Galerie Hubert Winter

 Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_Yve-Alain Bois, 2013, Photo: Klaus Vyhnalek

Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_Yve-Alain Bois, 2013, Photo: Klaus Vyhnalek

 

curated by_Yve-Alain Bois

Galerie Hubert Winter

 

Junge KünstlerInnen auf beiden Seiten des Atlantiks interessieren sich derzeit wieder vermehrt für das Werk von Martin Barré. Ähnliches gilt für den amerikanischen Bildhauer Fred Sandback, der ebenfalls jahrelang als vergessen galt.

Obwohl sie unterschiedlichen Generationen angehören, haben sie viel gemeinsam. Beide gingen durch eine konzeptuelle Phase, und erst als Reaktion auf diese konnten sie ihren höchst minimalistischen Stil und ihre unerschütterliche Treue zu einer traditionellen Kunstgattung entwickeln. Bei Sandback war dies die Bildhauerei, bei Barré die Malerei, in der er sogar das uralte Konzept des Tafelbildes wieder aufnahm. Zu ihrer Zeit wirkte das anachronistisch. Heute aber, nach all den Jahren der aufgeblasenen Installationskunst, wirken ihre Arbeiten geradezu vorausschauend. Man zerstört keine Kunstgattung, indem man einfach vor ihr davonläuft! Nichtsdestoweniger weisen ihre Werke zahllose Unterschiede auf. Wie könnte es auch anders sein, wo doch beide so sehr an ihrem Ausdrucksmittel hingen. Sandback verstand seine Fadenskulpturen oft als abstrakt, führte sie jedoch in ganz spezifischen, konkreten architektonischen Kontexten aus. Ja, sie waren und sind sogar abhängig von diesen Kontexten. Im Gegensatz dazu konstruierte Barré den malerischen Kontext seiner Bilder minutiös. Besonderes Augenmerk galt dabei dem Bildformat, das als wichtigstes Bindeglied zwischen den einzelnen Gemälden einer Serie fungierte.

 

"Fast scheint es, als hätte Sandback – für einen Augenblick befreit von den Vorgaben der Architektur – in seinen Untersuchungen des malerischen Bildraums dieselben formalen Lösungen gefunden wie Barré."
 

Doch nichts beweist die Seelenverwandtschaft der beiden Künstler besser als Sandbacks späte Schnittreliefs – „ein Seitengässchen, das im Kreis führt“, wie er sagte. Sie ähneln Barrés Leinwandbildern der Siebzigerjahre oft auf geradezu gespenstische Weise. Fast scheint es, als hätte Sandback – für einen Augenblick befreit von den Vorgaben der Architektur – in seinen Untersuchungen des malerischen Bildraums dieselben formalen Lösungen gefunden wie Barré. Grund dafür ist vielleicht, dass beide gegenüber Regeln, Systemen und Motiven skeptisch eingestellt waren. Anstatt auf ihrer Verwendung zu beharren – wie es stärker konzeptuell orientierte KünstlerInnen getan hätten –, unterliefen Sandback und Barré die tautologische Starre des kartesischen Raums mit dem Potenzial und der Dynamik der Linie. Schließlich betonte Barré immer, dass er „Gesten liebe, die etwas von ihrer Virtualität behalten, auch wenn sie aufgezeichnet worden sind“. Sandbacks Fäden sind das perfekte skulpturale Gegenstück dieser Gesten. 

Yve-Alain Bois

 

Works by
Martin Barré
Fred Sandback
 

Yve-Alain Bois, geboren 1952 in Constantine (Algerien), lebt in Princeton, wo er als Professor an der School of Historical Studies am Institute for Advanced Study tätig ist.

 

 Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_Yve-Alain Bois, 2013, Photo: Klaus Vyhnalek

Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_Yve-Alain Bois, 2013, Photo: Klaus Vyhnalek

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Galerie Hubert Winter

Breite Gasse 17 • 1070 Vienna • Austria

www.galeriewinter.at

 

Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

 Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Eine Art Salon, curated by_Marion Piffer Damiani, 2013, Photo: Lena Kienzer

Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Eine Art Salon, curated by_Marion Piffer Damiani, 2013, Photo: Lena Kienzer

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Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Eine Art Salon, curated by_Marion Piffer Damiani, 2013, Photo: Lena Kienzer

 

curated by_Marion Piffer Damiani

Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

 

Eine Art Salon

Die Erfolgsgeschichte der Malerei verdankt sich wesentlich dem mobilen Tafelbild, seiner Doppelnatur als Gebilde, das einerseits in sich geschlossen ist und andererseits in den verschiedensten Kontexten und Arrangements zirkuliert. Das mobile Tableau macht den Prä- sentationshintergrund zu einem Vexierbild. Dasselbe Bild wechselt unmittelbar vom neutralen Weiß der Kunstgalerie in den institutionellen Rahmen eines klassischen Museums, vom Gesamtkunstwerk im selbst organisierten Kunstraum in die häusliche Einrichtung eines privaten Environments, bis hin zur Präsentation als Handelsware bei einer Kunstauktion. Deshalb sind der Umgang mit Verortungsstrategien und das Spiel mit Präsentationsweisen immer wieder auch Bestandteil kritischer Malereipraktiken.

Ein zentraler Ort der Bildzirkulation ist immer noch die Galerie: In Anspielung auf eine frühe Präsentationsform des mobilen Tafelbildes in den akademischen Salons (und Gegensalons) zeigt sich die Galerie Elisabeth & Klaus Thoman im Rahmen von Why Painting Now? als temporärer Schauplatz einer künstlerisch konzipierten Accrochage.

 

"Heute zeigt sich Malerei auf einem offenen transdisziplinären Beziehungsfeld gerne in Begleitung."
 

John M. Armleder nimmt in seiner Werkgruppe Furniture Sculptures den „Tapetenwechsel“ mobiler Tafelbilder vorweg, indem er Versatzstücke möglicher Einrichtungen gleich mitliefert. Erik Steinbrecher, der sich am liebsten mit den Räumen zwischen den Bildern, den Lücken und Abständen beschäftigt, arrangiert die Möblierungen mit weiteren Malereien aus dem Programm der Galerie. Die Idee folgt dem Bild eines bürgerlichen Salons „zwischen Kunst und Leben“, Tafelbilder hängen einzeln oder in übersichtlichen Gruppen – einer Sammlung gleich – an den Wänden oder korrespondieren in spielerischer Weise mit den Objekten im Raum. Die Überlappung der Bildmotive und Konstellationen inszeniert abermals eine vorübergehende „malerische“ (im Sinne von „die Malerei betreffende“) Situation.

Zu Salonzeiten gestalteten renommierte KünstlerInnen in der Rolle eines „Tapissier“ oder „Décorateur“ die Hängung der einzelnen Gemälde in übereinander angeordneten Reihen vor Wandteppichen mit floralem Muster. Heute zeigt sich Malerei auf einem offenen transdisziplinären Beziehungsfeld gerne in Begleitung.

Marion Piffer Damiani

 
Works by
John M. Armleder, Siegfried Anzinger,
Erwin Bohatsch, Herbert Brandl,
Thomas Feuerstein, Günther Förg,
Leiko Ikemura, Florin Kompatscher,
Hermann Nitsch, Walter Obholzer,
Norbert Schwontkowski, Erik Steinbrecher, 
Tal R und Otto Zitko
 

Marion Piffer Damiani, geboren 1963, lebt als freie Kuratorin und Kunstpublizistin in Neustift in Südtirol, Italien.

 

 Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Eine Art Salon, curated by_Marion Piffer Damiani, 2013, Photo: Lena Kienzer

Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Eine Art Salon, curated by_Marion Piffer Damiani, 2013, Photo: Lena Kienzer

 Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Eine Art Salon, curated by_Marion Piffer Damiani, 2013, Photo: Lena Kienzer

Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Eine Art Salon, curated by_Marion Piffer Damiani, 2013, Photo: Lena Kienzer

 Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Eine Art Salon, curated by_Marion Piffer Damiani, 2013, Photo: Lena Kienzer

Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Eine Art Salon, curated by_Marion Piffer Damiani, 2013, Photo: Lena Kienzer

 Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Eine Art Salon, curated by_Marion Piffer Damiani, 2013, Photo: Lena Kienzer

Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Eine Art Salon, curated by_Marion Piffer Damiani, 2013, Photo: Lena Kienzer

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Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Eine Art Salon, curated by_Marion Piffer Damiani, 2013, Photo: Lena Kienzer

 Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Eine Art Salon, curated by_Marion Piffer Damiani, 2013, Photo: Lena Kienzer

Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Eine Art Salon, curated by_Marion Piffer Damiani, 2013, Photo: Lena Kienzer

 Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Eine Art Salon, curated by_Marion Piffer Damiani, 2013, Photo: Lena Kienzer

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Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

Seilerstätte 7 • 1010 Vienna • Austria

www.galeriethoman.com

 

Galerie Steinek

 Exhibition View, Galerie Steinek, Die Malerei nach Bertrand Lavier, curated by_Caroline Smulders, 2013, Photo: Galerie Steinek

Exhibition View, Galerie Steinek, Die Malerei nach Bertrand Lavier, curated by_Caroline Smulders, 2013, Photo: Galerie Steinek

 

curated by_Caroline Smulders

Galerie Steinek

 

Die Malerei nach Bertrand Lavier

Als ich von Silvia Steinek eingeladen wurde, mich für das Projekt Why Painting Now? mit dem Thema Malerei zu beschäftigen, erschien es mir offensichtlich, dass Bertrand Lavier die Frage nach der Bedeutung der Malerei in der heutigen Zeit auf äußerst komplexe, originelle, kreative und überraschende Art und Weise beantwortet hat. Ich danke ihm sehr, dass er diese Einladung angenommen hat, wodurch ich das Vergnügen habe, mich näher mit seinem Werk zu beschäftigen.

Seit etwa 30 Jahren bemalt Bertrand Lavier mit großzügigen Pinselstrichen Objekte jedweder Art – stets mit großem Respekt gegenüber ihrer ursprünglichen Farbigkeit. Gegenstände unterschiedlichster Größe – Radio, Bohrmaschine, Ventilator, Wecker, Kühlschrank, Schrank, Kotflügel, Spiegel oder Tischtennisplatte, bis hin zum Segelboot (Argo, das größte von ihm bemalte Objekt) – verbannt der Künstler in die Malerei.

Vom alltäglichsten bis zum wertvollsten Gegenstand – sie alle verlieren ihre ursprüngliche Funktion; so schreckt Lavier nicht davor zurück, ein Klavier der Marke Steinway & Sons als Motiv zu nutzen, es mit Farbe zu überziehen, sodass es selbst zu einem Gemälde wird.

 

"Er befreite sich von der goldenen Regel, die verlangt, dass ein Werk dem Wandel der Zeiten trotzt, und huldigte dabei dem Künstler, indem er das Objekt schließlich in eine Art Symbolfigur der Malerei, in ein dingliches Sinnbild des abstrakten Konzepts des Originals, verwandelte."
 

In meinen Augen erreichte Laviers künstlerische Methode ihren Höhepunkt, als er beschloss, direkt auf das Gemälde eines Zeitgenossen, François Morellet, zu malen. Als er sich dessen Werk zu eigen machte, indem er mit seiner berühmten Pinselführung „à la van Gogh“ die konzeptuelle und abstrakte Vorgehensweise des Originals in identischer Form nachvollzog, machte er das Bild unsichtbar und zugleich prachtvoller. Er befreite sich von der goldenen Regel, die verlangt, dass ein Werk dem Wandel der Zeiten trotzt, und huldigte dabei dem Künstler, indem er das Objekt schließlich in eine Art Symbolfigur der Malerei, in ein dingliches Sinnbild des abstrakten Konzepts des Originals, verwandelte.

Bei den in den Achtzigerjahren begonnenen Spiegelvariationen, die zu meinen liebsten Werken gehören, wird das Prinzip der malerischen Darstellung von Objekten aufgegeben. Lavier begnügt sich mit der Andeutung eines Spiegels und unterläuft damit dessen Funktion – eine vom Künstler auferlegte Beschränkung, weil der Spiegel nichts mehr spiegelt. Auch hier: Die Malerei „reflektiert“ sich selbst.

Mit den verschiedenen Arten des ausgefeilten, häufig widersprüchlichen Spiels, dem er seine Werke unterwirft, gelingt es Lavier, den reinen Konzeptgedanken zu überwinden und die Malerei auf die Ebene einer universellen Kunst zu erheben, die sämtliche übrige klassische Techniken umfasst: von der Bildhauerei über die Fotografie bis zu Videoprojektionen. Damit verleiht Lavier seiner Malerei alle Eigenschaften und den Zauber einer Musikpartitur, die die Klänge einer Opernarie ebenso bergen kann wie die eines Jazzstückes, einer Rocksequenz oder elektroakustischer Musik. Man verfällt in einen wahren Taumel, denn die Malerei dieses Künstlers vereint sämtliche moderne Spielarten, die bisher das Fundament waren, und entzieht sich ihnen zur gleichen Zeit: Hier haben wir es mit einem echten Lavier zu tun.

Caroline Smulders

 
Works by
Bertrand Lavier
 

Caroline Smulders lebt als freie Kuratorin in Paris.

 

 Exhibition View, Galerie Steinek, Die Malerei nach Bertrand Lavier, curated by_Caroline Smulders, 2013, Photo: Galerie Steinek

Exhibition View, Galerie Steinek, Die Malerei nach Bertrand Lavier, curated by_Caroline Smulders, 2013, Photo: Galerie Steinek

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Exhibition View, Galerie Steinek, Die Malerei nach Bertrand Lavier, curated by_Caroline Smulders, 2013, Photo: Galerie Steinek

 Exhibition View, Galerie Steinek, Die Malerei nach Bertrand Lavier, curated by_Caroline Smulders, 2013, Photo: Galerie Steinek

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 Exhibition View, Galerie Steinek, Die Malerei nach Bertrand Lavier, curated by_Caroline Smulders, 2013, Photo: Galerie Steinek

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 Exhibition View, Galerie Steinek, Die Malerei nach Bertrand Lavier, curated by_Caroline Smulders, 2013, Photo: Klaus Vyhnalek

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Galerie Steinek

Eschenbachgasse 4 • 1010 Vienna • Austria

www.galerie.steinek.at

 

Gabriele Senn Galerie

 Exhibition View, Gabriele Senn Galerie, Why Paint, curated by_Antonia Lotz, 2013, Photo: Gabriele Senn Galerie

Exhibition View, Gabriele Senn Galerie, Why Paint, curated by_Antonia Lotz, 2013, Photo: Gabriele Senn Galerie

 Exhibition View, Gabriele Senn Galerie, Why Paint, curated by_Antonia Lotz, 2013, Photo: Gabriele Senn Galerie

Exhibition View, Gabriele Senn Galerie, Why Paint, curated by_Antonia Lotz, 2013, Photo: Gabriele Senn Galerie

 

curated by_Antonia Lotz

Gabriele Senn Galerie

 

Why Paint

 

Why paint colors?

Why paint walls?

Why paint and form?

Why paint houses?

Why paint flowers?

Why paint canvases?

Why paint sculpture?

Why paint ovals, Malevich?

Why paint and sculpt?

Why paint Sundays?

Why paint grey, white, or black?

Why paint and think?

Why paint paper?

Why paint suffering?

Why paint sober?

Why paint concrete?

Why paint and speak?

Why paint dates?

Why paint transparently?

Why paint stripes?

Why paint red?

Why paint bodies?

Why paint abstractly?

Why paint painters?

Why paint yellow?

Why paint and sing?

Why paint beauty?

Why paint portraits?

Why paint blue?

Why paint monotone?

Why paint cruelty?

Why paint numbers?

Why paint mama?

Why paint boring?

Why paint wet?

Why paint squares?

Why paint flatly?

Antonia Lotz

 

Works by
David Batchelor
Andy Hope 1930
 

Antonia Lotz, geboren 1979, lebt in Hannover, wo sie als Kuratorin in der kestnergesellschaft tätig ist.

 

 Exhibition View, Gabriele Senn Galerie, Why Paint, curated by_Antonia Lotz, 2013, Photo: Gabriele Senn Galerie

Exhibition View, Gabriele Senn Galerie, Why Paint, curated by_Antonia Lotz, 2013, Photo: Gabriele Senn Galerie

 Exhibition View, Gabriele Senn Galerie, Why Paint, curated by_Antonia Lotz, 2013, Photo: Gabriele Senn Galerie

Exhibition View, Gabriele Senn Galerie, Why Paint, curated by_Antonia Lotz, 2013, Photo: Gabriele Senn Galerie

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Gabriele Senn Galerie

Schleifmühlgasse 1A • 1040 Vienna • Austria

www.galeriesenn.at

 

Galerie Raum mit Licht

 Exhibition View, Galerie Raum mit Licht, Volumes of Stone, curated by_Nav Haq, 2013, Photo: Amélie Chapalain

Exhibition View, Galerie Raum mit Licht, Volumes of Stone, curated by_Nav Haq, 2013, Photo: Amélie Chapalain

 Exhibition View, Galerie Raum mit Licht, Volumes of Stone, curated by_Nav Haq, 2013, Photo: Amélie Chapalain

Exhibition View, Galerie Raum mit Licht, Volumes of Stone, curated by_Nav Haq, 2013, Photo: Amélie Chapalain

 

curated by_Nav Haq

Galerie Raum mit Licht

 

Volumes of Stone

Wo sehen wir uns selbst zwischen Denken und Repräsentation? Imogen Stidworthys Kunst, die oft unterschiedliche Medien wie Video, Fotografie und Audio verbindet, thematisiert die physischen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Sprache und deren Rolle in der Entwicklung des Ich. Die Künstlerin beschäftigt sich vorwiegend mit der menschlichen Stimme sowie jenen Techniken zur Erzeugung von Informationen und Repräsentationen, die auf unbewusste Formen von Wahrnehmung, Erleben und Bedeutung verweisen. 

In der Galerie Raum mit Licht präsentiert Stidworthy neue Projekte, welche die Verwendung von Klang im Visualisierungsprozess untersuchen. Im Ganzen genommen könnten die Arbeiten als Reihe von „Porträts“ aufgefasst werden. An der Schnittstelle zwischen Visualisierung und Abstraktion werfen sie schwierige Fragen auf nach den Wandlungen unserer Identität und den Darstellungsmöglichkeiten von Bildern, wenn sich die Parameter der Wahrnehmung verändert haben. Im Zusammenhang mit curated by_vienna können die Werke aber auch als Reflexion über den Dialog zwischen neuen Visualisierungstechniken und historisch älteren Bildtechniken wie Malerei und Kartografieverstanden werden.

 

"An der Schnittstelle zwischen Visualisierung und Abstraktion werfen sie schwierige Fragen auf nach den Wandlungen unserer Identität und den Darstellungsmöglichkeiten von Bildern, wenn sich die Parameter der Wahrnehmung verändert haben."
 

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die mehrteilige Multimediainstallation Sacha (2011/12) – eine Meditation über die Politik des Hörens. Sie stellt dar, wie Macht im Bereich des Sehens und Hörens funktioniert. Ein Video porträtiert den belgischen Abhörspezialisten Sacha van Loo, der von Geburt an blind ist und für die Polizei Stimmaufnahmen von Verdächtigen analysiert. Van Loo fasst den Raum akustisch auf. Mit seiner hoch entwickelten Fähigkeit zur Echoortung erkennt er in einem Gespräch sogar die unausgesprochenen Intentionen und Nebenbedeutungen. Zudem spricht er fließend mehrere Sprachen und Dialekte. Ein zweites Video, das unabhängig vom ersten auch als Dekonstruktion eines Gemäldes gedeutet werden könnte, zieht den Blick in den virtuellen Raum des dreidimensionalen Laserscans von einem Stadtgebiet. Diese Präzisionskartografie verwendet keine optischen Methoden, sondern funktioniert nach einem Prinzip, das unserem Hören nähersteht als unserem Sehen. In Gegenüberstellung zu Sacha van Loo verweist das technisch hergestellte Bild auf die unterschiedlichen Paradigmen, wie     wir Bilder wahrnehmen und konstruieren.

Nav Haq

 
Works by
Imogen Stidworthy
 

Nav Haq, geboren 1976, lebt in Antwerpen, wo er zurzeit als Kurator am Museum van Hedendaagse Kunst arbeitet.

 Exhibition View, Galerie Raum mit Licht, Volumes of Stone, curated by_Nav Haq, 2013, Photo: Amélie Chapalain

Exhibition View, Galerie Raum mit Licht, Volumes of Stone, curated by_Nav Haq, 2013, Photo: Amélie Chapalain

 Exhibition View, Galerie Raum mit Licht, Volumes of Stone, curated by_Nav Haq, 2013, Photo: Amélie Chapalain

Exhibition View, Galerie Raum mit Licht, Volumes of Stone, curated by_Nav Haq, 2013, Photo: Amélie Chapalain

 Exhibition View, Galerie Raum mit Licht, Volumes of Stone, curated by_Nav Haq, 2013, Photo: Amélie Chapalain

Exhibition View, Galerie Raum mit Licht, Volumes of Stone, curated by_Nav Haq, 2013, Photo: Amélie Chapalain

 Exhibition View, Galerie Raum mit Licht, Volumes of Stone, curated by_Nav Haq, 2013, Photo: Amélie Chapalain

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Galerie Raum mit Licht

Kaiserstrasse 32 • 1070 Vienna • Austria

www.raum-mit-licht.at

 

Galerie nächst St. Stephan

 Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan, curated by_Miguel Wandschneider, 2013, Photo: Galerie nächst St. Stephan

Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan, curated by_Miguel Wandschneider, 2013, Photo: Galerie nächst St. Stephan

 

curated by_Miguel Wandschneider

Galerie nächst St. Stephan

 

Es liegt etwas Wahres in dem alten Kalauer „dumm wie ein Maler“. Dumm ist nämlich das Wirkliche, mit dem sich das Denken auseinandersetzt. Malerei hat mit dem Wirklichen zu tun. So gesehen beschäftige ich mich mit Dummheiten.

So mancher glaubt an den Niedergang der Malerei oder an eine immer größere innere Leere. Dabei gibt es gar keine innere Welt. (Kopfschmerzen zu haben bedeutet nicht unbedingt, dass man denkt – und vielleicht gilt das ja auch für die Malerei: Die Augen nehmen von selbst wahr.)

Es ist also einfach – und hoffnungslos – komisch.

Walter Swennen, 1988

 

Works by
Walter Swennen
 

Miguel Wandschneider, geboren 1969, lebt in Lissabon, wo er seit 2006 das Culturgest Programm kuratiert.

 

 Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan, curated by_Miguel Wandschneider, 2013, Photo: Galerie nächst St. Stephan

Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan, curated by_Miguel Wandschneider, 2013, Photo: Galerie nächst St. Stephan

 Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan, curated by_Miguel Wandschneider, 2013, Photo: Galerie nächst St. Stephan

Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan, curated by_Miguel Wandschneider, 2013, Photo: Galerie nächst St. Stephan

 Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan, curated by_Miguel Wandschneider, 2013, Photo: Galerie nächst St. Stephan

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Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

Grünangergasse 1 • 1010 Vienna • Austria

www.schwarzwaelder.at

 

Galerie Mezzanin

 Exhibition View, Galerie Mezzanin, August, curated by_Tyler Coburn, 2013, Photo: Galerie Meezzanin

Exhibition View, Galerie Mezzanin, August, curated by_Tyler Coburn, 2013, Photo: Galerie Meezzanin

 

curated by_Tyler Coburn

Galerie Mezzanin

 

August

August spürt den sozialen Fäden, die das kreative Leben eines Künstlers ausmachen, nach. Eine überspannende kuratorische Logik vermeidend, basiert die Ausstellungauf einer Serie von Dialogen, die die Zuneigungen der Teilnehmer aufzeigt.

Dieses Projekt begann als ein „cadavre exquis“: Ich habe meine ehemalige Klassenkameradin Rachelle Sawatsky eingeladen eine(n) Künstler(in) vorzuschlagen, mit dem sie eine Verbindung spürt. Rachelle hat Shannon Ebner eingeladen; unsere Kollegin von der University of California. Unter derselben Vorgabe hat Shannon wiederum ihren langjährigen Freund und ehemaligen Klassenkameraden Adam Putnam eingeladen.

 

"Kuratieren ist ein sozialer Prozess geworden."
 

In ihrem Text über das diesjährige Thema von curated by_vienna, positioniert Eva Maria Stadler Malerei als „Teil eines Diskurses“, der über Künstler und Kunstwerk hinausgeht und „verständlich als ein sozialer Vorgang“ wird. August könnte als ein Portrait dieses Prozesses verstanden werden, da die Einladungskette Einflüsse und Zugehörigkeiten aufdeckt, die sich weit über disziplinarische Grenzen ziehen.

In Vorbereitung auf die Ausstellung, kamen die Künstler im August für ein Wochenende zusammen. Adam ist mit einem Koffer voller Fotografien von New York nach Los Angeles geflogen und startete den ersten von einer Reihe von intensiven Atelierbesuche mit Shannon und Rachelle; Rachelle, die er zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal traf. Diese fruchtbare Periode ist in einem zur Mitnahme freien Heft, welches die Ausstellung begleitet, sowie in den Kunstwerken und Architekturen, die von uns vieren ausgewählt und enworfen worden sind, dokumentiert.  In Shannons elektrischer Poesie, Rachelles taktischer Expressivität und Adam’s immer-unvollendeten Architekturen ist Sehnsucht mit einer kritischen Kraft, welche durch Jahre von Konversationen geformt wurde, eingeflochten. Kurz, Kuratieren ist ein sozialer Prozess geworden.

Tyler Coburn

 
Works by
Shannon Ebner
Adam Putnam
Rachelle Sawatsky
 

Tyler Coburn, geboren 1983, lebt als Künstler und Autor in New York.

 

 Exhibition View, Galerie Mezzanin, August, curated by_Tyler Coburn, 2013, Photo: Galerie Meezzanin

Exhibition View, Galerie Mezzanin, August, curated by_Tyler Coburn, 2013, Photo: Galerie Meezzanin

 Exhibition View, Galerie Mezzanin, August, curated by_Tyler Coburn, 2013, Photo: Galerie Meezzanin

Exhibition View, Galerie Mezzanin, August, curated by_Tyler Coburn, 2013, Photo: Galerie Meezzanin

 Exhibition View, Galerie Mezzanin, August, curated by_Tyler Coburn, 2013, Photo: Galerie Meezzanin

Exhibition View, Galerie Mezzanin, August, curated by_Tyler Coburn, 2013, Photo: Galerie Meezzanin

 Exhibition View, Galerie Mezzanin, August, curated by_Tyler Coburn, 2013, Photo: Galerie Meezzanin

Exhibition View, Galerie Mezzanin, August, curated by_Tyler Coburn, 2013, Photo: Galerie Meezzanin

 Exhibition View, Galerie Mezzanin, August, curated by_Tyler Coburn, 2013, Photo: Galerie Meezzanin

Exhibition View, Galerie Mezzanin, August, curated by_Tyler Coburn, 2013, Photo: Galerie Meezzanin


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Galerie Mezzanin

63, rue des Maraîchers • 1205 Geneva • Switzerland

www.galeriemezzanin.com

 

Galerie Meyer Kainer

 Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_Ei Arakawa, 2013, Photo: Galerie Meyer Kainer

Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_Ei Arakawa, 2013, Photo: Galerie Meyer Kainer

 Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_Ei Arakawa, 2013, Photo: Galerie Meyer Kainer

Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_Ei Arakawa, 2013, Photo: Galerie Meyer Kainer

 

curated by_Ei Arakawa

Galerie Meyer Kainer

 

In den letzten Jahren habe ich mehrere Performances gemacht, in die ich zusammen mit befreundeten KünstlerInnen Gemälde dynamisch integriert habe – in sozialer, ästhetischer und zeitlicher Hinsicht. Unsere verschiedenen Malereipositionen sollten physisch miteinander kommunizieren. Der materielle und psychologische Wille der Bilder hat uns dabei direkt angesprochen, was oft vor allem möglich war, weil das Kollektiv und das Publikum mitgewirkt haben.

Den ersten Teil der Gruppenausstellung bilden sehr verschiedene, meist von mir selbst geschnittene Dokumentarvideos dieser Aktivitäten mit Bildern (Videos von Ei Arakawa und Karl Holmqvist, DAS INSTITUT & UNITED BROTHERS, The Dialogue, Grand Openings u. a.). Der zweite Teil besteht aus neuen Arbeiten meiner Freunde und FreundInnen, die wiederum als Reaktion auf die Performances entstanden sind. Zudem gibt es ältere Bilder, die überarbeitet wurden, aber nicht unbedingt mit der jeweiligen Performance zusammenhängen müssen. Ich nutze sie zur Herstellung einer temporären Architektur, die uns innerhalb und außerhalb der Malerei verortet. 

Ei Arakawa

 
Works by
Henning Bohl und Sergei Tcherepnin
Kerstin Brätsch
Nikolas Gambaroff
Jutta Koether
Shimon Minamikawa
Silke Otto-Knapp
Amy Sillman
 

Ei Arakawa, geboren 1977 in Fukushima, lebt als Performancekünstler in New York

 

 Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_Ei Arakawa, 2013, Photo: Galerie Meyer Kainer

Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_Ei Arakawa, 2013, Photo: Galerie Meyer Kainer

 Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_Ei Arakawa, 2013, Photo: Galerie Meyer Kainer

Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_Ei Arakawa, 2013, Photo: Galerie Meyer Kainer

 Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_Ei Arakawa, 2013, Photo: Galerie Meyer Kainer

Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_Ei Arakawa, 2013, Photo: Galerie Meyer Kainer

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Galerie Meyer Kainer

Eschenbachgasse 9 • 1010 Vienna • Austria

www.meyerkainer.com

 

Mario Mauroner Contemporary Art

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, Hybride Malerei, curated by_Christiane Meyer-Stoll, 2013, Photo: Mario Mauroner Contemporary Art

Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, Hybride Malerei, curated by_Christiane Meyer-Stoll, 2013, Photo: Mario Mauroner Contemporary Art

 

curated by_Christiane Meyer-Stoll

Mario Mauroner Contemporary Art

 

Hybride Malerei

 

"Innerhalb großer geschichtlicher Zeiträume verändert sich mit der gesamten Daseinsweise der menschlichen Kollektiva auch die Art und Weise ihrer Sinneswahrnehmung. Die Art und Weise, in der die menschliche Sinneswahrnehmung sich organisiert – das Medium, in dem sie erfolgt – ist nicht nur natürlich sondern auch geschichtlich bedingt."

Walter Benjamin, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit (1936)

 

In einem Interview mit Jonathan Seliger äußert sich David Reed 1988 zu seiner Position als Maler: „Um in dieser kritischen Atmosphäre zu überleben, musste ich mich als Maler nach dem Ende der Malerei verstehen.“1 Nach diesem scheinbaren Ende nimmt eine Selbstreflexivität zu, die nicht nur Marshall McLuhans Aussage „Das Medium ist die Botschaft“, sondern auch die Beziehungen zwischen den Medien, die Wirkungen und Rückwirkungen zwischen ihnen beachtet. Die Frage der medialen Einflussnahme auf das Bewusstsein, von Illusion und Wirklichkeit, die Beschäftigung mit fotografischen und filmischen Wirklichkeiten, die Frage der Materialität und Immaterialität und auch des Selbst in Zeit und Raum in einer von Technik und Künstlichkeit durchdrungenen Welt zeichnen das Werk von Kelly Jazvac, Fabian Marcaccio, David Reed, Lois Renner und Eva Schlegel aus, wenngleich ihre Ansätze vielfältig und individuell sind. Es ist eine Malerei in einem erweiterten Feld, die Fragen einer entgrenzten, transmedialen Form – das Hybride, Interferierende – auslotet und zu Neuem verschmilzt. „Ich war immer daran interessiert, das Immaterielle zu erfassen, die unermessliche Weite des Raumes, das ist das Grundthema meiner Arbeit. Ich habe immer die Grenzen von Fotografie und Malerei untersucht, um das Immaterielle zu fassen“.

Eva Schlegel

1 David Reed in einem Interview mit Jonathan Seliger, Journal of Contemporary Art, 1, 1988, S. 69.
2 Eva Schlegel im Interview „Close up. Eva Schlegel“, in: Prinz Eisenbeton, 14, 2006

 
Works by
Kelly Jazvac
Fabian Marcaccio
David Reed
Lois Renner
Eva Schlegel
 

Christiane Meyer-Stoll arbeitet seit 2000 als Kuratorin am Kunstmuseum Liechtenstein.

 

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, Hybride Malerei, curated by_Christiane Meyer-Stoll, 2013, Photo: Mario Mauroner Contemporary Art

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Mario Mauroner Contemporary Art

Weihburggasse 26 • 1010 Vienna • Austria

www.galerie-mam.com

 

Galerie Emanuel Layr

 Exhibition View, Galerie Emanuel Layr, curated by_Bart van der Heise, 2013, Photo: Galerie Emanuel Layr

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curated by_Bart van der Heide

Galerie Emanuel Layr

 

Die Verbindung des traditionellen Genres des Stilllebens mit der Institutionskritik mag auf den ersten Blick weit hergeholt erscheinen. Das Stillleben ist vielleicht am weitesten von der kritischen Kunst entfernt und stand daher bislang außerhalb des Kunstdiskurses.

Dennoch könnte man argumentieren, dass das Fehlen eines Narrativs im Stillleben und seine Leidenschaft für ästhetisch vernachlässigte Sujets die Aufmerksamkeit auf die Bedingungen, Abläufe und Hierarchien in der Produktion bildender Kunst lenken. Das Stillleben könnte folglich als jene vormoderne Gattung bezeichnet werden, mit der die Kunstproduktion selbstreflexiv wurde.

Cornelis Gijsbrechts’ Trompe-l’Œil aus dem Jahr 1670 veranschaulicht diese selbstreflexive Wende auf fast extreme Weise. Es stellt die Rückseite eines Gemäldes dar und macht damit Bilderrahmen, Keilrahmen und rohe Leinwand zu seinem Sujet. Auf ganz ähnliche Weise hat viel später ein Strang der Konzeptkunst den institutionellen Rahmen thematisiert, der Bewertung und Geschmack in der Kunst beeinflusst, eine heute in der Öffentlichkeit für selbstverständlich gehaltene Praktik.

 

"Das Stillleben könnte folglich als jene vormoderne Gattung bezeichnet werden, mit der die Kunstproduktion selbstreflexiv wurde."
 

Sowohl das Stillleben als auch die Institutionskritik wollen für das Publikum Klarheit schaffen über die künstlerischen Parameter. Auf die künstlerische Praxis von heute bezogen bedeutet das, dass die TeilnehmerInnen der Ausstellung diese Parameter so weit internalisiert haben, dass die Werke einmal mehr ihre Herstellungsbedingungen reflektieren.

Christopher Williams zum Beispiel beschäftigt sich mit dem dokumentarischen Charakter des Mediums Fotografie. Morag Keil, Fiona Mackay und Manuela Gernedel wiederum streben die genannte Klarheit für ihre Installation 84 Paintings an. Alle drei schufen über zwei Wochen hinweg täglich je zwei Bilder, um die hohe Geschwindigkeit in der heutigen Kunstproduktion zum Ausdruck zu bringen. Zusammen mit den Werken von KünstlerInnen wie Gerard Byrne, Marlie Mul oder Anna Oppermann ergibt sich eine Mischung, die das Trompe-l’Œil von Cornelis Gijsbrechts über mehrere Generationen hinweg aus der Perspektive der Konzeptkunst spiegelt.

Bart van der Heide

 

Works by
Gerard Byrne
Manuela Gernedel
Morag Keil
Fiona Mackay
Tobias Madison
Marlie Mul
Anna Oppermann
Emanuel Rossetti
Christopher Williams
 

Bart van der Heide, geboren 1974, lebt in München, wo er zurzeit die Funktion des Direktors des Kunstvereins München ausübt.

 

 Exhibition View, Galerie Emanuel Layr, curated by_Bart van der Heise, 2013, Photo: Galerie Emanuel Layr

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Galerie Emanuel Layr

Seilerstätte 2/26 • 1010 Vienna • Austria

www.emanuellayr.com

 

Krobath Wien

 Exhibition View, Krobath Wien, Commodious Thoughts from Outer Space, curated by_Gerwald Rockenschaub, 2013, Photo: Lisa Rastl

Exhibition View, Krobath Wien, Commodious Thoughts from Outer Space, curated by_Gerwald Rockenschaub, 2013, Photo: Lisa Rastl

 Exhibition View, Krobath Wien, Commodious Thoughts from Outer Space, curated by_Gerwald Rockenschaub, 2013, Photo: Lisa Rastl

Exhibition View, Krobath Wien, Commodious Thoughts from Outer Space, curated by_Gerwald Rockenschaub, 2013, Photo: Lisa Rastl

 

curated by_Gerwald Rockenschaub

Krobath Wien

 

Commodious Thoughts from Outer Space

Die Ausstellung Commodious Thoughts from Outer Space setzt sich mit dem Dispositiv der Malerei als raumübergreifendes Thema auseinander, das einerseits auf seine Grundlagen heruntergebrochen, andererseits in den dreidimensionalen Raum erweitert wird. Das Tafelbild dient hierbei als primärer Träger inhaltlicher Fragestellungen, die von den klassischen Porträts eines Alex Katz bis zu den erweiterten Raumensembles eines Mathieu Mercier reichen. Figuration und Disfiguration sind die Pole, zwischen denen die Ausstellung in der Galerie Krobath Wien | Berlin oszilliert. Realistische Darstellungen bei Katz werden etwa von Bernhard Martin konterkariert. Thomas Scheibitz oder Despina Stokou wiederum wenden sich der Abstrahierung des Raumes zu, der zu einer flächigen Collage mutiert und Randnotizen zu seiner Konstruiertheit liefert.

 

"Die Ausstellung bietet einen Einblick in aktuelle Fragestellungen zur Malerei, die als originäres Medium der Kunst(geschichte) an gegenwärtige Mediendiskurse anknüpft und sie kontextspezifisch verortet."
 

Der Titel der Ausstellung verweist in seinem holistischen, universellen Anspruch auf Theorien zur Raumkrümmung, bei der gekrümmte Flächen in weitere Dimensionen übertragen werden. Da die eindimensionalen Räume bzw. Linien in der Malerei keine innere Krümmung aufweisen, werden sie in einen höherdimensionalen Raum überführt, in dem sie eine äußere Krümmung erhalten. Die Divergenz der einzelnen Krümmungsmomente manifestiert sich in den räumlichen Betrachtungsachsen der Kunstwerke, deren Konkretisierung sich im dreidimensionalen Ausstellungszusammenhang ergibt. Die Ausstellung bietet somit einen Einblick in aktuelle Fragestellungen zur Malerei, die als originäres Medium der Kunst(geschichte) an gegenwärtige Mediendiskurse anknüpft und sie kontextspezifisch verortet.

Walter Seidl

 
Works by
Matthias Dornfeld
Alex Katz
Bernhard Martin
Mathieu Mercier
Daniel Richter
Thomas Scheibitz
Andreas Slominski
Despina Stokou
 

Gerwald Rockenschaub, geboren 1952 in Linz (Österreich), lebt als Künstler in Berlin.

 

 Exhibition View, Krobath Wien, Commodious Thoughts from Outer Space, curated by_Gerwald Rockenschaub, 2013, Photo: Lisa Rastl

Exhibition View, Krobath Wien, Commodious Thoughts from Outer Space, curated by_Gerwald Rockenschaub, 2013, Photo: Lisa Rastl

 Exhibition View, Krobath Wien, Commodious Thoughts from Outer Space, curated by_Gerwald Rockenschaub, 2013, Photo: Lisa Rastl

Exhibition View, Krobath Wien, Commodious Thoughts from Outer Space, curated by_Gerwald Rockenschaub, 2013, Photo: Lisa Rastl

 Exhibition View, Krobath Wien, Commodious Thoughts from Outer Space, curated by_Gerwald Rockenschaub, 2013, Photo: Lisa Rastl

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Krobath Wien

Eschenbachgasse 9 • 1010 Vienna • Austria

www.galeriekrobath.at

 

Christine König Galerie

 Exhibition View, Christine König Galerie, [everything becomes mysterious], curated by_Sophie O'Brien, 2013, Photo: Christine König Galerie

Exhibition View, Christine König Galerie, [everything becomes mysterious], curated by_Sophie O'Brien, 2013, Photo: Christine König Galerie

 

curated by Sophie O'Brien

Christine König Galerie

 

[everything becomes mysterious]

Ein imaginärer Raum, ein schwieriges Erbe, ein partizipatorisches Feld, ein im Geheimen von uns allen erträumtes Etwas, das unseren Unglauben bewusst ausklammert. 

[Es existiert nicht auf der Leinwand, sondern auf einer imaginären Fläche.] 

Als der Archetypus von Kunst
[Ein Maler malt nicht eine, er malt alle Früchte.]
hat sie sich immer neu erfunden und wurde auch unzählige Male neu erfunden.
[Die Malerei sprengt ihren Rahmen.]

Eine Zeichenproduktion anders als in allen anderen Medien; eine Zeichenproduktion, die in einem ganzen Ozean von Geschichte schwimmt.
[Ich male, weil ich ein Mädchen vom Land bin. Mädchen aus der Stadt sind clever und begabt; sie malen nicht.] 

Die Selbstreflexion als bestimmendes Element für Marktwert und Authentizität
[Der gute Sohn.]
führt zu einer Unzufriedenheit mit sich selbst, die sie weiter antreibt.
[In der guten alten Zeit war die Malerei eine Kunst ...]

Sie ist eindeutig problematisch.
[Eine ganze Konstellation von Problemen.]
[Kein Paradies.]

Re-Mediatisierung - Aspekte eines Mediums werden von einem anderen Medium thematisiert - hat die Malerei zugänglich und lebendig gehalten.
[Sie ist ein Spiegel, der Veränderung spiegelt.]

Offensichtlich ist sie nicht bloß eine Kunstgattung.
[Malerei ist ein philosophisches Unterfangen, das allerdings nicht unbedingt Malerei beinhalten muss.]

Das Namenlose trifft auf das Strukturelle - ein geisterhaftes Dasein, das sich durch die Handschrift des Urhebers erst manifestiert.
[Die Geste und das Auge.]

Ein Gesicht - Subjektivität - führt zu einem Monolog/Dialog mit dem betrachtenden Auge, ein persönlicher imaginärer Raum wird konkretisiert.
[Ein Labyrinth aus Labyrinthen.]

Zu Ehren der Alchemie der Malerei können wir malen oder aber nicht malen.

Sophie O'Brien

 
Works by
Harold Ancart
Matthew Hunt
Jeremy Hutchison
Kununurra artists
Gil Leung
Wolfgang Tillmans
Cathy Wilkes
 

Sophie O’Brien ist Senior Exhibitions Curator an der Serpentine Gallery, London.

 

 Exhibition View, Galerie Christine König, [everything becomes mysterious], curated by_Sophie O'Brien, 2013, Photo: Galerie Christine König

Exhibition View, Galerie Christine König, [everything becomes mysterious], curated by_Sophie O'Brien, 2013, Photo: Galerie Christine König

 Exhibition View, Christine König Galerie, [everything becomes mysterious], curated by_Sophie O'Brien, 2013, Photo: Christine König Galerie

Exhibition View, Christine König Galerie, [everything becomes mysterious], curated by_Sophie O'Brien, 2013, Photo: Christine König Galerie

 Exhibition View, Christine König Galerie, [everything becomes mysterious], curated by_Sophie O'Brien, 2013, Photo: Christine König Galerie

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Christine König Galerie

Schleifmühlgasse 1A • 1040 Vienna • Austria

www.christineköniggalerie.com

 

Galerie Knoll

 Exhibition View, Galerie Knoll, curated by_Lina Dzuverovic, 2013, Photo: Galerie Knoll

Exhibition View, Galerie Knoll, curated by_Lina Dzuverovic, 2013, Photo: Galerie Knoll

 

curated by_Lina Dzuverovic

Galerie Knoll

 

Diese Ausstellung entstand aus einem fortwährenden Dialog zwischen der Künstlerin Yelena Popova und der Kuratorin Lina Dzuverovic, um nach neuen Wirkungs- und Entfaltungsmöglichkeiten der Malerei zu suchen. Wir wollten herausfinden, wie die Malerei in einer radikal erweiterten Form mehr als bloß Repräsentation oder Reflexion sein kann. Kann die Auffassung von Gemälden als einfache Objekte, die nicht anders sind als alle anderen Objekte, unsere Sichtweise der Malerei erneuern? Kann die Malerei ein Katalysator sein, ein Vergrößerungsglas, durch das man die politische Realität von heute beobachtet, um darauf zu reagieren?

Popovas Kunst kombiniert bewegte Bilder mit Installationen von Malereien. Die hier ausgestellte Arbeit verwebt Fakten, Fiktionen, Materialien und Texturen zu einem kompleen Kommentar zu Geschichte, Politik und Ökonomie.

 

"Das Bild ist gar nicht richtig da, es zeigt eine Art digitaler Präsenz."
 

Popovas Bilder erinnern sowohl an die Ästhetik des russischen Konstruktivismus, als auch an jene des Minimalismus und regen einen Diskurs über die Materialität in der heutigen Malerei an. Popova mischt ihre Farben nach traditionellen als auch eigenen

Rezepturen, und verwendet vor Ort gefundene Pigmente. Damit schafft sie transparente und entrückte Gemälde, die in das grobe Gewebe der Leinwand zurückweichen. Das Bild ist gar nicht richtig da, es zeigt eine Art digitaler Präsenz. Die Maltechnik der Künstlerin reflektiert ihr Interesse am Digitalen – in die Körperlosigkeit bit-basierender Bilder, und vor allem in die Touchscreen-Gestik. Die Installation der Gemälde macht die Diskrepanz zwischen ihrer bildlichen Immaterialität und ihrer gleichzeitigen Schwere als materielle Objekte offensichtlich.

In ihren Videos, die man als Mischung aus künstlerischem Dokumentarfilm und Experimentalfilm bezeichnen kann, entfaltet Popova einen eigenen essayistischen Stil, mit dem sie etablierte Auffassungen unserer Geschichte infrage stellt. Persönliche und kollektive Geschichte erforschend, die sich auf bestimmte Orte und ihren kulturellen Kontext bezieht, beschäftigt sich Popova mit Themen wie Fortschritt, Industrie- und Nukleartechnikgeschichte, sowie die Polarität zwischen Ost und West.

 

Works by
Yelena Popova
 

Lina Džuverović ist künstlerische Leiterin der Calvert 22 Foundation in London.

 

 Exhibition View, Galerie Knoll, curated by_Lina Džuverović, 2013, Photo: Galerie Knoll

Exhibition View, Galerie Knoll, curated by_Lina Džuverović, 2013, Photo: Galerie Knoll

 Exhibition View, Galerie Knoll, curated by_Lina Džuverović, 2013, Photo: Galerie Knoll

Exhibition View, Galerie Knoll, curated by_Lina Džuverović, 2013, Photo: Galerie Knoll

 Exhibition View, Galerie Knoll, curated by_Lina Džuverović, 2013, Photo: Galerie Knoll

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Galerie Knoll

Gumpendorfer Straße 18 • 1060 Vienna • Austria

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Georg Kargl Fine Arts

 Exhibition View, Georg Kargl Fine Arts, Additive Abstraktion, curated by_Will Fowler, 2013, Photo: Georg Kargl Fine Arts

Exhibition View, Georg Kargl Fine Arts, Additive Abstraktion, curated by_Will Fowler, 2013, Photo: Georg Kargl Fine Arts

 Exhibition View, Georg Kargl Fine Arts, Additive Abstraktion, curated by_Will Fowler, 2013, Photo: Georg Kargl Fine Arts

Exhibition View, Georg Kargl Fine Arts, Additive Abstraktion, curated by_Will Fowler, 2013, Photo: Georg Kargl Fine Arts

 

curated by_Will Fowler

Georg Kargl Fine Arts

 

Additive Abstraktion

Die ungegenständliche Malerei war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts großteils von einem reduktiven Programm geprägt, das laut einigen ihrer KritikerInnen durch diese Reduktion zu großer Reinheit führen sollte, um in einem entgegenständlichten und entmaterialisierten Bild zu kulminieren. Diese Malerei wurde innerhalb eines fortschreitenden Szenarios gesehen, das notwendigerweise einen Endpunkt erreichen musste. Obwohl eine solche Konzeption von Abstraktion fragwürdig ist, weil sie zum einen nicht das einzige Leitmotiv der damaligen Malerei darstellt und zum anderen in ihrem eindimensionalen Fortschrittsgedanken auch in sich nicht wirklich schlüssig ist, soll sie Ausgangspunkt für die Frage nach gegenwärtigen ungegenständlichen Malereipositionen sein.

Was kann nach dem letzten abstrakten Bild noch passieren? Die monochrome Leinwand ist ja nicht weiter reduzierbar. Die Problematik wurde aber nicht einfach beiseitegelegt, sondern in verschiedenen Spielarten weiterbetrieben. Das figurative Abbild war in der Zwischenzeit durch mediale Vervielfältigungs- und Verfremdungstechniken auf einer Ebene angelangt, wo es selbst als Abstraktion gelesen werden konnte, da es sich in seiner unendlich erscheinenden Wiederholbarkeit aufzulösen schien – Warhol und sein Verhältnis zum abstrakten Expressionismus ist hier ein Paradebeispiel, aber auch Richters Bild einer normierten Farbpalette. Mit der Entmaterialisierung hatte es vielleicht auch nicht so ganz geklappt, sodass sich die minimalistische Malerei zwar einer modernen abstrakten Formensprache bedient, gleichzeitig Farbe und Keilrahmen aber wieder ins Bild zurückholen konnte.

Konzeptkunst, ursprünglich als Antimalerei erdacht, konnte ins gemalte Bild Eingang finden, etwa durch die formalen Parallelitäten von Buchstaben und abstrakter Form. Auch die Installationskunst hat gewissermaßen am Bild angedockt und es so mit der Skulptur und ihrer Materialität verbunden. Ein anderer Aspekt betrifft die Formen der modernen Abstraktion: Diese sind im Laufe der Jahre ja selbst schon Teil der uns umgebenden Welt geworden, über Architektur und Gebrauchsdesign wurden sie Gegenstände und sogar Teile von Landschaften. Wenn sie wieder ins Bild zurückkehren, bekommen sie so eine andere Bedeutung, ihre Ungegenständlichkeit entspricht vielleicht gar nicht der Wahrheit. 

 

"Es war die moderne Abstraktion, die ein reduziertes und klares Vokabular entwickelt hat, das Ausgangspunkt für neue Untersuchungen sein kann, Untersuchungen, in denen außermalerische Aspekte hinzugefügt werden."
 

Das altbackene Bild der Malerei vermittelt immer wieder, dass sie (vielleicht gemeinsam mit der Skulptur) im Zentrum alles künstlerischen Schaffens steht, dass alles andere auf oder gegen sie gebaut ist. So wird sie immer wieder zur Nostalgieinsel, die sich gegen alles, was sich in der Moderne – oder davor – entwickelt hat, abschirmt. Der Weg in die Vergangenheit erfreut vielleicht manchen Kunsthistoriker, ist jedoch von der Gegenwartskunst weit entfernt.

Die oben beschriebene Weiterführung der Abstraktion widerspricht diesem Bild von Malerei deutlich, da wir sehen, wie das Medium auf andere Medien und Kunstrichtungen reagieren und sie fortsetzen kann. Es war die moderne Abstraktion, die ein reduziertes und klares Vokabular entwickelt hat, das Ausgangspunkt für neue Untersuchungen sein kann, Untersuchungen, in denen außermalerische Aspekte hinzugefügt werden. Die Malerei baut auf Überlegungen der Konzeptkunst, der Pop-Art, des Minimalismus, der Installation etc. auf. Das heißt aber nicht, dass traditionell innermalerische Probleme unberührt bleiben. Die formalen Aspekte sind von den Inhalten nicht zu trennen. Minimale Veränderungen in der Grammatik der Moderne können drastische Folgen auf beiden Ebenen haben. Eine Unschärfe an den Rändern einer geometrischen Figur oder ein kleines gestisches Moment, das eine ansonst klare Flächenaufteilung durchbricht, fügen dem Bild völlig neue inhaltliche Momente hinzu. Die Vermischung oder Überlagerung verschiedener reduktiver Aspekte der Ungegenständlichkeit erzeugt Bedeutungen, die innerhalb des alten Kontextes gar nicht entschlüsselbar sind. Diese Additionen sind nur innerhalb der Geschichte der letzten 60 Jahre verständlich und die Referenzen gehen weit über die Malerei hinaus. Vorher war die Abstraktion ein zielgerichtetes Projekt, das die hegemoniale Stellung des gemalten Bildes innerhalb der Kunst endgültig festigen sollte. Durch diese Logik hat sich die Malerei aber auch isoliert und konnte nur mehr internen Regularitäten folgen. Additive Abstraktion bedeutet immer eine Öffnung des geschlossenen Raumes. Das formale Inventar bleibt zwar stark beschränkt, aber schon die geringsten Veränderungen an dem festgefügten Kanon erzeugen eine mächtige Sprache. Die Kargheit dieser Sprache ist nur eine vorgebliche. Ihre Symbole sind nicht nur das, was auf dem Bild sichtbar ist, die Referenzen liegen tatsächlich außerhalb, in diesem Sinne besitzt sie keine autonome Grammatik.

Martin Prinzhorn

 

Works by
Will Fowler
Herbert Hinteregger
Chris Johanson
Manuel Knapp
 

Martin Prinzhorn, geboren 1957, lebt als Autor, Sprachwissenschaftler und Kurator in Wien.

 

 Exhibition View, Georg Kargl Fine Arts, Additive Abstraktion, curated by_Will Fowler, 2013, Photo: Georg Kargl Fine Arts

Exhibition View, Georg Kargl Fine Arts, Additive Abstraktion, curated by_Will Fowler, 2013, Photo: Georg Kargl Fine Arts

 Exhibition View, Georg Kargl Fine Arts, Additive Abstraktion, curated by_Will Fowler, 2013, Photo: Georg Kargl Fine Arts

Exhibition View, Georg Kargl Fine Arts, Additive Abstraktion, curated by_Will Fowler, 2013, Photo: Georg Kargl Fine Arts

 Exhibition View, Georg Kargl Fine Arts, Additive Abstraktion, curated by_Will Fowler, 2013, Photo: Georg Kargl Fine Arts

Exhibition View, Georg Kargl Fine Arts, Additive Abstraktion, curated by_Will Fowler, 2013, Photo: Georg Kargl Fine Arts

 Exhibition View, Georg Kargl Fine Arts, Additive Abstraktion, curated by_Will Fowler, 2013, Photo: Georg Kargl Fine Arts

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Georg Kargl Fine Arts

Schleifmühlgasse 5 • 1040 Vienna • Austria

www.georgkargl.com

 

Galerie Martin Janda

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, next to perplexed you, curated by_Jan Verwoert, 2013, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, next to perplexed you, curated by_Jan Verwoert, 2013, Photo: Markus Wörgötter

 

curated by_Jan Verwoert

Galerie Martin Janda

 

next to perplexed you

Malen. Schreiben. Lesen. Gehören zu den Sachen, die es im Haus zu tun gibt. Aber du könntest auch: Essen kochen. Streit anfangen mit deiner Schwester. Geister jagen. Liebe machen. Die Druckerei anrufen. Oder das Unterhaus. Die Katze ärgern. Musik spielen. Nicht, dass all diese Tätigkeiten nicht auch an und von anderen Orten aus ausgeübt werden könnten. Allein, im Haus finden sie unter einem Dach statt. So viel Verschiedenes kann hier an einem einzigen Tag passieren, dass die Dinge nicht länger nach-, sondern nebeneinander, parallel, Seite an Seite zu geschehen scheinen.

Nebeneinander. Englisch „adjacency“. Adjazenz. Seitlichkeit. Nachbarschaft. Nicht der Zeitstrahl der großen Geschichten, wo eins auf das andere folgt. Geschichte wird hier beim Gespräch am Esstisch, bei Frühstück, Mittag- und Abendessen geschrieben. In friedlichem Ton? Vielleicht. Aber nicht notwendigerweise. Denn die Politik sitzt, dir und der Kunst gegenüber, mit am Tisch, während die Literatur und andere Querelen auf den Stühlen neben dir Platz nehmen. Alle gehören sie zum erweiterten Familienkreis. Keine Feinde. Aber das macht sie noch nicht zu Freunden. Teufel am Tisch. Liebhaber auf der Veranda. Kobolde im Garten. Geschwister allüberall. 

 

"So viel Verschiedenes kann hier an einem einzigen Tag passieren, dass die Dinge nicht länger nach-, sondern nebeneinander, parallel, Seite an Seite zu geschehen scheinen."
 

Ein Tag bei den Bells? Virginia ist nicht in bester Stimmung, Vanessa malt derweil oder macht Drucke: für die Schutzumschläge von Virginias Büchern, die die Woolfs, Seite an Seite mit Freuds Werken, von zu Hause aus in ihrem Verlag, The Hogarth Press, veröffentlichen werden. Buchumschläge sind Verpackungen: Sie verpacken Prosa in Malerei, Dichtung in Bilder, Erzählung in Abstraktion, sie packen sie zusammen im Objekt Buch, das in Umlauf gebracht wird, um modernem Leben Form zu geben — vielleicht…

Die Ausstellung next to perplexed you bezieht ihre Inspiration aus dem kongenialen Humor von Vanessa Bells Umschlagenwürfen für Woolfs Bücher. Sie zeigt Arbeiten von KünstlerInnen, die „Adjazenz“ praktizieren, Nachbarschaften pflegen, Seitwärtsbewegungen ausführen. Für Magni Borgehed wohnt Malen mit Objektmachen und Musterentwerfen unter einem Dach. Bei Lucy Stein ist Malerei in Farbalchemie und gemischte Gefühle verpackt. Bei Malin Gabriella Nordin lebt sie unter Geistern zwischen Steinen. Nur einen Philosophensteinwurf entfernt von Sarah Forrest und Virginia Hutchison. Deren konkrete Poesie und Prosa handelt von Objekten aus Blei. Gesetzt ist sie in Lettern, die aus ebendiesen Objekten gegossen wurden. Das Medium? Ein Mittel, um benachbarte Welten in Berührung zu bringen, in einem Haus, in dem Ölfarbe und Druckerschwärze Schwestern sind.

Jan Verwoert

 

Works by
Magni Borgehed
Sarah Forrest
Virginia Hutchison
Malin Gabriella Nordin
Lucy Stein
 

Jan Verwoert, geboren 1972, lebt als Kunstkritiker und -theoretiker in Berlin.

 

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, next to perplexed you, curated by_Jan Verwoert, 2013, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, next to perplexed you, curated by_Jan Verwoert, 2013, Photo: Markus Wörgötter

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Exhibition View, Galerie Martin Janda, next to perplexed you, curated by_Jan Verwoert, 2013, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, next to perplexed you, curated by_Jan Verwoert, 2013, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, next to perplexed you, curated by_Jan Verwoert, 2013, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, next to perplexed you, curated by_Jan Verwoert, 2013, Photo: Markus Wörgötter

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www.martinjanda.at

 

Galerie Andreas Huber

 Exhibition View, Galerie Andreas Huber, Dress rehearsal, curated by_Franklin Melendez, 2013, Photo: Klaus Vyhnalek

Exhibition View, Galerie Andreas Huber, Dress rehearsal, curated by_Franklin Melendez, 2013, Photo: Klaus Vyhnalek

 

curated by_Franklin Melendez

Galerie Andreas Huber

 

Dress rehearsal

Die lange Probenzeit eines Theaterstücks kulminiert in einer letzten Probe vor der Premiere. Sie wird gemeinhin „Generalprobe“ oder auf Englisch „dress rehearsal“ genannt, umfasst sie doch alles, was im Theater dazugehört – Kostüme, Requisiten, ja sogar technische Spezialeffekte. Nur das Publikum fehlt. Das Bühnengeschehen bekommt dadurch eine merkwürdige Anmutung, die zwischen dem vollen Einsatz einer echten Aufführung und dem distanziert-kritischen Blick schwankt, der das Geschehen permanent bewertet (und manchmal auch stört).

Etwas von diesem Zwittercharakter haben auch die in der Ausstellung gezeigten Werke. Technisch gesehen ist keines von ihnen ein Gemälde und sie entstanden auch nicht mit dem Anspruch, unter die Rubrik „Malerei“ zu fallen. Dennoch kann man sagen, dass sie sich Kostüme, die historisch zu diesem Genre gehören, ausborgen und anlegen. Es handelt sich um eine Art formale Pantomime. Sie zeigt sich zum Beispiel in Liam Everetts zu angedeuteten Abstraktionen umgearbeiteten Stoffen (die mit ätzenden Flüssigkeiten behandelt wurden) oder in der enigmatischen Materialität der poetischen Wandreliefs von N. Dash. Dashiell Manleys zweiseitige Bildtafeln wiederum haben etwas Gestisches, obgleich diese schnell als zwangsläufiges Resultat eines proto-filmischen Ereignisses gelesen werden können.

 

"Sie sprechen von einer seltsamen und dennoch bestechenden Poesie, deren Gesten einem Publikum gelten, das noch gar nicht da ist."
 

So gesehen müsste man die ausgestellten Arbeiten genauer als „malerische Requisiten“ bezeichnen. Sie evozieren und inszenieren historische Idiome, um damit neue visuelle Formen zu erproben und aufzuführen. Vielleicht ist das ja die Art, wie die jüngere KünstlerInnengeneration durch die Malerei und nicht über die Malerei nachdenkt. Die Erbmasse der Malerei wird so lange bearbeitet, bis sie als solche unkenntlich ist.

1967 verhöhnte Michael Fried die minimalistische Bewegung wegen ihrer Abhängigkeit vom Publikum. „Sie existiert überhaupt nur dafür“, bemerkte er – ein Gräuel für das modernistische Projekt. Doch vielleicht liegt darin ja ein Körnchen Wahrheit, denn der formale Solipsismus kann nur vermieden werden, wenn er als eine Reihe von einstudierten Gesten gezeigt wird. So betrachtet sind jene Werke in der Ausstellung die besten, die ihre eigene Performativität, ihre Durchsichtigkeit und Unvollkommenheit bewusst hervorkehren.

Sie sprechen von einer seltsamen und dennoch bestechenden Poesie, deren Gesten einem Publikum gelten, das noch gar nicht da ist.

Franklin Melendez

 

Works by
N. Dash
Liam Everett
Dashiell Manley
 

Franklin Melendez lebt als Autor und freier Kurator in New York.

 

 Exhibition View, Galerie Andreas Huber, Dress rehearsal, curated by_Franklin Melendez, 2013, Photo: Klaus Vyhnalek

Exhibition View, Galerie Andreas Huber, Dress rehearsal, curated by_Franklin Melendez, 2013, Photo: Klaus Vyhnalek

 Exhibition View, Galerie Andreas Huber, Dress rehearsal, curated by_Franklin Melendez, 2013, Photo: Klaus Vyhnalek

Exhibition View, Galerie Andreas Huber, Dress rehearsal, curated by_Franklin Melendez, 2013, Photo: Klaus Vyhnalek

 Exhibition View, Galerie Andreas Huber, Dress rehearsal, curated by_Franklin Melendez, 2013, Photo: Klaus Vyhnalek

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Karl-Schweighofer-Gasse 8/1 • 1070 Vienna • Austria

www.galerieandreashuber.at

 

Galerie Hilger NEXT

 Re-construction of a Mosaic, curated by_Lucie Drdová, 2013, Oliver Dorfer, Galerie Hilger NEXT

Re-construction of a Mosaic, curated by_Lucie Drdová, 2013, Oliver Dorfer, Galerie Hilger NEXT

 Re-construction of a Mosaic, curated by_Lucie Drdová, 2013, Daniel Vlček, Galerie Hilger NEXT 

Re-construction of a Mosaic, curated by_Lucie Drdová, 2013, Daniel Vlček, Galerie Hilger NEXT 

 

curated by_Lucie Drdová

Galerie Hilger NEXT

 

Re-construction of a Mosaic

Als traditioneller Ausdruck der menschlichen Kreativität beinhaltet die Malerei an sich bereits alle Merkmale der hegemonialen Kultur des Westens. Mit dem Bild als einer Realität zu arbeiten – das heißt das Kunstwerk als Material und Impuls für Kombinationen zu verwenden, die in komplexe Geschichten mit einem ganzen Netz aus Anspielungen auf die unterschiedlichen Schichten eines europäischen kulturellen Gedächtnisses münden – erfordert mithin ein starkes Vertrauen in einen allgemein verständlichen und kommunizierbaren Inhalt von Malerei mit reichen kulturellen Bezügen.

Das visuelle Wissen von heute, das gleichsam ein riesiges Archiv bildet, erhält einzig durch unsere Wahrnehmungsfähigkeit Sinn, besser gesagt durch das Verhältnis unserer Identität zur Gesellschaftsordnung, zum Erleben und zum Wissen. Identitäten fungieren dabei als spezielle symbolische Formen, die dieses Wissen strukturieren und damit erst in sich schlüssig machen.

Die Entwicklung von Identität wiederum ist in ihrem Kern ein moralisches und politisches Phänomen. Als solches kann sie nicht auf die Vermittlung reinen, objektiven Wissens reduziert werden. Im Sinne von Foucaults Begriff des Dispositivs könnte man sagen: Wenn bis zu einem gewissen Grad dennoch an der Abstraktheit des Konzepts der Identität festgehalten werden muss, dann eher verstanden als eine Vielzahl unzusammenhängender Mechanismen. Identität wäre somit ein „multilineares Ensemble“(1) und Menschen würden als Objekte aufgefasst, die sich durch einen historischen Prozess bewegen, in dem die „Dimension der Macht“ im Zentrum steht.

Die vier ausgestellten Malereipositionen offenbaren nicht nur vier konzeptuell unterschiedliche Ansätze. Sie zeigen auch die Stärke der Bildrealität und der ganz persönlichen Sichtweise, die sich als individuelles Wissen vom Ich und von den anderen darstellt. Genauer gesagt: Identität wird nicht entdeckt, sondern durch den dynamischen Prozess der Wissensproduktion konstruiert.

Lucie Drdová

(1) Gilles Deleuze, „What is a dispositif?“, in: Timothy Armstrong (Hg.), Michel Foucault Philosopher, Brighton 1992, S. 159–168. Französische Erstveröffentlichung 1988 als „Qu’est-ce qu’un dispositif?“.

 

Works by
Asgar/Gabriel
Oliver Dorfer
Vladimír Skrepl
Daniel Vlcek
 

Lucie Drdová, geboren 1982, lebt in Prag, wo sie seit Juni 2012 die Drdova Gallery leitet.

 

 Re-construction of a Mosaic, curated by_Lucie Drdová, 2013, Asgar/Gabriel, Galerie Hilger NEXT

Re-construction of a Mosaic, curated by_Lucie Drdová, 2013, Asgar/Gabriel, Galerie Hilger NEXT


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Galerie Hilger NEXT

Absberggasse 27 • 1100 Vienna • Austria

www.hilger.at

 

Kerstin Engholm Galerie

 Exhibition View, Kerstin Engholm Galerie, Painting beyond Paint, curated by_John Peter Nilsson, 2013, Photo: Kerstin Engholm Galerie

Exhibition View, Kerstin Engholm Galerie, Painting beyond Paint, curated by_John Peter Nilsson, 2013, Photo: Kerstin Engholm Galerie

 

curated by_John Peter Nilsson

Kerstin Engholm Galerie

 

Painting beyond Paint

Ist die Malerei heute noch eine lebendige und überzeugende Kunstgattung? Diese Frage wird in regelmäßigen Abständen gestellt, und jedes Mal kommt dieselbe Antwort: Natürlich lebt sie, die Malerei, und sie gedeiht wie nie zuvor!

Neben der Frage nach der Relevanz der Malerei gibt es jedoch auch einen künstlerischen Argumentationsstrang, der die diversen Konzeptionen der Malerei betont. Er tut dies, indem er verschiedene Auffassungen – ja sogar Lügen – über diese Kunstform bloßlegt. Was ist eigentlich die Bedeutung der Malerei?

In den Gemälden von Painting beyond Paint geht es indes nicht immer nur um diese Frage. Dennoch können sie auf die eine oder andere Art als eine Dekonstruktion des Phänomens Malerei begriffen werden. Die meisten exponieren den feinen Unterschied zwischen Sujet und reiner malerischer Geste. Letztere galt lange als männliche Domäne, was heute naturgemäß höchst zweifelhaft erscheint.

Painting beyond Paint präsentiert KünstlerInnen, die auf dem schmalen Grat zwischen Kitsch und Erhabenheit balancieren. Ihre Motive erscheinen als Reaktion auf – bisweilen bis zur Ermüdung – Erlebtes. Doch irgendwie gelingt es den KünstlerInnen dennoch, neue Bedeutungen zu schaffen. Und das manchmal sogar ohne jede Farbe!

John Peter Nilsson

 
Works by
Hendrik Krawen
Katarina Löfström
Monika Marklinger
Glen Rubsamen
Marianna Uutinen
 

John Peter Nilsson, geboren 1957, lebt in Malmö, wo er seit 2012 als Direktor des Moderna Museet tätig ist.

 

 Exhibition View, Kerstin Engholm Galerie, Painting beyond Paint, curated by_John Peter Nilsson, 2013, Photo: Kerstin Engholm Galerie

Exhibition View, Kerstin Engholm Galerie, Painting beyond Paint, curated by_John Peter Nilsson, 2013, Photo: Kerstin Engholm Galerie

 Exhibition View, Kerstin Engholm Galerie, Painting beyond Paint, curated by_John Peter Nilsson, 2013, Photo: Kerstin Engholm Galerie

Exhibition View, Kerstin Engholm Galerie, Painting beyond Paint, curated by_John Peter Nilsson, 2013, Photo: Kerstin Engholm Galerie

 Exhibition View, Kerstin Engholm Galerie, Painting beyond Paint, curated by_John Peter Nilsson, 2013, Photo: Kerstin Engholm Galerie

Exhibition View, Kerstin Engholm Galerie, Painting beyond Paint, curated by_John Peter Nilsson, 2013, Photo: Kerstin Engholm Galerie


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Kerstin Engholm Galerie

Schleifmühlgasse 3 • 1040 Vienna • Austria

www.kerstinengholm.com

 

Charim Galerie

 Exhibition View, Charim Galerie, curated by_Gürsoy Dogtas, 2013, Photo: Charim Galerie

Exhibition View, Charim Galerie, curated by_Gürsoy Dogtas, 2013, Photo: Charim Galerie

 

curated by_Gürsoy Dogtas

Charim Galerie

 

Das Kleid sitzt nicht

Ausgangspunkt und Inspiration für diese Ausstellung ist Sigmar Polkes Replik auf die Abwertung der Malerei in den 1960er-Jahren des 20. Jahrhunderts. 1968 legt sich Polke sein Gemälde Schimpftuch wie eine Robe um und posiert darin gleich einem König. Wie der Titel vermuten lässt, sind auf dem etwa vier mal vier Meter großen Bibertuch derbe, sexuell konnotierte Schimpfwörter in der Handschrift eines Heranwachsenden aufgetragen. Mit der Reduktion der Malerei auf ein Stofftuch reagiert Polke auf die damals populär gewordene Herabwürdigung der Malerei. Diese Herabsetzung der Malerei konterkariert er, indem er eine Erhabenheit in einer widerständigen „strike the pose“-Geste inszeniert.

Die bemalte Leinwand, die zu einem Kleidungsstück avanciert, das Kleidungsstück, das mit malerischer Rhetorik aufgeladen ist, und die Verhandlung einer Politisierung von textilen Geweben bilden die Ausgangsbasis dieser Ausstellung. Malerei konstituiert Kommunikation und ihre Anstrengung besteht darin, „Stoffe, die stammeln oder in der gewöhnlichen Erfahrung gar sprachlos sind, in beredte Medien zu verwandeln“(1).

So gruppieren sich die Stoffe der Ausstellung, die mit der Sprache der Malerei ausgestattet sind und dem Drang, deren Hermetik zu verlassen, um die Themen Kolonialismus, Politik, Abstraktion und Mode und immer auch um das Kleidungsstück, das auf dem Körper zu „sitzen“ kommt.

Die Ausstellung Das Kleid sitzt nicht vereint Kunstschaffende, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie sich mit ihrer Arbeit alle am Schnittpunkt von Malerei und textiler Gestaltung bewegen.

Gürsoy Dogtas

(1)John Dewey, Kunst als Erfahrung, Frankfurt am Main 1980, S. 267.

 

Works by
Bettina Allamoda
Ayzit Bostan
Friederike Clever
Birgit Megerle
Judith Raum
Adele Röder
Wolfgang Wirth
 

Gürsoy Dogtas, geboren 1975 in Hannover, lebt als bildender Künstler, freier Kurator und Autor in München.

 

 Exhibition View, Charim Galerie, curated by_Gürsoy Dogtas, 2013, Photo: Charim Galerie

Exhibition View, Charim Galerie, curated by_Gürsoy Dogtas, 2013, Photo: Charim Galerie

 Exhibition View, Charim Galerie, curated by_Gürsoy Dogtas, 2013, Photo: Charim Galerie

Exhibition View, Charim Galerie, curated by_Gürsoy Dogtas, 2013, Photo: Charim Galerie


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Charim Galerie

Dorotheergasse 12/1 • 1010 Vienna • Austria

www.charimgalerie.at

 

Gabriele Senn Galerie

 Das kleine i, curated by_Dirck Möllmann, Lana Cmajcanin, 166987 Pricks, 2013, Tischdecke, Seide, Stickerei, Seidenstickgarn, variable Größe, Photo: Joana Dias

Das kleine i, curated by_Dirck Möllmann, Lana Cmajcanin, 166987 Pricks, 2013, Tischdecke, Seide, Stickerei, Seidenstickgarn, variable Größe, Photo: Joana Dias

 Das kleine i, curated by_Dirck Möllmann, Lana Cmajcanin, 166987 Pricks, 2013, Tischdecke, Seide, Stickerei, Seidenstickgarn, variable Größe, Photo: Joana Dias

Das kleine i, curated by_Dirck Möllmann, Lana Cmajcanin, 166987 Pricks, 2013, Tischdecke, Seide, Stickerei, Seidenstickgarn, variable Größe, Photo: Joana Dias

 

curated by_Dirck Möllmann

Gabriele Senn Galerie

 

Das kleine i

Das Bett ist ein Gegenort der Arbeit. Inaktiv. Wir ruhen, unser Körper arbeitet ohne uns. Wärme, Verdauung, Erholung. Wir träumen. Das Unbewusste arbeitet mit uns. Wir machen Liebe. Das Weitere geschieht von allein. Wir brauchen das Bett, es setzt uns außer Kraft. Das Bett fordert keine Entscheidung zwischen aktiv und passiv, zwischen Ja und Nein, es nötigt zu keinem Sinn. Es schafft andere Zustände. Wir schlafen, wir sterben im Bett. Das Bett ist mehr als ein Gegenort. Indem es Arbeit und Nichtstun in sich vereint, suspendiert es den täglichen Konflikt um Bedeutung und die unablässige Arbeit am Sinn – das Bett ist wie ein Neutrum1 . Es lässt die Zeit stillstehen. Ein leidenschaftlicher Ort, ein Zustand der Inbrunst, eine Intensität der Erschöpfung. In tiefem Vertrauen. Im traumlosen Schlaf. Zu zweit, allein. Auf den Schlaf folgt ein Erwachen. „Ich schlafe immer, ich brauche Zeit, um aufzuwachen, um zu begreifen“, sagte der sterbende André Gide. Sein Erwachen umschreibt ein spätes Verstehen in der Zeit. Langsam begreifen. Wortlos. Voller Bilder.

 
"In jeder Arbeit verkörpert sich die unmögliche Möglichkeit der Kunst. Und darum geht es ja schließlich."
 

Die Ausstellung Das kleine i könnte auch Das kleine n wie Neutrum heißen oder Das kleine a wie das Objekt klein a. Das kleine i meint den Zustand, außer Kraft gesetzt zu sein, nutzlos, inaktiv und zugleich empfänglich für andere Signale der Kommunikation. Eher wie ein Rauschen im unsteten Begehren einer „potentia passiva“2. Ein Zustand der Schwebe, ähnlich der Kunst, in einem Zartgefühl, das zu nichts dient (Barthes).

Die hier versammelten Werke stammen von zwei Generationen von Künstlerinnen und Künstlern sowie aus verschiedenen Zeiten. Keines von ihnen bezieht sich auf das Bett als Motiv. In jedem von ihnen lässt sich dieser besondere Zustand auffinden, außer Kraft gesetzt und zugleich empfindsam zu sein. Sei es durch Abwesenheit wie bei dem delikaten und in Auflösung begriffenen Vakuum von Paul Etienne Lincoln (zu sehen sind Zeichnungen, Dokumente und ausgegliederte Editionen des ursprünglichen Werks), als Präsenz einer einschnürenden Leseerfahrung bei Lana Cmajcanin, im faszinierenden Formmaterial der kollektiven Zeitgestalten von James Cabot oder in jenem eleganten Schwebezustand des Sehens und Verstehens in den Installationen von Saskia Noor van Imhoff. In jeder Arbeit verkörpert sich die unmögliche Möglichkeit der Kunst. Und darum geht es ja schließlich.

Dirck Möllmann

1 Vgl. Roland Barthes, Das Neutrum (1977/78), Frankfurt am Main 2005. 2 Vgl. Kathrin Busch, P – „Passivität“ (Kleiner Stimmungs-Atlas in Einzelbänden, hg. v. Jan-Frederik Bandel u. Nora Sdun, Bd. 6), Hamburg 2012.

 

Works by
James Cabot
Lana Cmajcanin
Saskia Noor van Imhoff
Paul Etienne Lincoln
 

Dirck Möllmann (*1963) ist Kurator am Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark, Universalmuseum Joanneum, Graz.

 

 Das kleine i, curated by_Dirck Möllmann, Saskia Noor van Imhoff #+14.11, 2013, A2-C-Print, Luftbefeuchter, Photo: Gert Jan van Rooij

Das kleine i, curated by_Dirck Möllmann, Saskia Noor van Imhoff #+14.11, 2013, A2-C-Print, Luftbefeuchter, Photo: Gert Jan van Rooij

 Das kleine i, curated by_Dirck Möllmann, Paul Etienne Lincoln, Jeanne-Antoinette Poisson Madame d’Étioles Madame de Pompadour (Pompadour Glass Rose), 1993, Stoffschachtel, Siebdruckglas, 2 bedruckte Karten , 4×40,5×51 cm, Photo: Paul Etienne Lincoln

Das kleine i, curated by_Dirck Möllmann, Paul Etienne Lincoln, Jeanne-Antoinette Poisson Madame d’Étioles Madame de Pompadour (Pompadour Glass Rose), 1993, Stoffschachtel, Siebdruckglas, 2 bedruckte Karten , 4×40,5×51 cm, Photo: Paul Etienne Lincoln

 Das kleine i, curated by_Dirck Möllmann, Saskia Noor van Imhoff #+14.11, 2013, A2-C-Print, Luftbefeuchter, Photo: Gert Jan van Rooij

Das kleine i, curated by_Dirck Möllmann, Saskia Noor van Imhoff #+14.11, 2013, A2-C-Print, Luftbefeuchter, Photo: Gert Jan van Rooij


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Gabriele Senn Galerie

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