CRONE WIEN
curated by Andrea Kopranovic
Andrea Kopranovic ist Kuratorin und Autorin. Sie studierte Kunstgeschichte sowie Anglistik und Amerikanistik an der Paris Lodron Universität Salzburg und Architekturtheorie und Technikphilosophie (ATTP) an der Technischen Universität Wien. Seit 2022 arbeitet sie als Assistenzkuratorin für zeitgenössische Kunst im Belvedere 21, wo sie unter anderem an folgenden Ausstellungen mitwirkte: Ashley Hans Scheirl. In & Out of Painting* (2025), Monster Chetwynd. Moths, Bats and Velvet Worms! Moths, Bats and Heretics! (2024), Kazuko Miyamoto (2024), Über das Neue. Wiener Szenen und darüber hinaus (2023) und Public Matters. Zeitgenössische Kunst im Belvedere Garten (2023). Von 2016 bis 2021 war sie Associate Director der Christine König Galerie in Wien. Sie war Co-Lehrende an der Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst Salzburg und Lehrende an der Technischen Universität Wien.
Paul Prothesis
„Der Körper, den ich verhandle, ist männlich und verletzt. Er ist amputiert und instabil. Er schmerzt, nässt, krustet und verunreinigt die Umgebung. Er erfährt Repressionen aufgrund seiner Fluidität. Er bleibt sendungsbedürftig.“
Paul Prothesis (er/ihm) ist ein Pseudonym und fungiert als notwendiger, provisorischer Körper, der persönlichen Erfahrungen von pflegender Sorgearbeit, queerer Selbstfürsorge und der identitätsstiftenden Wirkung von Körperflüssigkeiten künstlerischen Ausdruck verschafft. Paul Prothesis arbeitet durch, mit, für und gegen eine verletzte und verletzliche Männlichkeit. Im Zentrum der künstlerischen Auseinandersetzung stehen Körperkonstruktionen und -überschreibungen, die von den Verletzungen des versorgten Körpers auf den sozialen Körper des Sorgenden übertragen werden. Teil dieser Transformationsprozesse sind die Verschiebungen gesellschaftlicher Vorstellungen und Implikationen von Männlichkeit – bedingt durch Sorgearbeit, in der sowohl der Pflegende als auch der Erkrankte als queer markiert werden – Queer(ed) through Caring.
Paul Prothesis lebt und arbeitet in Wien und im Südburgenland. Seit 1985 in der Angehörigenpflege aufgrund eines Arbeitsunfall seines Vaters. Seit 2014 kontinuierliche künstlerische Tätigkeit über diesen Erfahrungsbereich. Seit 2021 existiert das Konstrukt Paul Prothesis. Prothesis studierte von 2021 bis 2025 Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste bei Ashley Hans Scheirl und Alice Kreischer & Andreas Siekmann. Seit 2025 Studium der Gesundheits- und Krankenpflege an der Hochschule Campus Wien.
Bilder
Paul Prothesis, T-shirts, Underwear, Diapers, Socks – Lifestyle Objects of Caring Male Alliances, A4 / 33 double pages, Jan–Mar 2025
© Paul Prothesis, Courtesy of the artist and Galerie Crone, Berlin Vienna
Paul Prothesis, Queer(ed) through Caring – Role Models of a Vulnerable Masculinity, A4 / 81 double pages, Sept–Dec 2024
© Paul Prothesis, Courtesy of the artist and Galerie Crone, Berlin Vienna
Paul Prothesis, Queer(ed) through Caring – Role Models of a Vulnerable Masculinity, A4 / 81 double pages, Sept–Dec 2024
© Paul Prothesis, Courtesy of the artist and Galerie Crone, Berlin Vienna
Paul Prothesis, Queer(ed) through Caring – Role Models of a Vulnerable Masculinity, A4 / 81 double pages, Sept–Dec 2024
© Paul Prothesis, Courtesy of the artist and Galerie Crone, Berlin Vienna
Paul Prothesis, Incontinence_Diaries – fluid exchange, fluid presentation and fluid documentation, A4 / 86 double pages, 2026
© Paul Prothesis, Courtesy of the artist and Galerie Crone, Berlin Vienna
Paul Prothesis, Returning the Handicap – continuous visual inquiry, A4 / 33 double pages, 2014–2025
© Paul Prothesis, Courtesy of the artist and Galerie Crone, Berlin Vienna
Paul Prothesis, Returning the Handicap – continuous visual inquiry, A4 / 33 double pages, 2014–2025
© Paul Prothesis, Courtesy of the artist and Galerie Crone, Berlin Vienna
Paul Prothesis, Returning the Handicap – continuous visual inquiry, A4 / 33 double pages, 2014–2025
© Paul Prothesis, Courtesy of the artist and Galerie Crone, Berlin Vienna