Curated by_Lucie Drdová

Galerie Hilger NEXT

 Re-construction of a Mosaic, curated by_Lucie Drdová, 2013, Oliver Dorfer, Galerie Hilger NEXT

Re-construction of a Mosaic, curated by_Lucie Drdová, 2013, Oliver Dorfer, Galerie Hilger NEXT

 Re-construction of a Mosaic, curated by_Lucie Drdová, 2013, Daniel Vlček, Galerie Hilger NEXT

Re-construction of a Mosaic, curated by_Lucie Drdová, 2013, Daniel Vlček, Galerie Hilger NEXT

Re-construction of a Mosaic
Als traditioneller Ausdruck der menschlichen Kreativität beinhaltet die Malerei an sich bereits alle Merkmale der hegemonialen Kultur des Westens. Mit dem Bild als einer Realität zu arbeiten – das heißt das Kunstwerk als Material und Impuls für Kombinationen zu verwenden, die in komplexe Geschichten mit einem ganzen Netz aus Anspielungen auf die unterschiedlichen Schichten eines europäischen kulturellen Gedächtnisses münden – erfordert mithin ein starkes Vertrauen in einen allgemein verständlichen und kommunizierbaren Inhalt von Malerei mit reichen kulturellen Bezügen.

Das visuelle Wissen von heute, das gleichsam ein riesiges Archiv bildet, erhält einzig durch unsere Wahrnehmungsfähigkeit Sinn, besser gesagt durch das Verhältnis unserer Identität zur Gesellschaftsordnung, zum Erleben und zum Wissen. Identitäten fungieren dabei als spezielle symbolische Formen, die dieses Wissen strukturieren und damit erst in sich schlüssig machen.

Die Entwicklung von Identität wiederum ist in ihrem Kern ein moralisches und politisches Phänomen. Als solches kann sie nicht auf die Vermittlung reinen, objektiven Wissens reduziert werden. Im Sinne von Foucaults Begriff des Dispositivs könnte man sagen: Wenn bis zu einem gewissen Grad dennoch an der Abstraktheit des Konzepts der Identität festgehalten werden muss, dann eher verstanden als eine Vielzahl unzusammenhängender Mechanismen. Identität wäre somit ein „multilineares Ensemble“(1) und Menschen würden als Objekte aufgefasst, die sich durch einen historischen Prozess bewegen, in dem die „Dimension der Macht“ im Zentrum steht.

Die vier ausgestellten Malereipositionen offenbaren nicht nur vier konzeptuell unterschiedliche Ansätze. Sie zeigen auch die Stärke der Bildrealität und der ganz persönlichen Sichtweise, die sich als individuelles Wissen vom Ich und von den anderen darstellt. Genauer gesagt: Identität wird nicht entdeckt, sondern durch den dynamischen Prozess der Wissensproduktion konstruiert.

Lucie Drdová

 (1) Gilles Deleuze, „What is a dispositif?“, in: Timothy Armstrong (Hg.), Michel Foucault Philosopher, Brighton 1992, S. 159–168. Französische Erstveröffentlichung 1988 als „Qu’est-ce qu’un dispositif?“.

Works by
Asgar/Gabriel
Oliver Dorfer
Vladimír Skrepl
Daniel Vlcek

Lucie Drdová, geboren 1982, lebt in Prag, wo sie seit Juni 2012 die Drdova Gallery leitet.

 Re-construction of a Mosaic, curated by_Lucie Drdová, 2013, Asgar/Gabriel, Galerie Hilger NEXT

Re-construction of a Mosaic, curated by_Lucie Drdová, 2013, Asgar/Gabriel, Galerie Hilger NEXT