Curated by_Olga Sviblova

Krinzinger Projekte

 CCC#3: Insignificant Alterations curated by_Olga Sviblova, Exhibition View, Krinzinger Projekte, 2014, Photo: Krinzinger Projekte

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CCC#3: Insignificant Alterations curated by_Olga Sviblova, Exhibition View, Krinzinger Projekte, 2014, Photo: Krinzinger Projekte

CCC#3: Insignificant Alterations
Insignificant Alterations zeigt Werke der Moskauer Konzeptualisten Nikita Alekseev, Marina Alekseeva, Ivan Chuikov, Collective Actions, Inspection Medical Hermeneutics, Yuri Leiderman, Igor Makarevich, Andrey Monastyrsky, Pavel Pepperstein, Pertsy Group sowie German Titov, einer der markantesten heutigen Vertreter der Tradition der Moskauer Konzeptualisten.

Die durch Kontemplation gekennzeichnete Moskauer konzeptuelle Schule entstand in den 1970erJahren, während der „Jahre der Stagnation“ der Sowjetunion. Sie kultivierte die typisch russische Trägheit, der bereits der Autor Iwan Gontscharow 1859 in seinem klassischen Roman Oblomow Ausdruck verliehen hatte. Ilja Oblomow, der Protagonist der Geschichte, verbringt die meiste Zeit mit Grü- beln und Sinnieren im Bett – im Unterschied zu einer weiteren Hauptfigur, dem Deutschen Stolz, der seine Umwelt aktiv zu gestalten trachtet. Oblomow steht für das schlafende Russland, das am Ende vielleicht gar nicht erweckt werden sollte?

"Einmal mehr wären wir aufgefordert, zum Paradigma der „unbedeutenden Veränderungen“ zurückzukehren, das in der Mythologie, der Literatur und der Gesellschaft Russlands so tief verwurzelt ist."

In einem Interview erwähnt Pavel Pepperstein, dass er sich der Moskauer Konzeptualistenszene anschloss, nachdem er in den späten 1970erJahren Andrey Monastyrsky kennengelernt hatte. Monastyrsky lag damals die meiste Zeit auf dem Sofa und wandte der Welt buchstäblich den Rücken zu, war dessen ungeachtet aber offen für jede Kommunikation. Der Kreis der Moskauer Konzeptualisten pflegte die Kontemplation durch Konzentration auf und Analyse von besonders unbedeutenden Ver- änderungen. Damit sind etwa die „unsichtbaren“ Aktionen von Collective Actions gemeint, die sich nur an die „Mitglieder“ der Gruppe selber richten, oder Monastyrskys interaktives Objekt Finger, in das sich die BetrachterInnen minimal und sozial unbedeutend einbringen müssen. Weiters die Installation von Inspection Medical Hermeneutics, die ein Bett und Bücher als „Protagonisten“ hat (in Russland liest man Bücher meist liegend), oder das Video von Titov, in dem drei Fahnen – in Weiß, Rot und Blau – kaum erkennbar über einem Ödland wehen.

Im Moment werden weltweit und in Russland bedeutende Veränderungen und globale Erschütterungen spürbar. Einmal mehr wären wir aufgefordert, zum Paradigma der „unbedeutenden Veränderungen“ zurückzukehren, das in der Mythologie, der Literatur und der Gesellschaft Russlands so tief verwurzelt ist.

Insignificant Alterations bezieht sich nicht nur auf das diesjährige Thema von curated by_vienna, The Century of the Bed, sondern auch auf die langfristig angelegte Reihe Curators Collectors Collaborations (CCC) der Galerie Krinzinger. Mit CCC regt die Galerie einen Dialog zwischen KuratorInnen und SammlerInnen an, mit dem Ziel, gemeinsam Ausstellungen aus den Sammlungsbeständen zu gestalten und neue Perspektiven auf die jeweilige Sammlungspolitik zu eröffnen. Die Ausstellung wurde vom Multimedia Art Museum, Moskau, vorbereitet.

Olga Sviblova


Works by
Nikita Alekseev
Marina Alekseeva
Ivan Chuikov
Collective Actions
Inspection Medical Hermeneutics
Yuri Leiderman
Igor Makarevich
Andrey Monastyrsky
Pavel Pepperstein
Pertsy Group
German Titov

Olga Sviblova ist Gründungsdirektorin des Multimedia Art Museum, Moskau, und seit 1988 Kuratorin bedeutender internationaler Ausstellungen, u.a. des russischen Pavillons bei den Biennalen von Venedig 2007 und 2009.

 CCC#3: Insignificant Alterations curated by_Olga Sviblova, Exhibition View, Krinzinger Projekte, 2014, Photo: Krinzinger Projekte

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