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MEYER*KAINER
curated by Eva Birkenstock

Adresse
Eschenbachgasse 9
1010 Wien

Barrierefreiheit
teilweise barrierefrei. Stufe am Eingang. Bitte kontaktieren Sie die Galerie für Hilfe.

Kurator*innen
Eva Birkenstock
Eva Birkenstock
CV

Eva Birkenstock ist seit 2021 als Direktorin am Ludwig Forum Aachen tätig. Mit Agnes Scherer kollaborierte sie erstmals 2019 im Rahmen der Gruppenausstellung „Masculinities“ am Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf, wo sie 2021 auch ihre Einzelausstellung „The Notebook Simulations“ kuratierte.

Künstler*innen
Agnes Scherer
Agnes Scherer
CV

Agnes Scherer (geb. 1985, Deutschland) lebt und arbeitet in Salzburg und Berlin. Sie studierte Malerei an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Peter Doig und Enrico David.

In ihrer Arbeit entwickelt Scherer einzigartige Präsentationsformen, die Gemälde und handgefertigte Artefakte zusammenbringen und so großflächige und ganzheitliche Installationen entstehen lassen. Scherer schafft auf diese Weise komplexe Bildwerke, die sich einer unmittelbaren Objektivierung und Kommerzialisierung widersetzen und stattdessen vom Betrachter ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit und Engagement verlangen. In ihrer künstlerischen Praxis hinterfragt sie Machtverhältnisse und die ihnen zugrunde liegenden Psychologien. Auf der Grundlage von Analysen der Kunstgeschichte, Anthropologie und Kulturgeschichte unterläuft Scherer künstlerische Strategien, die ursprünglich der Konsolidierung von Macht dienten. Mit Hilfe von Anachronismen und der Darstellung allgemein bekannter Symbole veranschaulicht ihr Werk oft die unheimliche Art und Weise, in der sich historische Systeme, Ökonomien und gesellschaftliche Rollen in der Gegenwart widerspiegeln.

Ausgewählte Einzelausstellungen: „Woe and Awe“ in Sadie Coles HQ, London (2024); „Savoir Vivre“ in ChertLüdde, Berlin (2024); „Ein seltsames Spiel“ in der Kunst Halle Sankt Gallen (2023); „Casper a la mode“, PAGE (NYC) in Bel Ami, Los Angeles (2023); „Savoir Vivre“ im Heidelberger Kunstverein (2023); „A thousand times yes“ in Sans titre, Paris (2022); Fancies“ bei PAGE (NYC), New York (2022); ‚The Notebook Simulations‘ im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf (2021); ‚My refuge, my treasure, without body, without measure‘ bei ChertLüdde, Berlin (2021); ‚Coeurs Simples‘ bei Sans titre, Paris (2020); ‚ORLANDO TUSSAUD‘ bei Philipp Haverkampf, Berlin (2019).

Agnes Scherers erste Operette „Cupid and the Animals“ wurde 2015 mit dem Nigel Greenwood Art Prize ausgezeichnet und u.a. im Museum Ludwig in Köln (2017) und TRAMPS in New York (2018) aufgeführt. 2019 wurde ihre zweite aufwendige Arbeit in diesem Format, „The Teacher“, von Kinderhook & Caracas in Berlin, im Cabaret Voltaire, Zürich (2020) und kürzlich in Italien für das Festival ART CITY Bologna (2023) präsentiert. Ebenfalls 2020 präsentiert Scherer den ersten Teil ihres dritten Operettenprojekts „The Salty Testament“ im 1646 in Den Haag. Die narrative Installation „The Very Hungry“ der Künstlerin im Berliner Projektraum Horse & Pony wurde mit dem Berliner Kunstpreis ausgezeichnet (2019).

Agnes Scherers Werke befinden sich in den ständigen Sammlungen wichtiger Institutionen und Museen, darunter FRAC Champagne-Ardenne, Reims; Sigg Art Foundation; Moderna Museet, Stockholm; KOLUMBA Museum, Köln und Kunsthaus NRW Kornelimünster in Aachen.



Foto: Andreas Herrmann

STRAWFIRES

In Ausstellungen und Bühnenstücken vereint die in Salzburg lebende Künstlerin Agnes Scherer Skulptur, Malerei, Zeichnung, Musik und Performance zu vielschichtigen Objekttheatern. Für Curated by: Untold Narratives greift sie auf das ‚Archiv‘ ihrer eigenen künstlerischen Praxis zurück, um eine ursprünglich im Jahr 2019 entstandene Arbeit zu Marie Antoinette zu erweitern und neu zu kontextualisieren: eine szenische Installation aus malerisch-skulpturalen Elementen mit der Scherer Ereignisse aus dem Leben der mythenumwobenen französischen Königin zum Anlass nimmt, um das ständige Wiederaufleben von feudalen Strukturen zu thematisieren. Scherer inszeniert Marie Antoinette in der Guillotine sowie gleichzeitig im Kontext ihrer Sehnsucht nach einem pastoralen Leben. So zeigen Malereien das funktionstüchtige, kürzlich vom Haus Dior restaurierte Bauerndorf, den sogenannten „Hameau de la Reine“, welchen die Königin im Jahr 1783 im Schlossgarten von Versailles errichten ließ, um mit ausgewählten Gästen spielerisch einen rustikalen Lebensstil zu erproben. Entgegen heroisierender Perspektiven auf die französische Revolution, entwirft  “Strawfires”  ein doppelbödiges Portrait dieser Ereignisse. Der Titel, übersetzt Strohfeuer, bezieht sich einerseits auf die bis in die Gegenwart reichende wiederholte Überschreibung von revolutionären Programmen durch neofeudale Ansprüche nach Macht, Privilegien und Profitmaximierung. Andererseits verweist der Titel auf sozialromantisches Begehren nach einem gerechteren Dasein im breiteren gesellschaftlichen Zusammenhang, mit welchem innerhalb von Kulissen einfacher Lebensweisen, Detoxritualen oder regelmäßigen Ausflügen in abgelegene ‘Cabins’’ zwecks mentaler und körperlicher Reinigung unbeständig geflirtet wird.

 

Mehr

Bilder

Agnes Scherer, Savoir Vivre, 2023, exhibition view, Heidelberg Kunstverein.

Photo: Tanja Meißner

Agnes Scherer, The Notebook Simulations, 2022, exhibition view, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf.

Photo: Mareike Tocha

Agnes Scherer, The Teacher, 2021, performance, Cabaret Voltaire, Zurich.

Photo: Gunnar Meier

Agnes Scherer, Ein Seltsames Spiel, 2023, exhibition view, Kunst Halle Sankt Gallen.

Photo: E. Sommer

Portrait of Agnes Scherer

Photo by André Simonow