Galerie Ernst Hilger

 Galerie Ernst Hilger, Chaotica. An Approach to Chaos from the Perspective of Cuban Fine Arts, curated by_Luis Pedro Miret Perez, 2016, Iván Capote Anagram, New world order, 2015

Galerie Ernst Hilger, Chaotica. An Approach to Chaos from the Perspective of Cuban Fine Arts, curated by_Luis Pedro Miret Perez, 2016, Iván Capote Anagram, New world order, 2015

curated by_Luis Pedro Miret Perez

Galerie Ernst Hilger

Chaotica. An Approach to Chaos from the Perspective of Cuban Fine Arts

Das Wort Chaos ist griechischen Ursprungs und bezeichnet das Unvorhersehbare, was im Allgemeinen als Zufall begriffen wird. Ein chaotisches System ist eines ohne Gesetze, das gleichzeitig Erklärungen für die meisten natürlichen oder unnatürlichen Geschehnisse um uns herum liefert, vom Beginn des Universums über die Ausbreitung des Feuers bis hin zur Evolution unserer Gesellschaft.Wir können unsere Welt nicht verstehen, wenn wir ihre chaotischen Anteile vernachlässigen. Es bleibt uns keine andere Wahl als uns dem Chaos zu übergeben. Der Gesellschaft kommt lediglich die Aufgabe zuteil, das Chaos so weit wie möglich einzudämmen. Deswegen gibt es Gesetze, Verfahren, Regulierungen, den gesunden Menschenverstand, Traditionen usw. Die bildenden Künste in Kuba bringen dieses Thema ähnlich zum Ausdruck wie die internationale Kunstszene, allerdings mit einer gewissen lokalen Färbung, zusammengesetzt aus kubanischer Fantasie oder Realität, Idiosynkrasie und Traditionen, die aus dem Zusammenleben der unterschiedlichen Ethnien im Land entstanden sind.

"Chaos, das Teil unserer Existenz ist"

Mit dieser Ausstellung nähern wir uns einem Thema an, an das wir uns leider gewöhnt haben, da wir jeden Tag über Explosionen, Erdbeben und terroristische Angriffe an verschiedenen Orten der Welt lesen.

Die Auswahl der Arbeiten für diese Ausstellung eröffnet unterschiedliche Wege zur Darstellung von Chaos – sei es Chaos, das sich aus ökonomischem, politischem oder sozialem menschlichen Verhalten ergibt oder Chaos, das Teil unserer Existenz ist.

In der Serie mit dem Titel Degradation leitet Diana Fonseca unsere Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass auf vielen Gebäuden und Häusern in Havanna die Farbe abblättert und führt uns so eine chaotische Wahrnehmung der Stadt vor Augen. Sie „recycelt“ diese Elemente zu neuer Schönheit auf der Leinwand. In der Fotoserie Under Construction macht Carlos Garaicoa Aufnahmen von nie fertiggestellten Gebäuden. Diesen Fotografien verleiht er eine „künstlerische Vollendung“ oder beschriftet sie in farbigen Lettern mit dem Satz „Todo aun por terminar“ [alles noch zu vervollständigen]. Ivan Capote setzt sich in seiner Arbeit mit der Darstellung beziehungsweise der Bedeutung von Worten auseinander. In Anagram (New World Order) schreibt er das Wort „wonder“ [Wunder] mit der gleichen Anzahl an Buchstaben aus, um auf das Ideal von „order“ [Ordnung] zu verweisen. Die Videoinstallation La ronda [Die Runde] von Adonis Flores zeigt auf, dass militärische Entscheidungen absurd sein und mehr Chaos als Ordnung provozieren können. Dies ist auch aus der Serie an Zeichnungen und Installationen von Tonel in Bezug auf die Funktionalität der Finanzwelt und ihrer Konsequenzen ersichtlich. In ihren Arbeiten verbiegt das Künstlerduo Los Carpinteros die Repräsentation von Objekten und ihrer Verwendung und schlägt in Folge eine neue Dimension des Objekts vor: ein zerbrochener Kronleuchter wird dabei zu einer künstlerischen Lampe, was uns daran erinnert, dass Chaos auch etwas Gutes für uns alle bedeuten kann.

Luis Pedro Miret Perez

Works by
Enrique Báster
Ivan Capote
Los Carpinteros
Ariamna Contino
Felipe Dulzaides
Adonis Flores
Diana Fonseca
Carlos Garaicoa
Alex Hernandez
Glenda Leon
Ángel Marcos
 Tonel

Luis Pedro Miret Perez (*1958 in New York, USA) lebt und arbeitet in Kuba als Kurator der Galerien La Casona und Havanna.


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Galerie Ernst Hilger

Dorotheergasse 5 • 1010 Vienna • Austria

www.hilger.at

 

Galerie Crone Wien

 Exhibition View, Jugendzimmer, Galerie Crone, 2016, Courtesy: Galerie Crone

Exhibition View, Jugendzimmer, Galerie Crone, 2016, Courtesy: Galerie Crone

 

curated by_Dirk Schönberger

Galerie Crone Wien

 

Jugendzimmer

Eine Hommage darf nicht nur Abbild sein, sie muss immer auch eine Zerstückelung der Referenz beinhalten und etwas Eigenes schaffen. Der Ort, an dem das Prinzip „Hommage“ von jedermann erprobt wird, ist das Jugendzimmer. Ein Raum, eine Höhle, ein Schauplatz der Werdung eines Menschen. Aus Einzelteilen, aus Fundstücken, aus Symbolen, aus Idolen, aus Lieblings- und Hassbildern schichtet sich ein neuer Charakter, aus vielen kleinen, täglichen Hommagen an scheinbar oder wirklich Bedeutendes entsteht das eigene Ich. Dirk Schönberger stellt genau diesen Ort – das Jugendzimmer – in den Mittelpunkt der von ihm kuratierten Ausstellung.

 
Works by
Ammar al-Beik
Kai Althoff
Cosima von Bonin
Gregor Hildebrandt
Mark Morrisroe
Albert Oehlen
Elizabeth Peyton
Collier Schorr
Wolfgang Tillmans
Rosemarie Trockel
Andy Warhol
 

Dirk Schönberger (*1966 in Köln) studierte in Florenz Modedesign.

 Exhibition View, Jugendzimmer, Galerie Crone, 2016, Courtesy: Galerie Crone

Exhibition View, Jugendzimmer, Galerie Crone, 2016,
Courtesy: Galerie Crone

 Exhibition View, Jugendzimmer, Galerie Crone, 2016, Courtesy: Galerie Crone

Exhibition View, Jugendzimmer, Galerie Crone, 2016,
Courtesy: Galerie Crone

 Exhibition View, Jugendzimmer, Galerie Crone, 2016, Courtesy: Galerie Crone

Exhibition View, Jugendzimmer, Galerie Crone, 2016, Courtesy: Galerie Crone

 Exhibition View, Jugendzimmer, Galerie Crone, 2016, Courtesy: Galerie Crone

Exhibition View, Jugendzimmer, Galerie Crone, 2016,
Courtesy: Galerie Crone

 Exhibition View, Jugendzimmer, Galerie Crone, 2016, Courtesy: Galerie Crone

Exhibition View, Jugendzimmer, Galerie Crone, 2016,
Courtesy: Galerie Crone


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Galerie Crone Wien

Getreidemarkt 14 • 1010 Vienna • Austria

www.galeriecrone.com

 

Galerie Raum mit Licht

 Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

 

curated by_Æsa Sigurjónsdóttir

Galerie Raum mit Licht

 

Feckless and Hotheaded

Kann man Avantgarde-Feminismus in der Gegenwartskunst noch als nomadisches Phänomen, geprägt von der Hybridität seiner wesentlichen Elemente und subversiven Narrative, die den institutionellen Kanon in Frage stellen, beschreiben? Durch die Gegenüberstellung dreier Generationen von Künstlerinnen versucht die Kuratorin Æsa Sigurjónsdóttir zu analysieren, wie neue künstlerische Strategien im Zusammenspiel analoger Praktiken und digitaler Medien im Kontext kontinuierlicher technologischer Innovationen definiert werden.

Es versteht sich von selbst, dass Feminismus in der Kunst einige der einflussreichsten Diskurse und Kunstpraktiken der letzten Jahrzehnte generiert hat. Indem die Kuratorin Æsa Sigurjónsdóttir einen Vergleich zwischen dem historischen Werk von Geta Brătescu (geb. 1926), Róska (1940–1996) sowie Ludmila Rusava (1954–2010) und den jüngsten Arbeiten von Karin Fisslthaler und Olena Newkryta anstellt, zielt sie nicht darauf ab, eine spezifische Zugehörigkeit aufzuzeigen, sondern bedient sich einer kartografischen Herangehensweise an das Thema der feministischen Avantgarde und ihres möglichen Einflusses. Diesen Künstlerinnen ist gemein, dass sie neue Medien und ihren Einsatz als Körpersprache erkunden, eine Praxis, die vielen feministischen Ansätzen in der Kunstproduktion zueigen ist. 

 

[...] (die) Kunstpraxis als eine „kontinuierliche Rebellion in lebendiger Lyrik und Politik“.

 

Zudem wohnt ihrem Einsatz von hybriden Prozessen, Materialrecherchen und ihrem Gebrauch von digitalen, manuellen und analogen Verfahren – wie etwa Montage, Collage, Sampling und Remixing – das Potenzial inne, neue Paradigmen der Kunstproduktion abseits von Genealogie und Zugehörigkeit hervorzubringen, die den kunstgeschichtlichen Blick auf nachfolgende Generationen über lange Zeit hinweg definiert haben. Sowohl Geta Brătescu als auch Ludmila Rusava begannen ihre künstlerische Laufbahn unter Sowjetherrschaft. Ihre Arbeiten sind gekennzeichnet durch ihre Erfahrungen mit politischer Unterdrückung, die dennoch große Freiheit im Ausdruck und einen komplexen Einsatz von Materialien innerhalb einer weiten Bandbreite an künstlerischen Medien (Installation, Performance, Bucharbeiten, Collagen, Film, Fotografie, Zeichnen, Malen, Schreiben und Textilien) offenbaren. Róska war eine isländische politische Aktivistin, die während einer Zeit des soziopolitischen Umbruchs in Italien lebte und arbeitete. Die Malerin, Fotografin, Lyrikerin und Filmregisseurin beschrieb ihre eigene Kunstpraxis als eine „kontinuierliche Rebellion in lebendiger Lyrik und Politik“. Karin Fisslthalers Arbeit setzt sich mit Rhythmus, Körpersprache und stummer Kommunikation auseinander. In ihrer neuesten Serie Kristall vermischt sie analoge und digitale Technologien zu singulären fotografischen Objekten, die an filmische, fragmentierte Narrative erinnern. Olena Newkryta stellt die jüngste Generation an weiblichen Kunstschaffenden in dieser Gruppe dar. Sie verwendet populäre Medien bei der Frage nach ihrer eigenen Identität als Ukrainerin im Spannungsfeld der aktuellen politischen Lage.

 

Works by
Geta Bratescu
Karin Fisslthaler
Olena Newkryta
Ludmila Rusava
Róska
 

Æsa Sigurjónsdóttir (* 1959 Island) ist außerordentliche Professorin und Kuratorin mit Lebensmittelpunkt in Paris und Reykjavik. 

 Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

 Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

 Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

 Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

 Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

 Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

 Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs

Exhibition View, Feckless and Hotheaded, curated by Æsa Sigurjónsdóttir, 2016, Galerie Raum mit Licht © Christoph Fuchs


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Galerie Raum mit Licht

Kaiserstrasse 32 • 1070 Vienna • Austria

www.raum-mit-licht.at

 
 

Krobath Wien

 Exhibition View, Emak Bakia, curated by_Bettina Steinbrügge, Krobath Wien, 2016,   Photo: Rudolf Strobl

Exhibition View, Emak Bakia, curated by_Bettina Steinbrügge, Krobath Wien, 2016, Photo: Rudolf Strobl

 Exhibition View, Emak Bakia, curated by_Bettina Steinbrügge, Krobath Wien, 2016,   Photo: Rudolf Strobl

Exhibition View, Emak Bakia, curated by_Bettina Steinbrügge, Krobath Wien, 2016, Photo: Rudolf Strobl

 

curated by_Bettina Steinbrügge

Krobath Wien

 

Emak Bakia

 
"Jede Linie ist eine Weltachse."
Novalis

 

Stefan Germer schrieb Ende der 90er Jahre, dass die Kunstentwicklung nicht aus der Neuheit entsteht, sondern allein aus dem Durchdenken der Geschichte, ihrer Möglichkeiten und Bedingungen. (1) Das formal ausgerichtete Gestaltungsvokabular der Moderne hat sich im Laufe des 20./21. Jahrhunderts immer wieder verändert, ist in neue Richtungen entwickelt und mit anderen Diskursen verbunden worden. Die Ausstellung möchte in einer Zeit, in der sich viele Gestaltungsprinzipien in eher redundanten Formalismen erschöpft haben, anhand historischer wie auch zeitgenössischer Positionen die Signifikanz des Formalen untersuchen.

Der Ausgangspunkt ist ein im Jahr 1926 erschienenes Werk filmischer Abstraktion, der Film „Emak Bakia“ von Man Ray. Emak Bakia ist ein baskischer Ausdruck und bedeutet so viel wie: „Gib uns eine Pause“. Man Ray skizzierte den Film als „eine Pause für Reflexionen über den gegenwärtigen Zustand des Kinos“. Interessant an dieser Arbeit ist, dass er formal beginnt, um das Formale dann in surreal-reale Welten zu übertragen. Um diese Welten geht es auch bei Henri Michaux. Die vielen Reisen Michaux’ in eine andere Wirklichkeit dienten der Erkundung des Möglichen. So experimentiert er von Ende 1954 bis 1959 unter medizinischer Aufsicht mit Meskalin, um die Grenzen seiner eigenen Wahrnehmung zu erweitern. Die daraus resultierenden „Meskalinzeichnungen“ zeigen zuerst zittrige, verschwommene Schriftzeichen, um sich später zu vibrierenden, dichten Linien und Feldern von großer Dynamik zu entwickeln. Nasreen Mohamedi’s Ansatz von Abstraktion dagegen basiert auf den utopischen Idealen von Kasimir Malewitsch und erweitert die Grenzen der westlichen Kunstgeschichte. In der südasiatischen Kunst verwurzelt, erkundet sie den westlichen Modernismus und erweitert ihn um die Poesie von Rilke und Camus, der klassischen Musik Indiens und der Architektur der Stadt Chandigarh. In den zeitgenössischen Positionen von Sofie Thorsen und Haleh Redjaian werden die Grammatiken der Moderne abermals neu aufgestellt, und zwar zwischen der universalen Form der Linie und der eines kulturellen und globalisierten Transfers.

Bettina Steinbrügge

 

Works by
Henri Michaux
Nasreen Mohamedi
Man Ray
Haleh Redjaian
Sofie Thorsen
 

Bettina Steinbrügge (*1970 in Ostercappeln, Deutschland) Direktorin des Hamburg Kunstvereins.

 Exhibition View, Krobath Wien, 2016,   Photo: Rudolf Strobl

Exhibition View, Krobath Wien, 2016, Photo: Rudolf Strobl

 Exhibition View, Krobath Wien, 2016,   Photo: Rudolf Strobl

Exhibition View, Krobath Wien, 2016, Photo: Rudolf Strobl


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Krobath Wien

Eschenbachgasse 9 • 1010 Vienna • Austria

www.galeriekrobath.at

 

1) Vgl.: Stefan Germer, Germeriana. Unveröffentlichte oder übersetzte Schriften von Stefan Germer zur zeitgenössischen und modernen Kunst, hg. V. Julia Bernhard, Köln 1999, S. 241.

Unttld Contemporary

 Ben Kinmont, This isn't it, 2004, Light blue ink on white paper (envelope), balloon, marker, 15 x 23 cm, Courtesy: Unttld Contemporary

Ben Kinmont, This isn't it, 2004, Light blue ink on white paper (envelope), balloon, marker, 15 x 23 cm, Courtesy: Unttld Contemporary

 Tamy Ben-Tor, Time and Space, 2011, single channel video, length: 9.45 min, Courtesy: Unttld Contemporary

Tamy Ben-Tor, Time and Space, 2011, single channel video, length: 9.45 min, Courtesy: Unttld Contemporary

 

curated by_Krist Gruijthuijsen

Unttld Contemporary

 

The Me in Me

Ein Werk des isländischen Künstlers Hreinn Fridfinnsson (* 1943) als Ausgangspunkt nehmend, untersucht die Ausstellung das verletzliche Verständnis vom Selbst durch (ent-)mystifizierende Vorstellungen von Repräsentation. Fridfinnssons Kunstwerk basiert auf seinem „secrets project“, einem Langzeitprojekt von 40 Jahren, für das er in den frühen 70er Jahren in einer Zeitschrift eine Annonce aufgab, in der er um die Zusendung von Geheimnissen bat. Ein Künstler, der Geheimnisse sammelt, dachte er, wäre weniger verdächtig, Hintergedanken für die Verwendung geschützter Informationen zu haben, wenn ihm diese zukämen. Das Geheimnis, vermittelt uns Fridfinnsson möglicherweise, liegt darin, dass es keines gibt. Seine Kunst ist andererseits eine Anregung, sich vorzustellen, dass es doch Geheimnisse geben könnte. Die ausgestellten Arbeiten von Jason Dodge, Barbara Visser, Tamy Ben-Tor, Hanne Lippard und Ben Kinmont reagieren auf Fridfinnssons Projekt.

 
Works by
Tamy Ben-Tor
Jason Dodge
Hreinn Fridfinnsson
Ben Kinmont
Hanne Lippard
Barbara Visser
 

Krist Gruijthuijsen (*1980 in den Niederlanden) ist Leiter der Kunst-Werke Berlin. 

 Jason Dodge, The contents of different peoples pockets kept at body temperature, Courtesy: Unttld Contemporary

Jason Dodge, The contents of different peoples pockets kept at body temperature, Courtesy: Unttld Contemporary

 Exhibition view, The Me in Me, curated by_Krist Gruijthuijsen, 2016, Unttld Contemporary. Courtesy: Unttld Contemporary

Exhibition view, The Me in Me, curated by_Krist Gruijthuijsen, 2016, Unttld Contemporary. Courtesy: Unttld Contemporary

 Barbara Visser, Ars Futura/Ars Futura Übung, 1994, installation, colour photograph, video loop on monitor, photograph: 100 x 100 cm, Courtesy: Unttld Contemporary

Barbara Visser, Ars Futura/Ars Futura Übung, 1994, installation, colour photograph, video loop on monitor, photograph: 100 x 100 cm, Courtesy: Unttld Contemporary

 Hreinn Fridfinnsson, I collect personal memories, 1972 - 2015, various materials, vitrine, variable size, Courtesy: Unttld Contemporary

Hreinn Fridfinnsson, I collect personal memories, 1972 - 2015, various materials, vitrine, variable size, Courtesy: Unttld Contemporary

 Barbara Visser, Ars Futura/Ars Futura Übung, 1994, installation, colour photograph, video loop on monitor, photograph: 100 x 100 cm, Courtesy: Unttld Contemporary

Barbara Visser, Ars Futura/Ars Futura Übung, 1994, installation, colour photograph, video loop on monitor, photograph: 100 x 100 cm, Courtesy: Unttld Contemporary


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Unttld Contemporary

Schleifmühlgasse 5 • 1040 Vienna • Austria

www.unttld-contemporary.com

 

Galerie nächst St. Stephan

 Exhibition View, As if in a foreign country, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, 2016,   Photo: Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

Exhibition View, As if in a foreign country, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, 2016, Photo: Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

 

curated by_Chris Sharp

Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

 

As if in a foreign country

As if in a foreign country ist eine Gruppenausstellung, die den Begriff Hommage aus mehreren Perspektiven beleuchtet: historisch, geografisch, kulturell, architektonisch, und vielleicht am wichtigsten, ironisch. Im spielerischen Umgang mit L. P. Hartleys berühmten und oft zitierten Eröffnungssatz zu The Go-Between (1953): „Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln“, kippt die Ausstellung ehrfurchtsvoll eine Reihe von Annahmen von der Vorstellung der „Vergangenheit“ bis hin zum Begriff der Fremdheit, der in der anachronistischen Bezeichnung „fremdes Land“ eingebettet ist.

Dies geschieht dadurch, dass die ausstellenden Kunstschaffenden alle in der Tradition der klassischen Moderne arbeiten, einer Vergangenheit, die nach wie vor sehr präsent ist, und die entweder idiosynkratisch elaboriert oder mit anderen ursprünglichen und Kunsthandwerks-Traditionen gekreuzt wird. Der Begriff der so genannten „Fremdheit“ wird dabei ebenso durch den nicht weniger zweifelhaften Begriff des „Einheimischen“ problematisiert, als ob es überhaupt möglich wäre, letzteren genau zu definieren, insbesondere im 21. Jahrhundert.

 

"Hommage wird mit Hommage verflochten und zu einem verschwenderischen, wenn auch paradoxen Hommage-Gemisch verwoben."

 

Und in der Tat, wo auch immer die „Fremdheit“ vorher das „Einheimische“ voraussetzte und umgekehrt, beruht deren soziokulturelle Entmündigung nun großteils auf Gegenseitigkeit und hinterlässt kaum mehr als ein System der kontinuierlichen Hommage. Unterdessen huldigt die Ausstellung dem Umstand, dass die Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder nicht nur eine der ältesten Galerien der Welt ist, sondern seit der Gründung 1923 – damals unter dem Namen Neue Galerie – die gleiche Adresse hat. Indem As if in a foreign country die ursprüngliche Funktion ihres Kontexts als häusliche Wohnfläche gebührlich aufgreift, räumt die Ausstellung auch die symbolische Auflösung der Trennung zwischen Öffentlichem und Privatem im Herzen der Galerie ein. Hommage wird mit Hommage verflochten und zu einem verschwenderischen, wenn auch paradoxen Hommage-Gemisch verwoben.

 

Works by
Polly Apfelbaum
Lucas Arruda
Michael Berryhill
Juliette Blightman
Rodrigo Hernández
Ann Cathrin November Høibo
Sonia Leimer
José Antonio Suárez Londoño
Jimena Mendoza
Aliza Nisenbaum
Scott Olson
Arlene Shechet
Patricia Treib

 

Chris Sharp (*1974, USA) ist Autor und unabhängiger Kurator mit Lebensmittelpunkt in Mexiko-Stadt, wo er zusammen mit dem mexikanischen Künstler Martin Soto Climent den Projektraum Lulu betreibt.

 Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, 2016,   Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, 2016, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, 2016,   Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, 2016, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, 2016,   Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, 2016, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, 2016,   Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, 2016, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, 2016,   Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, 2016, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, 2016,   Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, 2016, Photo: Markus Wörgötter


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Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

Grünangergasse 1 • 1010 Vienna • Austria

www.schwarzwaelder.at

 

Gabriele Senn Galerie

 Exhibition View, It’s a war zone out there. Everybody has some kind of a history, curated by_Cosima von Bonin, Gabriele Senn Galerie, 2016, Photo: Gabriele Senn Galerie   

Exhibition View, It’s a war zone out there. Everybody has some kind of a history, curated by_Cosima von Bonin, Gabriele Senn Galerie, 2016, Photo: Gabriele Senn Galerie

 

 Exhibition View, It’s a war zone out there. Everybody has some kind of a history, curated by_Cosima von Bonin, Gabriele Senn Galerie, 2016, Photo: Gabriele Senn Galerie

Exhibition View, It’s a war zone out there. Everybody has some kind of a history, curated by_Cosima von Bonin, Gabriele Senn Galerie, 2016, Photo: Gabriele Senn Galerie

curated by_Cosima von Bonin

Gabriele Senn Galerie

 

Enough Romance. Let's Fuck. 

Meine Herkunft habe ich mir selber ausgedacht. Zu Diedrich Diederichsens, für die 2016er Ausgabe der curated by_vienna gewähltem Überbegriff. Einige Bemerkungen von Cosima von Bonin, Organisatorin einer der neunzehn Ausstellungen zu dem Thema. 

It’s a war zone out there. Everybody has some kind of a history.

Diejenigen Künstlerinnen und Künstler, die zugesagt haben, bei der Ausstellung in Gabriele Senns Galerie mitzumachen, meinen folgenden Versuch einer Rechtfertigung jedoch nicht unterschreiben mögen, müssen da leider trotzdem durch. Nicht ohne meinen Ratschlag, sich an Diedrich Diederichsens, für die diesjährige Ausgabe der curated by_vienna Sache ausgewählten Überbegriff Meine Herkunft habe ich mir selbst ausgedacht und seinem Text darüber (1) zu halten, und mir diese Pressemitteilung zu verzeihen.

 

"Egal ob Oma und Opa nun adoptiert, radikal und unerschrocken, echt oder bloß erstunken und erlogen sind, ich hatte keine Lust und auch keine Chance mehr, mich mit den besten Lügnern der Kunstwelt, einer der unzähligen Welten, zu beschäftigen."

 

Für mich ist Diederichsens Text zu dem Thema zum neidisch werden perfekt und deshalb nicht zu toppen. Denn da steht ja alles drin. Deshalb mache ich es mir, wie so oft, ziemlich einfach, meine Auswahl der Arbeiten zu legitimieren. Bei der naheliegenden Anfrage der Organisatorinnen und Organisatoren als Kuratorin doch bitte ein Konzept meines Projektes abzuliefern, klingelten bei mir sofort alle Alarmglocken. Kurator, Konzept, Projekt. Diese drei Wörter gehören für mich alle zu dem Kriegsgebiet Kunst eines da draußen tobenden Krieges, bei dem ich vor einiger Zeit Fahnenflucht begangen habe und mich seit dem unter dem Küchentisch meiner Großeltern versteckt halte (2). Egal ob Oma und Opa nun adoptiert, radikal und unerschrocken, echt oder bloß erstunken und erlogen sind, ich hatte keine Lust und auch keine Chance mehr, mich mit den besten Lügnern der Kunstwelt, einer der unzähligen Welten, zu beschäftigen.

Ich möchte mehr mit den Künstlerinnen und Künstlern als mit deren Arbeiten, die bei Gabi Senn zu sehen sein werden, angeben. Einige, die bei der von mir zusammengestellten Ausstellung mitmachen, werden am 8. September in der Galerie zugegen sein. Außer sie flüchten. Diejenigen jedoch, die während der Eröffnung durchhalten werden, um die Fahnen für Enough Romance. Let’s Fuck (5) tapfer hochzuhalten, sprechen Sie diese doch gerne an. Mal sehen, wie/ob sie antworten.

 

Works by
Jamie Crewe
Colin De Land
Paul Hance
Hoffmann Oswald
Okka Esther Hungerbühler
Oliver Husain
Luise Jebens
Sergej Jensen
Simone Junker
Martin Kippenberger
Julia Koep
Nina Könnemann1
Michael Krebber
Róisín Murphy2
Jutta Pohlmann / Dirk von Lowtzow
Claus Richter
Jack Smith
Surfer Anonymous
 

Cosima von Bonin (*1962 in Mombasa, Kenia) ist eine deutsche Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Köln. 

 Exhibition View,     Gabriele Senn Galerie, 2016, Photo: Gabriele Senn Galerie

Exhibition View, Gabriele Senn Galerie, 2016, Photo: Gabriele Senn Galerie

 Exhibition View,     Gabriele Senn Galerie, 2016, Photo: Gabriele Senn Galerie

Exhibition View, Gabriele Senn Galerie, 2016, Photo: Gabriele Senn Galerie


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Gabriele Senn Galerie

Schleifmühlgasse 1A • 1040 Vienna • Austria

www.galeriesenn.at

 


(1) Lustigerweise im Netz nur auf der Seite der Wiener Wirtschaftsagentur unter https://wirtschaftsagentur.at/kreativwirtschaft/curated-by-vienna/curated-by-vienna-2016/konzept/ zu finden.
(2) ......Vielleicht ist es deswegen ja so, dass es zu der adoptierten Großmutter, dem aus obskuren, aber radikalen Winkeln der Kunstgeschichte hervorgezogenen Großvater noch eine andere Alternative gibt: die Thematisierung der tatsächlichen eigenen Herkunft. Dies gilt vor allem dort, wo künstlerische Positionen sich eben nicht aus der ödipalen Logik westlicher und marktorientierter Generationenfolgen mit Elternmorden und Ablösungen ergeben, sondern aus minoritären und marginalisierten Geschichten, die von außen auf die Burgen und Paläste einer Kunstwelt schauen, in deren Inneren die Diadochenkämpfe toben. Natürlich gibt es auch hier einen mittlerweile gut bekannten Mechanismus, der tendenziell zu einer Konvergenz der beiden Strategien führt: ob meine Geschichte nun von einer externen Position beginnt oder von einer internen: in jedem Falle besorge ich mir einen radikalen Großvater, eine unerschrockene Großmutter, ob nun nur auf dem Wege ideeller Verwandtschaft oder über eine zwar biologische Verwandtschaft, die im Ergebnis aber auch vor allem ideell wirksam wird...... | Aus Diedriech Diederichsens Text „Meine Herkunft habe ich mir selbst ausgedacht“.
(3) Aus dem Film I Love You Phillip Morris, mit Ewan Mc-Gregor und Jim Carrey.

Galerie Meyer Kainer

 Exhibition View, Unsere Herkunft haben wir uns selbst ausgedacht, curated by_Susanne Titz, Galerie Meyer Kainer, 2016, Photo: Galerie Meyer Kainer

Exhibition View, Unsere Herkunft haben wir uns selbst ausgedacht, curated by_Susanne Titz, Galerie Meyer Kainer, 2016, Photo: Galerie Meyer Kainer

 

curated by_Susanne Titz

Galerie Meyer Kainer

 

Unsere Herkunft haben wir uns selbst ausgedacht

Ein Film wie ein Bewusstseinsstrom: Klasse an der Düsseldorfer Kunstakademie, Diskussion über (Un-)Möglichkeit von Widerstand oder Revolution, Reden, Schweigen, Abschweifen, der eigene Professor, Christopher Williams, in der Wiener Secession, chinesische Studenten in Duisburg, Autokolonne des chinesischen Staatspräsidenten in Duisburg, Arbeiten ehemaliger Kommilitonen und eigene Arbeiten auf der Art Cologne 2014.

The Production Line of Happiness: Ein Titel von Christopher Williams (The Production Line of Happiness, 2014 – die Produktionsstraße bzw. das Fließband des Glücks) wird zum Fragesatz, zu einem inneren Auge, Ohr, Denken darüber, was produziert wird und was Glück ist.

 

"Sie handelt von dem, was motiviert. Also von irgendeiner möglichen Herkunft, die zugleich fraktal und mono, Realität und Konstruktion ist."

 

In der weiteren Arbeit geht es um Techno und die Geschichte der Kultur des Draußen, Produktionswege von Musikfestivals, die Flucht- und Sehnsuchtsmotive im Spätkapitalismus seit Beatniks, Monterey und Land Art. Fehr und Rühr, die nicht Bildhauer, sondern Filmemacher sind, lassen Objekte nachbauen, die von Anderen sind. Sie zeigen Schönheit und Glück der Skulpturen auf Festivals, die von Künstlern, Kulissenbauern, Profis und Fantasy-Fans stammen, anonym oder in Gruppen, mit kurzfristiger Existenz und anschließender Zerstörung produziert werden, entweder für Recycling oder für Verbrennung (Burning Man, Nevada). Es ist Festival-Kunst, wurde früher Folk Art genannt.

Die Titel stammen aus einer Liste von außergewöhnlichen menschlichen Erfahrungen, die eingebrannten Sätze aus dem Buch „Idols of the Tribe. Group Identity and Political Change“ von Harold R. Isaacs, die geometrischen Formen aus mathematischen Systemen, deren idealistische Ästhetik vermutlich auch soziale Strukturen und individuelle psychologische Prozesse meint.

Zeiten, Räume und Orte verschleifen, Im Film wandern Ton und Bild. In den Objekten wandern Formsprachen. Es geht um Sehnsuchtsmotive, Glücksversprechen. Die Position dieses Arbeitens ist drinnen und zugleich draußen. Sie handelt von dem, was motiviert. Also von irgendeiner möglichen Herkunft, die zugleich fraktal und mono, Realität und Konstruktion ist.

 

Works by
Henning Fehr & Philipp Rühr
 

Susanne Titz (* 1964) ist Kunsthistorikerin und seit 2004 Direktorin des Museums Abteiberg in Mönchengladbach. 

 Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, 2016, Photo: Galerie Meyer Kainer

Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, 2016, Photo: Galerie Meyer Kainer

 Exhibition View, Galerie Meyer Kainer, 2016, Photo: Galerie Meyer Kainer

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Georg Kargl Fine Arts

 Exhibition View, Winter Is Coming (Hommage to the Future), Georg Kargl Fine Arts, 201 6,    Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Winter Is Coming (Hommage to the Future), Georg Kargl Fine Arts, 2016, Photo: Markus Wörgötter

 

curated by_Maria Arusoo

Georg Kargl Fine Arts

 

Winter Is Coming (Homage to the Future)

 
„Nach dem Sommer der griechischen Demütigung kam der Herbst der abgelehnten Zuwanderung, dann der Winter der europäischen Desintegration, auf den schließlich der Frühling des Donald Trump folgte.“ — Franco Bifo Berardi
 

Wir leben in einer dystopischen Gegenwart, in der viele Dinge bereits so verfahren sind, dass es unmöglich geworden ist, den Blick von den gegenwärtigen Krisen und der zunehmenden Xenophobie abzuwenden. Das großartige und bestärkende Versprechen „der Zukunft“ löst sich auf und wir werden dazu gezwungen, unsere Glaubenssysteme immer wieder innerhalb verdichteter Zeitrahmen zu ändern.

In unserer neoliberalen Gesellschaft – in der man auf Schritt und Tritt zu Individualismus und Selbstmanagement gezwungen und vom zeitgenössischen Beschleunigungstrieb überwältigt wird – erleben wir einen Generationsverlust an Wissen darüber, was es bedeutet, Teil einer Gemeinschaft mit gemeinsamen Zielen zu sein.

In der Ausstellung Winter Is Coming (Homage to the Future) ist Verlust ein wiederkehrendes Sujet und bildet die Grundlage für einen Dialog über Themen wie etwa Zusammenbrüche von Systemen, nomadische Erfahrungen, Mythen, Zugehörigkeit und Sinn. Einige der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler suchen in ihrer Arbeit nach alternativen Subsystemen und Meta-Sprachen, in denen das Netz, die Biotechnologie oder antike Mythen als Medien eingesetzt werden anhand derer der Platz der Menschheit in der Welt erforscht wird. Die Arbeiten, die mit antiken Mythen und aktuellen Krisen spielen, schaffen eine Psychogeographie an biofuturistischen und techno-animistischen Setzungen, die teils Situationen in der Ferne beobachten und teils den Versuch unternehmen, neue Arten des gegenseitigen Wiederverbindens zu erdenken – eine Suche nach einem sinnhaften Ökosystem.

Die Ausstellung wird als rhizomatische Plattform präsentiert, deren Umfang zahlreiche territoriale Gegensätze abdeckt: das erweiterte Umfeld des Internets und des Offline-Bereichs; neue Technologien und die Bedenken antiker Menschen; Politikbewusstsein und Flucht; Dystopie und Utopie. Die Ausstellung ist als komplexes Gebilde zu verstehen. Sie vereint Werke mit dem Ziel,  die Gedanken auszuweiten in Bezug auf die Grenzen des Miteinanders, auf die Verbundenheit und auf das Potential neu erdachte Gemeinschaften anzunehmen.

 

Works by
Andreas Angelidakis
Merike Estna
Michael Gumhold
Joey Holder
Kolbeinn Hugi
Kris Lemsalu
Jaakko Pallasvuo
Natasha Papadopoulou
Angelo Plessas
Agnieszka Polska
Triin Tamm

 

Maria Arusoo (*1983 in Tallinn) ist eine Kuratorin und Künstlerin, die aktuell als Leiterin des Center for Contemporary Arts Estonia und als Beauftragte des estländischen Pavillons bei der Biennale von Venedig tätig ist.

 Exhibition View, Georg Kargl Fine Arts, 2016, Photo: Georg Kargl Fine Arts

Exhibition View, Georg Kargl Fine Arts, 2016, Photo: Georg Kargl Fine Arts

 Exhibition View, Georg Kargl Fine Arts, 2016, Photo: Georg Kargl Fine Arts

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 Exhibition View, Winter Is Coming (Homage to the Future), Georg Kargl Fine Arts, 2016 ,  Photo: Georg Kargl Fine Arts

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Schleifmühlgasse 5 • 1040 Vienna • Austria

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Krinzinger Projekte

 Exhibition View, You Cannot Cross the Sea Merely by Staring at the Waves, Krinzinger Projekte, 2016, Photo: Krinzinger Projekte

Exhibition View, You Cannot Cross the Sea Merely by Staring at the Waves, Krinzinger Projekte, 2016, Photo: Krinzinger Projekte

 Exhibition View, You Cannot Cross the Sea Merely by Staring at the Waves, Krinzinger Projekte, 2016, Photo: Krinzinger Projekte

Exhibition View, You Cannot Cross the Sea Merely by Staring at the Waves, Krinzinger Projekte, 2016, Photo: Krinzinger Projekte

 

curated by_Diana Campbell Betancourt

Krinzinger Projekte

 

 

You Cannot Cross the Sea Merely by Staring at the Waves

Von der Bekleidungsindustrie bis zum Abwracken von Schiffen: Globale Kapitalflüsse beginnen und enden in Bangladesch, einem Land, in dem Kultur und Religion zunehmend in Schieflage geraten. Angeregt von den Worten Rabindranath Tagores – You Cannot Cross the Sea Merely by Staring at the Waves [Man kann das Meer nicht überqueren, indem man auf die Wellen starrt] – zeigt die Ausstellung Arbeiten einer neuen Generation junger Kunstschaffender aus Bangladesch, die sich von den sozio-ökonomischen Gegebenheiten inspirieren lassen und die

 

"Man kann das Meer nicht überqueren, indem man auf die Wellen starrt"

 

gesellschaftliche Ordnung durch die Bildung neuer Künstlerfamilien in Frage stellen. 1971 gegründet, ist Bangladesch einer der jüngsten Staaten Südasiens, und die Künstlerinnen und Künstler dieser Ausstellung machen sich die potenzielle Energie dieses herausfordernden politischen Klimas zunutze, um ein wachsendes lokales als auch internationales Publikum mit einer Vielfalt an künstlerischen Produktionen anzusprechen. Shumon Ahmeds Geisterschiffe transportieren uns direkt in den bangladeschischen Kontext, konzipiert als gemeinsame Installation mit den jüngsten Arbeiten von Ayesha Sultana, Nabil Rahman und Mustafa Zaman, die den Betrachter noch weiter in dieses materielle Umfeld hineinziehen. Beim Hinabsteigen in den Keller der Galerie betreten wir einen intimen, mit Gesprächen über Familie erfüllten Raum, wo uns Munem Wasif und Shumon Ahmed in eine immer komplexer werdende Anspannung zwischen ihren biologischen und adoptierten Ursprüngen einbinden. In einer trotzigen Geste gegen etablierte Kritikmechanismen und beschränkte, institutionalisierte Orte der Kunstpraxis in Bangladesch, besetzt OGCJM (2012 aus der von Rafiqul Shuvo kuratierten Ausstellung OnlyGodCanJudgeMe hervorgegangen und nun in OutGetCategoryJunkMagnet umbenannt) einen Raum zwischen einer Bewegung und einem Kollektiv, dessen Struktur adoptierte, künstlerische Vorfahren aus dem Fluxus-Umfeld spiegelt. Allesamt mit der Thematik des Alltäglichen als Ort der Reproduktion von Machtstrukturen befasst sowie eine ausschließende Raumpolitik mittels Entfremdung des ursprünglichen Anwendungsgedankens hinterfragend, umfassen die in dieser Ausstellung vertretenen OGCJMKunstschaffenden Shakhawat Hossain Razib, Ehsanul Karim Aninda, Eshita und Rini Mitra, Marzia Farhana sowie Gründer Shuvo, dessen Film Faster Satiation but Only for Nevertheless Behavior uns in den schwindelerregenden, verwirrenden Raum katapultiert, aus dem diese Bewegung stammt.

 

Works by
Shumon Ahmed
Ehansul Karim Aninda
Marzia Farhana
Shakhawat Hossain Razib
Rini Mitra
Nabil Rahman
Rafiqul Islam Shuvo
Ayesha Sultana
Eshita Mitra Tonny
Munem Wasif
Mustafa Zaman

 

Diana Campbell Betancourt (*1984) ist eine Kuratorin amerikanischer Herkunft mit Lebensmittelpunkt in Bagac (Philippines) und Dhaka. 

 Exhibition View, You Cannot Cross the Sea Merely by Staring at the Waves, Krinzinger Projekte, 2016, Photo: Krinzinger Projekte

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Kerstin Engholm Galerie

 Exhibition View, Kerstin Engholm Galerie, Resistance Performed Revised – Aesthetic Strategies under Repressive Regimes in Latin America, curated by_Heike Munder, 2016, Photo: Kerstin Engholm Galerie

Exhibition View, Kerstin Engholm Galerie, Resistance Performed Revised – Aesthetic Strategies under Repressive Regimes in Latin America, curated by_Heike Munder, 2016, Photo: Kerstin Engholm Galerie

 

curated by_Heike Munder

Kerstin Engholm Galerie

 

Resistance Performed Revised — Aesthetic Strategies under Repressive Regimes in Latin America

Die Ausstellung präsentiert künstlerische Strategien des Widerstandes. Im Zentrum stehen historische Positionen aus Argentinien, Brasilien und Chile, die seit Ende der 1960er Jahre die oftmals lebensbedrohliche Opposition in repressiven politischen Systemen Lateinamerikas bezeugen.


Aus kunsthistorischer Perspektive vollzog diese Künstlergeneration einen radikalen ästhetischen Bruch mit der vorherrschenden akademischen und formalistischen Kunstproduktion des Modernismus in Lateinamerika.

 

Works by
3Nós3
Elías Adasme
Sonia Andrade
Paulo Bruscky
Anna Bella Geiger
Graciela Gutiérrez Marx
Marta Minujín
Letícia Parente
Luis Pazos
Yeguas del Apocalipsis

 

Heike Munder (*1969 in Stuttgart) ist seit 2001 Leiterin des Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich. 

 Exhibition View, Kerstin Engholm Galerie, curated by_Heike Munder, 2016, Photo: Kerstin Engholm Galerie

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 Exhibition View, Kerstin Engholm Galerie, curated by_Heike Munder, 2016, Photo: Kerstin Engholm Galerie

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Charim Galerie

 Exhibition View, Charim Galerie, curated by_Bassam El Baroni, 2016, Photo: Charim Galerie

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curated by_Bassam El Baron

Charim Galerie

 

Nemocentric

Aktuelle Perspektiven auf Staatsführung und Politik scheinen anfällig für eine Rhetorik enthemmter Subjektivität mit der Konsequenz eines Egozentrismus, der sich als politischer Wille ausgibt und eine Freiheit verspricht, die unerreichbar bleiben wird. Angesichts dessen blickt Nemocentric bei der Annäherung an das Thema Subjektivität durch eine Doppellinse, die sich einerseits auf die Neurowissenschaft und andererseits die Politik beruft. Zum einen wird Subjektivität auf einer Organismus-bezogenen Ebene erkundet, indem sie als Verfahren, Modell und Apparat, vermittelt durch Neuronen und Berechnungsmechanismen, identifiziert wird. Zum anderen wird sie als das Material sozialer und geschichtlicher Narrative gesehen, die populäre Konstrukte dafür geschaffen haben, was es bedeutet Mensch zu sein. Der Blick durch die Doppellinse legt die Notwendigkeit nahe, Subjektivität anders aufzufassen als eine bedeutsame Herangehensweise, deren Einfluss auf Bilder, Sounds und Objekte der Kunst das Politische zu beeinflussen vermag. Möglicherweise wird uns Subjektivität nicht als ein mehr oder weniger hilfreiches Mittel zur Bewältigung von geschichtlichen Ungerechtigkeiten und zukünftigen Herausforderungen dienen, sondern eher eine präzisere Darstellung davon, wie Subjektivität erzeugt wird und wie wir das zu unserem Vorteil nutzen können.

 

"Zuerst erzeugt unser Gehirn eine Simulation der Welt, die so perfekt ist, dass wir sie nicht als ein Bild in unserem eigenen Geist erkennen können. Dann generiert es ein inneres Bild von uns selbst als einer Ganzheit. Dieses Bild umfasst nicht nur unseren Körper und unsere mentalen Zustände, sondern auch unsere Beziehung zur Vergangenheit und zur Zukunft sowie zu anderen bewussten Wesen."
 

Die Ausstellung ist von den Schriften des Philosophen Thomas Metzinger inspiriert, der die allgemeine Auffassung vertritt, dass es rein wissenschaftlich gesehen kein Selbst gibt. Laut Metzinger erlangen wir Bewusstsein „immer dann, wenn unser Gehirn erfolgreich seine geniale Strategie der Erschaffung eines einheitlichen und dynamischen inneren Porträts der Wirklichkeit verfolgt [...]. Zuerst erzeugt unser Gehirn eine Simulation der Welt, die so perfekt ist, dass wir sie nicht als ein Bild in unserem eigenen Geist erkennen können. Dann generiert es ein inneres Bild von uns selbst als einer Ganzheit. Dieses Bild umfasst nicht nur unseren Körper und unsere mentalen Zustände, sondern auch unsere Beziehung zur Vergangenheit und zur Zukunft sowie zu anderen bewussten Wesen.“[1] Es handelt sich hierbei um die Selbstmodelltheorie von Subjektivität; es gibt kein Selbst wie wir es aus der Populärkultur kennen, es gibt ein Modell, eine Infrastruktur, die ein einheitliches Bild des Selbst für uns produziert. Das erklärt wieso manche Menschen, denen ein Bein oder ein Arm fehlt, immer noch so agieren oder fühlen als ob sie diese besäßen. Dieses Empfinden eines „Phantom-Gliedmaßes“ lässt sich durch eine Verzögerung in der Erstellung des inneren Bilds des Selbst erklären.

Das ist auch die Thematik, mit welcher sich die hier von Turner-Preisträger und Künstler Martin Boyce und Jungkünstler Miguel Ángel Rego präsentierten Werke auseinandersetzen. Die beiden Schwarzweiß-Fotografien von Boyce, Phantom Limb (Sister) und Concrete Autumn (Phantom Tree), stammen aus einer größer angelegten Serie aus Fotografien und Skulpturen, die zwischen 2002 und 2009 entstanden. Die für diese Serie konstruierten und fotografierten Objekte wurden alle aus Vintage-Beinstützen aus Sperrholz gefertigt, die vom amerikanischen Modernisten Charles Eames für Veteranen des Zweiten Weltkriegs entworfen wurden. Regos Kurzvideo Post-Contingent Coherence (2016) zeigt einen Pianisten, der an Anosognosie leidet, einer Erkrankung, bei der sich Menschen mit einer Behinderung der Existenz ihrer Behinderung nicht bewusst zu sein scheinen. In diesem Kontext ist auch das Projekt Addendum for the Myth of the Self (2016) des in Wien lebenden Künstlers Moussa Kone zu lesen. Kone fertigte eine Serie von Tuschezeichnungen auf der Grundlage von Metzingers Der Ego-Tunnel an. Die Zeichnungen wurden anschließend in Form von druckfertigen Beilagen zum Buch des Philosophen angeordnet, wobei sie jedoch in Form von zwei großen Abzügen ausgestellt sind.

In einem anderen Register präsentiert die in Kairo lebende Künstlerin Doa Aly ihre Videoarbeit House of Rumor (2016). Darin ähneln sich bewegende Subjekte synchronisierten akustischen Instrumenten. Sie artikulieren neueste und etwas ältere theoretische Texte und kreieren dabei einen unbarmherzigen, geradezu strafenden Strom an politischen Redeakten. Besuchern wird eine Chaiselongue von Le Corbusier auffallen, ein Signifikant, der den Unterschied zwischen der psychoanalytischen und der neurowissenschaftlichen Auffassung von Psychologie erklärt. David Panos’ Beitrag umfasst eine gänzlich neue Arbeit, bestehend aus drei Videos und Skulpturelementen. Sein Projekt setzt die Mode, den Tanz und die Gesten von Subkulturen im späten 20. Jahrhunderts in Bezug zur Gegenwart. Was ist in diesen kulturellen Fragmenten enthalten wenn sie in einem sich radikal veränderten Zusammenhang wieder aufgegriffen und in einen neuen Kontext gestellt werden? Die Bewegung der Subjekte wirft die Frage nach der Handlungsfähigkeit in Bezug auf die Jugendkultur auf. Kanalisiert oder widersteht der Körper Ideologie auf unbewusste Weise? Schließlich nimmt uns Amanda Beechs Video Sanity Assassin (2010) mit auf eine klaustrophobische Reise durch LA – zwischen Architektur und Natur, Subjektivität und Ethik, Theorie und Praxis entsteht ein pulsierender Thriller. Ausgehend vom Erbe europäischer Vordenker, die in LA im Exil gelebt haben, wie Brecht, Mann und Adorno beobachtet der Film, wie der Individualismus-Wahn, der seinen Ausdruck in der Mythologie der Kritik findet, in seinem scheinbaren Gegenteil zu verorten ist, in Erwartungder Kapitulation vor einer ‚realen‘ Naturgewalt.

Nemozentrismus – wie von Metzinger beschrieben – ist die Idee einer Subjektivität, die auf keinem einzelnen Subjekt basiert, da eine Vorstellung von Subjektivität, die den Beweis verwirft, dass es eigentlich gar kein Selbst gibt, anfällig ist für fehlgeleitete Auffassungen von Handlungsmacht, die auf Egoismus und Individualismus basieren. Nemocentric wirft einen verstohlenen Blick auf diesen Gedanken, indem die Arbeiten von Kunstschaffenden gezeigt werden, die entweder direkt oder indirekt diese Ansicht vermitteln. 

[1] Metzinger, Thomas. 2009. Der Ego-Tunnel: Eine neue Philosophie des Selbst: Von der Hirnforschung zur Bewusstseinsethik. Berlin Verlag, Berlin, S.21-22.

 

Works by
Doa Aly
Amanda Beech
Martin Boyce
Moussa Kone
David Panos
Miguel Ángel Rego

 

Bassam El Baroni ist ein unabhängiger Kurator, der in Alexandria, Ägypten, lebt. Er ist Fakultätsmitglied am Dutch Art Institute in Arnhem, Niederlande.

 Exhibition View, Charim Galerie, curated by_Bassam El Baroni, 2016, Photo: Charim Galerie

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 Exhibition View, Charim Galerie, Nemocentric, curated by_Bassam El Baroni, 2016, Photo: Charim Galerie

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Mario Mauroner Contemporary Art

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, Nur im Okzident (Only in the Western World), curated by_Luigi Fassi, 2016, Photo: MAM

Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, Nur im Okzident (Only in the Western World), curated by_Luigi Fassi, 2016, Photo: MAM

 

curated by_ Luigi Fassi

Mario Mauroner Contemporary Art

 

 

Nur im Okzident (Only in the Western World)

 

"Nur im Okzident gibt es “Wissenschaft” in dem Entwicklungsstadium, welches wir heute als 'gültig' erkennen."
(M. Weber)

 

Als Autor einer Studie zur westlichen Kultur, die einer Analyse der europäischen Rationalität und ihrer wachsenden Autorität über alle Gebiete des sozialen und politischen Lebens entstammte, beeinflusste der deutsche Philosoph Max Weber (1864-1929) maßgeblich das soziologische und philosophische Denken im 20. Jahrhundert.

Max Weber zufolge ist Rationalität ein rein europäisches Phänomen, eine Reihe philosophischer Richtlinien, die die Sensibilität und den Horizont von ausschließlich im Westen und in Europa anzutreffender Modernität definieren. In jener Sphäre der Welt, die sich durch Vernunft und wissenschaftliche Erkenntnis ausdrückt, kann die Einzigartigkeit der westlichen Identität und demzufolge ihre einzigartige Rolle (und Überlegenheit) innerhalb der Weltgeschichte verortet werden. Um seine Rationalitätstheorie historisch zu legitimieren, kann man sagen, dass Weber als erster Soziologe Europas gilt, der einen umfassenden und komplexen, kulturübergreifenden Vergleich anstellte, auch um die Identitätsmerkmale und -zeichen nichteuropäischer Kulturen (Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, 1920-21) zu bestimmen, woran er bereits als Professor an der Universität Wien zwischen 1917 und 1918 forschte.

Trotz dieser ausführlichen Untersuchung zeichnet Weber einen asymmetrischen Vergleich zwischen westlicher Modernität und dem Status anderer Gesellschaften, geleitet von einer europäischen Sichtweise und unfähig, eine Wechselseitigkeit an Perspektiven einzugehen. Auch wenn man Webers System gemäß einem Verhältnis von Verschiedenheit anstelle von Überlegenheit abgrenzt, haftet ihm dennoch ein rigoroser Eurozentrismus an, wenn man bedenkt, dass sowohl sein Ansatz als auch sein System auf dem westlichen Kanon und dessen Idee von Rationalität beruhten.

Der Webers Ausdruck „nur im Okzident“ inhärente Eurozentrismus ist der Ausgangspunkt dieser Ausstellung, in der die sich daraus ergebende rationalistische Exklusivität hinterfragt wird. Das Projekt zeigt Werke von Kunstschaffenden, die innerhalb eines der westlichen Kultur gegenüber kritischen Rahmens agieren, um die dunklere Seite der berühmten Rationalität bloßzulegen – die kolonialistische, rassifizierte, räuberische. Mit dem Anspruch auf eine andere Lesart von Geschichte und Rationalität greifen die Arbeiten auf eine Vielfalt von Strategien zurück. Auf diese Weise artikulieren die Künstlerinnen und Künstler ihre eigene Herkunft und ihre Wurzeln und eröffnen einen weiten Raum für Freiheit, Wissen und die Stärkung der Handlungskompetenz.

 
Works by
Julien Creuzet
François-Xavier Gbré
Haroon Gunn-Salie
Kiluanji Kia Henda
Diango Hernández
Hilario Isola
Runo Lagomarsino
Misha Stroj
Barthélémy Toguo
Katarina Zdjelar

 

Luigi Fassi (*1977) ist derzeit Kurator für Bildende Kunst beim steirischen herbst, Graz (A) sowie Kurator der XVI Quadriennale d’Arte in Rom (2016).

 Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Luigi Fassi, 2016, Photo: MAM

Exhibition View, Mario Mauroner Contemporary Art, curated by_Luigi Fassi, 2016, Photo: MAM

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Mario Mauroner Contemporary Art

Weihburggasse 26 • 1010 Vienna • Austria

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Meine Herkunft habe ich mir selber ausgedacht.

 

curated by_2016

Das Galerienfestival mit internationalen Kuratorinnen und Kuratoren in Wien

 

2016 fand das Galerienfestival curated by_vienna zum achten Mal statt. Basierend auf dem titelgebenden Essay „Meine Herkunft habe ich mir selbst ausgedacht“, den der Autor, Journalist und Kulturkritiker Diedrich Diederichsen verfasst hat, spürte das Festival u.a. folgenden Fragen nach:

Was bewegt Künstlerinnen und Künstler dazu, sich wieder verstärkt Vorbildern zuzuwenden und wie offenbaren sich die damit einhergehenden Hommagen, Referenzen, Zitate und Aneignungen im jeweiligen Werk? Welche Kontinuitäten in Bezug auf das Schaffen einer Leitfigur, aber auch welche Brüche damit werden sichtbar? 

Die an curated by_vienna teilnehmenden Galerien konzipierten jeweils in Zusammenarbeit mit internationalen Kuratorinnen und Kuratoren Ausstellungen zu diesem Thema.

Mit dem Projekt curated by_vienna unterstützt die Wirtschaftsagentur Wien mit ihrem Kreativzentrum departure seit 2009 die Zusammenarbeit von Wiener Galerien zeitgenössischer Kunst mit internationalen Kuratorinnen und Kuratoren. 

curated by_vienna: Meine Herkunft habe ich mir selbst ausgedacht eröffnete am 8. September 2016. Anlässlich der Kunstmesse viennacontemporary (22. bis 25. September 2016) am 23. September 2016 die curated by_vienna Night statt. Die Ausstellungen waren bis einschließlich 15. Oktober 2016 zu sehen.
 


Das ganze Konzept von Diedrich Diederichsen lest ihr unten nach.



 

Das Konzept

von Diedrich Diederichsen

 

Meine Herkunft habe ich mir selber ausgedacht. 

Der klassische Anspruch der Avantgarden, die Traditionslinien zu kappen, beinhaltete nicht nur die Befreiung künstlerischer Praxis. Er veränderte auch die institutionelle Landschaft der Bildenden Kunst. Anstelle der traditionellen Fächer und Disziplinen, in deren Rahmen auch Lehre, Ausbildung und das Pflegen von Traditionslinien stattfand, sollten begründungsfähige Ansätze treten, die sich durch ihr Selbstverständnis und dessen Rationalität, Richtigkeit oder Wahrhaftigkeit legitimieren und durchsetzen sollten. Doch hat die institutionelle Umwälzung im 20. Jahrhundert nicht im selben Tempo wie die künstlerische Entwicklung und oft auch überhaupt nicht stattgefunden. Stattdessen blieben Systeme wie das Prinzip der Meisterklasse in Kunstakademien bis zur Gegenwart erhalten, Personen, nicht Programme vermitteln und tradieren nach wie vor, während der Legitimationsdiskurs der Werke, ihrer Künstlerinnen und Vermittler solche Herleitungen meist hinter entweder immanenten oder politischen Beschreibungen verbirgt. Folglich wird der so verdrängte und unbewältigte persönliche und personenbezogene, gewissermaßen familiäre, ödipale, milieuspezifische Hintergrund künstlerischer Entwicklungen, Karrieren und Lebenswege in andere Kanäle umgeleitet: er zeigt sich in Hommagen, Referenzen und Reverenzen, Zitaten und Bezugnahmen.

Eine zweite, mit der ersten in Verbindung stehende Gemengelage ist die Tradition des Vatermordes, seltener auch des Muttermordes. Hier wird die Verbindung nicht geleugnet und der avantgardistischen Pflicht zur Erneuerung nicht mit begründungsfähigen Entscheidungen, sondern über den Bruch mit einer Meister- und Vaterfigur genüge getan. Die negative Fixierung auf eine zentrale Figur der älteren Generation sorgt dialektischerweise für beides: Bruch und Kontinuität. Sie verpflichtet die Jungen zur Erneuerung, aber sie verbindet dies mit einer Bezugnahme auf eine/n Ältere/n und damit auf Traditionslinien und Kontinuitätslinien überhaupt. Durch den dramatischen Bruch werden diese weniger geschwächt als vielmehr betont und am Ende gestärkt. In letzter Zeit häuften sich die Klagen, dass die jungen Leute ihre Väter nicht mehr morden wollen. Man sah das als ein Indiz der Schwächung vitaler Erneuerungskräfte der Kunst. Die Diagnose findet die Kinder zu gehorsam, zu vernünftig: die jungen Künstlerinnen und Künstler halten sich angeblich zu sehr an Programme und Vorgaben, an Normen und Übereinkünfte, sie wollen es richtig machen, statt wild zu sein.

Zwei Dinge dazu: zum einen ist natürlich die Idee der künstlerischen Wildheit und des ödipalen Ungehorsams selbst eine zutiefst fragwürdige; zum anderen ist es aber tatsächlich auffällig, dass die Kunstwelt und ihre Milieus voll sind von Kindern und Nachfahren berühmter Akteure. Man findet unter Künstlerinnen, Galeristen und Kuratorinnen dieser Tage eine Fülle von Leuten, die dasselbe machen oder im selben Milieu aktiv sind wie ihre Eltern. Das Gesetz, wonach wer im Kunstmilieu etwas auf sich hielt, sich früher immer unterscheiden wollte und musste von den eigenen Eltern, spielt keine Rolle mehr. Stattdessen sind die immensen ökonomischen und Statusvorteile, die im Milieu arrivierte Eltern mit sich bringen, von großem Vorteil für die Karrieren der Jungen. Selbst in Wien, das in dieser Hinsicht deutlich weniger feudalistisch organisiert ist, als etwa New York, hat eine Untersuchung der Akademie der bildenden Künste ergeben, dass von den erfolgreichen Bewerberinnen und Bewerbern für einen Studienplatz im Kunststudium ungefähr ein Drittel Eltern oder andere nahe Verwandte hat, die im Milieu von Kunst und Architektur ihren Lebensunterhalt verdienen.

„Laïos antwortet nicht“, habe ich vor ungefähr einem Jahrzehnt einmal einen Text genannt, der sich mit der Vergeblichkeit ödipaler Routinen in jenen Kunstgattungen befasste, die gerne mit dem Begriff der Provokation erklärt werden. Wir sind nun ein Jahrzehnt weiter. Ödipus hat das kapiert, er sendet jetzt auch gar nicht mehr. An seine Stelle ist ein Charakter getreten, der seine Eltern vermisst, statt sich von ihnen trennen zu wollen. Nicht, weil sie ihm abhanden gekommen wären oder ihn verlassen hätten, sondern weil er für die vielfältigen Vermittlungen und Einbettungen von Begabungen und Fertigkeit, die ihm zugekommen waren,  gar kein Elterninterface mehr hat. Was wir also seit einiger Zeit erleben, ist dass Künstlerinnen und Künstler sich Vorbilder suchen, die sie nicht mehr unbedingt persönlich gekannt haben oder die tatsächlich ihnen gegenüber als Lehrerinnen und Lehrer oder Elternfiguren aufgetreten sind, sondern die von der Generation her oft eher Großeltern hätten gewesen sein können und in deren Obhut als Traditionsbezug die nachfolgenden, jüngeren Künstlerinnen und Künstler sich freiwillig begeben. Sie suchen oder erfinden einen Adoptiv-Großvater oder eine Adoptiv-Großmutter,  der oder die nicht nur das Paradox liefert, genau den Familienbezug, die Herkunft, mithin das klassisch Unverfügbare an einem Lebenslauf verfügbar zu machen, sondern darüber hinaus aus einer Epoche stammt, als das Künstlertum als solches weniger kompromittiert gewesen zu sein scheint, als es das heute ist – oder anders gesagt: heroischer. 

Den Versuch, die eigene Absicht der Erneuerung über die Anrufung einer unter anderen Bedingungen zustande gekommenen Radikalität abzusichern, lässt sich vielleicht aber auch verteidigen. Schließlich gibt es überhaupt kein auf Historie und geschichtliche Entwicklung bezogenes Handeln, auch in den Künsten, das nicht zur Richtung des Zeitpfeils und Fluchtpunkten auf ihrer Achse Bezug nimmt. Die überlieferten simplen Positionsbestimmungen als entweder der Vergangenheit verpflichtet oder auf die Zukunft ausgerichtet, sind zu Recht als naiv erkannt worden – und vor allem als politisch zweifelhaft: solange man nicht sagt, auf welche gesellschaftliche Zukunft und welche Traditionslinie man sich bezieht, sind sie auch nahezu leer. Aus dieser Niederlage von Futurismus und Traditionalismus auf ein Aussteigen aus geschichtsphilosophischen Fragen zu schließen, ist aber auch nicht legitim. Schließlich stammen unsere Gegenargumente gegen falsche Geschichtsphilosophie aus einer virtuell besseren. Der Trick mit der scheinbar passivistischen Unterwerfung unter einen Zweig des Vergangenen, den ich mir aber selbst ausgedacht oder zumindest aufbereitet habe und der den für jede Entscheidung notwendigen Anteil des Unverfügbaren in gewisser Weise unter meine Kontrolle stellt, stellt eine Erweiterung künstlerischer Handlungsmöglichkeiten dar. Diese neuen Handlungsmöglichkeiten vermischen sich mit genau den Praktiken, die normalerweise oder traditionellerweise von Kuratorinnen und Kuratoren übernommen wurden: zu entscheiden, wer von den Früheren heute wieder entdeckt werden müsste.

Zugleich kann man diese Erweiterung im Hinblick auf ein Verfügen über Unverfügbares, ein Erfinden dessen, was einem normalerweise zugeteilt wird und das notwendig als schicksalhaft gedacht werden muss, um überhaupt eine Auflehnung dagegen als heroisches oder radikales Programm denkbar zu machen, als Erweiterung der doch längst als fragwürdig erkannten Selbsterfindungsimperative der so genannten Postmoderne erkennen: ein nun noch um die Geschichte und Vorgeschichte erweitertes individualistisch-narzisstisches Programm für Kinder des westlichen Kleinbürgertums.  Die Idee, das Unverfügbare verfügbar zu machen, hat ja einen kolonial-erobernden Zug, der nur dadurch zu brechen wäre, dass dies erstens nicht gelingen kann oder zweitens der Grund für die Adoption von Großeltern sich nicht nur biographienotwendig, sondern eben auch historisch uns politisch aus der aktuellen Lage ergibt.

Vielleicht ist es deswegen ja so, dass es zu der adoptierten Großmutter, dem aus obskuren, aber radikalen Winkeln der Kunstgeschichte hervorgezogenen Großvater noch eine andere Alternative gibt: die Thematisierung der tatsächlichen eigenen Herkunft. Dies gilt vor allem dort, wo künstlerische Positionen sich eben nicht aus der ödipalen Logik westlicher und marktorientierter Generationenfolgen mit Elternmorden und Ablösungen ergeben, sondern aus minoritären und marginalisierten Geschichten, die von außen auf die Burgen und Paläste einer Kunstwelt schauen, in deren Inneren die Diadochenkämpfe toben. Natürlich gibt es auch hier einen mittlerweile gut bekannten Mechanismus, der tendenziell zu einer Konvergenz der beiden Strategien führt: ob meine Geschichte nun von einer externen Position beginnt oder von einer internen: in jedem Falle besorge ich mir einen radikalen Großvater, eine unerschrockene Großmutter, ob nun nur auf dem Wege ideeller Verwandtschaft oder über eine zwar biologische Verwandtschaft, die im Ergebnis aber auch vor allem ideell wirksam wird.

Eine letzte Alternative zu diesen Strategien finden wir in der schon lange in den Musik- und Literaturmilieus, in letzter Zeit aber auch in der Bildenden Kunst häufiger diskutierten Position des Afrofuturismus: hier wird der (künstlerische) Ausgangspunkt afrikanischer und afrodiasporischer Künstlerinnen und Künstler nicht von einem gemeinsamen Ursprung vor der Verstreuung aus gedacht, sondern in Vorläuferschaft zu einem zukünftigen historischen Zusammenhang. Anders als der traditionelle Futurismus knüpft dieser nicht an einer konkreten technologischen, politischen oder geschichtsphilosophischen Narration an, sondern ergibt sich nur aus einer Umkehrung der Diasporaerzählung: aus der Verstreutheit, die im Verhältnis zu einem gemeinsamen mythischen Ursprung chaotisch erscheint und in der die Einzelnen verloren sind, wird eine Verstreutheit im Verhältnis zu einer phantastischen Zukunft, die die Verbindung der Einzelnen ganz anders organisieren wird – und deren Elemente womöglich schon in der Gegenwart zu finden sind. Das sind dann keine familiären Genealogien mehr, noch deren Umkehrung oder Erweiterung, sondern liefe auch auf einen Abschied davon hinaus, aktuelle künstlerische Position immer nur als Konkretion aus ermittelten, erfunden oder authentischen Vorläuferschaften zu lesen, sondern sie stattdessen als authentische Vorläuferschaften ganz anderer, etwa kollektiver Organisationsformen zu verstehen.

Diedrich Diederichsen

 

Diedrich Diederichsen

Diedrich Diederichsen (*15. August 1957 in Hamburg) ist Kulturwissenschaftler, Kritiker, Journalist, Kurator, Autor, Essayist und Hochschullehrer. 

Diederichsen war in den 1980er Jahren Redakteur und Herausgeber von Musikzeitschriften, in den 1990er Jahren Hochschullehrer als Gastprofessor oder Lehrbeauftragter u.a. in Frankfurt, Stuttgart, Pasadena, Offenbach, Gießen, Weimar, Bremen, Wien, St. Louis, Köln, Los Angeles und Gainesville. Von 1998 bis 2007 war er Professor für Ästhetische Theorie/Kulturwissenschaften an der Merz Akademie, Stuttgart. Seit 2006 ist er Professor für Theorie, Praxis und Vermittlung von Gegenwartskunst am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der Bildenden Künste, Wien. Diederichsen veröffentlicht regelmäßig u.a. in tageszeitung, SZ, theater heute, Texte zur Kunst.

Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

 RE-CODING curated by_Dieter Buchhart & Anna Karina Hofbauer, Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2016 Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/Lena Kienzer

RE-CODING curated by_Dieter Buchhart & Anna Karina Hofbauer, Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2016
Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/Lena Kienzer

 

curated by_Dieter Buchhart

& Anna Karina Hofbauer

Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

 

Re-Coding

Nach dem Kampf der Ökologiebewegung in den 1970er und 80er Jahren und dem Aufzeigen der „Grenzen des Wachstums“ führten der rasante (natur)wissenschaftliche und technische Fortschritt in einer zunehmend globalisierten Welt zur größten gesellschaftlichen Umwälzung seit der industriellen Revolution. Vor dem Hintergrund der Standardsequenzierung der humanen DNA, der weitgehend freien Verfügbarkeit von Informationen und Bildern im Internet sowie der freiwilligen, gleichsam selbstverständlichen Preisgabe von Vertraulichem und Identitäten in den sozialen Medien wie Facebook, Instagram oder Snapchat wird das Private zum Öffentlichen.

 

"Der Mensch wurde zum gläsernen, mit Algorithmen ausgeleuchteten Wesen im engmaschigen Netz privater und staatlicher Überwachung."
 

Zunehmend orten Künstler*innen den Objektivierungswahn unserer Zeit und stellen den gehuldigten experimentellen Ansatz als vermutetes Gesetz in Frage. Sie setzen sich kritisch mit unserem auf Objektivierung und Naturgesetzgläubigkeit aufgebauten Denksystem vor der Bedeutungsverschiebung der postindustriellen Konsumgesellschaft auseinander. Die Grundauffassung von dem was Natur war und ist, hat sich markant verändert, da diese machbar und rekonstruierbar scheint, womit sich Mathias Kessler auseinandersetzt. Thomas Feuerstein geht einen Schritt weiter als Schöpfer eines neuen Moleküls, er wird der Kreator von Neo-Natur. Demgegenüber referenziert Dana Sherwood mit ihren von Tieren zerfressenen Torten den natürlichen Kreislauf in einem geschlossenen System, während Brandon Ballengée seine Arbeit als Umweltaktivist mit jener als Forscher und Künstler elegant verbindet. Günther Selichar verweist wiederum auf die Technik unseres neuen Bezugsystems, den neuen digitalen Grundfarben Grün, Rot und Blau und den Screens und Scannern, als selbstverständliche Schnittstellen zu unserer schönen, neuen Welt. Indem Künstler*innen heute unsere so radikal transformierte Welt mit ihrer Ressourcenverschwendung, der Konsumgesellschaft und dem kapitalistischen Wirtschaftssystem reflektieren, bedienen sie sich zunehmend komplexer Methoden, um die naturwissenschaftlichen und technologischen Grundlagen unseres heutigen Seins zu hinterfragen und zu verändern. So schafft RE-CODING eine interdisziplinäre Diskussionsgrundlage zum Thema Natur, Wissenschaft, Zerstörung, Rekonstruktion und Repräsentation des (scheinbar) Echten und baut ein Spannungsfeld zwischen gewesener und ewiger Natur, Vergangenheit und Gegenwart, Fälschung und Authentizität und dem Begriffspaar künstlich und natürlich auf. Diese Verschränkung verschiedener Zeit- und Realitätsebenen wirft künstlerische Fragestellungen auf, die in aller Schärfe und Form thematisiert werden.

Die künstlerischen Projekte sind Hommage und Kritik, Bruch und Kontinuität mit der Naturwissenschaft wie auch der Kunstgeschichte. Obzwar die klassische Naturvorstellung, die Sehnsucht nach dem Unberührten, der experimentelle naturwissenschaftliche Ansatz und die Fortschrittsgläubigkeit die Grundlage dieser künstlerischen Praxen bilden und die Künstler*innen trotz Paradigmenwechsels diese zu adoptieren scheinen, transformieren und recodieren sie das als vorgegeben Vermutete.

Dieter Buchhart und Anna Karina Hofbauer

 

Works by
Brandon Ballengée
Thomas Feuerstein
Mathias Kessler
Günther Selichar
Loredana Selichar
Dana Sherwood
 
 RE-CODING curated by_Dieter Buchhart & Anna Karina Hofbauer,  Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2016 Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/Lena Kienzer

RE-CODING curated by_Dieter Buchhart & Anna Karina Hofbauer,  Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2016 Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/Lena Kienzer

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RE-CODING curated by_Dieter Buchhart & Anna Karina Hofbauer, Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2016
Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/Lena Kienzer

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Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/Lena Kienzer

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 RE-CODING curated by_Dieter Buchhart & Anna Karina Hofbauer,  Exhibition View, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna, 2016 Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/Lena Kienzer

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Photo: Galerie Elisabeth & Klaus Thoman/Lena Kienzer


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Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

Seilerstätte 7 • 1010 Vienna • Austria

www.galeriethoman.com

 

Galerie Martin Janda

 Exhibition View, Galerie Martin Janda,  2016,  Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, 2016, Photo: Markus Wörgötter

 

curated by_Jacopo Crivelli Visconti

Galerie Martin Janda

 

The Winter of Our Discontent

The Winter of our Discontent [Der Winter unserer Unzufriedenheit] versteht sich als eine idiosynkratische und provokative Ausstellung. Einerseits in Reaktion auf das von Diedrich Diederichsen für curated by_vienna 2016 erdachte allgemeine Konzept, das den Fokus auf die Beziehung zwischen zeitgenössischen Kunstschaffenden und der ödipalen Figur des Vaters (hierin als Inspirationsmodell gemeint) sowie auch darauf legt, wie diese Beziehung häufig „in Hommagen, Verweisen sowie Respektsbezeugungen, Zitaten und Andeutungen offenbart wird”. Anderseits berücksichtigt die Ausstellung die Tatsache, dass wir in dramatischen Zeiten leben: täglich werden wir aufs Neue Zeugen der Flucht von Tausenden, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen, um Leid und Tod zu begegnen; wir sehen zu, wie die Natur einem verwundeten Biest gleich zurückschlägt, als Antwort darauf, wie wir sie behandeln; wir sind über die Aufdeckung eines weiteren Korruptionsfalls und des Missbrauchs von öffentlichen Geldern schockiert und fühlen uns gedemütigt…

 

"Ökologische Desaster, historische Ereignisse oder aktuelle Schlagzeilen — den ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern mit unterschiedlichem sozialen und politischen Hintergrund ist eine tiefe, kompromisslose Unzufriedenheit gemein." 


Folglich drehen sich die in der Ausstellung gezeigten Werke um die Figur des “negativen Verweises”, indem sie das, was die Kunstschaffenden (hier oft metonymisch mit „das Volk“ gleichgesetzt) verabscheuen, verachten und ablehnen, in den Mittelpunkt der Diskussion stellen. Ob sie sich nun mit ökologischen Desastern, historischen Ereignissen oder aktuellen Schlagzeilen befassen, den ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern mit unterschiedlichem sozialen und politischen Hintergrund ist eine tiefe, kompromisslose Unzufriedenheit gemein. Die ambivalente Herangehensweise von Diederichsens Konzept im Auge behaltend, ist die wahre Auffassung von „Unzufriedenheit“ hierin in ihrer Doppeldeutigkeit zu verstehen – laut Definition des Merriam-Webster Dictionary – sowohl als „sense of grievance“ [gefühlter Missstand] als auch „restless aspiration for improvement“ [rastloses Streben nach Verbesserung]. Anders gesagt, sind jene, die das dunkle, kalte und traurige Land des Missstands durchwandern, auch diejenigen, die sich nie zufrieden geben, die nie aufgeben, die immer für eine bessere, gesundere und gerechtere Welt kämpfen werden.

Jacopo Crivelli Visconti
 

Works by
Maria Thereza Alves
Alessandro Balteo-Yazbeck
Saskia Calderón
Carmela Gross
Runo Lagomarsino
Maria Loboda
Pedro Neves Marques
Ahlam Shibli
 

Jacopo Crivelli Visconti (*1973 in Neapel, Italien) ist ein freischaffender Kunstkritiker und Kurator mit Lebensmittelpunkt in São Paulo, Brasilien.

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, 2016, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, 2016, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, 2016, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, 2016, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, 2016, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, 2016, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, 2016, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, 2016, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, 2016, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, 2016, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, 2016, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, 2016, Photo: Markus Wörgötter

 Exhibition View, Galerie Martin Janda, 2016, Photo: Markus Wörgötter

Exhibition View, Galerie Martin Janda, 2016, Photo: Markus Wörgötter


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Galerie Martin Janda

Eschenbachgasse 11 • 1010 Vienna • Austria

www.martinjanda.at

 

Christine König Galerie

 Ausstellungsansicht TIMEZONE, curated by_ Giulia Ferracci, 2016

Ausstellungsansicht TIMEZONE, curated by_ Giulia Ferracci, 2016

 

curated by_Giulia Ferracci

Christine König Galerie

 

Timezone

Die Ausstellung geht der Vorstellung der fließenden Zeit nach, einem „ewigen Heute“, in dem Geschichte sich nicht als etwas Fixes manifestiert, sondern vielmehr Änderungen unterworfen und in der Gegenwart durch neue Bedeutungszuwächse wieder aufleben kann. Eine Perspektive, die uns durch die für die Galerie Christine König ausgewählten Kunstschaffenden vermittelt wird. Jeder und jede von ihnen reflektiert über das Verhältnis zwischen Geschichte und Gegenwart durch einen imaginären Dialog mit der eigenen Herkunft – der bald durch archetypische mythische Ikonen, bald durch eine kleine künstlerische Überlieferung, bald durch vergessene Geschichten dargestellt wird.

Giulia Ferracci

 
Works by
Pierre Bismuth
H. H. Lim
Claudia Losi
Jonathan Monk
 

Giulia Ferracci (*1981, Italien) lebt und arbeitet als Kuratorin in Rom. 

 PIERRE BISMUTH, Biopic Poster (Ed Ruscha), 2014, Mixed Media, 190 x 135 cm, Courtesy: The Artist and Christine König Galerie

PIERRE BISMUTH, Biopic Poster (Ed Ruscha), 2014, Mixed Media, 190 x 135 cm, Courtesy: The Artist and Christine König Galerie

 PIERRE BISMUTH, Biopic Poster (Koons), 2014, Mixed Media, 190 x 135 cm, Courtesy: The Artist and Christine König Galerie 

PIERRE BISMUTH, Biopic Poster (Koons), 2014, Mixed Media, 190 x 135 cm, Courtesy: The Artist and Christine König Galerie 

 PIERRE BISMUTH, Biopic Poster (Marcel Duchamp), 2014, Mixed Media, 190 x 135 cm, Courtesy: The Artist and Christine König Galerie

PIERRE BISMUTH, Biopic Poster (Marcel Duchamp), 2014, Mixed Media, 190 x 135 cm, Courtesy: The Artist and Christine König Galerie

 JONATHAN MONK, The World in Training, 2013, Stoffcollage aus Sportbekleidung, 150 x 240 cm, Courtesy: The Artist and Christine König Galerie 

JONATHAN MONK, The World in Training, 2013, Stoffcollage aus Sportbekleidung, 150 x 240 cm, Courtesy: The Artist and Christine König Galerie 

 CLAUDIA LOSI, 2(0)8, 2016, seidenbestickte Bälle, ø 3,5 > 13 cm, Courtesy: The Artist and Christine König Galerie

CLAUDIA LOSI, 2(0)8, 2016, seidenbestickte Bälle, ø 3,5 > 13 cm, Courtesy: The Artist and Christine König Galerie

 HH LIM, The consequences of the memory, 2016, Mixed Media auf Leinwand  125 x 175 cm, Courtesy: The Artist and Christine König Galerie

HH LIM, The consequences of the memory, 2016, Mixed Media auf Leinwand

125 x 175 cm, Courtesy: The Artist and Christine König Galerie

 JONATHAN MONK, all the possible combinations of twelve lights lighting (one at a time), 2014, Mixed Media, 106 x 40 x 170 cm, © eSeL.at

JONATHAN MONK, all the possible combinations of twelve lights lighting (one at a time), 2014, Mixed Media, 106 x 40 x 170 cm, © eSeL.at

 Exhibition View, TIMEZONE, curated by_ Giulia Ferracci, 2016, H.H. LIM, Courtesy: Christine König Galerie

Exhibition View, TIMEZONE, curated by_ Giulia Ferracci, 2016, H.H. LIM, Courtesy: Christine König Galerie

 HH LIM, Detail Lao Tzu said, 2016, Mixed Media, 250 x 250 cm / 80 x 47 cm / ø 42 cm, Courtesy: The Artist and Christine König Galerie 

HH LIM, Detail Lao Tzu said, 2016, Mixed Media, 250 x 250 cm / 80 x 47 cm / ø 42 cm, Courtesy: The Artist and Christine König Galerie 


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Christine König Galerie

Schleifmühlgasse 1A • 1040 Vienna • Austria

www.christineköniggalerie.com

 

 

Galerie Knoll

 Exhibition View, Hommage — Ideal or Pattern?, curated by Edit Sasvári, Galerie Knoll, 2016, Courtesy: Galerie Knoll

Exhibition View, Hommage — Ideal or Pattern?, curated by Edit Sasvári, Galerie Knoll, 2016, Courtesy: Galerie Knoll

 

curated by_Edit Sasvári

Galerie Knoll



Hommage - Ideal or Pattern?

Heute klingt das Phänomen der Hommage im Kontext der zeitgenössischen Kunst derart merkwürdig, dass wir kaum unseren Ohren trauen, wenn wir davon hören. Es erinnert uns an ältere, autoritäre und hierarchische Aspekte von Kunst: offene Ehrerbietung und Hochachtung gegenüber der Größe des Künstlers, der Vaterfigur. Die Antriebskraft hinter diesem Konstrukt ist im Wesentlichen die heroische Haltung, gemäß derer die Kunst auf Ideale zu reagieren hat. 

Gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern, die an diesem Projekt für die Knoll Galerie arbeiten, suchen wir nach Antworten auf die Frage, wie alte, autoritäre Vorstellungen von Hommage weitergedacht werden können und ob es überhaupt eine nicht-hierarchische Form von Hommage geben kann. Ist diese Haltung generationenspezifisch vorzufinden und wie und in welcher Form könnte die Hommage eines älteren Künstlers oder Künstlerin an die jüngere Generation interpretiert werden?

 

"Hat Kunst Ideale vor Augen oder folgt sie eher Verhaltensmustern oder Karrierestrategien?" 
 

Gleichzeitig stellt sich angesichts von bestehenden „Mustern“ die Frage, wie osteuropäische Kunstschaffende eine weitere hierarchische Beziehung, nämlich jene von Zentrum und Peripherie in Bezug auf den Westen, in Frage stellen können. Die Frage lautet kurzum: Welche neuen Formen von Hommage könnten von Künstlerinnen und Künstler heute als Inspiration angesehen werden? 
Einen Schritt weitergedacht, führt Diedrich Diederichsens Vorschlag zur Frage ob Kunst heute von Idealen geleitet ist. Anders ausgedrückt: Hat Kunst Ideale vor Augen oder folgt sie eher Verhaltensmustern oder Karrierestrategien? 

Die an dieser Ausstellung teilnehmenden Kunstschaffenden wurden in erster Linie aus Ungarn und Osteuropa eingeladen, da ich diese Region am besten kenne, wobei ein Künstler aus New York dazukommt. Ich habe Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Generationen und mit unterschiedlichem Hintergrund in Bezug auf ihre künstlerische Sozialisierung ausgewählt. In diesem Projekt werden keine vollständigen Werke ausgestellt, sondern eher die Ergebnisse eines Diskurses über die oben angeführten Fragen. 

Edit Sasvári

 

Works by
Ákos Birkás
Noah Fischer
Tamás Kaszás
Genti Korini
Olivia Mihaltianu
Csaba Nemes
Klára Rudas
Muranyi Mózes Márton
 

Edit Sasvári (*1962, lebt in Budapest) ist Kunsthistorikerin und seit 2010 Leiterin des Kassák Museums in Budapest. 

 Exhibition View, Hommage — Ideal or Pattern?, curated by Edit Sasvári, Galerie Knoll, 2016, Courtesy: Galerie Knoll

Exhibition View, Hommage — Ideal or Pattern?, curated by Edit Sasvári, Galerie Knoll, 2016, Courtesy: Galerie Knoll

 Exhibition View, Hommage — Ideal or Pattern?, curated by Edit Sasvári, Galerie Knoll, 2016, Courtesy: Galerie Knoll

Exhibition View, Hommage — Ideal or Pattern?, curated by Edit Sasvári, Galerie Knoll, 2016, Courtesy: Galerie Knoll

 Exhibition View, Hommage — Ideal or Pattern?, curated by Edit Sasvári, Galerie Knoll, 2016, Courtesy: Galerie Knoll

Exhibition View, Hommage — Ideal or Pattern?, curated by Edit Sasvári, Galerie Knoll, 2016, Courtesy: Galerie Knoll

 Exhibition View, Hommage — Ideal or Pattern?, curated by Edit Sasvári, Galerie Knoll, 2016, Courtesy: Galerie Knoll

Exhibition View, Hommage — Ideal or Pattern?, curated by Edit Sasvári, Galerie Knoll, 2016, Courtesy: Galerie Knoll

 Exhibition View, Hommage — Ideal or Pattern?, curated by Edit Sasvári, Galerie Knoll, 2016, Courtesy: Galerie Knoll

Exhibition View, Hommage — Ideal or Pattern?, curated by Edit Sasvári, Galerie Knoll, 2016, Courtesy: Galerie Knoll


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Galerie Knoll

Gumpendorfer Straße 18 • 1060 Vienna • Austria

www.knollgalerie.at

 
 

Galerie Emanuel Layr

 Exhibition View, Fieber, curated by Kari Rittenbach, Galerie Emanuel Layr, 2016. Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Exhibition View, Fieber, curated by Kari Rittenbach, Galerie Emanuel Layr, 2016. Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 

curated by_Kari Rittenbach

Galerie Emanuel Layr

 

Fieber

Prometheus’ leichtsinniges Geschenk an die Menschheit bescherte ihm endlose Qualen – und uns die Erfindung der Zivilisation, in der wir heute leben. Schon die altgriechischen Wurzeln der Ökonomie – oikos – verweisen auf “Herd und Heim”. Das Konzept sozialer Reproduktion als „Frauenarbeit“ (im Patriarchat des westlichen Kapitalismus) wurde allerdings erst in den 1970er Jahren zum Gegenstand radikaler Theorien. Es gibt viele (schwache) Metaphern dafür, zuhause das Feuer am Lodern zu halten – eine Redewendung, die manchmal für das Aufrechterhalten von Leidenschaft oder für Sex selbst verwendet wird. Scham, Tuberkulose und andere pathologische Leiden können den Körper zum Brennen bringen aber auch ins Zittern versetzen, in einen unkontrollierten Taumel, der besonnenere Beobachter auf die heißblütige Atmosphäre aufmerksam macht. Konflikte, sagt man, können hochkochen. Und wenn das Fieber ausbricht, schwitzt man.

 
Works by
Lena Henke
Lisa Holzer
Margaret Raspé
 

Kari Rittenbach ist Kunstkritikerin und unabhängige Kuratorin mit Lebensmittelpunkt in Brooklyn, New York. 

 Exhibition View, Fieber, curated by Kari Rittenbach, Galerie Emanuel Layr, 2016. Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Exhibition View, Fieber, curated by Kari Rittenbach, Galerie Emanuel Layr, 2016. Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Lena Henke, Eure Frankfurter Küche, 2016, Metal, sand, silicone, fibreglass, epoxy resin, rubber, 70 x 70 x 45 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr 

Lena Henke, Eure Frankfurter Küche, 2016, Metal, sand, silicone, fibreglass, epoxy resin, rubber, 70 x 70 x 45 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr 

 Lena Henke, Detail, Courtesy: Galerie Emanuel Layr 

Lena Henke, Detail, Courtesy: Galerie Emanuel Layr 

 Lena Henke, Nie erlag ich seiner Persönlichkeit, 2016 Metal, sand, silicone, fibreglass, rubber 90 x 45 x 45 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Lena Henke, Nie erlag ich seiner Persönlichkeit, 2016 Metal, sand, silicone, fibreglass, rubber 90 x 45 x 45 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Margaret Raspé, Blau auf Weiß, Ränder und Rahmen (Blue on White Edges and Frames), 1979, Super 8 transferred to blu-ray, color, silent 18:00 min, Courtesy: Galerie Emanuel Layr 

Margaret Raspé, Blau auf Weiß, Ränder und Rahmen (Blue on White Edges and Frames), 1979, Super 8 transferred to blu-ray, color, silent 18:00 min, Courtesy: Galerie Emanuel Layr 

 Exhibition View, Fieber, curated by Kari Rittenbach, Galerie Emanuel Layr, 2016. Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Exhibition View, Fieber, curated by Kari Rittenbach, Galerie Emanuel Layr, 2016. Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Lena Henke, Enigma, 2016, Ceramic, 29 x 20.5 x 18 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Lena Henke, Enigma, 2016, Ceramic, 29 x 20.5 x 18 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Lena Henke, The red tower, 2016, Ceramic, h=19.5, Ø22.4cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Lena Henke, The red tower, 2016, Ceramic, h=19.5, Ø22.4cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Lena Henke, My piece of cake, 2016, Metal, sand, silicone, glazed ceramics 90 x 90 x 70 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr 

Lena Henke, My piece of cake, 2016, Metal, sand, silicone, glazed ceramics 90 x 90 x 70 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr 

 Lena Henke, Female monster, 2016 Glazed ceramic, 24 x 21 x 23 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr  

Lena Henke, Female monster, 2016 Glazed ceramic, 24 x 21 x 23 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr  

 Exhibition View, Fieber, curated by Kari Rittenbach, Galerie Emanuel Layr, 2016. Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Exhibition View, Fieber, curated by Kari Rittenbach, Galerie Emanuel Layr, 2016. Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Exhibition View, Fieber, curated by Kari Rittenbach, Galerie Emanuel Layr, 2016. Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Exhibition View, Fieber, curated by Kari Rittenbach, Galerie Emanuel Layr, 2016. Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Lena Henke, Eure Frankfurter Küche, 2016, Metal, Sand, silicone, fibreglass, epoxy resin, rubber, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Lena Henke, Eure Frankfurter Küche, 2016, Metal, Sand, silicone, fibreglass, epoxy resin, rubber, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Lena Henke, The fatal net, 2016 Glazed ceramic, 20 x 15.5 x 12 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Lena Henke, The fatal net, 2016 Glazed ceramic, 20 x 15.5 x 12 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Lena Henke, Eure Frankfurter Küche, 2016, Metal, Sand, silicone, fibreglass, epoxy resin, rubber, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Lena Henke, Eure Frankfurter Küche, 2016, Metal, Sand, silicone, fibreglass, epoxy resin, rubber, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Margaret Raspé, Schweineschnitzel (Pork Schnitzel), 1971, Super 8 transferred to blu-ray, color, silent 04:00 min Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Margaret Raspé, Schweineschnitzel (Pork Schnitzel), 1971, Super 8 transferred to blu-ray, color, silent 04:00 min Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Lisa Holzer, Not yet titled, 2016, Pigment print on cotton paper, Crystal Clear 202/1 polyurethane and acrylic paint on glass, 110.3 x 86.3 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

Lisa Holzer, Not yet titled, 2016, Pigment print on cotton paper, Crystal Clear 202/1 polyurethane and acrylic paint on glass,
110.3 x 86.3 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr

 Lisa Holzer, Not yet titled, 2016, Pigment print on cotton paper, Crystal Clear 202/1 polyurethane and acrylic paint on glass, 110.3 x 86.3 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr  

Lisa Holzer, Not yet titled, 2016, Pigment print on cotton paper, Crystal Clear 202/1 polyurethane and acrylic paint on glass, 110.3 x 86.3 cm, Courtesy: Galerie Emanuel Layr  


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Galerie Emanuel Layr

Seilerstätte 2/26 • 1010 Vienna • Austria

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Galerie Steinek

 Exhibition view, „I´ve decided to be Happy because it´s good for one´s health“ by Jana Sterbak, Galerie Steinek, 2016, Photo: Tachdjian   

Exhibition view, „I´ve decided to be Happy because it´s good for one´s health“ by Jana Sterbak, Galerie Steinek, 2016, Photo: Tachdjian

 

curated by_Michel Blancsubé

Galerie Steinek

 

"I've decided to be happy because it's good for one´s health."

We all start out part of a story whose own beginnings go back quite some time.

We know, for example, that Jana Sterbak entered the land of the living in Prague in 1955; that in 1968 she and her parents left for Canada after the arrival of Russian tanks in the Czech capital; and that in 2003 she represented her adoptive country at the 50th Venice Biennale. 

 

"Aren't elusive works the most deserving of our interest?"  

 

There are, of course, known origins, and then there are the others: the ones some people insist on digging up and others invent for themselves. Artists (and Jana Sterbak in particular) are experts at this, and it's the overall negotiation between chance and determination that drives a body of work. The Sterbak oeuvre does not yield itself as a neat whole; on the contrary, it comes masked, paying no heed to our false, reassuring certainties. And after all, aren't elusive works the most deserving of our interest?  

Taking its title from one of Voltaire's letters, the exhibition at the Steinek Gallery comprises works ranging from 1979 to 2016. Often described as ambiguous, her oeuvre raises issues including identity and what being means – or might still mean – in a world in which the economic rationale has gradually swept all other considerations away. 

In 1987 Vanitas: Flesh Dress for An Albino Anorectic issued a crude, not to say cruel reminder that time corrupts the flesh we are made of. Generic Man of the same year – its subject photographed in back view with a bar code stamped on the nape of his neck – stresses the body as consumer product; or even as itself consumed, if we think back to the Artist as Combustible video of 1986. A combustible for what, in fact? For an artist-consuming art market?

Going slightly against the grain of some of today's art trends, Jana Sterbak continues to set her sights on serious, universal subjects such as aging and the ineluctable rise of the world's sea levels; in an interview dating from 2012 she reminded us that the work of art is above all a means of communication, and one under no obligation to be agreeable.

Michel Blancsubé

 

Works by
Jana Sterbak
 

Michel Blancsubé (*1958 in Frankreich) lebt und arbeitet als „abhängiger“ Kurator in Mexiko-Stadt. 

 Exhibition view „I´ve decided to be Happy because it´s good for one´s health“ by Jana Sterbak, Galerie Steinek, 2016, Photo: Tachdjian

Exhibition view „I´ve decided to be Happy because it´s good for one´s health“ by Jana Sterbak, Galerie Steinek, 2016, Photo: Tachdjian

 Exhibition view „I´ve decided to be Happy because it´s good for one´s health“ by Jana Sterbak, Galerie Steinek, 2016, Photo: Tachdjian

Exhibition view „I´ve decided to be Happy because it´s good for one´s health“ by Jana Sterbak, Galerie Steinek, 2016, Photo: Tachdjian

 Exhibition setup „I´ve decided to be Happy because it´s good for one´s health“ by Jana Sterbak, Galerie Steinek, 2016, Photo: eSeL.at   

Exhibition setup „I´ve decided to be Happy because it´s good for one´s health“ by Jana Sterbak, Galerie Steinek, 2016, Photo: eSeL.at

 

 Jana Sterbak, Cone on hand, 1979-96, Gelatine Silver Print on paper, 50 × 35,5 cm, 3/15, Courtesy: Galerie Steinek and the Artist

Jana Sterbak, Cone on hand, 1979-96, Gelatine Silver Print on paper, 50 × 35,5 cm, 3/15, Courtesy: Galerie Steinek and the Artist


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