Curated by_Magalí Arriola

Galerie Martin Janda

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, A Mouse Drowned in a Honey Pot curated by_Magalí Arriola, Photo: Markus Wirgitter, Vienna, 2014

Exhibition View, Galerie Martin Janda, A Mouse Drowned in a Honey Pot curated by_Magalí Arriola, Photo: Markus Wirgitter, Vienna, 2014

A Mouse Drowned in a Honey Pot
Überall waren Mäuse, aber sie wurden erst entdeckt, als sie tot waren. Da lagen sie – unter dem Bett, zwischen den Büchern, im Honigtopf ertrunken oder in einer kleinen Schachtel in den Händen des kleinen Jungen. Der Junge jagte mit der toten Maus das kleine Mädchen durch den langen Korridor. Als sie hinter einer Tür Schutz suchte, warf er die Maus nach ihr. Der Junge und das Mädchen sollten sich immer wieder in dem Haus aufhalten, an dessen Baufälligkeit sie sich gewöhnt hatten. Das alles ist nun 30 oder 40 Jahre her, und schon damals war das Haus halb verfallen.

"Ruinen bedeuten für uns nicht immer Vergangenes." 

Ruinen bedeuten für uns nicht immer Vergangenes. Der Junge und das Mädchen kannten ohnehin kein Vorher. Sie konnten gar nicht nostalgisch sein. Sie waren so jung, dass sie nur eine Zeit kannten: Alles fand in der Gegenwart statt, es gab keine Vergangenheit. Womöglich hatten sie auch keinen Begriff von Zukunft und ahnten nicht, was dieser Ort dereinst bedeuten könnte, wenn er selbst – paradoxerweise – nicht mehr wäre.

Alles, was sie wussten, ist: Es war einmal ein verfallenes Haus, das einfach da war. Morgens war es leer und in der Nacht war es dunkel. Zu den Schlafzimmern führte ein langer Korridor, der an einem Hinterzimmer endete, in dem man in der Früh die Tauben gurren hörte. Durchs Fenster sah man die stummen Schatten der Bäume eine große weiße Wand überragen. Dann war da noch das alte schwarze Bakelit-Telefon auf einem Holztisch in einer Ecke. Manchmal läutete es – eine fröhliche Form der Erinnerung an die Außenwelt. Es gab noch einige andere Dinge, die ihnen helfen hätten können, vorwärts in die Vergangenheit zu reisen. Dabei ging es jedoch nicht um Sentimentalität. Es ging darum, zu verstehen, was passiert war, dass nun alles so verfallen war. Das Leben nimmt, mit all seinen Höhen und Tiefen, seinen Lauf. Vor diesem Hintergrund begreift man, warum gelebte Architektur aufhört, ein Raum zur Kontemplation zu sein, und beiläufig neue Bilder, neue ästhetische Erlebnisse erzeugt. Es geht darum, wie Alltagsbegebenheiten die Architekturgeschichte umlenken, während verzerrte Erinnerungen zur Quelle neuer Geschichten werden.

Magalí Arriola


Works by
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Tania Pérez Córdova
Simon Starling
José Arriola Adame

Magalí Arriola lebt derzeit in Mexico City, wo sie seit Februar 2012 als Kuratorin in der Fundación Jumex Arte Contemporáneo tätig ist.

 

 Exhibition View, Galerie Martin Janda,A Mouse Drowned in a Honey Pot curated by_Magalí Arriola, Photo: Markus Wirgitter, Vienna, 2014

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