Curated by_Bart van der Heide

Galerie Emanuel Layr

 Exhibition View, Galerie Emanuel Layr, curated by_Bart van der Heise, 2013, Photo: Galerie Emanuel Layr

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Die Verbindung des traditionellen Genres des Stilllebens mit der Institutionskritik mag auf den ersten Blick weit hergeholt erscheinen. Das Stillleben ist vielleicht am weitesten von der kritischen Kunst entfernt und stand daher bislang außerhalb des Kunstdiskurses.

Dennoch könnte man argumentieren, dass das Fehlen eines Narrativs im Stillleben und seine Leidenschaft für ästhetisch vernachlässigte Sujets die Aufmerksamkeit auf die Bedingungen, Abläufe und Hierarchien in der Produktion bildender Kunst lenken. Das Stillleben könnte folglich als jene vormoderne Gattung bezeichnet werden, mit der die Kunstproduktion selbstreflexiv wurde.

Cornelis Gijsbrechts’ Trompe-l’Œil aus dem Jahr 1670 veranschaulicht diese selbstreflexive Wende auf fast extreme Weise. Es stellt die Rückseite eines Gemäldes dar und macht damit Bilderrahmen, Keilrahmen und rohe Leinwand zu seinem Sujet. Auf ganz ähnliche Weise hat viel später ein Strang der Konzeptkunst den institutionellen Rahmen thematisiert, der Bewertung und Geschmack in der Kunst beeinflusst, eine heute in der Öffentlichkeit für selbstverständlich gehaltene Praktik.

"Das Stillleben könnte folglich als jene vormoderne Gattung bezeichnet werden, mit der die Kunstproduktion selbstreflexiv wurde."

Sowohl das Stillleben als auch die Institutionskritik wollen für das Publikum Klarheit schaffen über die künstlerischen Parameter. Auf die künstlerische Praxis von heute bezogen bedeutet das, dass die TeilnehmerInnen der Ausstellung diese Parameter so weit internalisiert haben, dass die Werke einmal mehr ihre Herstellungsbedingungen reflektieren.

Christopher Williams zum Beispiel beschäftigt sich mit dem dokumentarischen Charakter des Mediums Fotografie. Morag Keil, Fiona Mackay und Manuela Gernedel wiederum streben die genannte Klarheit für ihre Installation 84 Paintings an. Alle drei schufen über zwei Wochen hinweg täglich je zwei Bilder, um die hohe Geschwindigkeit in der heutigen Kunstproduktion zum Ausdruck zu bringen. Zusammen mit den Werken von KünstlerInnen wie Gerard Byrne, Marlie Mul oder Anna Oppermann ergibt sich eine Mischung, die das Trompe-l’Œil von Cornelis Gijsbrechts über mehrere Generationen hinweg aus der Perspektive der Konzeptkunst spiegelt.

Bart van der Heide


Works by
Gerard Byrne
Manuela Gernedel
Morag Keil
Fiona Mackay
Tobias Madison
Marlie Mul
Anna Oppermann
Emanuel Rossetti
Christopher Williams

Bart van der Heide, geboren 1974, lebt in München, wo er zurzeit die Funktion des Direktors des Kunstvereins München ausübt.

 

 Exhibition View, Galerie Emanuel Layr, curated by_Bart van der Heise, 2013, Photo: Galerie Emanuel Layr

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