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The gallery festival with international curators in Vienna.
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Krobath Wien
curated by Christian Egger

Adresse
Eschenbachgasse 9
1010 Wien

Barrierefreiheit
teilweise barrierefrei. Zugangsrampen können bereitgestellt werden. Bitte kontaktieren Sie die Galerie für Hilfe.

Kurator*innen
Christian Egger
Christian Egger
CV

Geboren 1976 in Innsbruck, in Wien als freier Kurator, Künstler und Kritiker tätig. Neben zahlreichen Ausstellungspublikationen werden seine Texte regelmäßig in internationalen Kunstmagazinen wie ArtReview, Texte zur Kunst, SPIKE, Springerin, Camera Austria, u.v.m. veröffentlicht. Eine Auswahl seiner Essays und Kritiken „Shows, Signals, Unvernehmen“ erschien 2020 bei Floating Opera Press, Berlin. Er ist Mitherausgeber des Künstler:innenfanzines ztscrpt.net. Neben seiner eigenen Ausstellungstätigkeit und Präsentationen seiner Arbeiten an Orten wie The Horse, Dublin, Neuer Kunstverein Wien, Kunstraum Schwaz oder Ve:sch, zeigt er sich seit 2004 und der Ausstellung „See you later curator… or how to say hello to the fine line between high and low“ im LASSIE, Wien als Kurator für zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen verantwortlich.


Künstler*innen
Bruce LaBruce
Bruce LaBruce
CV

geboren 1964, Tiverton, Ontario, Kanada; lebt und arbeitet in Toronto, Kanada, und Los Angeles, USA.


Herbert De Colle
Herbert De Colle
CV

geboren 1978 in Wolfsberg, Kärnten, Österreich; lebt und arbeitet in Wien, Österreich.


Crisfor
Crisfor
CV

lebt und arbeitet in Wien.


Carola Dertnig
Carola Dertnig
CV

geboren 1963, Innsbruck, Österreich; lebt und arbeitet in Wien, Österreich.


Michaela Eichwald
Michaela Eichwald
CV

geboren 1967 in Gummersbach, Deutschland; lebt und arbeitet in Berlin, Deutschland.


Labrilena Konstantelou
Labrilena Konstantelou
CV

lebt und arbeitet in Athen, Griechenland.


Georgie Nettell
Georgie Nettell
CV

*1984 in Bedford, England lebt und arbeitet in London.


Rade Petrasevic
Rade Petrasevic
CV

1982 in Wien, Österreich geboren. lebt und arbeitet in Wien, Österreich.


Amol K Patil
Amol K Patil
CV

1987 in Mumbai, Indien geboren.
lebt und arbeitet in Indien und den Niederlanden.


Gerwald Rockenschaub
Gerwald Rockenschaub
CV

1952 geboren in Linz, Oberösterreich. lebt und arbeitet in Berlin, DE.


Giorgos Tigkas
Giorgos Tigkas
CV

1989 in Athen, Griechenland geboren. lebt und arbeitet in Athen, Griechenland.


Jenni Tischer
Jenni Tischer
CV

1979 geboren in Deutschland. lebt und arbeitet in Wien, Österreich.


Sue Tompkins
Sue Tompkins
CV

geboren 1971, Leominster, England, Vereinigtes Königreich; lebt und arbeitet in Glasgow, Schottland, Vereinigtes Königreich.


B. Wurtz
B. Wurtz
CV

geboren 1948, Pasadena, Kalifornien, USA; lebt und arbeitet in New York City, USA.



Photo: Hanna Putz

our love (illusio) is everything that the waterfall is (doxa)

Vorab eine kurze Erklärung zu den Zitaten, aus denen sich der Titel zusammensetzt: Das Grundgerüst „UNS´RE LIEBE IST WIE EIN WASSERFALL“ stammt von der dt. Band Eisenvater aus ihrem Song UNS´RE LIEBE.1) Diese Allegorie einer kraftvollen und mächtigen Quelle endlos herabfallenden, kühlenden, klaren, erfrischenden Nass in einer Zeit zunehmender Dürre und Trockenheit der weltumspannenden Klimakrise von einer Band aus einem Musikgenre, deren Publikum für maximale und bedingungslose Treue steht (Heavy Metal), fand ich für die kuratorischen Überlegungen, die dieser Ausstellung zu Grunde liegen, nützlich. Alles was der Wasserfall ist betont holprig angelehnt an den ersten Satz aus Ludwig Wittgensteins (1889–1951) Tractatus logico-philosophicus. Diese zwei Komponenten zeigen sich wiederum von den beiden Begriffen illusio und doxa (altgriechisch δόξα dóxa ‚Meinung‘) des Soziologen Pierre Bourdieu (1930–2002) gerahmt. Illusio beschreibt jenen Mechanismus, nach dem gesellschaftliche Gruppen bzw. Klassen und Individuen sich über die eigentlichen Machtstrukturen der Gesellschaft täuschen und getäuscht werden und damit unbewusst zur Reproduktion der jeweils bestehenden Ordnung beitragen.  Doxa wiederum fasst alle Überzeugungen und Meinungen zusammen, die unhinterfragt als wirklich oder wahr angenommen werden. Umgemünzt auf das diesjährige Thema von curated by zeigt sich „Unsere Liebe“ als eine Überzeugung und Selbstverständlichkeit, die als wahr angenommen wird, und die zugleich unbewusst zur fortwährenden Reproduktion von Liebesbegriffen beiträgt. In einer versuchten Weitung und Öffnung des Begriffs Liebe, geleitet von Überfixierung, stolperte ich zu Beginn der Vorbereitungen von assoziativen Erinnerungen an die Cartoon-Reihe Liebe ist … mit Sprüchen über Zweisamkeit von Kim Casali (1941–1997) hin zu Martin Kippenbergers (1953–1997) Serie von Leinwandbildern mit den über die Tageszeitung Kurier bestellbaren und individuell gestaltbaren I-LOVE-…-Stickern und die aktuellen, kleinen Naschfreuden veganer LOVE-Fruchtgummis der Katjes Wunderland Rainbow Edition. Ernsthafter und konkreter wurde es mit der Ergründung des photographischen Phänomens der Doppelbelichtung, wo einzelne Belichtungen ineinander verschwimmen, um mehrere Realitätsebenen, etwa auch Liebesobjekte, ganzheitlicher abbilden zu können. Auch die Hybris einer skulpturalen 1:1-Übersetzung von Gesten intimer Körperlichkeit interessierte mich genauso wie persönliche Hommagen an eigene Begegnungen mit Arbeiten von beispielsweise B. Wurtz für mich wichtig wurden. Einst suchte ich fassungslos während eines Aufbaus die Transportkiste nach Inhalt und Arbeit ab, ehe ich die sich kaum von der Sicherheitsverpackung unterscheidenden fragilen Skulpturen des Künstlers entdeckte – und mich zuvor ernsthaft fragen musste, wo sich das, was ich so sehr lieben lernte, denn überhaupt versteckte. So zeigt sich diese Ausstellung generell durchzogen von solchen Suchen nach Beweisen und Manifestationen der Thematik, auch von falscher Energie, wie ewigen Versprechen und einem Davor, Mittendrin und Danach einer ALMOST LOVE! Eben auch Zweifel an Zuneigung und die wiederholte Frage nach der Art und Weise, wie destruktive oder verwirrende Beziehungen fälschlicherweise als Fürsorge oder Leidenschaft bezeichnet und dennoch als wahr angenommen werden. Oder ob, wenn wir etwas im Alltag erleben, wir uns weiter danach sehnen, es als Kunst zu erfahren bzw. worin der symbolische Vorteil der Kunst hierin noch liegen könnte? Wie alle Widersprüche und Missverständnisse, Bedingungen und Vorstellungen der Ekstase und Entrückung, die verschiedensten Kombinationen von Ursache und Wirkung von Liebe, oder eben illusio und doxa, dem besonderen Kitzel des Warum und Wie entgehen könnten, wäre es auch nur um ihren Mangel, ihr Ungenügen und die Enttäuschung fest- und auszustellen, die eine Ausstellung, die unsere Gefühle verrät, in uns zurücklässt. Denn je mehr wir die Liebe suchen und finden, desto mehr wird sie zum Fetisch – und je mehr sie zum Fetisch wird, desto weniger zugänglich ist sie. Und dennoch bewegt sich seit jeher alles allein dahin, wo LOVE ist.

1) "Uns're Liebe" ist der dritte Track auf dem 1995 erschienenen Album Eisenvater III der deutschen Band Eisenvater. Das Lied wurde über We Bite Records veröffentlicht.

https://www.youtube.com/watch?v=vuYju_xv5cA&list=RDvuYju_xv5cA&start_radio=1

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