleinen Jungen. Der Junge jagte mit der toten Maus das kleine Mädchen durch den langen Korridor. Als sie hinter einer Tür Schutz suchte, warf er die Maus nach ihr. Der Junge und das Mädchen sollten sich immer wieder in dem Haus aufhalten, an dessen Baufälligkeit sie sich gewöhnt hatten. Das alles ist nun 30 oder 40 Jahre her, und schon damals war das Haus halb verfallen.

 
"Ruinen bedeuten für uns nicht immer Vergangenes."

 

Ruinen bedeuten für uns nicht immer Vergangenes. Der Junge und das Mädchen kannten ohnehin kein Vorher. Sie konnten gar nicht nostalgisch sein. Sie waren so jung, dass sie nur eine Zeit kannten: Alles fand in der Gegenwart statt, es gab keine Vergangenheit. Womöglich hatten sie auch keinen Begriff von Zukunft und ahnten nicht, was dieser Ort dereinst bedeuten könnte, wenn er selbst – paradoxerweise – nicht mehr wäre.

Alles, was sie wussten, ist: Es war einmal ein verfallenes Haus, das einfach da war. Morgens war es leer und in der Nacht war es dunkel. Zu den Schlafzimmern führte ein langer Korridor, der an einem Hinterzimmer endete, in dem man in der Früh die Tauben gurren hörte. Durchs Fenster sah man die stummen Schatten der Bäume eine große weiße Wand überragen. Dann war da noch das alte schwarze Bakelit-Telefon auf einem Holztisch in einer Ecke. Manchmal läutete es – eine fröhliche Form der Erinnerung an die Außenwelt. Es gab noch einige andere Dinge, die ihnen helfen hätten können, vorwärts in die Vergangenheit zu reisen. Dabei ging es jedoch nicht um Sentimentalität. Es ging darum, zu verstehen, was passiert war, dass nun alles so verfallen war. Das Leben nimmt, mit all seinen Höhen und Tiefen, seinen Lauf. Vor diesem Hintergrund begreift man, warum gelebte Architektur aufhört, ein Raum zur Kontemplation zu sein, und beiläufig neue Bilder, neue ästhetische Erlebnisse erzeugt. Es geht darum, wie Alltagsbegebenheiten die Architekturgeschichte umlenken, während verzerrte Erinnerungen zur Quelle neuer Geschichten werden.

Magalí Arriola

 
Works by
Jill Magid
Tania Pérez Córdova
Simon Starling
José Arriola Adame
 

Magalí Arriola lebt derzeit in Mexico City, wo sie seit Februar 2012 als Kuratorin in der Fundación Jumex Arte Contemporáneo tätig ist.

 

 Exhibition View, Galerie Martin Janda,A Mouse Drowned in a Honey Pot curated by_Magalí Arriola, Photo: Markus Wirgitter, Vienna, 2014

Exhibition View, Galerie Martin Janda,A Mouse Drowned in a Honey Pot curated by_Magalí Arriola, Photo: Markus Wirgitter, Vienna, 2014

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, A Mouse Drowned in a Honey Pot curated by_Magalí Arriola, Photo: Markus Wirgitter, Vienna, 2014

Exhibition View, Galerie Martin Janda, A Mouse Drowned in a Honey Pot curated by_Magalí Arriola, Photo: Markus Wirgitter, Vienna, 2014

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, A Mouse Drowned in a Honey Pot curated by_Magalí Arriola, Photo: Markus Wirgitter, Vienna, 2014

Exhibition View, Galerie Martin Janda, A Mouse Drowned in a Honey Pot curated by_Magalí Arriola, Photo: Markus Wirgitter, Vienna, 2014

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, A Mouse Drowned in a Honey Pot curated by_Magalí Arriola, Exhibition View, Photo: Markus Wirgitter, Vienna, 2014

Exhibition View, Galerie Martin Janda, A Mouse Drowned in a Honey Pot curated by_Magalí Arriola, Exhibition View, Photo: Markus Wirgitter, Vienna, 2014

 Exhibition View, Galerie Martin Janda,A Mouse Drowned in a Honey Pot curated by_Magalí Arriola, Exhibition View, Photo: Markus Wirgitter, Vienna, 2014   

Exhibition View, Galerie Martin Janda,A Mouse Drowned in a Honey Pot curated by_Magalí Arriola, Exhibition View, Photo: Markus Wirgitter, Vienna, 2014

 


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Galerie Martin Janda

Eschenbachgasse 11 • 1010 Vienna • Austria

www.martinjanda.at

 

Galerie Knoll

 #underthestars, curated by_Maja & Reuben Fowkes, TIBOR HORVÁTH, Bicycle Family Suits, 2014, installation, dimensions variable, Photo: Andrea Gáldi Vinkó, Courtesy: acb gálerie Budapest

#underthestars, curated by_Maja & Reuben Fowkes, TIBOR HORVÁTH, Bicycle Family Suits, 2014, installation, dimensions variable, Photo: Andrea Gáldi Vinkó, Courtesy: acb gálerie Budapest

 

curated by_Maja & Reuben Fowkes

Galerie Knoll

 

#underthestars

Die Ausstellung #underthestars thematisiert ökologische Alternativen zur tragisch passiven Figur des 24 Stunden am Tag schuftenden immateriellen Arbeiters, der zuviel Zeit im Bett verbringt – er antwortet auf E-Mails, erstellt Videoclips für soziale Netzwerke, er interagiert virtuell, geht tatsächlich aber nirgends hin. Die Ausstellung thematisiert genau den gegenläufigen Trend, das Übernachten im Freien. Bewusst entzieht man sich der illusorischen Sicherheit, die die moderne Architektur gewährt, und auch dem technologisierten Leben wofür das Arbeiten im Bett charakteristisch steht.

Unter dem Sternenhimmel zu schlafen könnte als Therapieform angesehen werden um jene Störungen der natürlichen Zyklen auszugleichen, die die Abhängigkeit von komfortablen Technologien mit sich bringt. Sie könnte jenem inneren Mangel entgegenwirken, der durch das Dösen inmitten unsichtbarer Magnetfelder des digitalen Schlafzimmers entsteht. Sogar unsere Träume können eine neue Wendung nehmen ausgelöst durch das Surren des Computers wenn dieser aus dem Schlafmodus mitten in der Nacht erwacht.

#underthestars setzt an bei einer ökologische Kritik der Proklamation des „Jahrhunderts des Betts“, wobei die Strategien von KünstlerInnen im Vordergrund stehen, die ihr Zuhause unter freiem Himmel sehen, in jenem Bereich zwischen Himmel und Erde. Vergleichbar mit den öko-architektonischen, gewagten Biwaks von Kletterern am senk- rechten Fels hängend, welche eine radikal andere Phänomenologie des Betts zum Vorschein bringt. 
Bereits vor mehr als 100 Jahren sagte E.M. Forster in seiner Kurzgeschichte Die Maschine bleibt stehen den zukünftigen Zusammenbruch einer Gesellschaft voraus, die zu sehr von der Technik abhängt. Es ist die dunkle Anti-Utopie einer Welt, in der die Menschen nicht mehr auf der Erdoberfläche leben können. So haben sie sich in unterirdische Zellen zurückgezogen, wo eine übermächtige Maschine alle ihre leiblichen und psychischen Bedürfnisse befriedigt.

Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, sich auf den möglichen Zusammenbruch unserer nicht mehr nachhaltigen technischen Systeme einzustellen. Die illusorische Sicherheit des umhüllenden technischen Kokons aufzugeben, bringt indes die Chance, die Welt neu zu entdecken.

 
Works by
Tibor Horváth
Oto Hudec
Renata Poljak
Davor Sanvincenti 
 

Maja & Reuben Fowkes leben als Kuratoren und Kunsthistoriker in Budapest, wo sie ihren Schwerpunkt über osteuropäische Kunst und Ökologie im Rahmen des Translocal Institute for Contemporary Art (www.translocal.org) weiterführen.

 

 Exhibition View #underthestars, curated by_Maja & Reuben Fowkes, 2014, Courtesy: Galerie Knoll

Exhibition View #underthestars, curated by_Maja & Reuben Fowkes, 2014, Courtesy: Galerie Knoll

 Exhibition View #underthestars, curated by_Maja & Reuben Fowkes, 2014, Courtesy: Galerie Knoll

Exhibition View #underthestars, curated by_Maja & Reuben Fowkes, 2014, Courtesy: Galerie Knoll

 Exhibition View #underthestars, curated by_Maja & Reuben Fowkes, 2014, Courtesy: Galerie Knoll

Exhibition View #underthestars, curated by_Maja & Reuben Fowkes, 2014, Courtesy: Galerie Knoll

 Exhibition View #underthestars, curated by_Maja & Reuben Fowkes, 2014, Courtesy: Galerie Knoll

Exhibition View #underthestars, curated by_Maja & Reuben Fowkes, 2014, Courtesy: Galerie Knoll


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Galerie Knoll

Gumpendorfer Straße 18 • 1060 Vienna • Austria

www.knollgalerie.at

 

Galerie Raum mit Licht

 Exhibition View, Frauenzimmer ZWEI, curated by_Moritz Küng, 2014, Raum mit Licht, Photo: Amélie Chapalain

Exhibition View, Frauenzimmer ZWEI, curated by_Moritz Küng, 2014, Raum mit Licht, Photo: Amélie Chapalain

 Exhibition View, Frauenzimmer ZWEI, curated by_Moritz Küng, 2014, Raum mit Licht, Photo: Amélie Chapalain

Exhibition View, Frauenzimmer ZWEI, curated by_Moritz Küng, 2014, Raum mit Licht, Photo: Amélie Chapalain

 

curated by_Moritz Küng

Galerie Raum mit Licht

 

Frauenzimmer ZWEI

Zum diesjährigen Leitmotiv The Century of the Bed, das von der spanischen, in Princeton dozierenden Architekturtheoretikerin Beatriz Colomina vorgeschlagen wurde, hat die Galerie den Schweizer Kurator Moritz Küng (*1961 in Luzern, wohnt in Barcelona) eingeladen, der seinerseits eine neue Rauminstallation der österreichischen Künstlerin Aglaia Konrad (*1960 in Salzburg, wohnt in Brüssel) präsentieren wird.

Als Kurator arbeitet Moritz Küng vor allem an der Schnittstelle von Kunst und Architektur. Er realisiert u.a. Einzelausstellungen mit Künstlern wie Dominique Gonzalez-Foerster, Allen Ruppersberg, Joëlle Tuerlinckx, Cerith Wyn Evans oder Heimo Zobernig und Architekten wie Lacaton & Vassal, PauHof, SANAA und Eduardo Souto de Moura, sowie noch kürzlich die Gruppenausstellung „Die fünfte Säule“ in der Wiener Secession. Die Arbeiten von Aglaia Konrad präsentierte er seit 1996 in zwei Einzelausstellungen und fünf Gruppenausstellungen. 

 

"Sie präsentiert ihre Bilder mit einer ebenso expandierenden Wucht, wie es Großstädten eigen ist."

 

Aglaia Konrad ihrerseits hat seit den 1990er Jahren eine eigenständige Form der Fotografie entwickelt, die den rasant fortschreitenden Prozess der weltweiten Urbanisierung dokumentiert. Mit ihren teils monumentalen Installationen nimmt sie innerhalb der aktuellen Fotografie einen besonderen Platz ein. Nicht nur, dass sie im Laufe der Jahrzehnte ein einzigartiges Archiv über die sich rapide verändernden Stadtlandschaften in amerikanischen, asiatischen und europäischen Metropolen zusammengetragen hat, sie präsentiert ihre Bilder mit einer ebenso expandierenden Wucht, wie es Großstädten eigen ist. Die über Wände und Decken gefalteten, auf Glasfassaden aufgezogenen, auf Platten geschichteten oder als Filme projektierten Bilder sprengen nicht nur den Rahmen der traditionellen Fotografie, sondern lassen den Betrachter oft selbst zum Protagonisten innerhalb Konrads Bildszenarien werden. 

Mit jeder Ausstellung entsteht auch eine neue Konfiguration ihrer urbanen Motive – Autobahnen, Baustellen, Flughäfen, periphere Landschaften, Monumente, Ruinen, Satellit-Städte, Wohnsiedlungen oder Bauten der neueren Architekturgeschichte – welche nicht nur die Umwelt selbst sondern auch die Condition Humaine erneut und zwingend ins Bewusstsein rufen.

In ihrer durchaus ironisch betitelten Ausstellung Frauenzimmer ZWEI zeigt Aglaia Konrad eine eigens gebaute Rauminstallation, welche das Innere und Äußere der Galerie neu akzentuiert, eine Bildauswahl der Serien „Shaping Stones“ und „Undecided Frames“ sowie einen aktuellen Film. Zudem hat die Künstlerin im curated by_vienna Katalog einen Textbeitrag mit 675 City-Begriffen publiziert – die Transkription eines ihrer Künstlerbücher aus dem Jahre 2005 – welche dem auferlegten Thema von Beatriz Colomina, The Century of the Bed, Rechnung trägt. 

 
Works by
Aglaia Konrad
 

Moritz Küng (*1961, Luzern / CH, lebt in Barcelona) arbeitet als Ausstellungskurator und Herausgeber auf der Schnittstelle von Kunst und Architektur.

 

 Exhibition View, Frauenzimmer ZWEI, curated by_Moritz Küng, 2014, Raum mit Licht, Photo: Amélie Chapalain

Exhibition View, Frauenzimmer ZWEI, curated by_Moritz Küng, 2014, Raum mit Licht, Photo: Amélie Chapalain

 Exhibition View, Frauenzimmer ZWEI, curated by_Moritz Küng, 2014, Raum mit Licht, Photo: Amélie Chapalain

Exhibition View, Frauenzimmer ZWEI, curated by_Moritz Küng, 2014, Raum mit Licht, Photo: Amélie Chapalain

 Exhibition View, Frauenzimmer ZWEI, curated by_Moritz Küng, 2014, Raum mit Licht, Photo: Amélie Chapalain

Exhibition View, Frauenzimmer ZWEI, curated by_Moritz Küng, 2014, Raum mit Licht, Photo: Amélie Chapalain


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Galerie Raum mit Licht

Kaiserstrasse 32 • 1070 Vienna • Austria

www.raum-mit-licht.at

 

Christine König Galerie

 Exhibition View "In Real Life", curated by_Luca Lo Pinto, Galerie Christine König, 2014, Courtesy: Christine König Galerie

Exhibition View "In Real Life", curated by_Luca Lo Pinto, Galerie Christine König, 2014, Courtesy: Christine König Galerie

 

curated by_Luca Lo Pinto

Christine König Galerie

 

In Real Life

„In allen Künsten gibt es eine physische Komponente, die nicht mehr auf die gleiche Weise betrachtet oder behandelt werden kann wie früher – völlig unbeeinflusst durch unser modernes Wissen und Handlungspotenzial. Während der vergangenen zwanzig Jahre sind weder Gegenstand noch Raum noch Zeit das geblieben, was sie von jeher waren. Es ist zu erwarten, dass große Innovationen die diversen künstlerischen Verfahren verändern werden und damit das Kunstschaffen selbst, sowie in einem unglaublichen Maß auch unsere Auffassung davon, was Kunst ist.“

Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, welche Zukunft sich Paul Valéry vorstellte, als er diese Worte 1931 niederschrieb, aber ich bezweifle, dass er solch radikale Veränderungen in der Kunst vorausgesehen haben kann, wie sie seit dem Anbruch des digitalen Zeitalters stattgefunden haben. In einer Welt, in der die technische Reproduzierbarkeit unvorstellbare Ausmaße annimmt, hat sich die Bedeutung der „Authentizität“ eines Kunstwerks dramatisch verändert. Ein Großteil unseres Wissens ist ja nicht mehr das Ergebnis direkter Erfahrung, sondern durch Bilder oder Film gefiltert.

Daher geschieht die Vermittlung eines Kunstwerks fast ausschließlich über Texte, Bilder oder einzelne Wörter. Meistens betrachten wir JPG-Dateien anstatt realer Objekte. Unser kultureller Hintergrund basiert mittlerweile vor allem auf Informationen aus zweiter, nicht aus erster Hand. Wir beurteilen Dinge ohne Unterschied, ob es sich dabei um das reale oder das reproduzierte Objekt, welches am Bildschirm in unserer Vorstellung als dreidimensionales Raumerlebnis erscheint, handelt. 


"Neue Technologien wie Smartphones und Tablets haben die Art der Wahrnehmung und Verbreitung von Kunst fundamental verändert. Wie verändert nun diese Realität unser Wissen und unsere Interpretation von Kunstwerken? Wie können diese dringlichen theoretischen Belange innerhalb des diskursiven Rahmens einer Ausstellung befragt werden? Ist Benjamins Konzept der „Aura“, als eigentlicher Erfahrungswert eines Kunstobjekts, noch gültig?"


Das von mir für die Christine König Galerie entwickelte Projekt greift diese Gedanken als Ausgangspunkt auf und versucht sie innerhalb des Kontexts der Ausstellungsgestaltung zu artikulieren. Einige Künstlerinnen und Künstler wurden eingeladen, eine Reihe von Werken zu produzieren, die nicht physisch am Ausstellungsort gezeigt werden sollen, sondern in der Erscheinungsform eines Abbildes. Der Prozess kann durchaus mit dem eines Fashion-Shootings verglichen werden, wo für die Fotostrecke ein aufwendig gestaltetes Szenario errichtet wird und die Betrachterinnen oder Betrachter am Ende doch nur ein Bild erreicht. Die einzelnen Kunstwerke werden gemeinsam in einem neutralen Raum installiert und von Margherita Spiluttini in einer Überblicksaufnahme in Frontalansicht fotografiert. Dieses Bild wird anschließend großformatig ausgedruckt und auf einer adäquaten Wand präsentiert, wobei die Arbeiten im Maßstab 1 : 1 erscheinen. Die ursprüngliche Aufstellung umfasst Werke verschiedenster Medien: Skulptur, Fotografie, Installation, Zeichnung. Das Publikum ist eingeladen, die Präsentation in der Galerie analog zu einem Bild am digitalen Bildschirm zu erleben – aber tatsächlich nimmt es sie lebensgroß und in einem realen Raum wahr." 

Luca Lo Pinto

 

Works by
Cory Arcangel
Darren Bader
Pierre Bismuth
Antoine Catala
Talia Chetrit
Tobias Kaspar
Adriana Lara
Marlie Mul
Gerhard Rühm
Davide Stucchi

 

Luca Lo Pinto (*1981) ist Gründer und Herausgeber der Zeitschrift NERO und seit Frühjahr 2014 Kurator an der Kunsthalle Wien. 

 

 Exhibition View "In Real Life", curated by_Luca Lo Pinto, Galerie Christine König, 2014, Courtesy: Christine König Galerie

Exhibition View "In Real Life", curated by_Luca Lo Pinto, Galerie Christine König, 2014, Courtesy: Christine König Galerie

 IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, ADRIANA LARA, Cosas (vacas), 2009, C-Print, auf Kapa montiert, 90 x 110 cm, Photo: Galerie Christine König, Vienna, 2014 Courtesy: Adriana Lara und Galerie Christine König

IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, ADRIANA LARA, Cosas (vacas), 2009, C-Print, auf Kapa montiert, 90 x 110 cm, Photo: Galerie Christine König, Vienna, 2014 Courtesy: Adriana Lara und Galerie Christine König

 IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, MARIE MUL, Cigarette Hedgehog, 2012, Aluminium Eimer, Polyurethanschaum, Acrylfarbe, Lack, Cellophan, Zigaretten, 27 x 40 x 30 cm, Photo: Galerie Christine König, Vienna, 2014 Courtesy: Marie Mul und Galerie Christine König

IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, MARIE MUL, Cigarette Hedgehog, 2012, Aluminium Eimer, Polyurethanschaum, Acrylfarbe, Lack, Cellophan, Zigaretten, 27 x 40 x 30 cm, Photo: Galerie Christine König, Vienna, 2014 Courtesy: Marie Mul und Galerie Christine König

 IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, DAVIDE STUCCHI, V135, 2014, Seidenpapier, 25 x 34 x 42 cm, Photo: Christine König Galerie, Vienna, 2014, Courtesy: Davide Stucchi und Christine König Galerie

IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, DAVIDE STUCCHI, V135, 2014, Seidenpapier, 25 x 34 x 42 cm, Photo: Christine König Galerie, Vienna, 2014, Courtesy: Davide Stucchi und Christine König Galerie

 IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, TOBIAS KASPAR, TBR (fig.10) Emma Watson, 2013, Silbergelantine-Abzug, matt, 65 x 58 cm, Photo: GChristine König Galerie, Vienna, 2014, Courtesy: Tobias Kaspar und Christine König Galerie

IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, TOBIAS KASPAR, TBR (fig.10) Emma Watson, 2013, Silbergelantine-Abzug, matt, 65 x 58 cm, Photo: GChristine König Galerie, Vienna, 2014, Courtesy: Tobias Kaspar und Christine König Galerie

 IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, TOBIAS KASPAR, TBR (fig. 1), 2013, Inkjet-Druck auf Plexiglas in Museums Box, 80 x 100 cm gerahmt, Photo: Christine König Galerie, Vienna, 2014, Courtesy: Tobias Kaspar und Christine König Galerie

IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, TOBIAS KASPAR, TBR (fig. 1), 2013, Inkjet-Druck auf Plexiglas in Museums Box, 80 x 100 cm gerahmt, Photo: Christine König Galerie, Vienna, 2014, Courtesy: Tobias Kaspar und Christine König Galerie

 IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, DARREN BADER,  Candy says, Stephanie says, Lisa says, Caroline says,  Maße variabel, Ed. 1/1 + 1 EA, Photo: Galerie Christine König, Vienna, 2014, Courtesy: Darren Bader und Christine König Galerie   

IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, DARREN BADER, Candy says, Stephanie says, Lisa says, Caroline says, Maße variabel, Ed. 1/1 + 1 EA, Photo: Galerie Christine König, Vienna, 2014, Courtesy: Darren Bader und Christine König Galerie

 

 IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, GERHARD RÜHM, Untitled (n.a.r.), 1960, Typocollage auf dünnem Karton, 30,2 x 40,1 cm, gerahmt 43 x 53 cm Photo: Galerie Christine König, Vienna, 2014, Courtesy: Gerhard Rühm und Christine König Galerie

IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, GERHARD RÜHM, Untitled (n.a.r.), 1960, Typocollage auf dünnem Karton, 30,2 x 40,1 cm, gerahmt 43 x 53 cm Photo: Galerie Christine König, Vienna, 2014, Courtesy: Gerhard Rühm und Christine König Galerie

 IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, GERHARD RÜHM, Adaption (Warnung!), ca. 1959, Kugelschreiber und Bleistift auf Verbotsschild aus Karton, 24,8 x 33 cm, Photo: Galerie Christine König, Vienna, 2014, Courtesy: Gerhard Rühm und Christine König Galerie

IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, GERHARD RÜHM, Adaption (Warnung!), ca. 1959, Kugelschreiber und Bleistift auf Verbotsschild aus Karton, 24,8 x 33 cm, Photo: Galerie Christine König, Vienna, 2014, Courtesy: Gerhard Rühm und Christine König Galerie

 IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, CORY ARCANGEL, Napkin, 2013, Inkjet Print auf Leinwand, 142,2 x 142,2 x 2,5 cm, Photo: Christine König Galerie, Vienna, 2014, Courtesy: Cory Arcangel und Christine König Galerie

IN REAL LIFE curated by_Luca Lo Pinto, CORY ARCANGEL, Napkin, 2013, Inkjet Print auf Leinwand, 142,2 x 142,2 x 2,5 cm, Photo: Christine König Galerie, Vienna, 2014, Courtesy: Cory Arcangel und Christine König Galerie


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