Galerie Ernst Hilger

 Galerie Ernst Hilger, Kondensierte Zeiten und implodierende Welten, curated by_Jeanette Zwingenberger, 2015, Anton Henning, The answer (my friend), 2006

Galerie Ernst Hilger, Kondensierte Zeiten und implodierende Welten, curated by_Jeanette Zwingenberger, 2015, Anton Henning, The answer (my friend), 2006

curated by_Jeanette Zwingenberger

Galerie Ernst Hilger

Kondensierte Zeiten und implodierende Welten

Daniele Buetti’s Models lassen ihr Gesicht mit Tattoos ihrer Lieblingsmarken Dior oder Cartier markieren. Weltweit versammeln sich Menschen auf öffentlichen Plätzen zu den Performances von Spencer Tunick, um nackt auf dem Boden aneinandergereiht, Teil seiner Installation zu werden. Massimo Vitali’s Fotos von Diskotheken oder vom Strandurlaub versprechen ein weiteres Erlebnis des Massenrausches unserer Freizeitwelt. Das Individuum als Ornament wird Ausdruck des aktuellen Gruppenverhaltens. Mit subversiven „Propagandabildern“ zur globalen Popkultur parodiert Cameron Platter die Mythen der Medienund Unterhaltungsindustrie. In welcher Gesellschaft leben wir?

"Im Gegensatz zur aktuellen politischen Korrektheit und der damit einhergehenden Bevormundung drückt die Auswahl der Künstler das politisch-soziale Engagement der Galerie Ernst Hilger aus."

In Mel Ramos’ Wonderland haben Pin-up-Girls die gleiche Größe wie Konsumartikel. Über diese Parodie entschlüsselt er die Verkaufsmechanismen unserer Konsumgesellschaft. Der weibliche Akt als „Schauplatz“ der Phantasmen: das Beherrschen und Ausgeliefertsein charakterisiert auch Gianakos Collagen.

Erró’s Prinzip der Bildmontage charakterisiert ein multiperspektivisches Vorgehen, das sowohl die Simultanität der Ereignisse als auch deren Überschneidungen als Konstante des ewig Gleichen aufzeigt.

Die Erzählstruktur von Oliver Dorfer gleicht einem Kaleidoskop in dem verschiedenste Stile, von Hoch-und Trivialkultur, erhabener und obszöner Ausdrucksweise vergangener und heutiger Zeiten vermischt werden. Das 21ste Jahrhundert als Remix, beruht auf Wechselbeziehungen unendlich miteinander verknüpfter Realitätsebenen, Handlungssträngen und Bedeutungsebenen. Spiegelbildlich zur virtuellen Bildwelt kondensiert das heutige Welttheater sowohl realistische als auch surreale Dimensionen. Diese Aggregaträume offenbaren jedoch eine Zeit- und Ortlosigkeit des Menschen, die die Manipulation des angepassten Konsumenten umso leichter macht. Der Lebensstil wird zu einem permanenten Horror vacui, einer Angst vor der Leere. Symptomatisch steht dafür der grinsende mit Diamanten geschmückte Schädel von Damien Hirst.

Der Dialog zwischen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts wie Erró, Robert Crumb, Steve Gianakos und Mel Ramos mit der jüngeren Generation, wie Spencer Tunick, Massimo Vitali, Daniele Buetti, Oliver Dorfer, Anton Henning, Cameron Platter, stellt einen humorvollen Umgang mit grundlegenden Themen der Menschheit dar: Lust-und Todestrieb, verlorener Selbst- und Herdentrieb. Im Gegensatz zur aktuellen politischen Korrektheit und der damit einhergehenden Bevormundung drückt die Auswahl der Künstler das politisch-soziale Engagement der Galerie Ernst Hilger aus. Sinnbildlich stehen dafür Anton Henning sowie Asgar/Gabriel, die die vom Markt geforderte Festlegung auf einen Stilbegriff verweigern. Die unter der Thematik Kapitalismus in dieser Ausstellung versammelten Künstler, haben schon immer voller Selbstironie den Nerv unserer Gesellschaft erfasst, indem sie bewusst mit Stereotypen und Vorurteilen spielen, diese gleichzeitig hinterfragen und dabei zu einer reflektierten Auseinandersetzung anregen. Mit schwarzem Humor behandelt der Comic-und Undergroundkünstler und mittlerweile zur Kultfigur gewordene Robert Crumb, Themen von Sex und Crime. Hier wird Kunst zur Résistance.

Jeanette Zwingenberger

Works by
Asgar/Gabriel: Daryoush Asgar und Elisabeth Gabriel
Daniele Buetti
Erró
Robert Crumb
Oliver Dorfer
Steve Gianakos
Anton Henning
Mel Ramos
Spencer Tunick
Massimo Vitali
Cameron Platter
Damien Hirst

Jeanette Zwingenberger (* 1962 in Memmingen) lebt und arbeitet als Kunsthistorikerin und freie Kuratorin in Paris.

 Galerie Ernst Hilger, Kondensierte Zeiten und implodierende Welten, curated by_Jeanette Zwingenberger, 2015, Daniele Buetti Bulgari (Looking For Love 1996–2014) C-print 70 × 50 ×

Galerie Ernst Hilger, Kondensierte Zeiten und implodierende Welten, curated by_Jeanette Zwingenberger, 2015, Daniele Buetti Bulgari (Looking For Love 1996–2014) C-print 70 × 50 ×

 Galerie Ernst Hilger, Kondensierte Zeiten und implodierende Welten, curated by_Jeanette Zwingenberger, 2015,Cameron Platter Endless Pleasure Love Vibes Lover G, 2012

Galerie Ernst Hilger, Kondensierte Zeiten und implodierende Welten, curated by_Jeanette Zwingenberger, 2015,Cameron Platter Endless Pleasure Love Vibes Lover G, 2012


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Galerie Ernst Hilger

Dorotheergasse 5 • 1010 Vienna • Austria

www.hilger.at

 

Gabriele Senn Galerie

 Exhibition View, FAMED-Privileg der Umstände, curated by Marcus Andrew Hurttig, Gabriele Senn Galerie, 2015, Courtesy: Gabriele Senn Galerie

Exhibition View, FAMED-Privileg der Umstände, curated by Marcus Andrew Hurttig, Gabriele Senn Galerie, 2015, Courtesy: Gabriele Senn Galerie

 

curated by_ Marcus Andrew Hurttig

Gabriele Senn Galerie

 

FAMED - Privileg der Umstände

Ausgehend vom Leitkonzept Tomorrow Today, das eine kritische Hinterfragung der kapitalistischen Strukturen des Kunstmarkts darstellt, wird die Künstlergruppe FAMED aus Leipzig ihre Rauminstallation Privileg der Umstände in der Gabriele Senn Galerie verwirklichen. Im Auftrag von FAMED wird ein Heiler/in die Räume der Galerie von negativen Energien befreien und energetisch neu einjustieren. Dabei werden Wand- und Bodenflächen mit positiven- und negativen Energiewerten ausgezeichnet. An der Stelle mit dem höchsten Positivwert wird FAMED eine Videoarbeit präsentieren, die den eben beschriebenen Reinigungsprozess zeigt. An den verbliebenen Stellen mit positiven Energiewerten soll das Programm der Galerie weitestgehend vollständig präsentiert werden. Hierdurch kommt es zu Konzentrationen und Verdichtungen von Kunst an den Wänden und auf dem Boden — dies alles ungeachtet eines kuratorischen Eingriffes, der im Kontext Galerie immer die Verkaufsoptimierung des Kunstwerkes zum Kalkül hat. Durch den Reinigungsakt wird die Gabriele Senn Galerie auf einen Nullpunkt zurückgesetzt, vergleichbar mit der Durchführung eines Resets an einem Computerserver.

Im technischen Sprachgebrauch bedeutet Reset, dass ein elektronisches System in einen definierten Anfangszustand gebracht wird. Dieser für den Benutzer schmerzliche Vorgang, weil sämtliche Daten irreversibel gelöscht werden, ist immer dann erforderlich, wenn das System nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert und auf die üblichen Eingaben nicht reagiert. Nach Armen Avanessian ist das System Kunst/Kunstmarkt im 21. Jahrhundert anfällig für Betriebsstörungen und nicht mehr im ordnungsgemäßen Zustand. Die Reset-Tastenkombination für das System Galerie Gabriele Senn würde somit durch FAMED mit ihrem künstlerischen Eingriff Privileg der Umstände betätigt werden.

Marcus Andrew Hurttig

 

Works by
Cosima von Bonin
Cäcilia Brown
André Butzer
Kerstin von Gabain
Kathi Hofer
Dennis Loesch
Marco Lulic
Ivo Kocherscheidt
Tomasz Kowalski
Kitty Kraus
Barbara Mungenast
Michael Riedel
Max Schaffer
Hank Schmidt in der Beek
Elfie Semotan
Hans Weigand
Wermke/ Leinkauf
 

Marcus Andrew Hurttig (*1974) lebt und arbeitet in Leipzig.


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Gabriele Senn Galerie

Schleifmühlgasse 1A • 1040 Vienna • Austria

www.galeriesenn.at

 

Galerie Andreas Huber

 Sidsel Meineche Hansen - Seroquel®, 2014, Video still, CGI video 8 min w. sound, Courtesy: Galerie Andreas Huber   

Sidsel Meineche Hansen - Seroquel®, 2014, Video still, CGI video 8 min w. sound, Courtesy: Galerie Andreas Huber

 

curated by_Rózsa Zita Farkas

Galerie Andreas Huber

 

Rehearsals in Instability

2015’s Curated by_vienna takes as it’s premise an accelerationist view of our present, that we may be in a sci-fi moment of capitalism (that is, witnessing its ruin). That we may be standing on a precipice, tipping its delicate balance towards something seductive – a moment of foreplay with a post-capitalist future. This view, this hope or promise put forward by 2015’s curatorial topic, suggests that “post-capitalism” is in our grasp perhaps through some of the propositions presented in recent artistic practices.

There is no doubt that capitalism as we conventionally know it is shifting; yet in its increasing financialisation it does not become any less real. Extreme disparity between rich and poor is rife, and oppression and exploitation of workers are still the markers of industrialisation across the world. Globalisation does not reverse the nation state, Schengen is more apparition than reality, or at the very least it’s awaiting possible liquidation.

No matter how much flipping happens, or how much the role of viewer shifts, ‘The Institution’ still plays the pivotal role in deciding the historic value of artists. Capitalism is as it always was: a reproductive social contract, it just has more places to occupy, and forms to take on – be that communicative, affective, cognitive, algorithmic, and so on.

For the exhibition Rehearsals in Instability at Galerie Andreas Huber we ask, what do we believe in? The possibilities opened up by the realisation that Fukyama’s end of history is even doubted by the banks (that, following from Srnicek, the loans aren’t doled out and the future as realistically capitalist is not so convincing) are dampened by the reality of living in a late capitalism that has stuffed every crease in society, every alternative to it, with its insatiable reproducing form. Thus, we doubt that capitalism provides a future, yet we are uncertain of how we might move out of it.

This exhibition presents specific works by artists that prompt or extrapolate on this seeping feeling of disbelief in the current state of capitalism, and rising awareness of the unsustainability of this world. Disbelief in something, as opposed to critique, is important: not only because it delegitimises, but also because it nods to the additional concern of how to oppose, or move beyond.

Traditional opposition as inbuilt into, or absorbed by, capitalist economy – is evident in the work of Charlie Woolley, which takes stereotypical countercultural motifs, and shows these as reified images and objects for consumption in contemporary lifestyles. We question further patterns of absorbency, or how systems are entwined, when viewing the work of Emily Jones, whose work All power emanates from the people. strips the context and disposition from a set of words; in a sense pulling apart one tangle ofaesthetics and politics, to reveal additional associations. In one gesture the work both mystifies and de-codifies the artist’s found text.

Both Maja Cule and Sidsel Meineche Hansen examine labour and how it forms the subject and our relations. In showing the specific labours that thrive in a post-2008 economy we are made more aware of their worrying ridiculousness. In turn Christopher Kulendran Thomas and Richard Nikl adopt some of the production processes of these new forms of labour – demonstrating at once the fragility as well as the evolution of production and distribution, and how it comfortably manifests as the environment or fabric of our society.

These artists destabilise images of our contemporary moment by showing it as a pervasive architecture, but one with cracks.

 

Works by
Maja Cule
Emily Jones
Christopher Kulendran Thomas
Sidsel Meineche Hansen
Richard Nikl
Charlie Woolley
 curated by_Rózsa Zita Farkas, Maja Cule - Facing the Same Direction, 2014, HD Video with Sound, Blu Ray Disc, 11:13 min, Courtesy: Galerie Andreas Huber

curated by_Rózsa Zita Farkas, Maja Cule - Facing the Same Direction, 2014, HD Video with Sound, Blu Ray Disc, 11:13 min, Courtesy: Galerie Andreas Huber

 curated by_Rózsa Zita Farkas, Sidsel Meineche Hansen - exhibition view, Galerie Andreas Huber, Vienna, 11.9.20151. – 7.11.2015, Photo: Stefan Lux

curated by_Rózsa Zita Farkas, Sidsel Meineche Hansen - exhibition view, Galerie Andreas Huber, Vienna, 11.9.20151. – 7.11.2015, Photo: Stefan Lux


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Galerie Andreas Huber

Karl-Schweighofer-Gasse 8/1 • 1070 Vienna • Austria

www.galerieandreashuber.at

 

Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

 RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler

RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler

 

curated by_Veit Loers

Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

 

Retro Store

Today und Tomorrow führen immer wieder ins Yesterday, vor allem in Wien. Neïl Beloufas               (* 1985, l. in Paris) Verwendung von Objekten und Installationen ist eine Besitznahme von vorhandenen Strukturen meist in die kapitalistische und imperialistische Wertewelt hinein. We are safe now heißt die Installation. Beloufas Raumteiler und tektonischen Elemente scheinen aus einer Gegenwelt zu stammen, es sind die Versatzstücke einer Science-Fiction-World, in der Gesundheit und Weltbeherrschung analog gesetzt werden.

Diesem Szenario antwortet Franz West (1947-2012, Wien) mit Unikaten und Multiples des Wohlstandes, des Genusses und einem grotesken Simulacrum seiner Artefakte. Essen und Trinken sind sozusagen die Prolegomena geistiger Tätigkeiten, die sich zum Diskurs anmelden. Handlungsanweisungen und Bilder stellen das generelle Missverständnis von Sprache und Bild dar.

Anne Speier (*1977, l. in Wien) wartet mit Collagen auf, in denen Diskussion untereinander eine gesellschaftliche Rangordnung absteckt. Alexander Wolf (*1975, l. in Wien) wartet mit einer kritischen Hommage an Maria Grengg (1889-1963, Wien) auf. Die österreichische Bilderbuchillustratorin, die ihre heile Welt in den Dienst des Führers stellte, inspiriert Wolf zu wunderlichen künstlerischen Arbeiten. Carmen Brucic (* 1972, l. in Tirol und Wien) zeigt mit ihren abgründigen Fotos der Lehrsammlung des Josephinums, wie Aufklärung und Dekadenz, Chirurgie und Erotik ganz nahe beieinander liegen.

John M Armleder (* 1948, l. in Genf und New York), Michael Kienzer (*1962, l. in Wien), die Gruppe FORT (Jenny Kropp *1978, l. in Berlin, Alberta Niemann *1982, l. in Berlin) und Rudolf Polanszky (*1951, l. in Wien) verstärken den Dunst der historischen Nebel. Eine verquere Geschichte leuchtet auf und wird in den Dienst des Kapitals gestellt. In der Ansammlung von Artefakten (Objekten) und Bildern öffnet sich ein Horizont für das Auftauchen von Geschichte an einem Ort heutigen Konsums zu einem fröhlich-makabren Reigen. Seine romantischen und humoristischen Einfälle verkehren sich schnell zu Menetekeln, die in die Welt von morgen hineinragen.

Veit Loers

 

Works by
John M Armleder
Neïl Beloufa
Carmen Brucic
FORT
Maria Grengg
Michael Kienzer
Rudolf Polanszky
Anne Speier 
Franz West  
Alexander Wolf
 
John M Armleder
Neïl Beloufa
Carmen Brucic
FORT
Maria Grengg
Michael Kienzer
Rudolf Polanszky
Anne Speier
Franz West
Alexander Wolf

Veit Loers (*1942 in Schaidt) ist seit 2003 als freier Autor und Kurator im deutschsprachigen Raum aktiv und lebt und arbeitet in Veneto, Italien.

 RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler

RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler

 RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler

RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler

 RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler

RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler

 RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler

RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler

 RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler

RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler

 RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler

RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler

 RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler

RETRO STORE curated by_Veit Loers, exhibition view, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2015, Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/ Michael Kofler


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Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

Seilerstätte 7 • 1010 Vienna • Austria

www.galeriethoman.com

 

Krinzinger Projekte

 Exhibition View, Verkauf in Nebenräumen, curated by_Harald Falckenberg, 2015, Galerie Krinzinger, Courtesy: Galerie Krinzinger

Exhibition View, Verkauf in Nebenräumen, curated by_Harald Falckenberg, 2015, Galerie Krinzinger, Courtesy: Galerie Krinzinger

 Exhibition View, Verkauf in Nebenräumen, curated by_Harald Falckenberg, 2015, Galerie Krinzinger, Courtesy: Galerie Krinzinger

Exhibition View, Verkauf in Nebenräumen, curated by_Harald Falckenberg, 2015, Galerie Krinzinger, Courtesy: Galerie Krinzinger

 

curated by_Harald Falckenberg

Krinzinger Projekte

 

Verkauf in Nebenräumen [Sales in the Side Rooms]

Die Ausstellung ist dem Label – im höflichen österreichischen Sprachgebrauch: dem Etikett – gewidmet, einer offenbar aussterbenden Spezies. Wie von Geisterhand dirigiert, verschwinden Labels weltweit von der Bildfläche. Man sagt, die Künstler wollen sie angeblich nicht mehr und Kuratoren naturgemäß schon gar nicht. Nichts soll die reine Kunst und ihre edle Präsentation stören. Ob bei der letztjährigen Retrospektive Sigmar Polkes im MoMA, den diesjährigen Einzel- und Gruppenausstellungen in der Züricher Limmatstraße oder den aktuellen Präsentationen
in Hamburger Galerien – keine noch so diskret angebrachten Hinweise auf den Künstler, das Herstellungsjahr, die Technik und die Provenienz dürfen ablenken. Dem Besucher stehen mehr oder weniger umfängliche Broschüren oder meist dürftige, hektographierte Saalzettel mit Skizzen der Hängung zur Verfügung. Er möge diese beim Rundgang durchblättern und die Raumskizzen ausjustieren – wenn er denn will.

Bei Galerieausstellungen fehlen oft genug selbst diese Hilfsmittel. Nur im Gespräch mit dem Galeristen sollen sich Werkphasen und die zeitgeschichtlichen Zusammenhänge der ausgestellten Arbeiten erschließen – wenn denn der Besucher solche Gespräche führen will. Die Gängelung ist irritierend und geradezu ärgerlich für fachkundiges Publikum, das sich in aller Ruhe zunächst einmal ein eigenes Bild machen will. Aber all das passt zu den modernen Marktstrategien der Verführung, wenn – um nur zwei Beispiele zu nennen – etwa die Werbung für Kraftfahrzeuge nicht mehr an PS-Zahlen, Sicherheitsfaktoren und den Volumina der Innen- und Kofferräume, sondern am Traum des Fahrens und Reisens als Sinnbild der Freiheit ausgerichtet ist, oder Fluggäste, die eigentlich schnell das Abfluggate erreichen wollen, durch eine Landschaft von Luxusshops mit großflächigen Plakaten und Videos der Design- und Modebranchen geleitet werden.

Kunst im Verständnis der Moderne als kritischer Gegenpol zum Wahren, Guten und Schönen weicht mehr und mehr postmoderner Beliebigkeit und ist längst fester Bestandteil dieser Traumfabrik des Konsums. Marktstrategen des globalen Kunstmarkts bestimmen das Geschäft und Kuratoren allerorten haben ihre Chance begriffen, Kunst als Aura, Faszination und Utopie zu präsentieren. Lasst uns doch bitte die Chance, aktuelle Kunst als Widerstand und Instanz des Nachdenkens zu verstehen, und die Label mit ihren offenen und versteckten Hinweisen auf diese Zusammenhänge. Das ist ein Plädoyer und dem Label ist diese Ausstellung gewidmet. Statt der Kunstwerke ohne Label werden in den Räumen der Galerie Krinzinger die Label ohne Kunstwerke an den Wänden gezeigt. Sollte es Interessenten geben, mögen sie sich an die Mitarbeiter der Galerie wenden. Der Verkauf findet in den Nebenräumen statt.

 

Works by
Marina Abramovic
Nader Ahriman
Kader Attia
Gottfried Bechtold
Joseph Beuys
Chris Burden
István Csákány
Christian Eisenberger
Pravdoliub Ivanov
Martha Jungwirth
Vikenti Komitski
Zenita Komad
Joseph Kosuth
Maha Malluh
Paul McCarthy
Jonathan Meese
Otto Muehl
Albert Oehlen
Werner Reiterer
Eva Schlegel
Sudarshan Shetty
Daniel Spoerri
Janos Sugar
Gavin Turk

 

Harald Falckenberg (*1943) lebt und arbeitet in Hamburg als Kunstsammler und Autor zahlreicher kunstthematischer Essays. 

 Exhibition View, Verkauf in Nebenräumen, curated by_Harald Falckenberg, 2015, Galerie Krinzinger, Courtesy: Galerie Krinzinger

Exhibition View, Verkauf in Nebenräumen, curated by_Harald Falckenberg, 2015, Galerie Krinzinger, Courtesy: Galerie Krinzinger

 Exhibition View, Verkauf in Nebenräumen, curated by_Harald Falckenberg, 2015, Galerie Krinzinger, Courtesy: Galerie Krinzinger

Exhibition View, Verkauf in Nebenräumen, curated by_Harald Falckenberg, 2015, Galerie Krinzinger, Courtesy: Galerie Krinzinger


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Krinzinger Projekte

Schottenfeldgasse 45 • 1070 Vienna • Austria

www.galerie-krinzinger.at

 

Galerie Steinek

 Exhibition view "Like the Deserts miss the Real", curated by Myriam Ben Salah, 2015, Galerie Steinek, Detail: Video by Abdullah Al Mutairi, Photo: Tachdjian

Exhibition view "Like the Deserts miss the Real", curated by Myriam Ben Salah, 2015, Galerie Steinek, Detail: Video by Abdullah Al Mutairi, Photo: Tachdjian

 

curated by_Myriam Ben Salah

Galerie Steinek

 

Like the Deserts Miss the Real

In her essay Gaze of Sci-Fi Wahabi (2007–2008), Qatari- American artist and writer Sophia Al-Maria describes the contemporary Arabian Gulf as “a region acting as an uncanny preview of long-imagined futures/nows, where love is mediated by mobile and death conquered by camera.” Over the last fifty years, the post-oil Arabian Gulf transformed so quickly it seems to have jumped through time. With no differentiation between old and new (everything is recent), it is the the realm of the “jawal” (mobile phone), of ever expanding malls, of fast cars and fast techs, of architectural master plans and environmental collapses; all of the above being parlous interfaces to globalized consumerism and a one-way ticket to a giddy global future no one was ready for.

 

"How would it be possible to accelerate the conditions of consumer capital in a region where they are already among the most accelerated in the world? What place is left to an emancipatory artistic imagination and to poetic practices when science-fiction becomes, indeed, the best kind of realism?"

 

This quirky reign of late capitalism is based on nothing but a resource doomed to disappear, making the whole situation look like a mirage or a hologram, in the sense that Baudrillard could claim that “the Gulf doesn’t exist”. This context inevitably puts into perspective any idea of “accelerationism”: how would it be possible to accelerate the conditions of consumer capital in a region where they are already among the most accelerated in the world? What place is left to an emancipatory artistic imagination and to poetic practices when science-fiction becomes, indeed, the best kind of realism? (J.G. Ballard).

Like the deserts miss the real departs from what Al Maria coins in her essay as “Gulf Futurism” to tackle a wider acceptation of the future as a formal and conceptual device that contributes to creating a shift in the artistic practices of a generation dealing with a failed utopian dream of pan-Arabism. Inspired from the band Everything but the Girl’s lyrics, the title of the exhibitions is a reference to “Welcome to the desert of the real” a title for Slavoj Zizek’s 2002 essay and a quote from the 1999 movie The Matrix, both alluding to a phrase in Jean Baudrillard’s Simulacra and Simulation. Diluted into some sort of time void, the future becomes a tool for artists to dive into a new way of relating images and objects and to draw the outlines of a dystopian tomorrowturned- today. From a deft manipulation of late capitalistic items like advertising or brand management to the use of architecture as a deliberate speculative exercise since it tests reality and triggers possibilities for the future, the works in the show shape a new space-time continuum where “archeology and science-fiction coincide in a notion of materiality” (Reza Negarestani).

Myriam Ben Salah

 
Works by
Sarah Abu Abdullah

Sarah Abu Abdallah
Abdullah Al Mutairi
Marwa Arsanios
GCC
Raja’a Khalid

Raja’a Khalid

 

Myriam Ben Salah (*1985) lebt und arbeitet als Kuratorin und freie Autorin in Paris. 

 Exhibition view “Like the Deserts miss the Real", curated by Myriam Ben Salah, 2015, Galerie Steinek, Detail of GCC outdoor installation: The One and Only Madinat New Museum Royal Mirage, 2014, Photo : eSeL.at

Exhibition view “Like the Deserts miss the Real", curated by Myriam Ben Salah, 2015, Galerie Steinek, Detail of GCC outdoor installation: The One and Only Madinat New Museum Royal Mirage, 2014, Photo : eSeL.at

 Exhibition view "Like the Deserts miss the Real", curated by Myriam Ben Salah, 2015, Galerie Steinek, Work by Marwa Arsanios, "Read the Titles", 2011, Poto : eSeL.at

Exhibition view "Like the Deserts miss the Real", curated by Myriam Ben Salah, 2015, Galerie Steinek, Work by Marwa Arsanios, "Read the Titles", 2011, Poto : eSeL.at

 Exhibition view "Like the Deserts miss the Real", curated by Myriam Ben Salah, 2015, Galerie Steinek, GCC,  Wish We Were Here, 2015 (Postcard) / Raja´a Khalid, Oud Aura, 2015, Photo : eSeL.at

Exhibition view "Like the Deserts miss the Real", curated by Myriam Ben Salah, 2015, Galerie Steinek, GCC,  Wish We Were Here, 2015 (Postcard) / Raja´a Khalid, Oud Aura, 2015, Photo : eSeL.at


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Galerie Steinek

Eschenbachgasse 4 • 1010 Vienna • Austria

www.galerie.steinek.at

 

Galerie Meyer Kainer

 Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_N.O.Madski, 2015, Courtesy: Galerie Meyer Kainer

Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_N.O.Madski, 2015, Courtesy: Galerie Meyer Kainer

 

curated by_N.O.Madski

Galerie Meyer Kainer

 

KAYA (Kerstin Brätsch / Debo Eilers)

Es beginnt mit einer Bühne, von unten beleuchtet. Man könnte sich die Figur darauf als aufrecht vorstellen, aktuell liegt sie aber – zu müde von der Performance, um weiterzumachen. Unser Unverständnis der Protagonistin wandelt sich, wenn wir ihre Überreste beobachten, sezieren, was von ihr übrig ist, die noch sichtbaren Lebensspuren deuten. Die Bühne wird zum Operationstisch – hier liegt KAYA.

Die Arbeit ist als Malerei konzipiert und hält dies insofern durch, als die Malerei entweder als Basis, als Rahmen oder als Hintergrund immer spürbar bleibt.
Grüne Nähte durchfurchen ihren Körper und punktieren die verschiedenen Polyester- und Vinylschichten an verschiedenen Stellen, halten manche ihrer Teile zusammen, binden andere am Boden fest und fixieren sie. Öl auf Polyesterfolie, Lederriemen, Gummidichtungen, Epoxidharz, Farbfotos, Alu, Draht, Baumwolle, Farbspray, Fleischerhaken, sandgestrahlte Halteleisten. Daraus besteht KAYAs Körper – aus Zeug, das sich mit der Zeit angesammelt hat und immer neu hinzugefügt wird, wenn sie ausgestellt wird.

Ihre Teile gehen bisweilen ineinander über und ergeben eine Einheit. Andere Teile ragen in irgendwelchen Winkeln aus dem Körper hervor, sie wurden noch nicht ganz assimiliert. Die Kunst von Kerstin Brätsch und Debo Eilers kracht aufeinander.Eine Malerei wird zum Monster.
Die echte Kaya ist heute 18 Jahre alt. Sie hat das Projekt inspiriert, aber als Gemeinschaftsarbeit existiert KAYA in einem gänzlich anderen Paradigma, in dem die Energien der einzelnen Projektphasen die Form definieren. Es geht um mehr als die Arbeit zweier Künstler. Diese Arbeit ist auch Ausdruck anderer Beziehungen – es ist eine Community, die hier zusammengeflickt wird und wuchert. Sie umfasst nicht nur Leute von außen, sondern auch die jeweilige Institution, ob Museum oder Galerie. Auch sie wird Teil des Prozesses KAYA.

Daniel Chew

Übersetzung: Thomas Raab/Alena Schmuck 

 

Works by_
Works by
Kerstin Brätsch
Debo Eilers

 

N.O.Madski (vormals bekannt als Nomad, *1978 in Cuxhaven) lebt und arbeitet als Künstler in Hamburg.

 Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_N.O.Madski, 2015, Courtesy: Galerie Meyer Kainer

Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_N.O.Madski, 2015, Courtesy: Galerie Meyer Kainer

 Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_N.O.Madski, 2015, Courtesy: Galerie Meyer Kainer

Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_N.O.Madski, 2015, Courtesy: Galerie Meyer Kainer

 Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_N.O.Madski, 2015, Courtesy: Galerie Meyer Kainer

Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_N.O.Madski, 2015, Courtesy: Galerie Meyer Kainer

 Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_N.O.Madski, 2015, Courtesy: Galerie Meyer Kainer

Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_N.O.Madski, 2015, Courtesy: Galerie Meyer Kainer

 Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_N.O.Madski, 2015, Courtesy: Galerie Meyer Kainer

Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_N.O.Madski, 2015, Courtesy: Galerie Meyer Kainer

 Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, curated by_N.O.Madski, 2015, Courtesy: Galerie Meyer Kainer

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Galerie Meyer Kainer

Eschenbachgasse 9 • 1010 Vienna • Austria

www.meyerkainer.com

 

Mario Mauroner Contemporary Art

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

 

curated by_Katharina Gregos

Mario Mauroner Contemporary Art

 

It’s Money Jim, but not as we know it

Die Gruppenausstellung It's Money Jim, but not as we know it reflektiert über das sich wandelnde Verständnis, die Beschaffenheit und unsere Wahrnehmung von Geld sowie dessen Verwendung und Rolle in der Welt von heute. Mit dem Auftauchen der ersten Münzen im alten Lydien
(heute Türkei) im 7. Jahrhundert v. Chr., der Erfindung des Papiergeldes in China im 7. Jahrhundert n. Chr., der Gründung von Banken in der Renaissance und dem jüngsten Aufkommen elektronischer Zahlungsmittel hat sich auch unser Begriff des Geldes mit der Zeit gewandelt.


Abgesehen von den jeweiligen Zentralbankreserven existiert das meiste Geld heute bloß in Form von digital zirkulierenden Zahlen, ausgedrückt in Bits und Bytes. Bankgeld besteht aus Kontoständen im Computer – und dem impliziten Glauben, das Geld sei verfügbar, wenn man es braucht. Immer weniger Geld liegt physisch vor. Geld und Finanzwirtschaft sind zusehends abstrakter und immaterieller geworden. 2009 wurde mit Bitcoin erstmals eine so genannte Kryptowährung erfunden. Dabei handelt es sich um eine digitale Währung, deren Schaffung und Umlauf einzig durch Verschlüsselungstechniken gewährleistet wird und die unabhängig von einer Zentralbank funktioniert.

 

"Wie hat sich das Konzept Geld im Lauf der Zeit entwickelt? Was verstehen wir heute unter Geld? Welche Formen nimmt es an?"


Der Kapitalismus hat sich von der Industrieproduktion auf Dienstleistungen, immaterielle Produktion und komplexe Finanzderivate ausgeweitet. Ausdrücke wie kognitiver Kapitalismus und Bio- Kapitalismus stehen heute für die Vermögensanhäufung durch Ausbeutung von Wissen und des gesamten menschlichen Körpers und seiner Fähigkeiten. Indes ist der Industriekapitalismus mit seiner materiellen Produktion nicht verschwunden. Er zieht sich vielmehr nach und nach in die südliche Hemisphäre zurück, während die Finanzwirtschaft – soll heißen: die Schaffung von mehr Geld durch Geld – die globalisierte Ökonomie beherrscht. Geld entsteht nunmehr aus dem Nichts. Alle festen eingerosteten Verhältnisse mit ihrem Gefolge von altehrwürdigen Vorstellungen und Anschauungen werden (in Nichts) aufgelöst. Die sukzessive Deregulierung zugunsten des privaten Unternehmertums hat Geld nicht nur mehr, sondern auch mächtiger werden lassen. Obwohl also paradoxerweise Geld heute weniger greifbar ist als je zuvor, ist seine Macht zulasten anderer Werte exponentiell angewachsen. Manch Kritiker spricht bereits von einer Tyrannei des Geldes’, und doch bleibt das Geld eine Sprache, die alle verstehen und die meisten wollen. Das Sprichwort‚ 'Geld regiert die Welt’ ist heute, könnte man also sagen, gültiger denn je.

Die Teilnehmenden an It’s Money Jim, but not as we know it reflektieren die materiellen und immateriellen Aspekte von Geld sowie dessen Funktion und Umlauf in der heutigen Gesellschaft. Einige von ihnen arbeiten mit Geld als Material, dessen physische Eigenschaften analysierbar, dekonstruierbar und veränderbar sind. Manche thematisieren Geld auf eher abstrakte und konzeptuelle Weise, während es andere wiederum einem monetären détournement unterziehen, um auf seine zahlreichen Verstrickungen mit der Gesellschaft hinzudeuten. Wie hat sich das Konzept Geld im Lauf der Zeit entwickelt? Was verstehen wir heute unter Geld? Welche Formen nimmt es an? Von der Münze und der Banknote bis zum Aufkommen von Plastikgeld, virtuellen Transaktionen und Bitcoin untersuchen die Künstlerinnen und Künstler die beispiellose Macht, die Geld heute auf die menschliche Vorstellungskraft ausübt.

 

Works by
Carlos Aires
Iván Argote
Alain Biltereyst
Danilo Correale
Federico Martínez Montoya
Jochen Höller
Nicolas Kozakis
Alfadir Luna & Antonio Vega Macotela
Tom Molloy
Pilvi Takala
Cristina Lucas
Lina Theodorou

 

Katerina Gregos (*1967 in Athen, Griechenland) ist eine Kunsthistorikerin, Kuratorin und Schriftstellerin. Sie lebt und arbeitet in Brüssel.

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art

Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Katharina Gregos, 2015, Courtesy: Mario Mauroner Contemporary Art


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Mario Mauroner Contemporary Art

Weihburggasse 26 • 1010 Vienna • Austria

www.galerie-mam.com

 

Galerie Emanuel Layr

 Annexes: books, editions & vitrines and a new presentation of "Berlin Local", curated by Catherine Chevalier & Benjamin Hirte, Installation View, Galerie Emanuel Layr

Annexes: books, editions & vitrines and a new presentation of "Berlin Local", curated by Catherine Chevalier & Benjamin Hirte,
Installation View, Galerie Emanuel Layr

 

curated by_Catherine Chevalier & Benjamin Hirte

Galerie Emanuel Layr

 

Present Now

Ich habe diese Fantasievorstellung in der Lee Loza-no, Dan Graham und Stephen Kaltenbach sich in einem Raum befinden, drauflosreden und Ideen austauschen. Mein persönlicher Traumtrilog. Oder ein Zweierdialog mit Lee als Verbindungsglied. Das ist ein Soho-Szenario, das 1969/70 möglich gewesen wäre, vielleicht in Lees Loft in der 60 Grand Street oder in der Nähe von Dan, eventuell auch bei Steve. Oder bei Dave‘s Corner oder in der St. Adrian’s Bar oder einfach auf der Straße.

Sarah Lehrer-Graiwer, Joint Dialogue

 

Ich wollte mit Berlin Local also eine Art von Gegenbewusstsein hervorheben: Eine Kultur, die auf eine ganz bestimmte Gemeinschaft bezogen ist, die ihre Werte formuliert oder etwas ausdrückt, das die Menschen aus der Umgebung in- teressiert, etwas, wovon sie sich angesprochen fühlen können. Außerdem glaube ich, dass Berlin eine Stadt ist, die von der Politik der jüngeren Geschichte mit ihren gegensätzlichen Ideen von einer kooperativeren, sozialen Gesellschaft einerseits und einer eher materiellen, kompetitiven Gesellschaftsform andererseits zerrissen wurde. Berlin befindet sich schon seit einer ganzen Weile in diesem Zwiespalt, darum ist die Aussage von Berlin Local: Hier sind wir! Das hier ist meine Identität. Ich bin hier. Das hier ist der Ort, an dem ich lebe, und dieser Ort ist ein ideologischer Scheideweg, Mehringdamm ist dieser Scheideweg, in seiner Nachbarschaft gibt es viele Menschen, die ihre eigene Lebensweise ausdrücken, und genau das wollte ich betonen. Diese Idee steht im Hintergrund der Arbeit Berlin Local, was, wie Sie richtig sagen, zu diesem Zeitpunkt ein streitbarer Titel ist. Er stellt sich gegen eine globalisierte Kultur, wie sie in der Welt und insbesondere in der Kunstwelt vorherrscht. Außerdem habe ich Kunst durch meine Arbeitsweise und die Art, wie sie sich entwickelt hat immer schon als soziales Phänomen betrachtet, als etwas, das zwischen den Menschen existiert –bis hin zu dem Punkt, dass der Betrachter eines Kunstwerks am Ende wichtiger ist als der Künstler. Man braucht eine Gemeinschaft und eine Öffentlichkeit, die der Arbeit Wert und Bedeutung geben. Wobei es insbesondere darum geht, die Vorstellung einer konzeptuellen und lokalen Bedeutung zu formulieren.

Stephen Willats, Berlin Local

 

Wenn die Medien das Soziale ermorden, dann hat das Soziale sich immer schon selbst ermordet. Die Sicherheit von Insiderinformationen und Gossip, welche die Gemeinschaft, die Kunstgeschichte und den Wert legitimieren, ist nur flüchtig und lässt einen in der Bereitschaft die Verseuchung durch genau jene Medien zu behaupten, die dieses Gefühl von Sicherheit, Trennung und Eingeschlossenheit erzeugen, sobald ihr beabsichtigter Entwicklungsverlauf verändert wird. Der Mehrwert der Gesellschaftsbeziehungen wird durch den Mythos des ortlosen Kunstwerks aufgewertet. Dieser Mehrwert führt die Kunst zur Aufgabe, Netzwerke zu stärken, zu managen, zu filtern und zu neutralisieren, um zwischen ihnen geschmeidigere Verbindungen zu ermöglichen.

Anstatt den Begriff des Kunstwerks zu bewahren, sollte man es als Taschenspielertrick sehen, der auf Freiheit oder räumliche Verschiebung hinweist, um uns in höhere Formen von Regulierung zu führen. Wenn Remediatisierung von Kunst Resozialisierung bedeutet, stellt sich die Frage, welche kulturelle Technik noch bleibt, die Abweichungen und Szenenwechsel möglich macht, aber zu- gleich den Wert und die heiligen Rechte des Status quo unangetastet lässt. In Ballards Narrativ war es der Verlust des Gefühls der Eingeschlossenheit, der uns als Impuls für Selbstkontrolle und eine zunehmende Beschleunigung des Kreislaufs innerhalb des eigenen Handlungsrahmens dient bis sich schließlich die Ansteckung von einen Turm zum nächsten ausbreitete.

Luke Cohen, „Charivari“, in Control Issue Nineteen

 

Die Idee war, dass wir schöne Dinge für zu Hause produzieren, mit unseren verschiedenen Begabungen und Fähigkeiten zusammenarbeiten und ein Heimgewerbe gründen, das wir mit unseren behinderten Freunden teilen können und dabei unsere kleine Gruppe auf eine unabhängige und angenehme Weise versorgen. 

Bernadette Van-Huy, „Single Moms“

Übersetzung: Nina Frantz/Rebekka Ladewig/ Thomas Raab/Alena Schmuck 

 
Works by
Bernadette Corporation
Hotel Charleroi
Jay Chung & Q Takeki Maeda
Karl Holmqvist
Axel Huber
Anne Imhof
Sarah Lehrer-Graiwer
Niklas Lichti
Mathieu Malouf
Moctezuma
Pro Choice
M/L Lena Henke und Marie Karlberg
Georg Petermichl
Alejandra Riera
Ferdinand Schmatz
Single Moms
Josef Strau
Ramaya Tegegne
Tanja Widmann
Stephen Willats
Heimo Zobernig
 
 

Catherine Chevalier – Kunstkriterin – lebt und arbeitet in Paris

Benjamin Hirte – Künstler – lebt und arbeitet in Wien

 Heimo Zobernig, Videoedition für Texte zur Kunst, 1991, Video (color and sound), 30:00min, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Heimo Zobernig, Videoedition für Texte zur Kunst, 1991, Video (color and sound), 30:00min, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Niklas Lichti, Excerpt from Lust & Learning, 2014, Fabric and plaster, Dimensions variable, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Niklas Lichti, Excerpt from Lust & Learning, 2014, Fabric and plaster, Dimensions variable, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Annexes: books, editions & vitrines and a new presentation of "Berlin Local", curated by Catherine Chevalier & Benjamin Hirte, Installation View, Galerie Emanuel Layr, 2015, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Annexes: books, editions & vitrines and a new presentation of "Berlin Local", curated by Catherine Chevalier & Benjamin Hirte,
Installation View, Galerie Emanuel Layr, 2015, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Annexes: books, editions & vitrines and a new presentation of "Berlin Local", curated by Catherine Chevalier & Benjamin Hirte, Installation View, Galerie Emanuel Layr, 2015, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Annexes: books, editions & vitrines and a new presentation of "Berlin Local", curated by Catherine Chevalier & Benjamin Hirte,
Installation View, Galerie Emanuel Layr, 2015, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Moctezuma/ Single Moms, Jewellery, Silk scarfs, Dimenstions variable Tanja Widmann, Eine von Euch (Willy Nilly Remix), 2012/ 2015, ipad draft for upcoming publication, Courtesy: Galerie Emanuel Layr 

Moctezuma/ Single Moms, Jewellery, Silk scarfs, Dimenstions variable Tanja Widmann, Eine von Euch (Willy Nilly Remix), 2012/ 2015, ipad draft for upcoming publication, Courtesy: Galerie Emanuel Layr 

 Stephen Willats, Wall drawing with diagram Posters, Discussion with Catherine Chevalier about Berlin Local at MD72, Video, 21:00

Stephen Willats, Wall drawing with diagram Posters, Discussion with Catherine Chevalier about Berlin Local at MD72, Video, 21:00


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Galerie Emanuel Layr

Seilerstätte 2/26 • 1010 Vienna • Austria

www.emanuellayr.com

 

Krobath Wien

 Exhibition View, Notes on Sculpture. A plea for deceleration, 2015, Galerie Krobath, Photo: Rudolf Strobl

Exhibition View, Notes on Sculpture. A plea for deceleration, 2015, Galerie Krobath, Photo: Rudolf Strobl

 Exhibition View, Notes on Sculpture. A plea for deceleration, 2015, Galerie Krobath, Photo: Rudolf Strobl

Exhibition View, Notes on Sculpture. A plea for deceleration, 2015, Galerie Krobath, Photo: Rudolf Strobl

 

curated by_Friederike Nymphius

Krobath Wien

 

Notes on Sculpture
A plea for deceleration


In den 1966 publizierten „Notes on Sculpture“ verwies Robert Morris auf die Bedeutung von Autonomie und Gestalt in der zeitgenössischen Bildhauerei. Er propagierte eine Skulptur, welche die Form zu ihrem Thema werden ließ und jegliches malerische Element wie Farbe eliminierte.
Daneben setzte sich Morris mit den Bedingungen der Wahrnehmung auseinander. Dabei stützte er sich auf eine Publikation des französischen Philosophen Maurice Merleau-Ponty mit dem Titel „Phenomenology of Perception“, die damals unter den Minimalisten Furore machte. Nach Merleau-Ponty ist die Realität nicht absolut, sondern hängt von unterschiedlichen, auch zufälligen Faktoren der Wahrnehmung ab, die sich ständig verändern.


Bis heute haben die von Robert Morris entwickelten Ideen für eine jüngere internationale Künstlergeneration nichts an Aktualität verloren. Der Fokus hat sich vom Objekt auf das Subjekt, von der Wahrnehmung der Form auf die Wahrnehmung des Menschen in der Gesellschaft verschoben. Mit der ausgeprägten physischen Präsenz ihrer Skulpturen entgegnen sie der Flüchtigkeit und Hektik des modernen Lebens.


Die Werke von Martin Boyce, Martin Creed, Dominik Lang, Monika Sosnowska, Katja Strunz und Tatiana Trouvé sind in der Gegenwart verankert. Die radikale Machart und sperrige Materialität ihrer Werke nimmt ihnen jeglichen ‘spielerischen’ Charakter und schafft Situationen, die mit physischer-psychischer Konfrontation bzw. totaler Verweigerung umschrieben werden müssen. Ihre Arbeiten entziehen sich dem raschen Konsum und den oberflächlichen Verwertungsmechanismen des immer kommerzieller agierenden Kunstmarkts. Auf die rasante Beschleunigung der industriellen Gesellschaft antworten sie mit Entschleunigung sowie mit der Auslotung der „conditio humana“. Die Verlangsamung gerät so zu einem wesentlichen Instrument auf der Suche nach einem dem Menschen angemessenen Tempo im Umgang mit sich selbst und der sich ständig beschleunigenden Welt.

Friederike Nymphius

 

Works by
Martin Boyce
Martin Creed
Dominik Lang
Monika Sosnowska
Katja Strunz
Tatiana Trouvé
 

Friederike Nymphius (*1968/DE) lebt als freie Kuratorin, Autorin und Sammlungsbeauftragte von internationalen Privatsammlungen in Berlin.

 Exhibition View, Notes on Sculpture. A plea for deceleration, 2015, Galerie Krobath, Photo: Rudolf Strobl

Exhibition View, Notes on Sculpture. A plea for deceleration, 2015, Galerie Krobath, Photo: Rudolf Strobl


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Krobath Wien

Eschenbachgasse 9 • 1010 Vienna • Austria

www.galeriekrobath.at

 

Christine König Galerie

 Exhibition View, Relational Changes, curated by_Cointemporary, 2015, Courtesy: Galerie Christine König

Exhibition View, Relational Changes, curated by_Cointemporary, 2015, Courtesy: Galerie Christine König

 

curated by_Cointemporary

Christine König Galerie

 

Relational Changes

Cointemporary.com ist eine von Künstlern betriebene Plattform, die Einzelkunstwerke höchstens zehn Tage lang oder bis zu ihrem Verkauf ausstellt. Der Hauptunterschied zu herkömmlichen Galerien ist, dass die Kunst ausschließlich mit Bitcoin bezahlt werden kann. Dadurch wird es nicht nur möglich, die ausgestellte Kunst dem monetären System zu entziehen, in dem sich die Gegenwartskunst gefangen sieht, sondern auch neue Möglichkeiten aufzuzeigen. Bitcoin ist eine hoch volatile und umstrittene (Krypto-) Währung, die Cointemporary ähnlich wie die Wertschöpfung in der zeitgenössischen Kunst begreift. Andererseits ist Bitcoin als dezentrales Zahlungssystem im Internet vom globalen Finanzsystem abgekoppelt und existiert noch nicht als äquivalentes Zahlungsmittel im Kunstbetrieb.

 

"Werden Galerien im Zuge des wahrscheinlichen Niedergangs von Papier-Dollars und Euros obsolet? Oder werden sie sich wandeln?"

 

Diese Themen hängen nicht nur auf vielfältige Weise mit Armen Avanessians Konzepttext für Tomorrow Today zusammen, sondern auch mit dem Thema Kunst und Kapital im Allgemeinen. Ein Ziel von Cointemporary ist es demgemäß, Bitcoin als Alternative vorzustellen, mit der man den Wert von Kunstwerken bemessen und die Kunst in ein emanzipatives Wirtschaftsmodell einbetten kann. Besonders wichtig ist diesbezüglich Blockchain, eine auf Server verteilte Datenbank, die die Geschichte aller mit Krypto-Währungen durchgeführten Transaktionen buchhalterisch aufzeichnet, indem sie jede davon einzeln kodiert. Befreiend ist diese Technik, weil sie uns von der Hegemonie des Bankgeldkreislaufs emanzipieren könnte. Die Möglichkeiten von Bitcoin oder anderer zukünftiger freier Zahlungssysteme lassen uns zudem freier über „Ausstellungsräume“ und die Art, wie wir Kunst verstehen, nachdenken. Werden Galerien im Zuge des wahrscheinlichen Niedergangs von Papier-Dollars und Euros obsolet? Oder werden sie sich wandeln? 

Cointemporary arbeitet also mit Zyklen eigener Art und hat sich für curated by_Vienna 2015 mit der Christine König Galerie zusammengetan. Gezeigt werden Werke, die lose mit Reflexion und unserer zyklischen Interaktion mit Kapital zusammenhängen. Was sehen wir, wenn wir auf uns selbst und unsere Beziehung zu Kunst und Kapital zurückblicken? Diese reflexiven Momente werden sich in einem Ausstellungsraum ereignen, der das Erleben einer möglichen Zukunft jenseits der üblichen Grenzen einer „kuratierten“ Ausstellung ermöglichen soll.

 

Works by

Ovidiu Anton
Marie Cool Fabio Balducci   
Katinka Bock
Elaine Cameron-Weir
Ida Ekbla   
Johannes Espe
Marc Horowitz
Shara Hughe
Helen Johnson
Meuser
Lorna Mills
Tony Oursler
Eirik Saethe
Anne Schneider
Klaus Schuste
Marian Tubbs
Harm van den Dorpel
Zuriel Waters
Amy Yao

 

Cointemporary.com ist eine Online-Plattform, die von den beiden Künstlern Valentin Ruhry und Andy Boot in Wien initiiert wurde. 

 Exhibition View, Relational Changes, curated by_Cointemporary, 2015, Courtesy: Galerie Christine König

Exhibition View, Relational Changes, curated by_Cointemporary, 2015, Courtesy: Galerie Christine König

 ANNE SCHNEIDER, Ohne Titel, 2015, Metallfolie, Öl. Acryl, Tempera, 150 x 51 cm, Courtesy: Galerie Christine König

ANNE SCHNEIDER, Ohne Titel, 2015, Metallfolie, Öl. Acryl, Tempera, 150 x 51 cm, Courtesy: Galerie Christine König

 Exhibition View, Relational Changes, curated by_Cointemporary, 2015, Courtesy: Galerie Christine König

Exhibition View, Relational Changes, curated by_Cointemporary, 2015, Courtesy: Galerie Christine König

 MEUSER, Flusskrebs, 1990 Eisen, Grundierfarbe 2 Teile, installiert 202 x 68 x 50 cm, Courtesy: Galerie Christine König

MEUSER, Flusskrebs, 1990 Eisen, Grundierfarbe 2 Teile, installiert 202 x 68 x 50 cm, Courtesy: Galerie Christine König

 KLAUS SCHUSTER, One Hotel, 2002, Lambda Print (3D Rendering), 82 x 63 cm, Ed. 3, Courtesy: Christine König Galerie

KLAUS SCHUSTER, One Hotel, 2002, Lambda Print (3D Rendering), 82 x 63 cm, Ed. 3, Courtesy: Christine König Galerie

 JOHANNES ESPER, ContiEco, 2001, Autoreifen, gefärbtes Wasser Maße variabel Unikat, Photo: Thorsten Hallscheidt

JOHANNES ESPER, ContiEco, 2001, Autoreifen, gefärbtes Wasser Maße variabel Unikat, Photo: Thorsten Hallscheidt

 MARIAN TUBBS, Vulgar Latin, 2014, Digitalvideo, Farbe, Ton, 5:39 min, Ed. 2/2 + 1 EA, Courtesy of the Artist and Minerva, Sydney

MARIAN TUBBS, Vulgar Latin, 2014, Digitalvideo, Farbe, Ton, 5:39 min, Ed. 2/2 + 1 EA, Courtesy of the Artist and Minerva, Sydney


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Christine König Galerie

Schleifmühlgasse 1A • 1040 Vienna • Austria

www.christinekoeniggalerie.com

 

Knoll Galerie

 Exhibition View, Łukasz Jastrubczak – hollow blocks in windowless room,   curated by_Sebastian Cichocki, 2015, Knoll Galerie, Courtesy: Knoll Galerie

Exhibition View, Łukasz Jastrubczak – hollow blocks in windowless room, curated by_Sebastian Cichocki, 2015, Knoll Galerie, Courtesy: Knoll Galerie

 

curated by_Sebastian Cichocki

Knoll Galerie

 

Łukasz Jastrubczak – hollow blocks in windowless room

The exhibition revolves around excerpts from “Minus Twelve”, Robert Smithson’s notes on the qualities of minimal art (1968).


All the displayed objects—artworks, documents and found objects—are related to the “Mirage” project (2011-ongoing) by the visual artist Lukasz Jastrubczak and the curator Sebastian Cichocki —which initially materialized as the book of the same title. It consisted of correspondence between the authors, in the form of a game or “duel” of images and text. Jastrubczak’s photographs arose during the artist’s journey around the United States, and Cichocki’s textual responses (treated as “curatorial guides and references”) were written in Poland and based, in part, on earlier essays by Smithson and other artists active in the 60s and 70s. In response to photographs sent by email, texts arose that were guides for the taking of subsequent photos, and so on. The authors had only 24 hours to respond. The book was then reinterpreted in a series of staged lectures, concerts, public readings, and finally the film “Mirage: In Order of Appearance”. The film was shot in the summer of 2014, when the authors decided to go on an American journey in the footsteps of theirs protagonists: the pioneer of green conceptualism John G. Lee, his partner Anna Zaloon and the teenage hitchhiker Mia. Some elements in the exhibitions are cameo appearances by guest artists (including the legendary conceptual artist, Robert Barry), works interwoven into the somehow cinematic sequence of events.

 

Works by
Lukasz Jastrubczak
 

Sebastian Cichocki ist Kurator und Vizedirektor des Museum of Modern Art, Warschau. 

 Exhibition View, Łukasz Jastrubczak – hollow blocks in windowless room,   curated by_Sebastian Cichocki, 2015, Knoll Galerie, Courtesy: Knoll Galerie

Exhibition View, Łukasz Jastrubczak – hollow blocks in windowless room, curated by_Sebastian Cichocki, 2015, Knoll Galerie, Courtesy: Knoll Galerie

 Exhibition View, Łukasz Jastrubczak – hollow blocks in windowless room,   curated by_Sebastian Cichocki, 2015, Knoll Galerie, Courtesy: Knoll Galerie

Exhibition View, Łukasz Jastrubczak – hollow blocks in windowless room, curated by_Sebastian Cichocki, 2015, Knoll Galerie, Courtesy: Knoll Galerie

 Exhibition View, Łukasz Jastrubczak – hollow blocks in windowless room,   curated by_Sebastian Cichocki, 2015, Knoll Galerie, Courtesy: Knoll Galerie

Exhibition View, Łukasz Jastrubczak – hollow blocks in windowless room, curated by_Sebastian Cichocki, 2015, Knoll Galerie, Courtesy: Knoll Galerie

 Exhibition View, Łukasz Jastrubczak – hollow blocks in windowless room,   curated by_Sebastian Cichocki, 2015, Knoll Galerie, Courtesy: Knoll Galerie

Exhibition View, Łukasz Jastrubczak – hollow blocks in windowless room, curated by_Sebastian Cichocki, 2015, Knoll Galerie, Courtesy: Knoll Galerie

 Exhibition View, Łukasz Jastrubczak – hollow blocks in windowless room,   curated by_Sebastian Cichocki, 2015, Knoll Galerie, Courtesy: Knoll Galerie

Exhibition View, Łukasz Jastrubczak – hollow blocks in windowless room, curated by_Sebastian Cichocki, 2015, Knoll Galerie, Courtesy: Knoll Galerie


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Knoll Galerie

Gumpendorfer Straße 18 • 1060 Vienna • Austria

www.knollgalerie.at

 

Georg Kargl Fine Arts

 Vermeir & Heiremans,  Masquerade , 2015, Video Installation, Poto: Michael De Lausnay

Vermeir & Heiremans, Masquerade, 2015, Video Installation, Poto: Michael De Lausnay

 

Curated by_Barnabás Bencsik

Georg Kargl Fine Arts

 

Subtle Patterns of Capital

In den letzten Jahrzehnten ist die Gegenwartskunst als weltweite Industrie allgegenwärtig geworden. Sie richtet sich nach den komplizierten Regeln und Gesetzen, die die Akteurinnen und Akteure der Szene in einem stark hierarchischen Netzwerk repräsentieren. Die permanent wachsende Nachfrage durch Sammler, Galerien und Institutionen, die entgegen der öden Krisenrhetorik den Kunstmarkt konstant überhitzt hält, bietet ein verlockendes Umfeld für spekulative und innovative Investoren. Die Künstler und Künstlerinnen an der Spitze der Nahrungskette des globalen Kunstmarkts sind Teil der halbtransparenten, ja bisweilen gänzlich undurchsichtigen Dynamik dieses weltweiten Wettbewerbs. Die meisten von ihnen suchen daher nach der richtigen Strategie, ihre künstlerische Position und kritische Distanz beibehalten zu können.

Die Ausstellung soll die komplexen Beziehungen zwischen der zeitgenössischen Kunstproduktion und den Playern auf dem internationalen Kunstmarkt verdeutlichen. Die Verwertungslogik des Kunstbetriebs hat sich die erfolgreichsten Strategien und Taktiken aus den Geschäftsmodellen der Anlageverwaltung und des Finanzsektors einverleibt. Das gesamte System befindet sich in einem Wandlungsprozess, der auf Nachfrage und Anforderungen eines zunehmend globalen Markts reagiert. Die Prinzipien des neoliberalen freien Markts haben die kritische Position des Künstlers assimiliert. Künstlerinnen und Künstler werden immer wichtiger, zugleich jedoch verliert das ideologische Vokabular, mit dem sie unsere kontroverse Realität beschreiben, immer mehr an Relevanz. Die Machtstrukturen der politischen, kulturellen und geschäftlichen Eliten verzahnen sich immer mehr.

 

„Man geht gemeinhin davon aus, dass Geld den Wert dessen bestimmt, was gesehen wird, nämlich den Wert des Gegenstands. Was indes wirklich gekauft wird, ist das, was man nicht sieht, nämlich die potentiellen Nachwirkungen des Gegenstands in den – vor allem äußerst komplizierten und unbewussten – Wahrnehmungen, subjektiven Entscheidungen und Verhaltensweisen von Millionen Menschen. Die kreative Finanzwirtschaft von heute erzeugt Geld aus Nichts. Im Fall der Kunst macht es Geld möglich, auch das Unsichtbare zu kaufen.“

 

Im Bereich der Kultur spielt die zeitgenössische Kunst offensichtlich eine wichtigere Rolle als je zuvor. Ihre symbolische Macht zeigt sich nicht nur an den exorbitanten Preisen, die regelmäßig auf internationalen Auktionen erzielt werden, sondern auch an der zunehmenden Beliebtheit von Großausstellungen, Biennalen und Festivals. Das wirtschaftliche Potential der Kunst zieht viel Investitionskapital an. Da jedoch Kunstwerke auch einen symbolischen Wert besitzen, wird ihre Bewertung und ihr Preis nicht nur weiterhin Gesprächsstoff bieten, sondern auch dem Spekulationsverdacht ausgesetzt sein.

Der bekannte Kulturökonom Pier Luigi Sacco schreibt dazu: „Man geht gemeinhin davon aus, dass Geld den Wert dessen bestimmt, was gesehen wird, nämlich den Wert des Gegenstands. Was indes wirklich gekauft wird, ist das, was man nicht sieht, nämlich die potentiellen Nachwirkungen des Gegenstands in den – vor allem äußerst komplizierten und unbewussten – Wahrnehmungen, subjektiven Entscheidungen und Verhaltensweisen von Millionen Menschen. Die kreative Finanzwirtschaft von heute erzeugt Geld aus Nichts. Im Fall der Kunst macht es Geld möglich, auch das Unsichtbare zu kaufen.“ Die Ausstellung vereint künstlerische Positionen, die unterschiedliche Zugänge zu und Verflechtungsebenen zwischen Kunst und Ökonomie darstellen. Im Besonderen werden folgende Parameter untersucht: künstlerische Kreativität und ihre Ausbeutung, spekulative Charakteristika des globalen Kunstmarktes, die Virtualisierung von Objekten und der Wirtschaft im Ganzen einschließlich von Kunstwerken, die kritische Hinterfragung des Beurteilungssystems und die Funktion von Kunst als Asset in der neoliberalen Marktwirtschaft.

Barnabás Bencsik
 

Works by
Ryan Gander
Ferenc Gróf
Nicolas Jasmin
Antal Lakner
Little Warsaw (András Gálik & Bálint Havas)
Thomas Locher
Falke Pisano
Julien Previeux
Sociéte Réaliste
Vermeir & Heiremans
Stephen Willats
 

Barnabás Bencsik (* 1964) lebt und arbeitet als Kurator in Budapest. 

 Nicolas Jasmin,  Untitled (NEW/INSIDE) , 2013, Track List Painting, aus der Werkgruppe für einen Investmentbanker, Mischtechnik auf Jute, 33 x 21 cm, Courtesy: der Künstler

Nicolas Jasmin, Untitled (NEW/INSIDE), 2013, Track List Painting, aus der Werkgruppe für einen Investmentbanker, Mischtechnik auf Jute, 33 x 21 cm, Courtesy: der Künstler

 Ryan Gander,  A lamp made by the artist for his wife (Forty eighth attempt) , 2014, Alltagsgegenstände und –materialien, 10 x 75 x 44 cm, Courtesy: der Künstler & Annet Gelink Gallery, Amsterdam

Ryan Gander, A lamp made by the artist for his wife (Forty eighth attempt), 2014, Alltagsgegenstände und –materialien, 10 x 75 x 44 cm, Courtesy: der Künstler & Annet Gelink Gallery, Amsterdam

 Antal Lakner,  INERS First Life – SCROLL MASTER , 2015, Prototyptest durch Benutzer, Budapest, Courtesy: der Künstler

Antal Lakner, INERS First Life – SCROLL MASTER, 2015, Prototyptest durch Benutzer, Budapest, Courtesy: der Künstler


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Georg Kargl Fine Arts

Schleifmühlgasse 5 • 1040 Vienna • Austria

www.georgkargl.com

 

Galerie Martin Janda

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

 

curated by_Joe Scanlan

Galerie Martin Janda

 

The * of Love •

Vor den Hyperlinks gab es den Asterisk [*], um uns darüber zu informieren, wenn hinter etwas, das wir lesen, mehr steckt als beschrieben werden kann. Heute*,  mit dem Internet*, rechtfertigt beinahe jedes Wort* oder Ding*, das wir verwenden*, um Bedeutung* zu vermitteln*, die Kennzeichnung* durch einen Asterisk*. Diese Ausstellung schlägt vor, dass der Asterisk der Kunst die Liebe ist.

 

"Eigentlich vollenden wir keine Kunstwerke, sondern wir brechen mit ihnen, lassen sie los, gehen zum nächsten über."

 

Künstlerinnen und Künstler lieben den Prozess, Kunstwerke zu schaffen. Kunst zu machen lässt uns nicht nur den Tag achtsam verbringen, die unweigerliche Mangelhaftigkeit jedes Ergebnisses verlangt stets nach einem neuen Versuch und stellt unsere Hingabe und Motive immer von neuem in Frage. Eigentlich vollenden wir keine Kunstwerke, sondern wir brechen mit ihnen, lassen sie los, gehen zum nächsten über. Wie die Liebe hat auch die Kunst also einen komplexen Rhythmus, ist eine unermüdliche Tätigkeit, die Routine verachtet.

Spinoza meinte, Liebe sei die Erfahrung von Freude an etwas außerhalb von uns. Als solche steigere sie unsere Kraft zu handeln und zu denken. Dem stimmen wir zu. Aber die äußeren Dinge sind zugleich jene Dinge, die wir nicht kontrollieren können. Sogar unter den besten Umständen kann dieser Kontrollverlust unerwartet schmerzlich erlebt werden. Kunst hilft uns, tut uns aber auch weh. Trotz vieler Jahre Erfahrung können wir uns als Künstlerinnen und Künstler niemals sicher sein, welche unserer Handlungen in welchem Zusammenhang welche Wirkung haben werden.

Alles, was wir tun können, und das besonders in Krisenzeiten, ist liebevoll zu handeln. Für Doug Ashford bedeutet das, sein tief empfundenes Gefühl für Farben und Proportionen auf die Nachwehen eines der traumatischsten Tage seines Lebens anzuwenden. Für Geta Bratescu bedeutet es, unser Einfühlungsvermögen mit vereinzelten Fragmenten aus Papier und Stoff anzuregen. Für Dexter Sinister wiederum bedeutet es, so mit Bildern und Texten anderer umzugehen, dass beide gewinnen. Für Polly Korbel schließlich bedeutet es darauf zu vertrauen, dass das Publikum mit ihrem Körper vorsichtig umgeht, auch wenn es Hammer und Nägel zur Verfügung bekommt.

Der Neoliberalismus bedroht unser Leben nicht als solcher, sondern weil wir unsere Liebesfähigkeit reduziert haben. Liebe ist größer als Ökonomie. Die Krise der Kunst, ob in Zukunft oder heute, kommt von der unerfüllbaren Erwartung, Künstler könnten mit ihren Werken Liebe in ökonomischen Begriffen ausdrücken.

 

Works by
Doug Ashford
Geta Bratescu
Dexter Sinister
Polly Korbel

 

Joe Scanlan (* 1961 in Circleville, US) lebt und arbeitet als Künstler und Lehrender in New York. 

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015, Photo: Markus Wörgötter

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Exhibition View, Galerie Martin Janda, curated by_Joe Scanlan, 2015,Photo: Markus Wörgötter


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Galerie Martin Janda

Eschenbachgasse 11 • 1010 Vienna • Austria

www.martinjanda.at

 

Kerstin Engholm Galerie

 Exhibition View, Cartoon Physics, curated by_Chris Fitzpatrick, 2015, Galerie Kerstin Engholm, Photo: Stefan Lux

Exhibition View, Cartoon Physics, curated by_Chris Fitzpatrick, 2015, Galerie Kerstin Engholm, Photo: Stefan Lux

 

curated by_Chris Fitzpatrick

Kerstin Engholm Galerie

 

Cartoon Physics

Die Gesetze der Physik gelten nicht für Cartoons. Wenn wir diese gesetzlose Dimension ausdehnen und ihre Unlogik auf unsere Sphären übersetzen, dann bietet uns die grenzenlose Elastizität der Cartoon-Physik eine exiblere Denkweise auf alles — von den komischen und bedrohlichen Implikationen der Künstlichen Intelligenz bis zu den schiefen Ellipsen des Informationsflusses, vom schwindenden Anthropozentrismus bis zu den scheinbar esoterischen Mechanismen der Finanzspekulation von heute (und sogar darauf, ob heute überhaupt noch eine relevante zeitliche Koordinate ist).

 

"Das Setting besteht aus fast 2.000 Science-Fiction-Romanen, die am Rand der Galerie eine alphabetisch geordnete Landschaft bilden."

 

Die zeitgenössische Kunst funktioniert gleich. Cartoon Physics eröffnet am 10. September 2015 und zeigt interdisziplinäre Arbeiten von Nick Bastis (US), Nina Beier (DK), Liudvikas Buklys (LT), Angie Keefer (US), Nicholas Matranga (US), den Post Brothers (US) und Anne-Mie Van Kerckhoven (BE). Das Setting besteht aus fast 2.000 Science-Fiction-Romanen, die am Rand der Galerie eine alphabetisch geordnete Landschaft bilden. Sie wird bevölkert von einer bunt durcheinander gewürfelten Kunstpopulation aus zwei Paaren rosaroter Pferde, die auf zwei Spannleinwände gedruckt (bzw. verdruckt) sind, diversen kryptischen Logos, im Kupfersiebdruckverfahren auf Vorder- und Rückseite von Visitenkarten aus 400-Gramm-Karton aufgebracht, neun Teppichmustern, deren dicke Acrylfarben das ABC des Marketing deklinieren, einer freistehenden Scheibe aus Teleprompter-Glas bestehend aus zwei unterschiedlich opaken Schichten, zwei Staubsaugerrobotern, deren Künstliche Intelligenz so gehackt wurde, dass sie nun einen nach dem elektronischen Rauschen in der Luft choreographierten Tanz vollführen, Schnecken, die Vinylobjekte und Schaufensterglas verschleimen sowie einer Plakatserie, die die Grammatik jener sinnleeren Allegorien nachäfft, die sich derzeit kannibalisch durch Bilddatenbanken im Internet fressen. Das Ganze wird von einem TV-Sprecher kommentiert, der in eine Cartoon-Welt projiziert wird, in der er die Machenschaften der Kredit- und Anlagespekulation mit einem aufgemalten Loch vergleicht. 

 

Works by
Nick Bastis
Nina Beier
Liudvikas Buklys
Angie Keefer
Nicholas Matranga
Post Brothers
Anne- Mie Van Kerckhoven
 

Chris Fitzpatrick (*1978) lebt und arbeitet in München als Direktor des Kunstvereins München. 

 Exhibition View, Cartoon Physics, curated by_Chris Fitzpatrick, 2015, Galerie Kerstin Engholm, Detail: Nick Bastis, When you don't find what you're looking for, sleep, Galerie Kerstin Engholm, (Eames Side Chair / Hee Welling Bar Stool / Le Corbusier Swivel Chair), 2014, Photo: Stefan Lux

Exhibition View, Cartoon Physics, curated by_Chris Fitzpatrick, 2015, Galerie Kerstin Engholm, Detail: Nick Bastis, When you don't find what you're looking for, sleep, Galerie Kerstin Engholm, (Eames Side Chair / Hee Welling Bar Stool / Le Corbusier Swivel Chair), 2014, Photo: Stefan Lux

 Exhibition View, Cartoon Physics, curated by_Chris Fitzpatrick, 2015, Galerie Kerstin Engholm, Photo: Stefan Lux

Exhibition View, Cartoon Physics, curated by_Chris Fitzpatrick, 2015, Galerie Kerstin Engholm, Photo: Stefan Lux

 Exhibition View, Cartoon Physics, curated by_Chris Fitzpatrick, 2015, Galerie Kerstin Engholm, Photo: Stefan Lux

Exhibition View, Cartoon Physics, curated by_Chris Fitzpatrick, 2015, Galerie Kerstin Engholm, Photo: Stefan Lux

 Exhibition View, Cartoon Physics, curated by_Chris Fitzpatrick, 2015, Galerie Kerstin Engholm, Photo: Stefan Lux

Exhibition View, Cartoon Physics, curated by_Chris Fitzpatrick, 2015, Galerie Kerstin Engholm, Photo: Stefan Lux

 Exhibition View, Cartoon Physics, curated by_Chris Fitzpatrick, 2015, Galerie Kerstin Engholm, Photo: Stefan Lux

Exhibition View, Cartoon Physics, curated by_Chris Fitzpatrick, 2015, Galerie Kerstin Engholm, Photo: Stefan Lux

 Exhibition View, Cartoon Physics, curated by_Chris Fitzpatrick, 2015, Galerie Kerstin Engholm, Photo: Stefan Lux

Exhibition View, Cartoon Physics, curated by_Chris Fitzpatrick, 2015, Galerie Kerstin Engholm, Photo: Stefan Lux


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Kerstin Engholm Galerie

Schleifmühlgasse 3 • 1040 Vienna • Austria

www.kerstinengholm.com

 

Projektraum Viktor Bucher

 Patrizio Di Massimo  Dentro di me  (Inside me), 2013. 130 Pölster aus Samt, Baumwolle und Satin, Besätze. Live Performance. Circa 150 x 250 x 200 cm. Einzelstück/Unique. Courtesy: der Künstler/the artist und/and T293, Rom

Patrizio Di Massimo Dentro di me (Inside me), 2013. 130 Pölster aus Samt, Baumwolle und Satin, Besätze. Live Performance. Circa 150 x 250 x 200 cm. Einzelstück/Unique. Courtesy: der Künstler/the artist und/and T293, Rom

 Adam Christensen´s outstanding performance during opening (song-texts by Matthew Dickman) Photo: Francisco Peralta Torrejón

Adam Christensen´s outstanding performance during opening (song-texts by Matthew Dickman) Photo: Francisco Peralta Torrejón

 

curated by_Vincent Honoré

Projektraum Viktor Bucher

 

Impossible Love

My love comes to me
in ribbons and robes
roses and thorns
foxes and crows He tells me he loves me
by the end of his whip
my loneliness flickers
like a candle once lit Love is a very good dog, my love
love is a very good dog,
love is a very good dog my love
a very good, very good, dog My lover knows me
by zippers and chains,
cocaine and lipstick,
sheets white and stained Oh love is a very good dog, my love
a very good, very good, dog He loves me when I beg and sit,
I come when he calls me,
I come undone,
I come whimpering and clean
I burn down the forest and conquer the sea Oh love is a very good dog, my love
love is a very good dog,
love is a very good dog my love,
a very good, very good, dog

A VERY GOOD DOG, 2015. Matthew Dickman

 

Impossible Love
Impossible Love is a portrait of a feeling to come, a story that speaks about the immateriality of desire and its blues. An accumulation of disrupted temporalities creates the setting for an essentially performative project. Invited artists, actors, poets, musicians and performers create an utmost decadent representation of a hopelessness to be most hunted, and never possessed. An exhibition should be an organism–in essence - unnameable, like a feeling that should never cease to constitute or to escape itself: an exhibition should be a desire. In this sense, the proposed exhibition is an experience more of loss than of accumulation, facing immateriality more than gathering objects: a constant loss of its own sense, at least. Whatever its protocols, its procedures, its strategies, I understand this exhibition to be a system of desires and, in fact, a pluralist history with multiple temporalities. As curator, my role is to be its narrator, to understand its failures and tell its story. What we will create is an impossible museum, a museum not of objects but of stories. “The work [in this museum] draw whoever devotes himself to [them] towards the point where [they] undergo the ordeal of impossibility: an experience which is precisely nocturnal, which is that of the night” (Maurice Blanchot). What we will create is a fiction: we will tell the story of a feeling to come. 

 

Works by
Juliette Blightman
Adam Christensen
Matthew Dickman
Patrizio Di Massimo
Nick Mauss
Eddie Peake
Zoe Williams

 

Vincent Honoré lives in London. Vincent is a curator and publisher and he is director and chief curator of DRAF (David Roberts Art Foundation) in London. 

 Adam Christensen "Impossible Love", 2015. Acrylic on wood. 8 x 10 cm. Courtesy the artist and Viktor Bucher   

Adam Christensen "Impossible Love", 2015. Acrylic on wood. 8 x 10 cm. Courtesy the artist and Viktor Bucher

 

 Zoe Williams. Cape Crème, 2011. Reversible hand dyed and digitally printed silk cape, with mink tail details. Approx 140 x 300 cm. Courtesy: Viktor Bucher

Zoe Williams. Cape Crème, 2011. Reversible hand dyed and digitally printed silk cape, with mink tail details. Approx 140 x 300 cm. Courtesy: Viktor Bucher

 Eddie Peake,  Fashion Work 17 , 2010. Black ink on fashion magazine page. 11 1/4 x 8 11/16 in. (28.5 x 22 cm) (unframed) © Eddie Peake & White Cube. Courtesy: Viktor Bucher

Eddie Peake, Fashion Work 17, 2010. Black ink on fashion magazine page. 11 1/4 x 8 11/16 in. (28.5 x 22 cm) (unframed) © Eddie Peake & White Cube. Courtesy: Viktor Bucher


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Projektraum Viktor Bucher

Praterstrasse 13/1/2 • 1020 Vienna • Austria

www.projektraum.at

 

Galerie Raum mit Licht

 Exhibition View, Raum mit Licht, curated by_Ruth Noack, 2015, Photo: Tina Gverovic   

Exhibition View, Raum mit Licht, curated by_Ruth Noack, 2015, Photo: Tina Gverovic

 

 Exhibition View, Raum mit Licht, curated by_Ruth Noack, 2015, Photo: Tina Gverovic

Exhibition View, Raum mit Licht, curated by_Ruth Noack, 2015, Photo: Tina Gverovic

curated by_Ruth Noack

Raum mit Licht

 

Notes on crisis, currency and consumption

Es ist möglich, mit feministischer Kunst eine nichtfeministische Ausstellung zu machen. Und umgekehrt kann man eine feministische Ausstellung aus nichtfeministischer Kunst bauen. Nicht jeder Text, der sich eines politischen Vokabulars bedient, vermittelt an seine Leser_innen auch schon Politik. So genügt es z.B. nicht zu behaupten, dass „künstlerische Einbildungskraft und poetische Praxen uns helfen können, den Eintritt in eine postkapitalistische Gesellschaft zu beschleunigen“ (Armen Avanessian), man muss auch zeigen wie das geht. Nina Powers nennt den Accellerationismus, Alberto Toscano zitierend, "etwas, das sich nicht unbedingt zu dem zusammenfügt, was man Theorie nennen würde."

 

"Vielleicht ist Kunst sogar ein adäquates Ausdruckmittel für das Begehren nach einer anderen Art, die Welt miteinander zu teilen. Vielleicht ist sie ein Werkzeug, das „Konflikte, Widersprüche, Konkurrenz, Privilegien und gegensätzliche politische Meinungen und Interessen“ nicht verleugnet"


Doch lassen wir die Theorie vorerst beiseite und denken an Politik. Viele werden zustimmen, dass Kunstwerke zur Analyse des gesellschaftlichen Istzustands beitragen können. Vielleicht ist Kunst sogar ein adäquates Ausdruckmittel für das Begehren nach einer anderen Art, die Welt miteinander zu teilen. Vielleicht ist sie ein Werkzeug, das „Konflikte, Widersprüche, Konkurrenz, Privilegien und gegensätzliche politische Meinungen und Interessen“ nicht verleugnet (Antke Engel)? Aber ist Kunst damit schon politisch? Zur Politik gehört das handfeste Eingreifen in Machtverhältnisse und Regierungsformen und dafür braucht es Menschen, die bereit — und fähig — sind, das gemeinsam zu tun. Diese Ausstellung schreibt sich die Politik nicht auf die Fahnen. Und ihre Werke unterwerfen sich keinem idealistischen Akzelerationsparadigma. Dort, wo sich die Künstlerinnen und Künstler mit Produktionsverhältnissen, Geld- und Warenflüssen beschäftigen, geht es um konkrete Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Entfremdung. Doch auch um Modalitäten: Sind Krise, Geldumlauf und Konsum jenseits des Kapitalismus zu denken? Was ist ihr Material und wie lässt es sich transformieren?

 

Works by
Gerd Arntz
Wu Dandan
Ines Doujak
Tina Gverovic
George Osodi
Koen Theys
Willem Oorebeek



Ruth Noack (* 1964 in Heidelberg) lebt und arbeitet als Autorin, Kunstkritikerin, Universitätslektorin und Ausstellungsmacherin in Berlin. 

 Exhibition View, Raum mit Licht, curated by_Ruth Noack, 2015, Photo: Tina Gverovic

Exhibition View, Raum mit Licht, curated by_Ruth Noack, 2015, Photo: Tina Gverovic

 Exhibition View, Raum mit Licht, curated by_Ruth Noack, 2015, Photo: Tina Gverovic

Exhibition View, Raum mit Licht, curated by_Ruth Noack, 2015, Photo: Tina Gverovic


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Galerie Raum mit Licht

Kaiserstrasse 32 • 1070 Vienna • Austria

www.raum-mit-licht.at

 

Galerie nächst St.Stephan

 Exhibition View, Galerie nächst St.Stephan Rosemarie Schwarzwälder, curated by_ Kolja Reichert, 2015, Photo: Galerie nächst St.Stephan       

Exhibition View, Galerie nächst St.Stephan Rosemarie Schwarzwälder, curated by_ Kolja Reichert, 2015, Photo: Galerie nächst St.Stephan 

 

 

curated by_ Kolja Reichert

Galerie nächst St.Stephan Rosemarie Schwarzwälder

 

Produktion

Kunst kann nicht den Weg in den Postkapitalismus weisen. Wer das von ihr erwartet, schränkt sie und ihre Handlungsmacht unnötig ein. Die ästhetischen Formen sind hinterlistig, ihre Spannungsverhältnisse mit den gesellschaftlichen und ökonomischen Formen komplex. Das Beste, das man von Kunst erwarten kann, ist das Offenhalten der Risse, das Aushalten und Steigern von Widersprüchen, der Widerstand gegen vorschnelle Identifikation.

 

"Kunst kann nicht den Weg in den Postkapitalismus weisen."


Die Ausstellung versammelt Arbeiten, die weniger als abgeschlossene Werke auftreten denn als Modelle oder Stellvertreter. Sie legen Rechenschaft über ihre Eingebundenheit in Wirtschaft und Technologie ab und führen künstlerische Formgebung und industrielle Produktion aufeinander.
Franz Erhard Walthers Videos Proportionsbestimmung I & II entstanden 1972 für die Videogalerie von Gerry Schum. Walther übersetzte dafür eine seiner frühen Handlungen von 1962 für die Kamera – eine sachliche Vermessung des Handlungsrahmens von Körper und Apparat.

KP Brehmer kombinierte Konventionen der bildenden Kunst mit den Abstraktionen der Statistik. Im März 1971 lag der Zeitschrift Capital mit einer Auflage von 225.000 ein Druck seiner Korrektur der Nationalfarben bei.

Cécile B. Evans’ Film Hyperlinks or It Didn’t Happen erprobt Identifikation und Affekt angesichts digital generierter Personas. Er ist in der Ausstellung als Trailer präsent.
Mit dem Film Enjoy Poverty (Episode 3) untersucht Renzo Martens die Rolle von Produzenten und Konsumenten „kritischer“ Kunst in der globalen Arbeitsteilung. Die von Martens’ Institute for Human Activities produzierten Skulpturen des Künstlerbundes kongolesischer Plantagenarbeiter sind Replikate von Lehmskulpturen, nach 3D-Scans ausgeführt in Schokolade. Die Gewinne aus ihrem Verkauf gehen an die Produzenten.

Annika Kuhlmann und Christopher Kulendran Thomas erproben das Handlungspotenzial innerhalb der Firmenform und entwerfen unter dem Label BRACE BRACE Sicherheitsprodukte für das Luxussegment. In der Ausstellung wird eine Studie für den Rettungsring Life Ring präsentiert.

In Heinrich Dunsts Arbeit erfahren das Brüchigwerden der Werkform und das Ineinanderkippen unterschiedlicher Medienformen, das viele aktuelle Arbeiten beschäftigt, eine besonders scharfe Zuspitzung. Er hat eine installative Grammatik entwickelt, welche die Ausstellung rahmt und unterläuft.

Kolja Reichert

 
Works by
BRACE BRACE by Annika Kuhlmann & Christopher Kulendran Thomas
KP Brehmer
Cercle d'Art des travailleurs des plantations congolaises
Heinrich Dunst
Cécile B. Evans
Harun Farocki
Renzo Martens
Franz Erhard Walther

 

Kolja Reichert (*1982) lebt und arbeitet in Berlin als Kunstkritiker, Autor und Redakteur. 

 Exhibition View, Galerie nächst St.Stephan Rosemarie Schwarzwälder, curated by_ Kolja Reichert, 2015, Photo: Galerie nächst St.Stephan Rosemarie Schwarzwälder

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Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

Grünangergasse 1 • 1010 Vienna • Austria

www.schwarzwaelder.at

 

Galerie Hubert Winter

 Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_ Alfredo Cramerotti, 2015, Photo: Galerie Hubert Winter

Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_ Alfredo Cramerotti, 2015, Photo: Galerie Hubert Winter

 

curated by_ Alfredo Cramerotti

Galerie Hubert Winter

 

On Being in the Middle

Unsere Ausstellung hält dem Kapitalismus als Ordnung einen Zerrspiegel vor. Einer Ordnung, die sicher all unsere Beziehungen im Leben beherrscht, jedoch auch die Kunst, die diese Beziehungen (und sich selbst) auf Schritt und Tritt hinterfragt. Die gezeigten Arbeiten rezipieren beides – den indirekten Blick auf die unser Leben bestimmenden Mechanismen der Finanzwelt, als auch den erweiterten Zweck, den diese Mechanismen, spekulativen Überlegungen und Gegenmaßnahmen zu postulieren versuchen.

Die in der Ausstellung versammelten Arbeiten verhandeln, sowohl explizit als auch subtil, Begriffe wie Zeitökonomie, Kapital des Bildes, Wert der Repräsentation, Politik des Geldes, Management der Aufmerksamkeit und Kapitalisierung der Angst, ohne dabei jedoch die eigenen Narrative und Interpretationen des Betrachter/der Betrachterin mit einer zu engen Lesart zu überlagern. Jede Künstlerin und jeder Künstler lädt das Publikum auf eine kurze Reise ein, mäandernd zwischen dem Alltäglichen und dessen poetischen Reflexionen. Wir werden vielleicht niemals erfahren, wo genau wir uns auf dieser Reise befinden; wo der Punkt ist, an dem wir anfangen, über unsere eigene Beziehung zum Kapitalismus und zur Kunst nachzudenken.

Alfredo Cramerotti

 
Works by
Danilo Correale
David Garner
Goldin+Senneby
James Lewis
Toril Johannessen

 

Alfredo Cramerotti (* 1967 in Italien) lebt und arbeitet als Autor und Kurator in Llandudno, Wales. 

 Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_ Alfredo Cramerotti, 2015, Photo: Galerie Hubert Winter

Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_ Alfredo Cramerotti, 2015, Photo: Galerie Hubert Winter

 Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_ Alfredo Cramerotti, 2015, Photo: Galerie Hubert Winter

Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_ Alfredo Cramerotti, 2015, Photo: Galerie Hubert Winter

 Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_ Alfredo Cramerotti, 2015, Photo: Galerie Hubert Winter

Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_ Alfredo Cramerotti, 2015, Photo: Galerie Hubert Winter

 Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_ Alfredo Cramerotti, 2015, Photo: Galerie Hubert Winter

Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_ Alfredo Cramerotti, 2015, Photo: Galerie Hubert Winter

 Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_ Alfredo Cramerotti, 2015, Photo: Galerie Hubert Winter

Exhibition View, Galerie Hubert Winter, curated by_ Alfredo Cramerotti, 2015, Photo: Galerie Hubert Winter


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Galerie Hubert Winter

Breite Gasse 17 • 1070 Vienna • Austria

www.galeriewinter.at

 

Charim Galerie

 Exhibition View, Charim Galerie, curated by_Brigitte Huck & Martin Guttmann, 2015, Photo: Charim Galerie

Exhibition View, Charim Galerie, curated by_Brigitte Huck & Martin Guttmann, 2015, Photo: Charim Galerie

 

curated by_Brigitte Huck &
Martin Guttmann

Charim Galerie

 

Days of Future Just Past

Alle kennen die Idee, dass es eine der Funktionen der bildenden Künste sei, den Raum und unser Sein in diesem Raum zu gestalten. Viel weniger offensichtlich ist dasselbe hinsichtlich der Zeit. Blickt man indes genauer hin, erkennt man, dass die bildenden Künste immer schon ein Interesse an der Zeit hatten und, dass besonders die moderne Kunst die Idee einer zeitbasierten Kunst sehr ernst nahm. Doch abgesehen davon, dass dieses Thema unterschätzt wird, gibt es auch andere Gründe, sich mit Kunst zum Begriff der Zeit zu beschäftigen. Erstens neigen diese Werke dazu, sich neuen und originellen metaphysischen Themen gegenüber zu öffnen. Reflektieren Kunstwerke aber Metaphysik, ändert sich dadurch auch ihr eigener metaphysischer Charakter. Sie werden zu metaphysischen Kunstobjekten. In einer Zeit wie der unseren, in der der Zeitbegriff selbst sichtlich in Frage gestellt ist, spricht man doch über das Ende der Geschichte oder das Verschwinden der öffentlichen Zeit, wird Kunst, die die Zeit fundamental neu denken will, geradezu überlebenswichtig.

 

"Es geht um die Beziehung von Zeit und Raum und darum, wie sich Objekte mit der Zeit verändern."

 

Days of Future Just Past bietet keinen Überblick über Kunst zum Thema Zeit. Die Ausstellung bietet vielmehr eine Auswahl an Werken, die etwas Neues über die Zeit oder die Beziehung von Kunst und Zeiterleben aussagen. Es geht um die Beziehung von Zeit und Raum und darum, wie sich Objekte mit der Zeit verändern.

Im Dezember 1967 veröffentlicht Robert Smithson (1938 –1973) seinen bedeutenden Text The Monuments of Passaic in ARTFORUM International. Den Reisebericht in seine Geburtsstadt, die keine Vergangenheit, sondern nur das hatte, was als eine Zukunft gelten könnte, illustriert er mit Fotos von Ruinen und Resten vergangener, bestehender und geplanter Bauvorhaben. Von den 'Monumenten' waren bereits 1973 bis auf eine Brücke und einen Sandspielkasten alle verschwunden - sie hatten, so Smithson, weder eine Vergangenheit noch eine wirkliche Zukunft. Und verharrten in einem Zustand der Zeitlosigkeit.

Der amerikanische Konzeptkünstler Dan Graham (1942) verhandelt Zeit als räumliche und interpersonelle Konfiguration. Er knüpft bei Walter Benjamins Terminus vom gerade Vergangenen- the just past - an, das sich in einer erweiterten Gegenwart fortsetzt. Die Charim Galerie präsentiert die selten gezeigte Performance Past Future Split Attention, die 1972 in Londoner Lisson Gallery ohne Publikum für die Dokumentation auf Video aufgeführt wurde.

Es ist eine jener einflussreichen Arbeiten, mit denen Dan Graham die Zeit als 4. Dimension in den Kunstbereich einführt: Raum und Zeit verschieben sich ineinander: 'Zwei Performer sprechen über den jeweils anderen' schreibt Rainer Metzger, ‚der eine sagt das Verhalten des zweiten Akteurs in der unmittelbaren Zukunft voraus, der andere rekapituliert das Verhalten des Partners aus der Erinnerung.’ Das Prinzip des Time Delay wird von Dan Graham selbst, aber auch von anderen Künstlern, unter Einsatz technischer Hilfsmittel weiterentwickelt.

Works by_
Josef Bauer
Clegg & Guttmann
Beatrix Gurran
 
Works by
Mark Dion
VALIE EXPORT
Dan Graham
Marguerite Humeau
Sherrie Levine
Thomas Locher
Dorit Margreiter
Christian Mayer
Markus Schinwald
Robert Smithson
Heimo Zobernig

 

Brigitte Huck & Martin Guttmann leben und arbeiten in Wien, New York und Berlin. Brigitte Huck ist Kunsthistorikerin, Kunstkritikerin und freie Kuratorin in Wien. Martin Guttmann wurde1957 in Jerusalem geboren und ist Teil des Künstlerduos Clegg & Guttmann.

 Exhibition View, Charim Galerie, curated by_Brigitte Huck & Martin Guttmann, 2015, Photo: Charim Galerie

Exhibition View, Charim Galerie, curated by_Brigitte Huck &
Martin Guttmann, 2015, Photo: Charim Galerie

 Exhibition View, Charim Galerie, curated by_Brigitte Huck & Martin Guttmann, 2015, Photo: Charim Galerie

Exhibition View, Charim Galerie, curated by_Brigitte Huck &
Martin Guttmann, 2015, Photo: Charim Galerie


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Dorotheergasse 12/1 • 1010 Vienna • Austria

www.charimgalerie.at