Curated by_Katharina Gregos

Mario Mauroner Contemporary Art

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

It’s Money Jim, but not as we know it
Die Gruppenausstellung It's Money Jim, but not as we know it reflektiert über das sich wandelnde Verständnis, die Beschaffenheit und unsere Wahrnehmung von Geld sowie dessen Verwendung und Rolle in der Welt von heute. Mit dem Auftauchen der ersten Münzen im alten Lydien (heute Türkei) im 7. Jahrhundert v. Chr., der Erfindung des Papiergeldes in China im 7. Jahrhundert n. Chr., der Gründung von Banken in der Renaissance und dem jüngsten Aufkommen elektronischer Zahlungsmittel hat sich auch unser Begriff des Geldes mit der Zeit gewandelt.

Abgesehen von den jeweiligen Zentralbankreserven existiert das meiste Geld heute bloß in Form von digital zirkulierenden Zahlen, ausgedrückt in Bits und Bytes. Bankgeld besteht aus Kontoständen im Computer – und dem impliziten Glauben, das Geld sei verfügbar, wenn man es braucht. Immer weniger Geld liegt physisch vor. Geld und Finanzwirtschaft sind zusehends abstrakter und immaterieller geworden. 2009 wurde mit Bitcoin erstmals eine so genannte Kryptowährung erfunden. Dabei handelt es sich um eine digitale Währung, deren Schaffung und Umlauf einzig durch Verschlüsselungstechniken gewährleistet wird und die unabhängig von einer Zentralbank funktioniert.

"Wie hat sich das Konzept Geld im Lauf der Zeit entwickelt? Was verstehen wir heute unter Geld? Welche Formen nimmt es an?"

Der Kapitalismus hat sich von der Industrieproduktion auf Dienstleistungen, immaterielle Produktion und komplexe Finanzderivate ausgeweitet. Ausdrücke wie kognitiver Kapitalismus und Bio- Kapitalismus stehen heute für die Vermögensanhäufung durch Ausbeutung von Wissen und des gesamten menschlichen Körpers und seiner Fähigkeiten. Indes ist der Industriekapitalismus mit seiner materiellen Produktion nicht verschwunden. Er zieht sich vielmehr nach und nach in die südliche Hemisphäre zurück, während die Finanzwirtschaft – soll heißen: die Schaffung von mehr Geld durch Geld – die globalisierte Ökonomie beherrscht. Geld entsteht nunmehr aus dem Nichts. Alle festen eingerosteten Verhältnisse mit ihrem Gefolge von altehrwürdigen Vorstellungen und Anschauungen werden (in Nichts) aufgelöst. Die sukzessive Deregulierung zugunsten des privaten Unternehmertums hat Geld nicht nur mehr, sondern auch mächtiger werden lassen. Obwohl also paradoxerweise Geld heute weniger greifbar ist als je zuvor, ist seine Macht zulasten anderer Werte exponentiell angewachsen. Manch Kritiker spricht bereits von einer Tyrannei des Geldes’, und doch bleibt das Geld eine Sprache, die alle verstehen und die meisten wollen. Das Sprichwort‚ 'Geld regiert die Welt’ ist heute, könnte man also sagen, gültiger denn je.

Die Teilnehmenden an It’s Money Jim, but not as we know it reflektieren die materiellen und immateriellen Aspekte von Geld sowie dessen Funktion und Umlauf in der heutigen Gesellschaft. Einige von ihnen arbeiten mit Geld als Material, dessen physische Eigenschaften analysierbar, dekonstruierbar und veränderbar sind. Manche thematisieren Geld auf eher abstrakte und konzeptuelle Weise, während es andere wiederum einem monetären détournement unterziehen, um auf seine zahlreichen Verstrickungen mit der Gesellschaft hinzudeuten. Wie hat sich das Konzept Geld im Lauf der Zeit entwickelt? Was verstehen wir heute unter Geld? Welche Formen nimmt es an? Von der Münze und der Banknote bis zum Aufkommen von Plastikgeld, virtuellen Transaktionen und Bitcoin untersuchen die Künstlerinnen und Künstler die beispiellose Macht, die Geld heute auf die menschliche Vorstellungskraft ausübt.


Works by
Carlos Aires
Iván Argote
Alain Biltereyst
Danilo Correale
Federico Martínez Montoya
Jochen Höller
Nicolas Kozakis
Alfadir Luna & Antonio Vega Macotela
Tom Molloy
Pilvi Takala
Cristina Lucas
Lina Theodorou

Katerina Gregos (*1967 in Athen, Griechenland) ist eine Kunsthistorikerin, Kuratorin und Schriftstellerin. Sie lebt und arbeitet in Brüssel.

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

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